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Ben Chananja · 1865-10-18 · 42 (18.10.1865) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
42 (18.10.1865)
Date
1865-10-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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731 732 maurische Schule um die richtige Erkeuntniß der heil. Sprache uud Schrift erworbeu hat. Ungeachtet der nachdrücklicheu Einsprache KrochmalS und Rapoportö wieder, holte er seine Angriffe auf Abraham Abeu Esra und MaimonideS. Letzterem wirft er insbesondere allzugroße Abhängigkeit von Aristoteles und vom Talmud vor, ohne jedoch das Verhältniß des Maimonidischen Gesetzbuches zum Talmud richtig erkannt, und ohne erwogen zu haden, daß sich selbst die ältesten Schriftgelehrten nicht von den Einwirkungen ihrer Zeit zu befreien vermochten." Als neuhebräischer Dichter zeigte Luzzatto besondcrs in seinen jüngern Jahren eine wirklich meisterhafte Handhabung der Form, deren Pflege übrigens unter den jüdischen Gelehrten in Italien zu Hause ist. Sein ״Derech Erez", — abgedruckt in dem vou Creizenach und Jost redigirten ״Zion", — ist eine mit gesundem, geistvollem Humor und in wahrhaft vollendeter Form geschriebene Satyre, die in der hebräischen Literatur ihres Gleichen sucht. Nachdem sich Luzzatto schon in seiner Jugend mit der Kritik deö Sohar und dem Ursprünge deS BucheS Koheletö beschäftiget hatte, wurde er in den dreißiger Jahren in die von Zunz und Napoport ansgegangene literärhist. Strömung hineingezogen. Auch in dieser Beziehung hat er ans Handschriften sehr schätzbare Qnellenbeiträge zu Tage gefördert uud mit gründlicher Sachkcnnlniß erläutert. Wir erinnern nur an daö ״Seder Tanna im wa-Amoraim", — abgedruckt im 4. Bande deS Kercm Chemed, 1839, — an seine Abhandlung über Menachcm b. Sarnk und Chasdai b. Isaak, — im Bet Ha-Ozar, 1847, — und an die zahlreichen, von ihm für den Druck vorbereiteten und erläuterten Gedichte mittelalterlicher Dichter der spanischen und proveiitzalischen Schule, durch welche er znm Theile auch die deutschen Bearbeitungen mittelalterlicher Poesieen von Sachs, Geiger und Kämpf fördern half. Seine hieher gehörigen Erläuterungen geben Zeugniß von seiner umfassen׳ den Literaturkenntniß und seinem feinen Sprachgefühle. Seine grammatischen Arbeiten sind auch weiteren Kreisen bekannt geworden. Da der Verewigte als Grammatiker, Philolog, Ereget, Literarhistoriker und neuhebräischer Poet sich einen sehr hervorragenden Platz in der jüdischen Literaturgeschichte gesichert hat, so thut eS seinem wolverdienten Ruhme keinen Eintrag, wenn wir nicht unberührt lassen, daß seine theologische Moral und seine Dogmatik nur als Versuche zu betrachten sind. Zu spekulativer Forschung, welche bei diesen Disziplinen unentbehrlich ist, hatte er keine Neigung, vielleicht auch keinen Beruf. Die italiänische Synagoge hat in dem verewigten Luzzatto einen ihrer trefflichsten und berühmtesten Söhne verloren. Die meisten italiänischen Rabbinen sind seine Schüler. Sie werden dem dahingeschiedeneu Lchrer die j Liebe, den Dank, die Verehrung zollen, die sie dem Lebeuden zollten. Au sie schließen sich die Freunde der jüdischen Wissenschaft auf dem ganzen Erdenrunds.*) Wir Alle haben herrliche, bleibenden Andenkens werthe Worte der Wahrheit von ihm vernommen. Wir Alle haben sein edleS, treues, frommes Herz gekannt. UnS Allen wird sein Gedächtniß ein theureS und gesegnetes bleibeu. Ich war so glücklich, den vollendeten Luzzatto meinen Freund nennen zu dürfen, und bewahre ich seine Briefe gleich köstlichen Kleinodien.**) So rufe ich den» dem verklärten Freunde das letzte Lebewohl zu in jene lichten Räume der Vollendung, wo ihm die Hoffnung seiner Seele zur Wirklichkeit geworden ist. הן ארמנים ענה .יסר בנה! תכנית תורת אל הי ונתיבוסיה כלי יום תיו מנה אל הבל לא פנה 1 חי נאמן בבריתו ובאמחתיה. | על הלצון אנה, אזן חקר שנה מעבדי בת עמו,כל קורותיה. בין תלמידיו חנה,את כל עואל ן^נה על עמקי החכמה ,על הדורצה. דעת לו נתנה ,על אפל ועננה האירה חכמתו אור אותוסיה יד. תמף לו מנה, רוהו שב ברננה לשבוע שמחת עד וגעימורךה. ת נ צ ב ה. . *) Den deutschen Rabbinen ging Geiger mit dem Bei» spiele voran. Er sprach, wie uns unser Frankfurter Korrespondent meldet, am vergangenen Schlußfefle aus eine tief ergreifende Weise über das Thema: Wie sollen wir das Andenken der Heimgegangenen ehren und die Erinnerung an fic erhalirn? Daran knüpfte er einen warmen Nachruf an den verewigten Luzzatto, dessen Verlust ganz Israel zu beweinen bat. Die hebräische Literator. sagte G. unter Anderem. verlor au ihm einen ihrer tüchtigsten Pfleger, LaS Iudenlhum einen warmen BeriheiLiger, das Paduaner Seminar seine ergiebigste Lehrkraft. Seine Wadrheitsliebe und unerschöpfliche WissenSquellr riesen viele gediegrue Schriften uud Abhandlungen hervor, welche allgemeine Verbreitung und Anerkennung fanden, und alle hebräischen Zeit» uud Wochenblätter erfreuten sich seiner literärischen Beiträge. Wer wissenschaftliche Hilfe bedurfte. wendete sich an Luzzatto. welcher dir erorditantesten Anforderungen, die au ihn gestellt wurden, möglichst zo befriedigen suchte. Viele Editionen an« Handschriften konnten nur durch seinen wiffeuschaftlicheu Beistand zue Geburt reisen. Wer kann diese verlorne Kraft-ersetzen, wer diese Lücke aussüllen? ••) Das erst, Schreiben, da» ich von ihm erhielt, ist im ״Zion" (1, 142-144). abgetruckt. Die daselbst vermißten Slestru werde ich bei einer andern Gelegenheit mitlheile».

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