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Ben Chananja · 1865-10-18 · 42 (18.10.1865) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
42 (18.10.1865)
Date
1865-10-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 42. M!ter Zahrzang. Szegeilin, den 18. J 11106er 1865.; 3fbtu Mittwoch erscheint ein PränumorationapreiÄ Ganzjährig 7 fL,—4 Tblr. 20 Sgr.. balbj.S K. 50 kr.. 2 Tblr. 10 Sgr., viertelj. 2 fl. oft. W. Lin)klne Nummern 15 kr. Mau abonnirr der allen Post» ämtrrn 0. Buchhandlnngro des In- und Auslandes. Kn EkMNYS. Mocheuklalt für jüdische Theologie. Herausgeber uud Redakteur: Oberrabbiuer zu Szrgediu. Inserate find an dir Redaktion in Gzegrd«», au Herrn ßltl 12017«! in Jrait&fatl 1. Iss. oder a» Herrn.Dgna| Äranaa (Hrinr Aukergaffe Nr. 10) in Mt» zu srudrn. .Dir 21valtige Petitzeile wir» mit 10Nkr.^2Sgr. brrrchnrr Professor am rabdlnlschru Znssllnir zu Padua, korrrspondirendem Mltglirdr drr lr. k. vcnctianlschru und drs rgyptischcu Zussllulrs in Alles, sandrla und ausscrordcnltlchlm Milglicdr der k. k. Akadrmir zu Padua. Geb. am 22. August 11)00 in Triest. Gest, am LS. September 1885. In Trauer, in tiefer Trauer erscheint heute ״Ben Chananja" vor seinen Freunden und GesinnuugSgenossen. Er versetzt sich mit ihnen an den frischen GrabcShügel, unter welchem die Hülle eine- Geistes ruht, der mit seinem Lichte geleuchtet, mit seiner Liebe und Kraft gewirkt und gewaltet hat, biö ihm die Stunde der Tren- 1,1mg von seinem irdischen Gefährten schlug. Samuel David Luzzatto hat seinen rühmlichen Lauf vollendet! Scheu als drcizehnjähiiger Knabe fühlte er einen unwiderstehlichen Drang zu selbstständiger Forschung, und in der redlichen Erforschung der Wahrheit harrte er auS bis an sein Lebensende. Er hat fünfunddreißig Jahre alö Professor der Theologie und vierzig Jahre als Schriftstcllcr den schweren Bau der jüdisch-theologischen Wissenschaft nach verschiedenen Richtungen hin mit gründlicher Gelehrsamkeit, tiefer Einsicht, unermüdlichem Eifer und segenreichcm Erfolge in Wort und Schrift gefördert. Der Ruhm, welchen sein Familienname einem Benetto, Efraim, Jakob, Marko, Moscö Chaijim Luzzatto verdankte, wurde von dem Ruhme Samuel Davids weit überstrahlt. In meinem 1855 erschienenen המשהה״, praktische Einleitung in die h. Schrift und Geschichte der SchriftauSlegung" hatte ich den Verewigten besonders als Eregrten zu würdigen. Ich entledigte mich dieser Ausgabe in folgender Weise: ״Samuel David Luzzatto verbindet mit gründlicher Kenntniß der klassischen uud semitischen Sprachen einen durch vielseitige Studien geschärften Blick in die Eigen« thümlichkeiten der hebr. Sprache, große Meisterschaft im Gebrauche des hebräischen uud aramäischen Ausdruckes und in der Ermittlung deS natürlichen SchristsinneS, ein frommes, gotterfüllteö Gemüth und die wärmste Liebe für Israels Lehre und Ehre. Er ist der größte jüdische Ereget unserer Zeit." ״Als Luzzatto 1825 mit seinen ersten schriftstellerischen Versuchen auftrat, hatte er die Kühnheit, aus« zusprechen, daß trotz der verdienstlichen Leistungen älterer uud neuerer Eregeteu der Sinn vieler Dibelstelteu keineswegS genau, sondern nur annäherungsweise (בקרוב ולא בצמצום) ermkttelt worden sei. Er wollte die Bedeutung der hebräischen Stammwörter tiefer ergründet, und die sinnverwandten Ausdrücke schärfer von einander unter, schieden wissen, als bisher geschah, indem er davon für die SchristauSlegung und für den Gebrauch der hebräi« schcn Sprache großen Gewinn erwartete. Zugleich lie« ferte er selbst schätzbare Beiträge zur hebräischen Synonymik, Andere zu gleichen Forschungen auffordernd. So« gar die Aussicht auf Gründung einer Akademie für hebr. Sprachwissenschaft hatte Raum in deS Jünglings begeisterter Brust!" *) ״Seit 1825 verfloß kein Jahr, welches den Freunden der Schrift uud AlterthumSforschuug nicht wcrthvolle Arbeiten LuzzattoS brachte. Dieselben sind in Padua, Mailand, Livorno, Parma, Wien, Lemberg, Frankfurt, Leipzig, Amsterdam, Görz und Szegcdin theils alö eigene Werke, »Heils als Beiträge in verschiedenen Zeitschriften 1 iu hebräische^ iraliäuischer, französischer Sprache (und in k deutscher Uebersetzung) erschienen." ״In seinen eregetischcn Schriften, welche auöschließlich der grammatisch-historischen Eregese gewidmet sind, benützt Lazzaklo nicht nur die Werke seiner jüdischen, sondern auch die seiner christlichen Vorgänger. Unter den neueren christliche» Forschern sind cS vorzüglich GeseniuS, De Wette, Ewald, Rvsenmüller und Hitzig, die er öfternennt, um deren Meinungen bald zu bestätigen, bald zu widerlegen." ״Luzzatto ist ein freimülhiger Freund der Wahrheit. Er scheut sich nicht, herrschenden Vorurtheilen entgegcnzutreten. Er bestreitet nicht nur daS Alter deS So« harS, der in Italien iu sehr hohem Ansehen steht; selbst die Mafforeten sind ihm nicht über einzelne Jrrthümer erhaben. Schonungslos tadelt er aber auch alle Freidenkerei, welche die SchristauSlegung der herrschenden Filojofie unterorduet." ״Trotz seinenatürlichen SchristsinneS verkennt Luzzatto dennoch die hohen Verdienste, welche sich die *) Bekanntlich iü die Gründung einer Art jüdischer Akademie iu einer andern Richtung vorige« Jahr von Albert Cohn in Pari« angeregt worden. t«S»

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