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Ben Chananja · 1865-10-11 · 41 (11.10.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
41 (11.10.1865)
Date
1865-10-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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723 724 Zeit während meiner Anwesenheit di» Grabsteine. von denen der ältest, 216 Jahr, alt ist. aufrichten und übertüocheo. Gin wahrhaft edle« und verdienstvolle- Werk, zu welchem der dortige Rabbiner die Zuitia» live ergriff und davon den edlen Vollstreckern Kultusvorsteher Michael Riz und Vereinvorstrher ZsakTaußig rralifirt wurde. IV. Ner-Thamtt-Ber« rin, über desseu Wirkeu und Vermögensstand mir nicht- Näheres be« kannt ist. doch steht an der Spitz« desselben der würdig, Gelehrte F. Falk. was dem Dereiu gewiß nur zur Empfehlung gereicht. V. Sin Daruch sche-Awar-Drreiu, dessen Tendenz mir ebenfalls nicht bekannt, aber gewiß nur löblich ist, wie schon sein Name dafür spricht. VI. End»!ich der Dorschnßverein, ebenfalls an» der Initiative deö dortigen, tüch« tigen, für seinen Beruf begeisterten Rabbiners vor einem halben Jahre hrrvorgegangen. über dessen Tendenz und Wirksamkeit zu berichten, ich mir später einmal erlauben werde. Die Friedfertigkeii der H. Gemeinde ist eine sprichwörtlich gewordene, ihr WohlihätigkeitSsinn geht schon aus den genannten Vereinen hervor und belhäligt sich auch bei allen nur möglichen Gelegenheiten, sowol nach Außen als auch im Innern der Gemeinde. So findet in jedem Winter eine Geldsawmlung statt, um an Arme Holz zu veriheilen. Ich kann diese Zeilen nicht schließen, ohne den liebenswürdigen und gastfreundlichen Heimanmiestczeru meinen innigsten Dank für die mir zu Theil gewordene Aufnahme auszusprecheu und ihnen zugleich die Versicherung zu geben, daß ich die Tage meines Dortseinstets zu den angenehmsten und glücklichsten meines Lebens zählen werde. H. Rosen berg, dirig. Oberlehrer. LI.Szikßö, im Oktober. Man erzählk sich hier allen Ernste«, daß unser Rabbiner, der h. Hillel, von einer orlhodoren Gemeinte in Nordamerika berufen worden sei. Derselbe soll seine Wähler ersucht haben, einige Zeit zu warten. ״Sobald die Thürme der Preßburger Shnagoge mir Gottes Hilfe abgetragen sind, eile ich zu euch, liebe Brü» der." Das sind seine eigenen Worte. HcrmannftadL, 28 September. Die neueste Nummer des hier erscheinenden politischen Wochenblattes ״Erdölyi Hetilap“ bringt unterm 24• d. folgende Notiz: ״Zwischen einem großen Thcile der Mitglieder der hiesige» israelitischen KiilluSgemeinve und dem in Karlsburg wohnenden LandeSrabbiner ist eine große Zwistigkeit entstanden, deren friedlicher Ausgleich sehr zu wünschen wäre. Es ist allgemein bekannt, daß die isr. KuliuSgemeinden dir Kosten ihrer inneren Angelegenheiten und ihrer Kirche thcils durch direkte Abgaben, theils durch freiwillige Spenden decken, n»d mit der Verwaltung dieser Beträge eine sich de« allgemkincu Vertrauens erfreuende und von der Majorität der Gemeinde- Mitglieder gewählte Person betrauen. Nach dem Rechte der Sclbstver- Wallung und nach einer gesunden Anfsaffnng ist dies nur recht und billig. Der KarlSburger Oberrabbiner scheint aber diese Angelegenkeit von einem rigrnlhümlichen Gesichtspunkte aussassen zu wollen. Ei» Ge« weindemilglied. das von der Majorität der Gemeinde niemals gewählt wurde, verschafft sich vom Oberrabbiner — ans welchem Wege? weiß man nicht — ein ErnennungSdiplom, kraft dessen der Diplomirte Borsteher der Gemeinde sein soll. OK troy i n op tiina forma. Zugleich übersandte der Oberrabbiner au den Hermannstädter Senat ein amtli» cheS Schreiben, worin er bat, daß ein SenatSkommiffär den durch ihn oltroyirten Vorsteher inaugurireu möge." ״Dagegen legte nun die KultuSgemeinde einen Protest ein. und gab folgende Erklärung ob: In Anbetracht dessen, daß durch die selbst die weitesten Grenzen der theokratischen Autokratie überschreitende Iosinuation des Oberrabbiner« da« heiligste Recht der Gemeinde, wonach dieselbe ihren Vorsteher frei wählen kann, auf eine unerhörte Weise mit Füßen getreten wird, welche« Recht schon deshalb nicht geleugnet werden kann, weil ja die Mitglieder der Gemeinde den Rabbiner, den Lehrer u. s. w. au« ihren eigenen Kräften bezahlen; in Anbetracht, daß da« Dorsteheram» eine unbesoldet, Ebreustell» ist und daß der Vorsteher dir Gelder der Gemeinde treu zu verwalteu und unter den Mitgliedern den Geist der Eintracht, de« Friedens, der Brüderlichkeit, der OpferwiNigkeit zu beleben, zu erhalten, zu pflegen und zu entwickeln hat, in welcher Richtung er nur dann wirken kann, wenn er der Nusstuß de« allgemeinen Vertrauen« ist; in Anbetracht ferner, daß der okkohirl« Voestrher nicht im Besttze diese« Postulatum« ist, wa« er schon damit bewies, daß er sich ohne Wissen der Gemeindemitglieder sind mit Verletzung der schönsten Perle ihre« autonomen Rechte« hinter ihr,» Rücken bei einer völlig inkompetenten Stelle «in» ephemer« und in jede« Fall, uogiltig, Ernennung verschaffen wollte; tu Anbetracht endlich, daß der LaudeSrabbiner nur in rein religiösen. rituellen, dogmatischen oder zeremoniellen Angelegenheiten verfügen kann, in inneren administeativen Augelegeuhritrn aber weder rin Ernennung«-. noch ein Ina», guration«- oder BestätigungSrecht hat. da er ja sonst mit demselben Rechte durch seine olrroyirten Organe über die Verwendung de« Säckel« der Gemeindemitglieder verfügen könnte — in Anbetracht alle« dessen weist die Gemeinde diese Einmengung de« Oberrabbiner« als iukom. Petent zurück, und anerkennt in keinem Falle den oktroyirten Vorsteher!" 8t. Losoncz, Ende September. Wieder führte mich wein Weg hieber, und wieder höre ich nichts als Gitter und wieder Gitter! Dem Rabbiner find noch immer die hiesigen Frauen zu hoch und da« Gitter zu niedrig. Es wird daher, wie ich höre, kein Weg undetreten gelassen, um da- Gitter, welches eigentlich recht fest stehen soll. in der Schwebe zu erhalten. Jüngstens gelaugte diese Streitfrage an dir Statt« halterei, die Entscheidung ist abzuwarlen. Mittlerweile wacht sich der Rabbi sein Minjan an den heiligen Feiertagen in seinem eigenen Hause und hat er auch, wie ich höre, seine ״Sitze" sehr gut veräußert. Um aber doch zu zeigen, daß er Rabbiner in der Gemeinde sei, beglückte er seine fromme Herde am Bnßcsabdaih mit einer Dcrascha in der Synagoge und dikiirle derselben VerhaltungSrrgeln für den hohen Fasttag — nichts blieb unbeachtet. Sogar Chanfulh soll er zum Besten gege« den haben. Die Gegenpartei» das heißt die fortschreitende Intelligenz verläßt den Tempel, sobald der Rabbiner die Kanzel betritt. Hiiigrgen soll die Schule, diese junge Pflanzstätte des Heils für da« künftige Iudenthum, ausgezeichnet sei», und AuSgrzeich .׳tes leisten. 3» der jüngst abgehalteuc» ZahrcSprüsuug war der gute Geist der in derselben herrscht, der Fortschritt der Zöglinge, die Gediegeuhel» des Unterrichtes nicht zu verkennen und sollen selbst die nicht schulsrrundlich Gksiiilllen seit der Prüfung anderer Meinung und zu der Einsicht ge« langt sein, daß nicht durch die Knecht,mg der Schüler, sondern durch methodische״ Unterricht etwas erzielt werden kann. Herr Rabbi eifert für die Kopfbedeckung der Schüler, selbst bei den Prüfungen aus den profanen Gegenständen, was nicht wenig anstößig ist und die Schule so zu sagen um ihre Achtung dringt. Auch דרך ארץ ist eine nothwendige Lebcusrcgel, uud wäre zu wünschen, zu erfahre», wie sich denn die Herren Lehrer in andern Schulen unseres BatcrlaudeS in dieser Rücksicht benchiiikii. *) Auch weibliche Handarbeilru sind in der Schule ausgrstrllt gewesen und auch diese erfreute» sich de« allgemeinsten Beifalls. Friede, wann wirst du endlich in diese strebsame Gemeinde ein- @ffC(}ß (Slavonien), 1. Oktober. Es wird mir heute aus D. Miholjac. meiner Filialgemeinde, folgende« erfreuliche, jede« echte gläubige jüdische Herz mit Begeisterung erfüllende Faktum gemeldet: Am Borabeudt de« gestrigen Tage«, nämlich am Jom Kippur-Abende, als sich die Gemeinde zur Andacht versammelte, erschren auch der Grund- Herr, Herr Baron von Prandau im Gotteshaus« und verweilte da den ganzen Abend. Als nuu der Gottesdienst zu Ende war. erhob sich der Herr Baron von seinem Sitze und sprach den alle Anwesenden üderraschendeo und ehrenden Wunsch aus, an die Versammlung. fallder jüdische Brauch die« gestatte, eine Ansprache zu halten, wa« die Geuirinve natürlich mit Freuden begrüßte. Der Herr Baron betrat nun die Kanzel und hielt eine kurze aber markige Rede. Er sprach von der GlaubeuStreue und Glaubensgemeinschaft der Israeliten, wir er diese unter denen seiner Herrschaft mit inniger Freude wahrnahm und wovon ihm besonders die feierliche Andacht, gepaart mit musterhafter Ordnung und Ruhe, an diesem Abende in diesem GotteShause einen untrüglichen Beweis liefere. Nachdem der verehrte Redner mit sichtlicher Rührung der Gemeind» Muth zusprach, auf dieser Bahn unverdrossen fortzuwao- ") S. Aron Chorin. Eine biographische Skizze von Dr. Weil (Szegedin 1863. Zu beziehen von der Trpedition de« ,B. Cb." (S. 73—94: ״ein, Borlesung über Barhäuptigleit.") In einer der nächsten Nummern de« ״B. CH." werden wir noch ein Urtheil eine« Litern Kasuisten hirrübrr miltheilrn. Red.

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