Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 41 (11.10.1865)
- Date
- 1865-10-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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7M unb fl» nahmen gegenseitig Sitten und Gebräuche von einander an, so »nlhalten sich die Egypter, wie die Inder, de« Fleischeffeu», bi» fl» unter arabische Herrschaft kamen, und deshalb Hallen auch bi» Iftar» kitrn von der Offenbarung am Sinai nicht glauben wollen, baß Gott mit ihnen sprecht, weil die Hindu in ihren Schriften dir» für unmög» lich hielten und die Israeliten io Egypten diesen Unglauben in sich auf» genommen hatten." - Mit der größten Bestimmtheit darf man aber sagen, baß ein Theit talwudischer Satzungen persischen Ursprunges find, deren Ursprung», zrugniß die Gesetze von Menu adgedeo. Schon vor zehn Jahren haben wir darüber einige Notizen veröffentlicht, dir wir hier reproduzireu, um daran Schorrs Ermittlung auzurriheu. Im Talmud (Sabb. 151) wird verboten, allein in einem Haus» zu schlafen; dasselbe Verbot hat Menu 4, 57. Ein« unfruchtbare Frau kann mit einer andern im 8. Jahre vertauscht werden M. 9, 81; im Talmud ist solches obligatorisch nach 10 Jahren (Jebam.^64). Wenn Jemand «ine Jungfrau hetratet, die einen Leibesfehler hat, ohne deiijelben angezeigl zu haben. so kann der Ehemann, ric Ehe allsheben M. 9, 73. und ebenso T. Kethub. 73. Ehret eure Frauen, damit ihr reich werdet, (B- Mezia 60.) ebenso M. 3, 59. Ein Mann ist nicht alt, weil sei» Haupt grau ist; in Wahrheit halten die Götter den für all, der ungcachtet seiner Jugend an Jahren, die Leda'S gelesen hat »ud versteht M. 2, 156. und so auch T. Kidd. 32. ES gib, drei Pccsoneu, denen das Gesetz nicht erlaubt, eigenes Ver» mögen zu besitzen: einer verheirateten Frau, einem Sohne und einem Sklaven. M. 8. 416. und so im T. Erub. 79; Mrzia 12. 11. a. Dem Vater und Lehrer ist es erlaubt, seinen Sohn und Zögling zum Be» Hufe ihrer Forlschriitc in den Wiffenichastcn zu züchtigen M. 4, 164. so T. Maccolh 8. Ei» König kann nicht zum Zeugen angcrufcn werden M. 8. 65. T Sanhetr. 18- Die verschiedenen Stufen der Seelenwan» derung sind bei den Hindu fast ebenso wie im Sohar und bei Rilanati, je nach den begangenen Sünden, in einer progressiven Skala ausgestellt. Menaffe b. Israel hat mit gläubiger Einsalt in Müchnath Chajim diese Sti lle» zusaininengelragc», mit den beigcsügtcn Beweisen dieser Lehre aber seinem Verstände lei» chrendcS Dcnkinal gesetzt. Die Kabbalisten stehen überhaupt in vielen abergläubischen Ansichten und Gebräuchen mit den Hindu aus gleicher Slusc; so glauben auch sie durch Amnlcte Wunder verrichten »nd Krankheiten heilen zu könne», und die Hindu in Malabar tragen zu diesem Zwecke ein auS fünf Buchstaben bestehendes Wort auf Papier ober Metall geschrieben bei sich. In de» Zendbüchern ist das Verbot oft wiederholt. Feuer durch AuSblasen auszulösche» (vgl. S Ebasicim). Die Braininen dürfen keinen Arrak trinken, weil dieser Spiritus von Mala (Reiß) abgezogen wird und Mala auch der Name für Sündc ist (Menu 16, 94); so sollen auch die Juden vor Ende der Sühnrzeil keine Nüsse essen, weil Egos dem Buchstabcnwerth von Ebcld^Sünle gleich ist (Orach Chajim 583). Wer keinen Sohn hat, kaust einen, »m dir Leichrnzeremonien zu verrichten. Der Sohn befreit seinen Barer aus der Hölle (M. 11, 138. 174.) und dieselbe Hoffuung ist der Grund des Kaddischgebetes (Elia 8utta c. 17). Die Hindu wti« chen von de« Talmudisteu und Römern ad, daß fie nicht wie diese die geraden Zahlen beim Essen und Trinken fürchten (Pesach llO; Pliniuo H. Nr. 20. 17.), sondern nur die ungeraden verehren; fie geben des» halb niemals eine Schuldverschreibung über eine grrade Summe und wenn einer 100 Nubien borgt, so verschreibt er 101 (Halvel bei Pri» stelry). Bemcrkenswerih ist. daß bei den Hindu die LeviatSeh, nur statt« findet, wenn der Bruder vor Vollziehung der Ehe stirbt (M. S, 69) ganz so wie bei den Samaritanern (Jer. Jebam. 1 , 6) und Karäern und höchst wah'rscheinlich auch bei den Sadduzäern (vgl. Jüd. Zritschrift von Geiger 1, 23.) (Fortsetzung folgt.) So rrespondrn). Ausland. — London, 29. September. Zum zweiten Male hat dir hie. figc Stadt einen jüdischen Lord Mayor gewählt. Der in Ihrem Blatt» öfter» genannte Aldermann Benjamin Samuel Phillip» ist der Gewählte. Deo triffllchen Eigenschaften, dir ihn als Menschen 722 und Bürger auszeichnen, setzt sein» warm» religiös» Gesinnung bi» Krön« ans. Inland. 8. Padua, 1. Oktober. Samuel David Lnzzatt» ist nicht mehr! Ja der Nacht vom 29. auf den 30. v. M. haucht» er feine fromm» unb edl» Seel» au». Das Leichenbegängniß findet morgen um 10 Uhr Vormittags statt. (Ein Nekrolog folgt in der nächsten Nummer). Pest, im September. S» ist immerhin für den Berichter» statter. sowie für Len Leser etwa» Angenehme», unter so.vielen traurigen Schilderungen über Schule und Gemeindezustände auch auf einen er» freulichen Bericht zu stoßen. Für vir vaterländischen Gemeinden muß »in solcher um so interessanter sein. wenn er au» der Fremde stammt; denn man ist stets geneigter, sich da» Ferne zum Mufterbilde zu oeh» men, als das Nahe. Einen solchen Bericht will ich Ihnen über die Zustände der in Böhmen liegenden Hermanmiestezer Gemeinde senden, in welcher ich das jüngst verflossene Neujahrsfest zu feiern da» Vergnügen halte. Die Gemeinde zu Hermanmiestez ist eine orthodorr — jedoch nicht etwa in Preßdurg-Eisenstädter Manier. Man betrt hier an den h. Feiertagen mit derselben altherkömmlichen Andacht, von welcher sich so gerne unsere Altvordern tnrchdringen ließen. Man hält hier die Piu» lim in Ehren (obgleich ohne vorhergegaugenes Ucbcreiukommen, wie das Bame Madliki». das Berich semc u. dgl. m., gleichsam sich selbst abgeschafft haben). Doch bildet man allmälig einen Chor heran, wekchrr der Leitung des jüngst acquirirten und aus Ungarn stammenden vor» trefflichen KamorS Back zu gedeihen verspricht. Ebenso ist die Trauung im Tempel ein längst üderwundciier Standpunkt Nicht minder hat sich die veuliche Predigt ihre» Platz im h. GotleShause errungen. Wahrhaft freudig überrasch« war ich SamStag, ein nicht unbe» d eulendes Hänslei» srommer Männer sich zu einem lalmudischen Bor» t rage (שעור) des bcrühmlen Rabbi Juda Löb Borges versammeln zu sehen. Es sind dies gerade diejenigen Männer, welche am liebsten und eifrigsten der deutschen Predigt lauschen. — Ein Beweis, daß das Eine das Andere nicht ausschlreßt, was sich die Herren toktorlichen und nichtdoktorlichcn Orihodorcn Ungarns wolwrislich hinter die Ohren schreiben mögen. Eins jedoch tctaucrc ich hier rügen zu müssen: Warum Chor und Predigt und — Ständer? Die so sehr opferwillige Hermanmieflezer Gemeinde möge ihre» schönen und rühmcnswerthcn Zustitulionen durch die Renovirung der Synagoge die Krone auftetzc».*) Da wir gerate von den Jnstiiuiicnen sprechen, so wollen wir in Kürze derselben Er» wähnnng thnn. In erster Reihe erwähnen wir das prachtvolle Schulgebäude, welches im Jahre 1862 ei,,geweiht wurde. Die Schult besitzt das OeffciitlichkcitSrecht und wirken an derselben drei gut dotirle, ihren, Berufe treu ergebene Lehrer. Das Budget derselbe» er» r eicht beinahe die Summe von 1500 fl. Zur Beruhigung unserer allem Fortschritt abholden Frommen sei hier angemerkt, daß die Gemeind» anstatt eines sogar zwei ritueste Bäder besitzt, außerdem ha« die Gr» mrinde für ihre samintliche» Beamten die Notlügen Lokalitäten. Folgender gtiiitiiinütziger Vereine erfreut sich die Hermann,!»» stezrr Gemeinde: 1. Dikur Choliw-Verein, dessen Vorsteher der so oft erwähnte Borges ist »nd der auch n> dieser Vorsteherschas« seine Größe zeigt, indem er sie vor einigen Jahren mit leerer Kaffe übernahm, unb ihr trotz euormer WohlthLtigkeitSakte. welches das Institut ausübt, rin Derwögen von mehr als 5000 fl. ansammeltr. Der edle Borge« hat kein geringere- Ziel mit diesem Vereine vor Augen, als die Gründung eines neuen Sieche »Hause«, zu welchem er sein eigene» Hau« nach seinem Tode bestimmt hat. H. Talmud Thora, welcher Verein all» jährl. an dem Zchulbudget mit einer Summe von 300 fl. parlizipirt. Auch bieser besitzt rin Vermögen von 4000 fl. HI. Gemiluß Cheßred. Zweck gewöhnlicher. VermögenSstand 1400 fl. Dlrser Verein ließ in jüngster ») Die h. Synagoge ist 112 Jahre alt, und wurde der hiesige, Gemeinde als Geschenk von der vormaligen Herrschaft Grafen Sporrk A. erbaut. Sowie aber iw Leben immer da« Schöne neben dem Hiß» lichen, da« Erhebende neben dem Nirderschlagenden flgurirt, so war r» auch hier der Fall. Ein edler Graf erbauet einer armen jüdischen Gr« meiode »ine Synagoge und »in frommer kath. Clrru« zieht mitten in den Bau «in» Grenzlinie für dessen Höhr!