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Ben Chananja · 1865-10-11 · 41 (11.10.1865) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
41 (11.10.1865)
Date
1865-10-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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715 716 von Metz und Bordeaux, — letzteres im Widerspruche mit dem Großrabbinen, — gegen die Translation deS Institutes nach Paris gestimmt hatten. Ein Dekret vom 1. Juli 1859 bestimmte endlich die Ueberfiedlung auf den 1. November und erhielt die Anstalt den Namen: israelitisches Se- I minar. Hierauf hätten stch diejenige» Mitglieder der Ofner VertrauenSkommission berufen können, welche Pest zum Sitze deS zu gründenden Seminars empfahlen. BeachtenSwerth ist der Unterschied zwischen dem ktakiä- Nischen und französischen Institute in Betreff der Unterrichts« spräche. In Padna wurden seit der Gründung deS Jnstitu« teS alle Wissenschaften, auch der Talmud in italiänischer Sprache gelehrt; die orthodoresten Rabbinen in Italien de« bienen sich bei ihren talmudischen Studien und Vorträgen seit Jahrhunderten keiner andern Sprache. In dem französischen Institute wird der Talmud erst seit ungefähr achtzehn ן Jahren in französischer Sprache vorgetragen; bis dahin geschah dies in jüdisch-deutscher Sprache! Gegenwärtig wirken folgende Herren an dem Pariser Seminar: Rabb. Trenel, Direktor und Professor dcö Tal« muds; Rabb. Wogue, Professor ״der Theologie" und der biblischen Eregese; Jsid. Cahen, Redakteur der ״ArchiveS JsraeliteS", Professor der französischen Literatur und der neuen Geschichte; Eugen Manuel, Professor der alten Literatur und Geschichte; Alb. Cohn, Professor der Geschichte der Juden; Paul Ja net, Professor der Filosofie; M. Naumbonrg, Professor deS religiösen Gesanges. Die f jährlichen Kosten deS Seminars belaufen sich auf 22,000 \ Franken: ein Betrag, welcher-ungefähr dem vierten Theile der Erhaltungskosten des projeklirlen ungarischen Rabbiner, seminars gleichkömmt. Eine VorbereitungSschule für daS Seminar steht unter der unmittelbaren Leitung deS RabbinerS Zadok Cahen, und wird von den beiden Großrab- | binen, die in Paris ihren Sitz haben, beaufsichtiget. - lieber die von dem französischen Seminar erzielten Rei sultate enthält eine von dem sei. Großrabbiner Sal. Ul« mann unterm 23. Oktober 1860 erlassener Hirtenbrief fol« gende interessante Notizen: Unter den im Jahre 1860 in | Frankreich und Algier vorhandenen Rabbinateu waren 39 f von Zöglingen der Rabbinerschule, 25 von solchen besetzt, » die außerhalb dieser Schule gebildet worden waren. Vom | 1. Juli 1830 bis zum 31. Oktober 1859 zählte die Schule f 109 Zöglinge, von denen 45 Dem Niederrhcin, 29 dem Ober- | rhein, 24 dem Moseldepartemeut, die übrigen anderen Ge- I gendeu angehörten. 40 erlangten den zweiten (höhern), 8? den ersten Grad. 39 verließen die rabbinische Laufbahn.? Zwei starben während der Studienzeit. Drei traten vor der | Uebersiedlung der Schule nach Paris aus derselben, um sich 1 auf die Prüfungen vorzubereiten; siebzehn folgten der An- ן statt nach Paris. Z Da der Sitz deS zu gründenden ungarischen Rabbiner-!seminarS wol noch Gegenstand wiederholter Diskussion sein wird, gestatten wir unS, auS dem erwähnten Sendschreiben ^.ffoch folgende Stelle in treuer Uebersetzung auzuführen: ״Der Wunsch, unsere Rabbinerschule in Paris zu sehen, ward nicht? bl^S von unS gehegt; schon unsere Vorgänger, die Großrabbinen Cologna und Deutz, haben diesem Wunsche Ausdruck gegeben. Nachdem sie in ihrem Zirkulare vom 10׳ August 1819 auf die Nothwendigkeit hingewiesen haben, ein Institut zu gründen, welches unseren jungen Theologen Gekegenheit böte, sich zu gleicher Zeit in der heiligen und profanen Literatur auszubilden, um den heiligen und wichtigen Dienst der Religion versehen zu können, fügten sie hinzu: ״Eö scheint sehr angemessen, daß dieses Jnstttut in der Hauptstadt seinen Sitz habe, welche der Mittelpunkt der Ansklärung und der Urdauität ist." Und was unsere frommen Vorgänger in ihrer Zeit für so angemessen hielten, das sollte eS heutzutage we- Niger sein, wo die Pariser Gemeinde im Judenthume über- Haupt einen so hervorragenden Platz einnimmt, unbestreitbar die erste Gemeinde Frankreichs und zugleich den Mittelpunkt bildet, in welchem alle Erzeugnisse, die daS religiöse und wissenschaftliche Element in der ganzen Welt hervorbringt, zusammenlaufen? Man hat gefürchtet, daß der Aufenthalt in der Hauptstadt für die Frömmigkeit und Moralität unserer jungen Zöglinge gefährlich sein könnte. Wir nehmen aber keinen Anstand zu behaupten, daß diese Gefahr in Paris nicht in höherem Maße vorhanden ist, als anderswo, und daß sie, wenn sie auch eiistirt, in Paris durch eine thätige und ernste Neberwachnng, eine strenge und zugleich väterliche Disziplin und eine weise und verständige Leitung mindestens ebenso gut als anderSwo überwunden, und besser als anderSwo durch die Vortheile, welche die Hauptstadt dem Unterrichte und der geistigen Bildung der Zöglinge bietet, aufgewogen werden köunle. Dieö war auch, wie wir gezeigt haben , die Ueberzengnng unserer Vorgänger, und der fromme Gedanke, der sich über diesen Gegenstand vor vierzig Jahren vernehmen ließ, hat auch dem eben vollzogenen Werke zur Nichtschnür gedient." Die Rabbinen Cologna und Deutz waren also 1819 freisinniger und einsichtsvoller, als manche Mitglieder der Ofner VertrauenSkommission anno 1864! sFortsesung folgt.) Homitelische Lriese. Don {Rabbiner Dr. H. S. S o n n e s ch e i ll. Zweiter Brief.*) [.Rein paraborrr Schalk. — Lootse nnb Prediger. — Prrdigeu eine Kunst. — Geistige Konzeption und technische Ausführung. — (Sin. un« ausführbare- Wagestück.! WaraSdin. 27. September. Hinter Deiner nur so nebenher gemachten Bemerkung: ״ob ich denn schon die erforderliche Anzahl schlechter Predigten gehört habe, um mit gutem Gewissen über Kanzelberedsanikeit schre den zu können", habe ich etwas mehr alS den paradoren Schalk gesucht — und auch gefunden. Du willst damit sagen: eS müsse bei allen Rathschlägea und Fingerzeigen auf dem Gebiete der Homiletik mehr von den Dingen die Rede sein, die der Prediger zu vermeiden habe; eS soll dieser weniger auf die sich anzueignenden, in sein Fach einschlägigen Vortheile sehen, sondern er lerne viel- ') S Nr. 38. — 3m ersten Briese find die .Druckfehler zn be» richtigen: Kolumne 871, Zeile 19 von oben: — אל הוכחה הדה תעוף ו!(.• Zeile 35 von oben: »dreitgetretene* anstatt beigelretene.

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