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Ben Chananja · 1865-10-04 · 40 (4.10.1865) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
40 (4.10.1865)
Date
1865-10-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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710 709 aerotiones Zrugniß von bin ibitn riligiSsin Sinn nnb brr Opfeewi!« ligfiit ihrer Dorvorbern geben wirb, von bem wir eine kleine Schilderong in diesen geschätzten Blättern versuchen wollen. Unfern der alten Synagoge erhebt sich da« neue Gotteshan« mit zwei gegen Himmel ragenden Thürmen an der Dorderfronte. umfassend einen Flächeninhalt von 180 □ Klaftern. Der Bauflyl ift nach dem Plane de« Wiener Architekten Karl Schutzmann in dem größten Theile seiner Formen der jetzt bei den größeren neuen Synagogen übliche dizantinisch-arabische, wo hingegen die in der Mitte angebrachte h-lbluglige Wölbung an den griechischen Styl erinnert. Da- Licht erhält da« Gotteshaus mittelst farbiger Gläser, dir einen wunderbaren Nester ausüben, durch ein in der Kupel angebrachtes Oberlicht und durch 4 große und 24 kleinere Sei, tenfrnüer. Dem Aron Ha-Kodesch, welche« an Schönheit alle« überstrahlt, gegenüber befindet sich für den Chor und in Zukunft vielleicht auch für dir Orgel ein auf Säulen von Marmor ruhende« Ewpvrrum und an beiden Seiten je zwei auf gußeisernen Säulen ruhende Gallrrirn zur Aufnahme der Damen. Ebenso prachtvoll als zweckmäßig ist auch der Schulchau, der mittelst eine« angebrachten Mechanismus sich in eine Kanzel umwandeln läßt. Der feierliche Akt der Einweihung begann um 10 Uhr Dormit» tag« mit bem Umzüge der Tborarollcn aus der allen Synagoge. Bei dem gegenüber der neuen Synagoge angebrachten Zelte kielt der Zug, bi« die GrüubungSurkuude von sämmtlichen anwesenden Honoratioren gefertigt und die Schlußsteinlegung durch Seine Erzellenz den Feldmarfchall-LieuIenant von MerlrnS im Namen des Herrn kommandirenden General« Ritter v. Sleiningcr vollzogen war. Bei dieser Gelegenheit begrüßte der eben neu ernannte Odergespau des Tcmescr KomitateS, Herr v. Murany, dir Gemeinde mit einigen herzlichen Worten in u», garischcr Sprache. Nack der feierlichen Ucbergabe drS SchlütlelS vurch den Kultusvorstand Her!» S. Scharinani» im Namen der Gemeinde an den Obrrrabdiner Herrn Dr. Hirschscld. öffnete dieser die Hauvlpscrte und der feierliche Zug begab sich in die mit Menschen erfüllte Synagoge unirr Absingung des )^)!2 P112 Gebetes. Mit dem herrlichen Choral ע1אר עזעריים ר־אעזיכס wurde die heilige Late geöffnet und tie Thorarollen ihrem Deslimmung-orle übergebe». Nach de!» feierlichen Anzün« den des נר תמיד und der Absingung eines vom Herr» Oberrabbiner verfaßlen und vom Herrn Chortirigcnten H. Hirsche! fompouirtrli schö« neu deutschen Liedes erfolgte die EinweihiiiigSpredigt, die an Gediegenheit des ZnhaliS. und Elrga»; der Sprache und M-isiecichast der Aussührung alle bl« jetzt von »»ferm hochverehrten Herrn Oberrabbiner bei uns gehaltenen Reden überlras. Nach Absingung eines הללויה sprach der Herr Oberrabbiner ein ergreisendeS CinweihiiligSgebel, rS erfolgte sodann die Dorlesung der Urkunde durch den Gemeinderepräsrnlonten Herrn Ignaz Eisenstädter und die Absingung der Lolkshymne schloß ein, Fei,r. deren Andenken unserem Gedächtnisse nie sntschwindrn wird. Sämmiliche Gesanqöpiecen waren mit Gcdiegenheit ansgesührt und sowol unser mit der herrlichsten Tenorstimme auSgestatteter Kantor, Herr G. Weiß, als auch der ebenso thälige als sachkundige Chordirigent Herr H. Hirschel und dir bei dieser Gelegenheit mitwirkenden Dilettanten leisteten Vorzügliches. Es erübrigt uns nur noch diejenigen edlen vom Geiste der Religion und der Liebe für bas Judenlhum erfüllten Männer, dir ganz vorzüglich zur Förderung des heiligen gotigeweihten Werke« brigtlragen haben, namhaft zu machen. Da ist es nun vor allem der um da« hiesige Gemeindewesen und um unsere Humanität-- und Bit« dungSiustilute hochverdiente Kullu-vorsteher Herr S. Scharmann, ferner Herr M. Grünbaum, der al« Präses de« BaukomitüS mit rastlosem Eifer und unrrmüdrtrr Thätigkeit und mit namhaften Opfern bem hei, ligen Werke Vorschub leistete; mit ebenso unermüdelem Eifer und freu, diger Opferwilligkeit detheiligte sich an demselben auch der Herr Zguaz SisenstLdtrr, ferner die Herren Eduard Gotthilf. Hermann Weiß, Phi, kipp Schal, Valentin Weiß, Albert Roth, Leopold Heim, Gerson Weiß, SLndor Weiß u. ». R. U. Nj-Beefe, LL. September. Am 17. b. M. fand dir Einweihnng unserer geschmackvoll erbauten Synagoge statt, zu deren Vorzüglichsten Begründer Sr. Hochgeboren Herr Gras Josef Bethlen ge, hört. Der feierliche Akt wurde durch den BezirkSradbiner Oppenheim und Obrrkantor Goldstein an« BrrSkerek vollzogen. Einer Begrüßungsrede de« verehrten Dr. Tanßig folgte eine erhebende Erwiderung de« edlen Grafen und da« von dem trefflich ringrübten Männerchor vorgetrsgene מה טובל wirkte ergreifend auf all, Zuhörer und wir müssen bem «ackern Kantor ba« wolverdiente Zeugniß geben, daß er durch seinen kunstvollen Gesang die Anwesenden entzückt ha«. Nach, abgehaktener Festrede, an welche sich da- Gebet für den König und da« Vaterland anschloß, fand ein beitete« Banket» statt. E. MkSkolej, 24. September׳ Rosch baschono c’eat ln paix! An diesem Tage wurde un« vom erhabenen Throne herab in einem Manifeste Gerechtigkeit und Friede verkündiget, und an ebendie« ftMzbeiligen Festtage wurde auch in der hiesigen Gemeinde ein Friebensbündniß zwischen den Parteien abgeschlossen. — Die Gegner de« CborgotteSdienstcS ließen nämlich durch mehrere ihrer Wortführer der Dorstehung ihren Antrag und da- Anerbieten stellen, daß fir iu Bausch und Bogen in denChoraltempel zu gehen rntschioffen find, wen« ״Tal" und ״Gescheit," am Neujahrs- und Dersöhnungstagr ohne Chor gebetet wird. — Die Vorstehung hat nun. so sehr sie auch ihre Unkonsrguenz eingeschen und auch die lleberzeugung gewonnen, daß jene lächerliche Bedingung nichts Andere« als den Schein zu r-lten zum Zwecke hatte, dennoch in ihrem Streben für Eintracht und Einigkeit diesem Wunsche Rechnung getragen. Don Seite der Dorstehung ist nun der Vertrag p ünkilich zugehalteu. und das Friedenshand mit der T h a t bestätiget worden. Was wurde aber dafür im Austausche von gegnerischer Seite in die Wagschale gelegt? Nun es heißt in der heilige» Schrift: ״Bielleicht gibt cs der Gerechten n.ur Zehn! — oder gar nut fünf!" Vttd Rautka (btt Gewilsch in Mähren). Ende September. Den iiileresialiieu Badebcrichten aus Bad EmS von dem hochgeschätzten Herr» Radbinrr Kahn will ich auch einen Bericht au- Bad Rautka folgen lasse». Wol ein sehr gewagtes Unternehmrii. denn erstens bin ich Nicht nit )0 guter Erzähler, wie Herr Rabbiner Kahn, und zweitenist Bao Manila nicht lolch ein Sammelplatz von Menschen aualler Herre» Läuter wie Bad EmS. Doch hoffe ich, si parva euw magnis com• poncrc licet, selbst von hier manches Jniercffanle milthcileu zu lönnrn. ,Jiautfa ist eigentlich ei» Minialurbad; Bade-Kabinen. Wohnzimmer »c. sind in verkleiueelem Maß,labe angelegt und selbst die Zahl derselben ist eine sehr geringe, dennoch war vor vielr» Jahren selbst dieses Mtniaiurbad in zwei streng geschiedene Theile gcioiidcrt, von reuen bas eine,, selbsiveeständlich ras miuvee schöne, die Aufschrift ״Judenbad" trug. Dieselbe ist wahrscheinlich erst zur Zeit, als auch an größere» Kuri Plätzen dir strengt Separaiion aushörtt, verschwundcn. Ergötzlich aber! ist cs setz, zu scheu, wie die Ncuzcii an der Vergangenheit sich gerächt l hat. Nanika ist jetzt fast ganz ein Judenbad; die Christen benützen nicht! nur dieselben Kabine», wie die jüdischen Radbincn und Schächter, sonj dern genießen sogar eine und dieselbe Küche, und müffeu gestehen, daß ' sie an 'Reinlichkeit und Schmackhafligkrit nichts zu wünschen übrig l läßt. Der Pächter nämlich des BadhauscS und der Restauration ist eiu Judr, Herr Gcllli.׳.'׳, und dcffen Schwiegrrmilitrr Frau Berisch sorgt für dir vortreffliche, woblfeile uud dabei gauz riiuellk Kost. Dabei »st das Verhäilniß die,er Frau zu ihren Gästen nicht wie das eitler Gast- I wlrthln. ׳oildcrn wie das einer Freundin, uud ich habe selbst einige j Beamitiisraukn aus Wien unter Tbränen von der Heben wackern Frau : Abschied uehme» gesehen. So ändern sich die Zeiten, und wir — könntn! hicrmit nur ziifricbeil sein. Ein starkes Kontingent der Badegäste sowol! als der zum Besuche und zur Unterhaltung dahin Kommenden liefert da- »ächstgrlegene Städtchen Gewilsch. Auf diesen Ort hat die freund, Ilche amalgamireiide Zeit nicht so sehr, wie auf Rautka, einzuwirken > vermocht. Hier soll man selbst in gebildeten christlichen Krelsen den Namen ״Juden" noch als Schimpfwort belrachlra und die Einwohner« schast des klriurn Orte« ist faktisch in zwei polnisch getrennte Gemein« den mit zweien RaidSkörpern gtlhril«. Wir batten nun Gelegenheit, deu jüdischen Bürgermeister. Herrn Beer, al« einen energischen, über Ruhe und Ordnung wachenden Mann kennen zu lernen. Ja dieser Gemriudr, in welcher da« reindrulsche Wort schon unter Rabbi Chazim Deutschmann von der Kanzel herab vernommen wurde, ja welcher der sel. Schwad, Dr. Schmlebl,e. al« Nabbiorn gewirkt halten, brauchte e« erstaunlich lange Zeit, bi« die neuen gottesdienstlichen Formen sich Bahn brechen tonnten. (Schluß folgt.) A Prag, 26. September. Mein heutiger Brief soll über zwei Lorkommniffr berichten, welchen ich in der Provinz begegnet, dir | aber hiesige hochgeachtete Persönlichkeiten berühren. Am 18. August, al« am Geburtstage unsere-glorreichen Kaiser«, hielt Herr Prof. Kämpf wäh, rrnd seiner Anwesenheit in Trplitz die Festpredigt: wie selbe beschaffen ge« i wesrn, von welchem hohen Geist» fle getragen war. haben in« und «uSlän«; bische Blätter in rühmlichster Weis» drrichlr». Zum Neujahrsfeste erhielt! Herr Prof. Kämpf von der Töplitzer isr. Knltusgrmeinbt eine in blaue« Lammt prachtvoll grbuntrue. kalligraphisch au«g,stattete Dankadresse

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