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Ben Chananja · 1865-10-04 · 40 (4.10.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
40 (4.10.1865)
Date
1865-10-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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707 baren Buchstaben noch viel später zn massorethischen, kalligraphischen und sogar midraschartigen Zwecken von den Bibelkopisten (סופרים im engsten Sinne) erfunden wurden, weshalb auch von jeher hierin keine völlige Uebereinstimmang waltete (vgl. hierzu die Heidenheim'sche Pentateuch- Ausgaben [מאור עינים] am Ende jedes Buches).׳ Daß übrigens auch hinsichtlich der alten Schriflabsätze (סי und פ׳) im Laufe der Zeiten durch ungelehrte Bibelabschreibet hie und da eine Unterlassung oder eine DerwechSlung derselben sich eingeschlichen haben mag, ist nicht ganz unwahrscheinlich*), indem die massorethischen Untenuchungen überhaupt am Ende deS neunten Jahrhunderts (jetziger Zeitrechnung) noch nicht endgiltig abgeschlossen waren und deS GeonaerS Saadia polemische Schrift gegen den Karaiten den Ascher so zeitlich verschwunden ist, daß schon MaimonideS sich geuöthigt sah, auS deS letztem Thora-Abschrift sein Derzeichniß der offenen und geschlossenen Lücken 1 (פ׳ סי) im Pentateuch zu entnehmen (s. dessen Ritualkoder ß ״von der Gesetzrolle" VIII. 4. und ff.) Resnmiren wir nun die Hauptergebnisse dieser theolo« gischen Untersuchung: 1. Esra ״der geübte Schriftgelehrte" (s. Esr. 7, 6. סופר מריר) und der erste der Männer der großen Synode (vgl. hierzu Nech. 10, 1—28) oder Synagoge (s. Mischna Tr. Aboth I. 1.), welcher nach einer talmudischen Traditien (.s. Tr. Megilla I. zu 9. und B. Tr. Synhedrin •'1, b. und 22, a.) die althebräiscke (בחב עברי) oder phönizische (כי ליבינאי) vielleicht vom Libanon) oder Keilschrift (ב רועץ) , d. i. die der samaritanischen M ü n z s ch r i f t in die geradere und schönere assyrische Quadratschrift (בי אשורי) umgewandelt hatte — fand in den ihm vimiegenOen wcoMzwen ecpuften, cie uvrigens ta..tjst sammelt waren, große soder ״offene" בסירוס und kleine soder ״eingeschloffene" סתומות] Absatzlücken, welche er wegen ihrer Wichtigkeit, die sie in Beziehung zu ihren Quellen-Urkunden haben, genau beibehielt. 2. Diese von Esra in Quadrarschrist geschriebene Thorarolle, — welche selbstverständlich ohne die viel später (zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert jetziger Zeitrechnung) durch die Massorethen-Schulen (בעלי תמסורת] eiugesnhrte Bokal-Accent- und sonst diakritischen Zeichen geschrieben war, — hat sich im Wesentlichen rein und unverfälscht m den Abschriften der synagogalen Thorarollen bis ans unsere Zeit erhalten. 3. Die offenen Absähe s'O] zwischen den alten Abschnitten (פסקות) eines biblischen Buches weisen auf die einzelnen Schriftrollen hin, woraus dasselbe zusammengetragen ist, und kann darum ein und derselbe geschichtliche oder gesetzliche Inhalt in mehreren solchen Abschnitten zu irgend einem Zwecke Vorkommen. 4. Die eingeschlossenen Absätze (סי] dagegen weisen auf einen neuen Inhalt der darauffolgenden Abschnitte hin, die aber aus einer und derselben ursprünglichen Echriftrolle gestanden haben. 5. Auf diese alten Absätze [V und סי] im Urterte der heiligen Schriften haben unsere Schristgelehrten — seit EsraS Zeiten — die Eintheilung der verschiedenen Abschnitte |סדרים .פרשיות] behufs der sabbathlichen Bibelvorle, jungen (aus •תנץ) und sonstiger gottesdienstlicher Vorträg- ’) Unterlassung vielleicht im I. vor c. 29. und 33. und im III. *or 7. 2 (und etwa uoch vor 23. 39). Verwechslung vielleicht (סי statt D) vor II. 32, 18. — Vgl. auch hebr. die Glossen ,u dem Maimo. »idischeu Derzeichuisse der Thora.Absätz« und die Gutachten von dem GeonLer Zemach b. Ehajim (angeführt in Grätz'» jüdischer Geschichte V. Not, 23. Sn». 2.) 7or mit Recht gegründet; indeß die jetzige Kapitel-Eintheilu u g erst der (christlichen) lateinischen Ueberfetzung der Bibel (Vulgata) entliehen wurde und eine sehr willkürliche, ja öfters grundfalsche ist. Lo rrespon-enz. Ausland. L Aew-Bork, 8. September. Die deutsche Gemeinde ״Ansche Ehesedhat dem den Leiern de» ״Ben Ehananja* rühmlichst bekannte, Dr. M. M irlz jener, früher ReligiouSlehrer io Kopenhagen, da» Radbiner» und Predigerawt übertragen. Herr Dr. Mielziuer tritt sein Amt noch vor den Feiertagen an und t)ält nächsten Sabdatb seine ZnstallationSrrde. — Die letzte Woche vor dem Neujahrsfeste wird stet» mit Synagogeneinweihungen auSgejüllt, die gewöhnlich mit großem Pomp gefeiert werden. Dienstag, den 14. d. M. wird die neue Synagoge der Gemeinde ״B'ne Zeschurun" durch e«u Prediger der Gemeinde, Herrn Dr. Raphall, eingcweiht werden. Dir liturgische Seite wird der Kantor Krawer mit Cbor und Instrumentalbegleitung leiten. Inland. Wien, 26. September. Unter der Aufschrift: ״Landeschef und Wunderrabbi" bringt die hier erscheinende ״Debatte" folgende Notiz: Das kleine Städtchen Sadagura in der Bukowina ist bekauuitlch die Residenz jenes Wunder-Rabbi, welche» die Juden au» Galizien, Aongreßpolen, Rußland, den Donausürstrnlhümern und anderen Ländern gleich einem Heiligen verehren. Kürzlich handelte e» sich nun darum, in Sadagura eine jüdisch-deutsche Volksschule zu errichten. Der LandeSchcf der Bukowina, Gras Amadö. traf gelegentlich einer Jnipektionsreise in Sadagura ein. in der Meinung, daß dir beabsichtigte Errichtung der Volksschule bei Niemandcu eine ausgiebigere Unterstützung finden könne, als bei den, immens reicht״ Rabbi, ließ er Liescu behufs einer Besprechung zu sich bitten. Im Palais des Rabbi enrstand große Aufregung. Die Kroujuriste», d. h. die Lcib-Ehassidim des Rabbi traten zu einer .nonseren, zuiammen, in welcher ilundenlang die Frage erörtert wurde, ob der Sinladiing des LandeSchefS Folge zu leisten sei oder nicht. Endlich cnllchieb man sich dahin, daß der Rabbi wol z»m LandeSches gehen solle, aber mit dem bestimmten Vorsätze — ihn fühlen zu lassen daß er nicht würdig sei, einen solchen Heiligen von Angesicht zu Ange» sicht zu schauen. In seiner Prachikaroffc fuhr der Rabbi bei dem Landeschef vor: die ganze Judcnschast Sadagura» war auf den Beinen, um die Wunder zu sehen, welche der j idische Rabbi an Lem chrrstlichru LandeSches üben werde. Unser Rabbi handelte genau uach dem Beschluffc ferner Ehaffidim; er blickte den LandeSches nicht an, er brautwertete den Gruß desselben nicht. und ließ überhaupt kein Wort au« sich herausbringen. Der LandeSches sah sich veranlaßt, ihn als blöde zu entlassen. Die Anhänger de« Rabbi aber versichern, der Landeschef habe sich demselben zu Füßen geworfen und ihm seine Verehrung bezeigt. kl. Pest, 29. September. Dir Ersatzwahlen für jene Vorstände unserer Gemeinde, welche die Wahl abgelehn» haben, find am 25. d. M. vorgenommen und beendet worden. Zum Präses wurde Herr 3. Lü ayi, zum Kultusvorstaud Herr S. Deutsch und zum K-ffavorstaud Herr I. Z. Koben gewählt. Unser Vorstand bestehe ivnach deute au» sotgenden Mitgliedern: Z. Länyi, Prase»; S. Deutsch, KultuSvorüaud; Sal. Herz, WohlthätigkeitSsekiiou; 3guaz Leopold, ökonomische Sek« tioo-, Phil. Holitscher, Schulsektion; 3. I. Kohen, Kaffavorstaod. Wir oft ich Zhnen noch von neuen Wahlen zu berichten haben werde; hängt davon ab, ob die Herren Vorsteher die auf sie gefallene Wahl ablehnen werden. Hoffentlich geschieht die» nicht mehr. Denn soll dir Gemeinde von dem drückenden Provisorium nun endlich «mmal de. freit werden, darf die« auch nicht mehr geschehen! K. TemeSvar, 24. September. Noch von den bewältigenden Eindrücken der Einweihung unsere« prachtvollen Gotte-Hause- und der gottesdienstlichen Feier au den eben abgelaufeoen NeujahrStagen erfüllt, wird e« mir kaum gelicgtu» rin klare» Bild, eine ruhige DarÜrNnudieser böhero weihevollen Stunden zu kiefern. Vor allem ist e« da» Mei» sterwerk selbst, wie e« dieser Tempel darstellt, der eine Lee vorzüglich- Ara Zierden drr hieflgen Stadt bildet und der noch den späteste» Ge-

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