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Ben Chananja · 1865-10-04 · 40 (4.10.1865) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
40 (4.10.1865)
Date
1865-10-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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703 704 den (Mose) Raum zu gebe«, nachzudenken (und zu unterscheiden) zwischen eiuem und dem andern Abschnitte und vod zwischen einem und dem andern Inhalt"; indem nach unserer Ansicht die erstern פרשיות durch פתוחות und die letzteren (ענינים) durch סתומות von einander getrennt sind. Deshalb erklärten sie auch eine Gesetzrolle (ספר תורח), worin eine Verwechslung dieser verschiedenen Absätze vorkommt — gerade wie bei einer sinnstörenden Verwechslung von Buchstaben (אותיות), ober wie bei einer, die dich» terische Schreib- und ursprüngliche Rezitaliovsweise entstellenden Abänderung biblischer Gesänge (שירות) — für unbrauchbar (יגנזו s. Talmud B. Tr. Sabbath 103, b.), waö nach MaimonideS Nitnalkoder (״von der Thora-Rolle" VBI, 3.) sogar nicht mehr zu verbessern ist (s. daselbst den Kommentar von R. Zoses Karo). Dagegen wird beim Schreiben dieses synagogalev UrlertcS auf eine VerSabtheilung (פסוקים) gar keine Rücksicht genommen, weil deren jetziges Kennzeichen (?סוף פסו) neben den andern Accent (מעמים) und Vokalzeichen (לקורות) viel spater durch die Masiorethen eingeführt wurde, wenn auch die Bctonungs- und Lcseweise der heil. Schriften schon früher durch mündliche Uebcrliefernn gen (מסרת) bekannt gewesen sein mochte (vgl. hierzu Talmud B. Tr. Nedarim 37, b). Darum dürfen diese Nebcnzcichen in den, den Urtect in seiner ursprünglichen Form erhaltenen S v n a g o g e nr o l l e n gar nicht verzeichnet werden (s. Zore Dea 274, 7. und hrbr. NachmanideS Rcsponjum). — ES konnte sich darum auch hinsichtlich der nicht ursprünglichen Abtheilung der biblischen Verse ein vcrsch!ebener UsuS herauSbildeu, waS bei den uralten Schriftabsätzen (סי und ס׳) keineswegs der Fall ist. So mußte wol ehemals bei den syuagogalen Thora-Vorlesungen in P a la st i n a (במערבא) innerhalb eines dreijährigen En kl u S (s. Talmud B. Tr. Megilla 29, b.) mancher uusercr jetzigen Verse in mehrere abgethcilt werden (vgl. Talmud B. Tr. Kidduschiu 103, b. und Nedar׳m 38, a. zu II. .^1. 19, 9.); weil sonst mehrere der nach der Massorah sam Ende der Bamberg'schcn Ausgabe der gr. Bibel (מהראות גר;דית) zu sindendeu 154 Sabbarhabswnitlc (סלרים) nicht die erforderliche Anzahl von drei Versen für jeden der den 7 Wochentagen entsprechenden sieben Aufzurnfenden, also zusammen von 21 Versen für eine sabbathliche Vorlejung enthalten hätte — wie z. B. der 8. 12. 16. 21. von den 43 Sedarim im ersten Jahrgange; indem damals an den ausgezeichneten Sabbathen, sowie an allen Festtagen die Vorlesungen der fortlaufenden Abschnitte unterbrochen wurde (מפסיקין Mischna Tr. Megilla BI, 4. und 5; und Gemara Jernschalmi dazu, B. 30, b.); dann die Sedarim 77. 83. 85. 93. auö dem zweiten Jahrgang, in welchem das II. und Bl. B. M. verlesen wurde; endlich die Sedarim 105. 116. 121. 141. 145. 152. auS dem dritten Jahrgang, in welchem daS IV. und V. B. M. verlesen wurde. — AuS diesen (palästinäischen) kürzeren Versen ging auch der sonderbar scheinende Umstand hervor, daß hie und da alte Schriftabsätze mitten in unseren längeren Versen [פסקא באמצע הפסוק] Vorkommen; da bei dieser spätem Veröabtheilnng (national) hagadische Deutungen vom Einflüsse waren. Ein ähnlicher dreijähriger CyklnS der sabbathlichen gottesdienstlichen Vorträge mag ehedem auch für die prose tischen Sch r isten (נביאים) bestanden haben, welche Vorträge mit dem Mussaphgebete verbunden waren*) *) Dgl. hierüber Mischna Tr. Megilla IV, 5. המפטיר בנביא הוא פורס את שמע ,והוא עובר לפני התיבה, mit den Glossen (תוספות), vgl. R. Jowlod Heller hierzu, was sich eben auf Kaddlsch und Barechu für die erst znm Mussapbgebet in die Synagoge Grkow» «eueu bezieht; nnd schein» den späteren Talmudisten, in deren Zeit dir und wobei die bei unserenauSzüglichen Schlnßvorlesun, gen (הפטרות) noch üblichen Vor, und Nach-SegenSsprüche (מרבית) angeordnet wurden. Ein gleicher CykluS hat wol auch für die gottesdienstlichen Vorträge auS den hagiographischen Schriften (כתזבים) bestanden, welche in der Regel allsabbathlich vor dem Mincha-Gebet") staltfanden, und findet sich der hierauf bezügliche Segenösprnch [בא״י אמ״ה אקב״ו לקרא בבתמי קרש] noch (i. d. kl. Tr. Sopherim 14, 4.) vor. Für alle diese gottesdienstlichen Vorträge waren die überlieferten (massorcthischen) Ordnungen (סררים) welche sich auf die uralten Schristabsätze (פסקחוה) gründeten, allein maßgebend. WaS jedoch die jetzige Eintheilung der Mosaischen, wie der übrigen biblischen, Bücher in sogenannte Kapitel anlangt, so ist dieselbe, weil bei dem erste» Abdruck der heiligen Schriften daS obenerwähnte Massorethische Verzeichniß noch nicht wieder aufgefunden worden war — der chri stlichen Eintheilung durch den Kirchenvater HieronimuS (im vierten Jahrhundert jetziger Zeitrechnung lebend) in dessen lateinischer Uebcrsetzung der heil. Schrift (Anfangs Itala genannt, woraus sich später die ganze Bibelübersetzung fürs Volk, daher Vulgata genannt, ergänzte) nachgeahmt (s. Abravanelö Einleitung zu der heiligen Schrift) und öfters j grundfalsch geordnet; indem manche Kapitel so beginnen oder j schließen, wie dies tit Gemäßheit der uralten syuagogalen , Absätze (פסקיח) und der mafsvrethischen Ordnungen (סררים)! sowie ihres Inhalts gar nicht Platz greisen kann. Deshalb I berücksichtigt unsere Eintheilung der Thora in 54 Ab sch n i t te! (פרשיות) für den einjährigen CyklnS der sabbathlichen i Vorlesungen diese christliche Kapitel-Eintheilung gar nicht, 1 sondern hält sich einzig und allein an die uralten Schriftj absätzcn (פתירות וסתימות) mit der einzigen Ausnahme! der Paraschah Vajchi, waS von dem Massorah-Midrasch in! seiner Wei'e gedeutet wird.! So beginnt gleich das zweite hieronymische Kapitel; vom I. B. Mos. um drei Verse zu früh, bevor nämlich '■ die erste oder allgemeine Schöpfungsgeschichte abgeschlossen i ist, wie dies schon auS dem bloS göttlichen Beinamen איתים] ן] resultirk, inde S in der z,veiten Schöpfungsgeschichte von der besonder» Bildung des ersten MenschenpaareS jenem! Beinamen auch der Eigennamen Gottes ['"'] stets voran- I geht (vgl. hierzu die Erläuterungen Nr. 9 in meinem rcli-! gionösilosofischen Werke). Umgekehrt beginnt das 53. Kapitel im Buche Jesaja um drei Verse zu spät, d. i. mit [מי תאמי anstatt mit הנה י שסי ל, »veil man mittelst dieser AuSeinanderreißung deö innigsten Zusammenhanges der prosetischen Rede die chri st l i ch-me ssi attischen De »tungen daraus bauen wollte, nach welcher die Worte deö jetztgen 53. Kapitels fälschlich dem angeblich verkannten Messias in den Mund gelegt worden; während sie doch — dem uralten Zusammenhänge »nil den drei vorangehenden Versen zufolge — von jenen ״Völkern und deren Fürsten" (dereinst) gesprochen werden sollten, die bis dahin Jiörael ״den Knecht Gottesעבר יה) ״ vgl. hierzu ds. o. 43. 10 und 11; sowie Nr. 25 im ersten Hefte und die Erklärungen 47. 48. und 52 im zweiten Hefte meines religionSfilosofischen Werkes) schändlich gewartet und herabgewürdigt haben und nunmehr über die wunderbare Hilfe GotteS erstaunt sind, nachdem sie endlich durch den langen und opfervollen Kampf deS Monotheismus JiöraelS gegen die heidnischen Priakursorischen Borlesnuge» (סררה) aus den Profit«» und Hagiographeu nicht mehr üblich waren, das Perstandniß dieser alten Mlschua abhanden gekommen zu sein. ") Vgl. hierzu Talmud B. Tr. Ssbbath 116, b. בנהררעא פסקו סררא בכתובים במגחחא רשבתא ®i! Nascht- *mmatw nebst den dazu gehörigen Glossen (תוספות) von R. Jakob Tom das. 24, a. aub voc. שאלמלא und Tr. Megilla 21, &. 8ub voc. אין).

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