Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 40 (4.10.1865)
- Date
- 1865-10-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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701 Vorschriften über Peßach und Matzoth in der Sidra 80 rc. rc. oder eine vud dieselbe geschichtliche Mittheikung, wie z. B. die erste und die zweite Schöpfungsgeschichte, sowie die oben angeführten Data rc. rc. niemals innerhalb einer und derselden ursprünglichen Schriftrolle, deren Scheidung der jetzige Urteil durch eine Pethncha (סי) am Anfänge und am Ende bekundet, vorkömmt. Daß jedoch in der ersten SchöpfungS« geschickte die einzelnen Tage (-Perioden) durch offene ('O), anstatt eingeschlossene (סי) Absätze von einander getrennt sind, mag darin seinen Grund finden, weil dieselben große, durch immer neue Erdevolutionen von einander geschiedene Zeiträume bedeuten (vgl. hierzu meine religionSfilosofischen Erläukerungen Nr. 7), und MoseS, welcher die SchöpfnngSgeschichte wie die sonstigen Sagen aus der Urzeit nebst der Patriarchcngeschichte in der Genesis sammelte und niederschrieb, die betreffenden Urkunden (etwa auf egyprischen Papyrus-Sckilfl so vorfand.*) Ebenso mag die סתוהה nach dem dritten Satze im Dekalog (II. M. 26, vor V. 8.) — wofür jedoch im Deuteronomium (5. vor V. 12) eine סתוכיה sich befindet — die Vertheilung der betreffenden Sätze ans die zwei BundeStafeln [1שני לרהרר־! ר־.בריר! (s. ds. V. 19.) andcnten, waS im Verhältniß zu der Anzahl von Wörtern und Buchstaben jedenfalls angemessener ist, als wenn man die zweite BundcStafel nur die letzte» fünf kurzen Sätze enthalten läßt! Wie nun dasWerk ספר — nach obiger Begründung — eine einzelne Schriftrolle bedeuten kann (vgl. hierzu l. M. 5, 1 und V. 21. 1 und 3. 29, 19. »ud 27. m. II. 24, 7; wo sich das ספר הפריח nothwendig nur ans den Inhalt von c. 20,!9 bis Ende c. 23. beziehen kann, siehe hierzu den Kommentar von Ibn Esra und רשב״ס), ebenso kann das Wort ,הורד eine einzelne Lehre, Unterweis» n g oder Mittbeiliing bedeuten, wie dies schon oben über die gleiche Benennung des Mosaisch - v ro se t i sch en GesangeS (•האזיני vgl. V. 31, 24 und 26; 32, 46. in. 31, 19. 22. 30.) auseinander gesetzt wurde. Ebenso beziehen jüdischc Ercgelen aus der früher» und jetzigen Zeit dieses Wort im V. 1, 5; 4, 8; 3t. 9. 11. 12. und 17, 18. 19. größkcntheilS aus das Deute ro n om i u in [דשנה הורה! (s. hierzu Abravanel und vgl. damit Mischna Tr. Sota VII, 8); indes Einige, wol fälschlich, hierunter sogar nur das delrefsende KönigSgesetz verstehen. Desgleichen beziehen sie diesen Ausdruck daselbst in e. 27. 3. 8. und 26. nur aus die 12 DundeSsiüche oder Beeidigungen [אלות| und etwa noch auf die darauffolgende Straf re de [■.הובהר | (s. hierzu HerrbeimerS deutschen Kommentar und vgl. ferner bas. 28, 61. und 29, 20. mit V. 28. und 30, 10. mit 31, 9.); da ja hinterdrein die Schriftrolle vom Mosaischen AbschiedSsegen ןוואת הברבהן folgt n. rc. Dagegen verdient die unsinnig» Hyperkritik mancher christlicher Bibelforscher, welche mit ihrem ziveischneidigen und zweideutigen LecilMesser 1־רב פיסיוחן gerne daS alte Testament zerstückeln möchten, während doch ihr neues Testament eine solche Behandlungsweise am allerwenigsten ertrüge, und denen zufolge die Lehre Mosiö erst in König JosiaS Zeiten unter etwaiger Mitwirkung seines profetischen Erziehers Jirmijah nicht bloö gesammelt, sondern zum Theile anch in ihrer Abfassung erst vollendet worden sei, wahrlich keine Widerlegung! Denn gar viele Schriftstellen auS der Geschichte früherer Zeiten, die wir hier bloS auS den Reichs büchern der ersten Profeten und den dazu gehörigen Parallelen der E bronik ziliren, beweisen geradezu das Gegentheil; als: Jos. 1, 7. 8; 8, 31. 32; 22, 5; 23, *1 Aus ähnlich,» Urs-chra findra sich sovsi «och hie uvd da offen, (D) Lücken zwischen Sätzen verschiedeoe» Inhalt« vor; da dir uksprüiigticheu Stoff,, woeauf diese Urkunden geschriehru wurden, sicher- (1$ nicht von gleicher Größe warrn. 703 6; 24, 26. sll. Sam. 7, 19.! I. Könige 2. 3. ll. K. 10, 31; 14. 6; 17, 9, 13. 34. 37; 21, 8; 23, 25; 31, 3. 4. l. Ehr. 22, 12; 16, 9. II. Ehr. 12, 1; 14, 3; 23, 18; 25, 4; 31, 3. 4. 21; 33, 8 ic.k. — Wie indeß die betreffende Schriftstelle (im II. K. 22, 8. und P. St. d. II. Ehr. 34, 14. und 15.), worauf jene Kritiker ihre Hypothese basiren, zu verstehen sei, daS haben die spanischjüdischen Eregeten und namentlich Kimchi (z. I. K. 8, S.) am besten erklärt. Unter den gottlosen Königen, die zwischen Chl'Skljah und Josia regierten, wurde bekanntlich der heil. Tempel und die göttliche Lehre (Thora) vernachlässigt, vcrwarfen und vergessen; gleichwie solches zwischen der Regierung Salomo'S und Assa'S (vgl. hierzu II. Ehr. 15, 3.) und mehr noch zwischen der Regierung JosaphatS und JehoaS (vgl. daselbst c. 21 und 22 mit Talmud B. Tr. Synhebri» 102, b.) der Fall war. Die von MoseS Hand (vgl. II. Ehr. 34, 14.) geschriebene Thora ׳Rolle (ספר הזרה) sei ehemals nach Vollendung deS Salomonischen Tempels gleich den zerbrochenen BundeStafeln (s. II. )1. 32, 19.) und anderweiten Heiligthümern auS der Mosaischen und Richterzeit (vgl. hierzu Talmud .1. Tr. Scbekalim VI. z. 1.) neben den von David für den zu erbauenden Tempel im Vorangeweihten Gegenständen anS Silber und Gold (s. I. K. 7, 51.) in den Schatzkammern deS Tempels aufbewahrt ,vorden: welche Gemächer jedoch während jener gottlosen Regierung gleichfalls zerfallen waren. Als darum der Hohepriester Chilkisa bei der Ausbesserung deS zerfallenen Tempels daS Silber anS den Schatzkammern hervorsuckte (!'. II. Ehr. 34, 14.), fand er entweder daselbst oder im Allerheiligsten neben der Dundeslade (vgl. hierzu V. M. 31, 26.) auch die Mofalsch e Ge setz rolle; und nach einer lalmndischen Tradilwn (vgl. oben Jeruschalmi mit 8. Tr. Joma 52, b.) war in derselben gerade die Stelle auS der Srrasrede Mösts vor seinem Tode (V. 28, 36.), worin die Wegführnng des jüdischen Königs voraus verkündigt ist. anfgeroklt (vgl. damit obige Bemerkung über diese Skrafrete), weshalb der König Josia so besorgt für die Zukunft seines Reiches war (s. II. K. 22, 16. und II. Ehr. 34, 24. und vgl. den dortigen Ausdruck האלוה mit V. M. 29, 11). Unsere allen Schristgelehrten haben sicherlich die W i chligkeil dieser nrailen Absätze im Urtene der Bibel (und resp. der Tbora) erkannt, weshalb sie anordneten, daß beim öffentlichen GolteSdicnste, wo jeder zur Thoravorlesung Aufgerufene nicht weniger als drei Verse — entsprechend der dreifachen Einlheiiung der heiligen Schriften (הנך) — vortrage» Durfte, diese Vorlesungen, wenn sie nicht bei den erwähnten Absätzen beginnen und schließen, mindestens drei Verse hinter einem solchen Absätze beginnen und drei Verse vor demselben schließen müssen, damit die inzwischen auS der Synagoge sich Entfernenden oder in dieselbe Eintretenden nicht zu der Meinung verleitet werde», als habe der, wel« cher vor ihrer Ankunft oder nach ihrem Austritte die Thora vorlaS, nur ein oder zwei Verse vorgetragen (s. Talmud 8. Tr. Megilla 21, a. und 22, b. und die RitualkodiceS hierüber), woraus folgt, daß eben diese allen Absätze von jeher daS Maß der gottesdienstlichen Bibelvorlesnug bestimmte» und zum nähern Derständniß derselben wesentlich gehörte». — Aber auch die verschiedene Bedeutung diesergroßen (D) und kleinen (ס־) Absätze im biblischen Urterte haben unsere alten Schristgelehrten wol geahnt, wenn sie sich auS dem oben angedeuteleu Grunde auch nicht so rationell darüber ausgesprochen haben. So heißt eS in der Baraitha (Siphra 1,9.) ausdrücklich:!הה היו הפסקות משמשות?(למשה ליחן ריוה להתבונן בין פרשה לפרשה .ובין ענין לענין ,Wozu dienen die Absätze in der Thora-um dem sie Vernehmen - 40*