Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 40 (4.10.1865)
- Date
- 1865-10-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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699 700 gange der Italläver za folgen, und ein Rabbknersemkoar nach ihrem Bedürfnisse zu gründen, wie für die Bedürfnisse der Orthodorie durch die erklusiven Talmndschuleo, besonders durch die öffentliche Schule zu Preßburg, gesorgt ist. Die Kosten, die eine solche Lehranstalt in Anspruch nähme, wären nicht gar bedeutend, sobald man, wie in Padua, nur absolvirte Obergymnasiasten ausnimmt, die ein MaturilätSzengniß vorzeigen, und sich in Betreff der speziell!üd. Gegenstände einer AufnahmSprüfung unterziehen. Da die Zöglinge den orthodoxen Gemeinden nicht aufgedrnngen werden sollen, so hätte die Orthodorie gegen ein solches Institut nichts einzuweudeu. Der Wetteifer zwischen der Preßburger Jeschiba und dem neuen, jedenfalls in Pest aufblühenden Seminar würde nur תיגיי wohlthärigen Folgen begleitet sein. Erster« müßte sich entschließen, der Gegenwart manche Kon- Zessionen zu machen; zum Beispiele die Konjngativn der hebräischen Zeitwörter und die Geografie von Palästina mit Inbegriff der nördlichen Lage des Libanons* *) lehren zu lassen, und nach Verlauf einiger Jahre vielleicht arrch zuzugeben, daß der bisher für infallibel gehaltene Chatam Soser > nicht frei sei von den Kundgebungen kindischer Ignoranz und bornirten Fanatismus. Allein trotz dieser günstigen Konstcllation ist der gegenwärtige Augenblick nichtSweniger als geeignet, den in Rede stehenden Plan zu realifireu, oder auch nur einer weitern Diskussion zu unterziehen. Die meisten Gemeinden haben mit so drückenden Finanzkalamitäten zu kämpfen, daß ihnen nickt zugemuthet werden kann, neue Lasten zu übernehmen. (Fortsetzung folgt.) Acker die Wichtiakeit und verschiedene Bedeutung der uralten großen (פתוחות) und kleinen (גסתומות Äk siche im Urterte der heil. Schriften.*) Bon Dr. Hochstädt-e. BeziiksrabbiNtr *11 Bat (5ms. (Schlu ß.) Ebenso finden wir zwischen der ersten (V. äl. 0. 1 bis c. 4, 40.) und zweiten (ds. c. 5 bis c. 11, 25.) Abschiedsrede MosiS die Mittheilung von der Einrichtung dreier oftjardenischer Freistädte (ערי נלקלט) durch Mose (ds. 4, 41 bis 49. vgl. dagegen Jos. 20, 8.); indcß die Anordnung, daß auch aus der westjardenischen Seite Freistädte zu errichten seien, erst später (e. 19, 1—10.) folgt. Der sonst so geradsinnige Bibelerllärcr R. Samuel beu Mcir versucht zwar, diese Unterbrechung moralisch-religiöser Reden zu rechtfertigen, jedoch ziemlich gezwungen. Wir könnten dergleichen In- Versionen in der Bibel noch viele Nachweisen, wenn eö der Raum dieser Blätter gestatten würde. — Sie Alle mit der nichts erklärenden DeutungSrcgel (.אין מוקדם ומאוחר) rechtfertigen zu wollen, daö ließe sich höchstens für den Sammler einzelner Schristrollen, aber keineswegs für den Verfasser eineö in sich abgeschlossenen Buches anwenden.**) ') Herr Nehem. Brüll mach! uns darauf aufmerksam. daß H-s. Schwarz in seinem Teduath Ha-Arez S. 1 rinru ״Gaou* tadelt, ia-ffincr Erklärung der palästineiisilchcn Vrenzeu im Buche Zvsua bin. Libanon in den Süden verlegte. Herr Br. glaubt, dieser Gaoa /rinnst. Anderer. als K. Elia« v. Wilua. (Da« Werk צורת הארץ ‘ff'prf- ותבנית (Sklow. 1802) ist uur nicht zugänglich׳, vielleicht iß '(Ul, onserer Freunde iu der Lage, un« dasselbe zu verschasseu. Red.) *) S. die vor. Nummer. **) Noch weit stärker, als die erwihute Regel, widerspricht einer in stch voNevder sein sollenden Abfassung die ebenfakl« talmudische An« »ahs,: (עירו3 פרשיות מתי2 2^ן) .daß iu den mosaischen Recht«. Alle diese Schwierigkeiten lösen sich mit einem Male, wenn maa — mittelst der von mir entdeckten Bedeutung des offenen Absatzes (פתוחה), welcher auf eine besondere Urkundenquelle, und der e i n g e s ch l o s s e n e u L ü cke (סתומה), welche auf einen andern Inhalt hinweist — bei deu Mofalschen, wie bei allen biblischen Schriften, zwischen den ein-;einen nacheinander entstandenen Schriftrollen und deren spätere Zusammenfassung in ein Buch zu unterscheiden weiß.*) Wir schlagen damit zugleich die für die Heiligkeit und Einheit der Lehre MosiS äußerst schädlichen Hypothesen christlicher Kritiker und deren jüdischen Nachfchreiber — von welchen bekanntlich Einige (wie Eichhorn rc. **) zwei, und Einige (wie Ewald rc.) sogar vier Verfasser der Genesis allein annehmen u. dgl. m.; und wobei nicht bloS ganze Sätze und Erzählungen, .sondern auch einzelne Verse willkürlich zerstückelt werden, (vgl. dagegen HävernickS Einleitnng zum Pentateuch) — völlig nieder. Denn nach unserer Annahme entstammen die betreffenden Urkunden der Thora einer und derselben Wurzel, fließen ans einer und derselben Geistcsquelle, wenn auch die vormosaischen mündlich überlieferten Sagen und Geschichten, sowie die durch nud von Mose gesprochenen Lehren und Gesetze hie und da wiederholentlich in verschiedene schriftliche Formen gegossen wurden, deren einheitlicher religiöser und moralischer Inhalt aber von ihrer Göttlichkeit zeugt (אלו ואלו דברי אלקים חיים). Und noch ganz andere Schwierigkeiten lassen sich durch diese entdeckte Bedeutung der uralten Schriftabsätze ('0 und פ׳) im denkglaubigcn — d. h. nicht im kritisch zerstörenden — Sinne lösen, wie z. D. die Gegenseitigkeit der Mittheilungen im II. M. Kap. 23, 20 bis 25. zu Kap. 33, 1 bis 11., auf welche letztere Stelle die dicSfallfige Bitte MosiS folgt, was bei der ersten Stelle noch nicht geschieht. Hierüber hat bekanntlich der diplomatische Ercget Abravanel, der sonst vor keiner biblischen Schwierigkeit zurückschreckt, ein eigenes Buch (עטרת וקנים) geschrieben, welches dennoch, wie dies auch schon Mendelssohn in seinem hebräischen Kommentar zur ersten Stelle bemerkt, keineswegs befriedigt. Ebenso dürste die damit zusammenhängende Wiederholung der drei damals bloö läntlich-volksthümlicheu Feste (שלש רגלים c. 23 und 34) mit dem jedes mal am Ende angefügten Verbote נדי בחלב אמו) לא תבשל) u. ogl. m. durch ein solches Verständniß der Absätze im Urterte die beste Erledigung finden, waö wir hier nur im Vorübergehen berühren wollten. Denn daß sowol einzelne Ereignisse, als auch viele Gesetze iu den Mosaischen Schriften oft und sogar in einem und demselben Buche wiederholt werden, ist eine bekannte Erscheinung, welche dem Talmud und dem Rabbiniömus zu mancherlei Erörterungen — auf Grund der biblischcn Hermeneutik (מרות), für welche Hillel I. 7, R. JiSmael 13, R. Jose der Galiläer 32 Denkungöregrln aufstellten — Veranlassung gab. Man kann sich aber überzeugen, daß ein nud dasselbe Gesetz, wie z. B. die mehrmaligen lkhrrn 1פ, משפטימ) gewisse Aussprüche von der idnen gebührenden Stelle «nirückr und mit einer andern Srelle vermischt worden seien (s. T. ö. Tr. Synbedrin 2. b. und BJtamoa 7, a. mit Raschi« Kom« mentar)- was zwar R. Simsou de Chinoa (iu seinem ספר בריתות Edition Dervua 67. b.) zu mildern sucht. ') Drgt. birrzu die weiter unten angeführte Stelle au« dem Siphra (I. S.) über dir Lücken zwischen dem einen und dem andern Abschnitt (פרשה) oder Inhalt (עמן); weshalb auch der Talmud dir obeuerwähnir Jnvrrsionsreget (אין מוקרם ומאוחר) uur der verschiedenem Inhal», aber nicht innerhalb deSseldrn Inhalts lbezeichaer durch ם׳.0 ס׳] gelten läßt (אבל בחד ענינא .מאי רמוקרם מוקרם 8) (ימאי המאוחר מאוחר. T. Pcß-chiw a. b. mir Raschi« Ko«. mentar). **) Man vergleiche gegen diese Redaktions-Hypothese, von der Verschiedenheit der gättlichen Namen (י׳*י אלהים) meine Erläuterung Nr. 5 im II. Hrstr meine« religionsfilosofischrn Werkes.