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Ben Chananja · 1865-09-27 · 39 (27.9.1865) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
39 (27.9.1865)
Date
1865-09-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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m Andeutung qtmadbt fjatte — für den denkgläubigen Jsrae- Kirn 11nD für jrdro trnften Forscher in den heiligen Schriften wol auch einiges Interesse haben. Rücksichtlick der Profeten (נביאים) und Hagiographen (כחוביש) gibt selbst der Talmud (B. Traktat B. Balhra 14. und 15.1 zu, daß mehrere dieser Schnften nicht von ihren eigentlichen Verfassern, sondern erst von späteren schriftgelehrten Sammlern zusammengetrageu wurden, waS man bei den Schrifturkunden deS AlterthumS überhaupt onzuneh, men berechtigt sein dürste, ohne daß ste deshalb an ihrem höhern Werche und beziehungsweise an ihrer Heiligkeit im Geringsten etwas einbüßen wülden. — Wenn nun der Talmud aus besonderer Scheu vor dem elften und heiligsten Grund» buche (.תורח משר), worauf er seine Traditionen (הלכות), seine Gesetzdeutungen (דרשות) und seine Anlehnungsweisen, Ableitungen (אס כתית) religiöser Bräuche gründet — gegenüber einem leichtfertigen Volke — die völlige Sammlung der Thora dem Moses selbst zuschreibt und in midraschartiger Welse denselben sogar die letzten acht Verse (d. V. d.), worin dessen Tod berichtet wird, gleichsam mir Thränen selbst schreiben läßt; wenn er sich da»um gedrungen fühlt, die Echrisistelle (s. V. M. 31, 24.) anstatt auf die Schriftrolle (ססר, gleichbedeutend dem späthebräischeu Worte מנלה , vrgl. hiezu Jerem. 36, 2. r. Jes. 34, 4.) auf den prosetischen Abschieds ge sang (שירת האזינו), aus welchen dieselbe sich augenscheinlich bezieht (vrgl. hierzu die vorangehenden Verse V. IV!. 31, 19—22 und den SchlußverS 30 mit dem II. Targnm Jeruschalmi zu Vers 24, שסר אוריתא) — auf die ganze Lehre Mosiö anzuwenden: so׳ darf dies den denkgläubigen Bibelforscher doch nicht adhalten, der einfachen Bedeutung (פשט) deS SchriftterkeS zu folgen, um daraus anderweitige für das Verständniß der heiligen Schriften und der in ihnen enthaltenen religiösen Wahrheiten »nd geschichrlicheu Berichte bedeutsame Ergebniste zn folgern. UebrigenS ränmt auch der Talmud (Sabb. N5, b. 116, a.) ein, daß der mit umgekehrten Nun-Zeichen im Urterte deö Pentateuchs (IV. 16, 35 und 36) eingeklammrrte Zug« und Lager-Segen nicht an seinem, dem geschichl< lichen Zusammenhaltge zufolge geeigneten, Platze steht, sondekn hinter der Lagerordnung (nach VerS 28, vrgl. hierzu NaschiS Kommentar) hätte stehen sollen. — AlS Ursache dieser Inversion erklären daselbst die Schristgelehrten (רבק), weil daö erwähnte Zug« und Lagergebet ein eigenes Buch der Thora bildete; so daß dieselbe ehemals auS sieden Büchern bestanden habe, indem daS jetzige IV. Buch (Nunaeri בפרבר) in drei Bücher zerfiel (vrgl. hierzu Ra!ch1ö Kommentar), welche Behauptung dieselben an die Schriftstelle Spr. 9. 1 anlehnen. — ES versteht sich wol von selbst, daß der Talmud jene beiden Verse allein nicht als ein den übrigen sechs ebenbürtiges Buch betrachtete, sondern daß diese Verse bloß den Anfang seines besoudern BucheS btldetrn, daS wir nicht mehr besitzen. Waö nun der weitere Inhalt dieses Buches gewesen sein mochte, dürfte in Folge jener Ueberschrift auS einer andern Stelle in den Mo» saischrn Schriften zu enträthseln sein. Wir meinen daS »Buch der Kriege fzur Ehre) GotteS" (ספר מלרפות רי), auf welches (IV 21, 14) beim SiegeSgesang nach der Eroberung der ostjardrnischen Gebiete auSb,ücklich hingewiesen wird und daS wir ebenfalls nicht mehr besitzen. Darin waren wahrscheinllch nicht our (wie das. 33, 1—49) die Zug« und Lagerplätze auS der vierzigjährigen Wanderung .der Kinder Israels, sondern auch die KriegSereignifse vnd die dazu gehörigen S i e g e S l i e d e r rc. rc. ausgezeichnet, (vrgl. z. St. 11. Targum J. mit )da EsraS und Meudelöt sohnS Kommentar). Dieses Buch wurde von MoseS begönnen und sicherlich von dessen Jünger Iofua bei den! westjardenischen Schlachten fortgesetzt, indem auch hier nach s einem bedeutenden Siege auf ein Buch der StegeSlieder (ססר הישר Jos. 10, 13.) bingewiesen wird, daS wir ebenfalls nicht mehr besitzen. Auch der Talmud (Berach. 54. b.) scheint dieser Annahme zu huldigen, wenn er seiner hagadischrn Deutung des Mosaischen Sepher ha-milchamoth unmittelbar die hagadtsche Wnnderschilderung von jenem Siege JosuaS (8ub voce אלנביש) anrelhet, wobei daS Sepher ha-jaschar erwähnt wird. Dieses Buch der KriegSereigvisse und Lieder war auch noch in Davids Zeiten vorhauden und biS dahin fortgesetzt worden, indem derselbe vor seinem Trauerllede über die Schlacht, worin Saul und Jonathan umkamen, ausdrücklich darauf hinweist (s. II. Sam. 1, 18 und vrgl. das. zu dem Worte קשת JohlsohnS beut« scheu Kommentar). Auch hier dürfte die Aneinandereihung der erwähnten drei Schlachtlieder und der dazu gehö« rigen hagadischrn Deutungen un Talmud (ck. Tr. Sota 1. z. 10 und B. Tr. Alilim 24 und 25) diese Annahme bestätigen. Wir wollen unö bei dieser Gelegenheit nicht auf eine kritische Untersuchung über die ralmudische Kontroverse (B. Dalbra 14, a.) einlassen, ob die Mosaische Gesetzrolle C'CD תורה) an der Seile der Bundeslade (s. V. >1. 31, 26.) oder innerhalb derselben aufbewahrt wurde, und in wiefern letztere Behauptung mit dem gegentheiligen Berichte der Bibel (s. I. Könige. 8, 9. und Paraüelstelle im II. Ehr. 5, 10.) sich vereinbaren läßt (vrgl. hierbei GersonideS und KimchiS Kommentar). Allein so viel dürfte man immerhin aus obiger AuSeinandersetzung schließen, daß auch bei den Mosaischen Schriflen — gleich wie bei den prosetischen und hagiographischen — zwischen der Zeit der Abfassung der einzelnen Schriftrollen und jener der Zusammentragung derselben in ein oder mehrere Bücher zu unterscheiden sei. — 3)0(p wir wollen VaS noch näher begründen. Talmud und RabbiniSmuS nehmen nicht blos bei dem obenerwähnten Mosaischen ״Zug- und Lagergebete" eine Inversion an, die sie noch zu rechtfertigen suchen; sondern sie sehen sich auch sonst noch gedrungen, eine DeulungS, regel (מרה ל״ב רר־ יוסי הגלילי) auszustellen, wonach in der Thora wie in der ganzen Bibel, als eigentlichem ReligionSbuche, keine geschichtliche Ordnungsfolge bet deren Mitrheilungen stallfindet!" (אין מוקדם ופאיריר בתורת) So behauptet z. B. die talmudische Chronik der Bibel, (סדר עולם ״ (רבה סרק דdaß — da die Einrichtung deö Opferkultus erst die Folge vom Rückfall deö auS der Sklaverei gekommenen gemeinen DolkeS in den ägyptischen (Aptez=zbiV) Bilderdienst war *) — die Anordnung zum Baue der hei!!- gen Wohnung nach der Geschichte vom ״goldenen Kalbe" geschehen sei;" also die Kap. 25—31, (17) erst hinter Kap. 31, (18) bis Ende deS Kap. 34, im II. B. M. stehen sollten (s. RaschiS Kommentar hierüber). — So behauplen auch mehrere Talmukisten (in der Mechilta zu Sibra Bö 3. und in der Gemara B. Tr. Joma 4 a und b. vrgl. damit Tr. Sabbath 66, b. ff.), daß die Mittheilung im II. B. M. 24, 1—11. und nach Einigen (vrgl. hierzu RaschiS Kommentar) auch die weitere Mittheilung bis Ende des Kapitels vor der Offenbarung der 10 Sinaiworte statt hatte, also hinterm 19. oder mindestens 20. Kapitel stehen sollte; und — merkwürdig genug —beginnt auch diese IN- Version gleich der vorerwähnten [ויתן] (f. m. oben zitirtk Erläuterung) mit einem subjektivlosen Zeitworte!אמד). - (S ch l u ß f 0 l g 1.) *) Wir dir« in mciiun «rrligionisilvststschrn Qrl&ulmingti* Nr. 64 ni*1t erörtert ist.;

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