Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1865-09-27 · 39 (27.9.1865) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
39 (27.9.1865)
Date
1865-09-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2542917-2543219-2543259--4418-2548392
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

68ö selben geschehen ist. Zn einer solche» absurden Forderung hat sich aber meine- Wissen- Niemand verstiegen! Ob die Dima auch in anderen Synagogen deS AllerrhumS in der Mille errichtet war, dürfte aus den Quellen schwerlich zu ermitteln sein; historisch gewiß ist eS aber, daß trotz der harten Bedrängnisse, welche die Juden in Alerandrien unter dem römischen Kaiser CajuS Caligula erfuhren, sich dennoch auch in späterer Zeit und zwar daS ganze Mit» telalter hindurch eine jüdische Gemeinde daselbst erhielt. Im Jahre 341 wurden die alerandrinischen Juden in den Bür, gerkrieg zwischen den Katholiken und Arianern mit hinein» gezogen. Der arabische Feldherr Amru fand 640 nicht weuiger als 40,000 Juden in Alerandrien. Hier ließ sich der berühmte MaimouideS nieder, als er in Aegvpten einwauderte (1165); später übersiedelle er nach Fostat oder Alt» kahira. MaiuionikeS ist nun der erste Schristgrlehrte, wel» cher den akeraudrinischeo UsnS zur Norm erhebt, indem er in seinem Grsetzbuche vorschreibt, daß die Dima in der Mitte der Synagoge errichtet werde"). Wiewol nun MaimouideS bei den orientalischen Juden noch in höherem Ansehen stand, alS bei den occidentalischeu, so blieb doch seine Vorschrift in den orientalischen Synagogen unbeachtet. Sein berühmtester Gloffaior, R. Joses Karo (gest. 1575) erklärt unumwunden, daß die Position der Dima nach der au- Ort und Zeit hervorgeheuden Opportunität zu bestimmen sei, und daß dir Maimonidische Vorschrift keine obligatorische Kraft habe "). In den Synagogen, welche R. Josef Karo bekannt waren, beiand sich die Dima am äußersten Ende der Syuagoo.e. Diese Einrichtung hat ihr Entstehen wahrscheinlich dem Umstande zu verdanken, daß von der Dima herab auch gepredigt wurde, und man eS augrzeigt fand, dem Prediger der h.illgen Lade gegenüber seinen Platz anjuweiseu, wo derstlbe vermöge der inner» Einrichtung der orientalischen Synagogen bequem gesehen und gehört werden konnte. S-1׳n.-r Aiischauilttg getreu weist Karo in seinem eigenem GesetzdN'be (Schnlchan Aruch) der Dima gar keinen Platz an, die Placirung derselben den Gemeinden überlassend. Der E> ganzer de-Karo'schen Gesetzbuches, R MoseS Jsierleö, Rabbiner iu Krakau, (gest. 1573), ist hierin minder indulgent. Nach dem Vorgänge eine- Vorgängers aus dem 14. Iah, hundert, R Jakob b. Ascherö, nimmt er die von M.mnonideS sanktionirte alerandrinische Gepflogen» heil in >eme Ergänzungen als Norm auf"), und diese Norm fintet sich denn in der That in den älteren sranzöss» schen, drul chen, polniichen und ungarischen Synagogen ver» wirklicht. Die hieraus entspringende Unbequemlichkeit, daß sich die hinter der Buna sitzenden Synaqogenbesucher hervordrängen müssen, um den von den Stufen der heiligen Lade heiad >p> eichenden Prediger zu sehen und zu hören, wurde nicht sonderlich empsirnden, weil in den Synagogen ״) r.fiua ,1., «.in « ui: כי דעכיר• כאהצע איני הן רחייב אך רכל לסי הכקים והומן s. »Z׳»aff>^t,>1 um D׳mg»cht<u t>»r ®vuüjjcrfn״ w.1 *21• ״ ru 1845 Hltzmiv ttao Busch. ■') O. iSOdiiun 15U. 5. 7M der obtn erwähnte» Länder in srüberea Zeiten nur einige Make im Laufe de- Jahregepredigt wurde, und die Prfdigt, bei der schwachen Kultur jener Zeiten, zu keiner Blüte gelangen konnte. Die steigend« Kultur der neuern Zeit brachte «S mit sich, daß die Predigt allmälig wieder in dqS Recht eingesetzt wurde, welchesie im südischea Alterthume genoß, wo »den Sabbath feiern* und ״predigen" alS koa> gruente Begriffe betrachtet wurden. Von dem Streben, die Predigt in der Synagoge zu restituiren, blieb selbst die orthodore Partei nicht unberührt, und eS gibt auch in Ungarn manche jüngere, orthodore Rabbinen, die hierin einen anerkennen-- werthen Eifer au den Tag legen. Je emsiger der Boden der Sultur auch in den ungarisch-,'üdischen Gemeinden bearbeitet wird, desto tiefer wird auch die Predigt in demselben Wurzel schlagen. Je berechtigter aber daS Verlangen der Gemeinden ist, sich durch eine zuin Geiste und zum Herzen sprechende Predigt erbauen zu lassen, und je bereitwilliger gewissenhafte Rabbinen diesem Verlangen entgegenkommen, desto weniger wird die Dima ihre Posilion im Zentrum der Synagoge zu behaupte» vermögen, indem eS durchaus unzulässig erscheinen muß, einen Thcil der Zuhörer hinter einer Barrikade sitzen zu lassen, oder bei jeder Predigt ein unzukömmlicheS Gedränge hervorzurufen. In dieser Betrachtung sowol, wie nicht minder in anderen architeklonlsch-ästhetiichen und Opportun!- tätSlücksichten liegt der Grund, weshalb in den neuen lögenannten Ehortempeln die Bima unmittelbar vor die heilige Lade gesetzt wurde "). Hl. rin liegt aber ohne Zweifel auch der Grund. »veShalb manche orthodore, selbst gegen bei« r. stamativen Fortschritt eingenommene Rabbinen den Wibersp-uch gegen eiae so allgemein airerkaiinte Aulorilät, wie R. Joses Karo, nicht scheuend, den aleraubrinischen UsuS alS norm» und maßgebenb vertheidigen. An der Spive dieser Alexandriner steht der sei. Pressburger Rabbiner MoseS Loser. Merkwürdiger Weise gestallet er sich aber, indem er für die prakiis-tze Jniegruät deS Herkommens mit gewohnter Strenge und Unerbittlichkeil eine Lanze bricht, eine Monvirung, die geradezu antitalmudischen Charakter Kat. Um die alerandrinische Gepflogenheit zu begründen, stellt er die Ty-orie auf, daß der inner» Einrichtung der Synagogen der einstmalige jervsalemische Tempel zum Muster und Vorbilde dienen müsse,, und schließt hieraus, daß die Buna den im H.iligthume (Hechal) defiadlich'N Altar repräsentire, um welche.-, am Laubhüktenfeste die Umzüge staltgefunden haben, und daher iu der Mitte der Synagoge angevracht werden müsse, wie jener Altar in der Milte deS T mp lS stand '•). In seinem E'fer, daS Herkommen zu retten, hat sich aber der ehrwürdige Rabbi in dreifacher B-zieh!,ng übereilt : 1. Steht eS fest, daß die fraglichen Umzüge nicht um den im Hechal stehenden, innera oder goldenen, sondern um den äußern oder eherneu Altar startgefunven haben ülgi m Hl» Edanaoja. Btälir׳ für Israel, nag. Nogetegr». hriua. k >r>na. 1844 O >o W>a*ud 39 47 ", l§» .rda», S> »׳e ,um O tfiujjiu, W 28. ") S. B. z!». VM. Nr 33. B*U. S. 59» 39

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.