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Ben Chananja · 1865-09-27 · 39 (27.9.1865) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
39 (27.9.1865)
Date
1865-09-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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684 Der sel. Malöer Rabbiner, Salomon Ullmaon, wurde von seinen Verehrern der ״Charis* tEcharsstvnige) genannt. wie er denn in der Tbat einer der glänzendsten Pilpulisten der Gegenwart war. Seinen streng orthodoren Grundsähen getreu, widersetzte er sich der Einführung des Chorge, sangeS in der Synagoge, wiewol sich manche orthodore Radbinen mit dieser Neuerung auSgesöbnt hatten. Die Dima ließ A aber auch er ohne die geringste Widerrede der heiligen Lake; annektiren. Die orthodoreste Gemeinde, welche ich a»S persönlicher Anschauung kenueu zu lernen Gelegenheit hatte, ist die zu § Päpa, wo ich vom 6. August 18-16 biS zum 19. November | 1850 Rabbiner war. Ich bin innigst überzeugt, daß, wenn | eS mir in diesem Augenblicke — zwei Tage vor dem hei- E ligen Neujahrsfeste — die Zeit gestaltete, Ihnen die wäh- § rcnd diese- Zeitraumes von mir gemachten Erfahrungen auch! nur theilweije mitzutheilen, die onhoboresten Mitglieder Ihrer i| ehrenwerthen Gemeinde durchaus keinen Anstand nehmen -Z würden, die Pripaer Orthodoren als ihre Gesinnungsgenossen 8 zu begrüßen. Die lortige prachtvolle, am 11. September | 1846 von mir eingeweihte Synagoge wurde unter der Auf- § sicht der RabbinatS Assessoren Israel Epstein und L ipman Schoßberger erbaut. Beide waren Orthodore vom | schwersten Kaliber. Nachdem ich Päpa verlassen Hane, kai men die Orthodoren an das Ruder der Genieindeleilung, ׳ und sie sind noch gegenwärtig im Besitz desselben. Trotz j ihres entscheidende״ Einflusses und ihrer nngeschwächten Or. A thodorie haben sie aber nicht Miene gemacht, den vor der .s heiligen Lade stehenden Almenior in die Mitte ihrer Svna- | Ho ge zu verlegen, wiewol sie. sich unbeugsam weigein wür- | den, in derselben nach Noten singen zu lassen. Der Kundige wird sich darüber nicht wundern. 2» Z der Bibel kommen überhaupt die Synagogen nicht vor, E wenn man dieselben nicht mit den neueren Bibelforschern m | Plalin 74, 8. finden will, lieber die Spezialitäten dcS Syfj nagogenbaueS läßt sich in den biblischen Schriften nicht die Z geringste Spur euldecken. An eine biblische Vorschrift über Z die Position der Dima ist mithin gar nicht zu denken. In | den talmudischen Quellen ist allerdings von Synagogen vielfach 1 die Rede, ohne daß!edoch in denselben über die Stelle der Bima f irgend eine Bestimmung enthalten wäre. Wir erfahren aus | denselben, daß manche Synagogen der talmudischen Zeit au- I ßerhalb der Ortschaften auf freiem Felde erbaut wurden'), f waS nach den heutigen Sitten sehr fremdartig scheint, sich f aber aus dem Umstande erklärt, daß die Synagoge zu jener | Zeit nicht nur alS Andachtstätte benutzt wurde, sondern auch | Reisenden zum Ob dache die.te*). Aber auch die innerhalb j der Städte errichteten Synagogen waren nicht ausschließlich H dem Gottesdienste geweiht, indem dieselben auch als Ge- ד Nasch, jtitbuty 73. b.:בתי כנסיות שלדים הוץ לעיר חוו; Toßai. '0(6 4 0ז. *. obrn. S. 41t» Gbonoiija III. Lt8. ד D'bait». 101,».:לאסוקי אורחים ירי הובחן ראבלו ושחו וגגו כבי משתא Nach Toß. das. grjchab >N den Nrdrnummrrn drr S. B. 15b Ul 307 und a. a. O. H'.her g.bSr» auch 2.,- 1, r.:הוו יחבין אבלי ן בחרא מן משתא עילייחה richtSstätten °) und Ainberschulen *) benützt wurden. In Pa» lästina, oamevtlich in der Handelsstadt Lyvda, gab es prachtvolle Synagogen^); dagegen bat bet den Juden ia Persieu die syaagogake Baukunst nicht sehr geblüht: In der Stadt S u ra wurde im Frühlinge für die mildere, lm Herbste für die räubere Jahreszeit eine Svuagoge errichtet, welche nach ihrer Benützung wieder niederge,iffeu wurde. י) Diese Synagogen müssen mithin sehr dürftige hölzerne Gebäude gewesen sein, bei deren Errichtung bloS auf die Bequrmlichkeit, nicht aber auf die Dauerhaftigkeit und Schönheit des BaueS gesehen wurde. Die J״ilialivk zu diesem jährlich wiederkehrenden doppelten Eyuagogenbaue ging von zwei berühmten Schriflge» lehnen deö fünften Jahrhunderts, Maremar und Mar Zulra, auS. Gleichwol wird sich der eifrigste Orthodore nicht versucht sühlen, mit jedem wicdelkehrruden Frühlinge und Herbste eine Synagogen Nirderrrißtlttg und eine» Synagogenbau vor« zunehmen. Ebensowenig kam cS den orthodoren Rabbinea in Europa in den Sinn, ihre richterlichen.Sitzungen in der Synagoge abzuhalten. 9) Auch hat man noch niemals gehört, daß eine orthodore Gemeinde den Jiigendunterricht in ihre Synagoge ver« legt, oder dieselbe zur Herberge hergegcben hätte. AlleS dieS geschah nur in der talmudischen Zeit, aber nicht mehr unter deu Geoniln Die taluiilblschc» Einrichtungen waren ohne Zweifel zu ihrer Zeit opportun; sie mußten aber obsolet werben, nachdem ihre Oppomlntlät geschwunden war. Die Auweubung beS Gesagten ans Ihre Frage, verchrleste Herren, ist lehr leicht zu machen. Im Talmud findet sich eine gelegentliche, bei Gelegenheit der Deichreibung der prachtvollen Synagogen Basilika zu Alerandlieu beigebiachtc Notiz, der zu Folge Die Buna in der Mitte Meter Synagoge angebracht war"). Wer hieraus den Schluß ziehen wollte, daß dieirlbe nach den Vorschriften deS RliuS in allen Synagogen dieselbe Stelle einnehmen müsse, wäre folgerechter Weise grnölhiget, zu fordern, daß in den heutigen Synagogrn Alles geschehe. waS in der lalini.bti'cheu Zeit in den- 2 רrdam. 05. b.:עובדא הזי קמי׳ דר״י בכנשתא רקסרי ואמר יוציא ייתן בחובה . ") Miichna Sadb. t, 3. lDrr ה!ן war rin Synagogrn- und Grmrinlcdranurr; Irr. Sola 7. 6. :הונא רמשתא דבבלאי; vrgl. da«. 7, 4 babl. Snkka 5t b. u»d Struch 8. v.; j,r. 9K1Cc Kalan 3. 1. :עברה קומי חרא בני שא המת הד סיזר מהי להר מיניק dadl 41״ach 17. ».:באקרוי בניהו לבי משתא; Mrgilia 28. b.; A'vtuud 30. a.:ממטי לי׳ לינוקא לבי בנשתא lBorlirgriidt« Tn«, adjtni trat er drrrus!,ru&t, ale nur Krttris Jahrbuch zukam. so daß ich de, Absassung dr-srlbrii von Nc>,u1ann» Austay L. 66—71 feine 61011) nehmen ton»»,. T) Irr Schrtal 5, 4. Änd». •1 Baba Baibra 3. b :מרימר ומר 1וטרא סחרו ובני בי ׳ קייטא בסתוא ובני בי סתיא בקיטא. R-i»׳ ra» י) Drr (■Sbolijj Plfi wurde 10 manch-» Veweinden wegen btt rrfo,drrl,chr» 01ff1״lU4fcU wot im SynagournarbLudr, adrr rnchl in der Synagoge irlbg. londrrn im Brftrbut drr Synagoge vorgrnowmrn. Scdrr Gbaliza bi»Ar,ara Nr. tü. "t Echa'arr T'ichilda. eil. Lripsia. 1858 (bei Lrop. Schmaus) Nr. 300 ichrridl R. Nauonal v»>,on in Bezug an» du bei der Synago.,e z» rrrichiente Laudbüilr: -!בחי בנטיית וב״ט אין מיוהרי׳!-ל לישיבה לחסלה ולתורה אבל אם עישי (סובה) בשביל עוברי דרכיי שאוכלי* שם דשני* שם יסה הם עישים ") 3fr. Sutt» 6, I. da dt 51, b.

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