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Ben Chananja · 1865-09-20 · 38 (20.9.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
38 (20.9.1865)
Date
1865-09-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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675 67ß *enio ad fortissimum virum. Scharr'« Shaknz ist zwar In« Jahrbuch d,s SBortil strengstem (Sinnt; e« tst abtr doch immer ein per io, bisch,« Werk. Der letzte Band wird unter den Gelebrlen nnge, HrnreS Aufsehen machen. Aber da man von der Einen Seite selbst für dir Unfebldarkeit R. Mose« Sofer« in die Schranken tritt, wird jeder tzrrnnd der freien Diskussion wol zugrben, daß auch Schorr's Standpunkt nicht ganz ohne Berechtigung ist. Bon dem verdienstvollen Redakteur der ״ha.Mewaffer" ist der dritte Jahrgang Lekonservativen Ozar Ha-Cbochma erschienen, der sich den früheren Jahrgängen würdig anreiht. Unter den noch hier weilenden Orldodoren ist von einer Reise de« Preßbnrger Rabbiners nach Frankfurt am Main dir Rede, durch welche nicht nur den palästinensischen Juden, sondern der Orlhodorie über, Haupt wichtige Dienste geleistet werden sollen. Graz, 12. September Die Einweihung dir nenerbauten Synagoge hat heute in Anwesenheit zahlreicher Nolabilitäiru in feier« lichster Weise statlgefunden. JellinekS Rede und SulzerS Gesang haben die Feierlichkeit verherrlicht. Ph. Lkaschan, im September. Dieser Tage ging von hier au« eine a»S drei hervorragenden Persönlichkeiten bestehende Deputation nach Rechnitz. Dieselbe wird dort über Samstag weilen, um Dr.Zipsrr predigen zu hören —. und den daransfolgenden Sonnlag Sr. Hoch« würden den von hier wilgeiiommcnen, nach altebrwürdiger Weise in optima forma abgefaßleu ReboueS-Bries — bochachlungsvoll überrei« chen. Am 16d. wird Herr Dr. Zipfer eine Präi'cnlationsprcdigl halten und sein Amt erst »ach dem Snkolh-Feste aulrelrn. Wir. und gewiß auch die geehrten Leser Ihre« weilverdreitclen Blattes gralnliren der Kaschauer Kullu-gemeinde zu dieser mit Akklamation gelroffeneu Wahl, an welcher die Inspirationen der in dieser Umgebung hausende» Wunder« Rebbes aus eine glänzende Weise zu Nichte wurden: wir graiuliren aber auch Herrn Oberrabbiner Zipser zu seinem neuen Wirkungskreise. 8. S. 2(. Iljhcly, 4. Stplcmdcr. Gestern Nachts nach ll Uhr brannten hier 50 Häuser, von denen die Halste da« Eigenlhun» jüdischer Jus.iss״,. grösiititlbeils bis unter den Fußboden nieder. Das Flammciimekr griff, vom Sturme gepeitscht, — flntbend um sich her, und verhinderte die Abgebraiiiilen auch nur das Noll,dürftigste retten zu können, wodurch bei 40 Familie» obdachlos und Bettler geworden sind. Das Elend hier ist n»chi zu schildern. die Bestürzung und Entmulhi« gung nicht zu beschreiben. Ans verläßlicher Quelle erfahren wir, daß seiten« der hiesigen Sladtbebörde ein Anfrus an edle Menschensreunde zur Linderung der Harlbelroffenen in der Tagcöpresse erscheinen sost, und glauben wir zuversichtlich, daß Sie hochiv. Herr Rebakteur, als oft bekundeter Retter und Helfer in der Noth. sich der hiesigen Berunglückten ' liebevoll annehmeu werden. *) Preßburg, 30. August. Daß am 27. und an den folgenden Tagen des vorigen Monats hier die Bersammlung der ungarischen Aerzie und Naturforscher stattsand, dürste de» Leiern diese« Blattes aus den TageSblätlern wol bekannt sein. Dem ״B. CH." habe ich darüber nicht zu berichten. Ich glaube aber erwähnen zu müssen, daß bei dieser Gelegenheit die hiesigen jüdischen Aerzte ohne Ausnahme sehr beleidig« wurden. Während man nämlich von den hiesigen Bürgern »nd Aerzte» Beiträge zum Bankette riiisamuielte, und während man doch bei Lamm׳ lungen die Juden gerne emanzipirt, übergingen die liberalen Herren in Preßburg dieselbe» dennoch. Die fremden jüdischen Naturforscher koujerirlen hierüber und wollten schon adreiseu. als der berühmte Wiener Ohrenarzt, Herr Dr. Pollitzer, darauf aufmerksam machte, daß ja dte Versammlung hieran nicht im Geringsicn schuld sei. Man einigte sich dabiu. daß alle hiesigen Aerzte ihren Beitrag Pr. 5 st. eiuzahlen, aber am Bankette nicht erscheinen werden. Nur ein Einziger glaubte die Ehr, seiner Kollegen nicht zu der seinigrn machen zu müssen, und nahm am Baukeite wirklich Theil. Wir hören, daß sich dir PrariS dieses Linen ln Folge dessen — »och immer nicht gebessert hat! Bei Gelegen» hei» der Natursorscherversammlung ward hier eine Industrieausstellung . veranstalt״, an welcher sich mehrere Juden sich heb, den Lehrer Ro, s.enzwrig und den,Schneider TedeSko hervor) bethetligien. Die Ber« *) In diesem Augenblicke wird in meiner Gemeinde für Jenikau gesammelt; doch dm ich gerne bereit, für die Ujhrtper milde Ga» Hen^uzunehw»». Red. emigung der Parteien ist für diesmal wieder in die Brüche gegangen der Ebortewpel wird nach wie vor bestehen und ebenso di» Primär. Hauptschule, für welche der Vorstand mehr denn je einsteht, da er eben jüngst den Beschluß faßte, dieser Anstalt aste erforderkichru Opfer zu bringen. Wecweß. Au« dem Elfeuburger Kowitate, im September. Die ortho« dorr Clique in Steinamanger geht ernstlich damit um» sich als separate Gemeinde zu konstituiren. Ob e« ihr gelingen werde, ist noch frag» lich. Jedenfasts geht diese separatische Sucht au« der Verblendung und Kurzsichtigkeit der Ortbodorir hervor. In diesem Augenblicke find di» Gemeinden zu Weißcnburg und Steinamanger. von denen sich dir Or» tbodoren lossagrn, noch selbst orthodor, da sich ihr ganzes reformifti» sche« Streben auf einige Verschönerungen de« Gottesdienste« beschränk». E« ist aber leicht ,inzusehen. Laß die« nicht immer so bleiben werde. Der Einfluß des Herzog« von Jerusalem auf ungarisch-jüdische Angele« genheilen ist Gottlob nicht mehr zu fürchten. Dir Presse bewegt sich freier, und die ganz, Strömung iß eine progressive. Unter diesen Um« ständen werden sich in nicht gar ferner Zukunft die Quasiresorwer zu wirklichen Reformern enlpupven. da fi, die Opposition der au« der Gewrindr geschiedenen Orlhodoreu nicht werden zu fürchten haben. Letztere werden dann boff.nllich auch nachgeben und sich — nach dem Borbilde ihrer Frankfurter Gesinnungsgenossen — zur Einrichtung von ״Chor« schulen" entschließen. M. Lofonj, 12. September. Unser ״Kircheiiseelsorgcr*. Herr Jak. Singer, läßt zwei Emissäre von Ort zu Ort reisen, um Unter« schriften von Rabbinen zu Gunsten seiner Gitlerentscheidung zu sammelii. Er bildet sich ein, daß der k. ung. Slalihallcreirath sich von der Menge der Unlerschristen wird impouircu lassen. Dem Siallhaltereirathe liegt aber auch da- Verzeichniß derjenigen Rabbinen vor. welche gegen die Gründung eines Seminar«, wie eS immer beschaffen sein möge, prolcstirt haben. Der Fanatismus dieser Herren. zu denen auch unser Herr .Ktrchenseelsorger" gekört, wird da« hohe Dikastertum sicherlich nicht verleiten, der Majorität der Gemeinde Gewalt auzuihun. Daß die Angklegeubeir vor das Forui» des SlatihaltereiralheS gelangen wird, unterliegt keinem Zweifel, da bereits vorgestern eine Untersuchung derselbe» durch den Obersiuhlrichter stattgesnndcn hat. Wenn man er« Wägt, daß unser Rabbiner wirklich nicht im Stande ist, auch nur in einer einzigen Sprache zehn Zeilen korrekt z» konzipiren. muß man den Mutk bewundern, mit welchem er srin ״Kirchttise,!sorgliches" Ansehen durch den Arm der weltlichen Obrigkeit ausrecht zu erhalten strebt. Wäre Herr S. wirklich Las, was er scheinen will, würde er die Be» Hörden unbehelligt lassen, »nd dahin trachten, durch eindringliche Belehrung aus seine Gemeinde zu wirken. Ob er sich wieder ,ine Kabine in der Synagoge werde errichten lassen, und ob wieder die Rabbinerin werde beschwichtigend interveniren müssen, wie im vorigrn Jahre, ist in diesem Augenblicke noch »ingewiß. Fünfkkrchen, II. September. Die hiesig« Gemeinde baut, wie bereit« berichtet wurde, «inen neuen Temprl, welcher prachtvoll au«, gestattet werden sost. Da jedoch die Geldkräste der Gemeinde ziemlich knapp beschaffen sink, wendete sich die Baukonimission an den Magistrat mit der Bitte um ei»״, Beitrag zu dem erwähnten Zwecke. Der Ma» glstrat hat nu» einstimmig beschlossen, für den Bau 200.000 Brenn« ziegel zu spenden, und war Se. H. der Domherr Bi rag der erste, der in dieser Angelegkiibeit das Wort ergriff, und den Antrag in liberalster Werse befürwortete. Diese anerkkniirnSwerthe Handlungsweise hat hier ollgemei» Len destlN Eindruck hervorgeruken. Dir feierliche Grund» steinlegung zu dem Tcmpelbau wird künfligr Woche stattssnden, der Plan ist von den Architekten Geister und Frey in Pest, die Bauleitung dem Herrn Jvankovit« au« Szegedin übertragen. Schulwesen. ש T. A. Ujhely, Ende August. Wenn Ihr hiesiger 2-Kor» rrspoudent in leinem jüngst über dir hierortigeu Prüfung,» der Mu» sterhauptschule >o d,u Spalteu Ihre« geschätzte» Blatte« der Oeffcot« lichkeit üdergrdeueu Berichte stch über den spärlichen Schulb.such. die faulen hiesigen Verhälluiffe in eine ernste Betrachtung eiuläßt und di»

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