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Ben Chananja · 1865-09-20 · 38 (20.9.1865) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
38 (20.9.1865)
Date
1865-09-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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671 Erneuerung jener Kontroverse herbeiwünschen, wie ich. Ich hole nlso die unscheinbaren Hefte anS ibrem sichern Versteck.... ״-NichlS ist unpassender für die jüdische Kanzel alS daS Liebäugeln mit verschwommenen, farblosen HumauitätSibeen; nichtgefährdet mehr daS einheitliche Streben in unserer Mitte, wie kiese scheinbar harmlose Koketterie, welche der Welt zeigen will, daß wir Raum haben für Alles. Wir stehen noch keineswegs so hoch, und alle unsere filo, sosischen Systeme verdienen eS noch nicht, daß wir mehr der Refleribililät als der Originalität deS JukenlhumS daS Wort reden sollen. Insbesondere einige Prediger der Sturm, und Drangpcriode haben eS in dieser Gefallsucht so weit gebracht. Denkt man sich von den meisten ihrer Kanzelreden die gang׳ baren jüdisch-rhetorischen Stichn׳orte hinweg, und breitet man über daS Ganze den Deckmantel ״christlicher Liebe" mit seiner himmelnde» Sentimentalität, so wird man keinen Augenblick anstchen-*). Wie soll da der religiösen Grschlaffung vorgebeugt werden?" אך תוכחה הדה מבין קשת הלשין כחץ נזיד 1122. כל, איש יתפש הניתו להשבית אויב וצר!•־ "— — Der Lebensnerv einer jüdischen Predigt ist unbedingt ihr mehr oder minder aufgebotener wisienschaftli» cher SukknrS. Indem sie bloS daS richtige Verstäntniß der heil. Schriften als geistigen Hebel aller Tugend und Sitte in Bewegung zu setzen braucht, um so daS Herilichste zu bewerkstelligen — bat sic vor allen ihresgleichen das vora»S, daß sie sich nicht erst in'S FciertagSkleid hüllen muß, um vor die versammelte Gemeinde hinzutreten, sondern daß sie sich zu!eder Zeit und Sinnde zeigen und dennoch immer auf empfängliche Zuhörerschaft zählen darf. Nicht das salbniigsreiche Amengrtö» der Avant- und Arrierengebetche» verleiht der jüdischen Predigt die rechte Weihe. Im Gegentheil! TieS kann sogar die Wirkung oft der geistieichiten und würdigsten Kanzelrrde abschwächen, da solchergestalt der in unserer Zeit ohnehin beigetretrne Abstand zwischen ״Weltleben" und ״Synagoge" erst recht hervorgrbobcn wirb. Selbst unserer ״gebildeten" Gegenwart sei die Synagoge noch im׳- mer die gute alte ״Schni'", wo der Rabbiner als Lehrer in ungeschminkter Redeweise zu seiner Gemeinte gesprochen. Im jüdischen G'MÜtbe findet der feierliche hohle PathoS fast gar keinen Wieterhall. Nur von der Sehne deS grüntlichen Wissens loSgcschnellt und vorher vom geübten Scharfsinne geipitzt, treffen da die beschwingten Worte sicher ihr Ziel. Der jüdische Kanzelredner umgehe bei seinen Lortiägen so viel als möglich jene erklnsioe Form, die nur auf die Kanzel und sonst nirgends biugehörl; er halte dieselbe unbeschadet eineregelrechten rhetorischen GesügeS von allen jenen pathetischen Zuthaten fern, und lpreche, anSgenvmmcii bei besondein Festen und Feierlichkeiten, am Sabbathe m d in der Evnagoge ganz so über sein Thema, wie er in seiner Wohnstube am Wochentage vor denielben Zuhörern darüber sprechen würde. Es ist dann leichter möglich, daß seine am Sabbathe werklägig gesprochenen Worte bei seinen Zuhörern die Woche hindurch sabbathliche, fromme Gesinnungen er- Wecken." — — Nicht wahr, Du erkennst in diesen Zitaten unfern vor Jahren gepflogenen Gedankenaustausch wieder? Nicht wahr, .Du empfindest ungeschwächt die alte AnzirbungSkraft all der Fragen, die unS ans unseren wunderschönen, einsamen Spaziergängen in Hamburgs Wallpromrnaken beschäsliglen und unterhielten? Dort traten wir aus klastischen Boden jüdischer Beredsamkeit und nimmer versiegte der Quell der Gedanken, nimmer versagte die Kraft der Argumente. Wir lernten dort die alte Wiege moderner Geburten keuven, und wir lauschten oft mit Spauuuug den Schilderuugea unserer '672 ältem Freunde, wenn sie unS von den ersten Zusammenstößen deS ״Neuen" mit dem ״Akten" erzählten. Denkst Du noch an daS homerische Gelächter, In daS wir auSbrachen, als der lustige I.. . unS einmal erzählte, wie der sel. Chacham BernayS ln einer seiner erste» Reden auch deS Jupiters erwähnte, und welcheS Mißverständniß daS bei einigen seiner Zuhörer erregte? Lebe wohl, mein Theurer. Der Herr deS Lebens segne Dir den Eingang des neuen JahreS l . Sdjffler imb öas Dislhe Metlljum. Eine Parallel, von H. Zirndorf. (Schluß.*) 44. Frri von Tadrl zu sein, ist der niedrigste Grad und der höchste; Denn nur dir Ohnmacht führt oder die Größe dazu. Korrektheit. והגדול מי שחטאיו ספידים. Groß ift der. dessen Vergehen hoch angeschlagen werden. KuSri 1, 93. 45. Obne Wahl verlbeilt die Gaben, Ohne Willigkeit da» Glück. DaS Siege-frst. Die Weile» darben ohne Brod, die Kundigen entbehren deS ReichlbumS Kohelet 9, 11. 46. Den» PaieokluS liegt begraben. Und Tb,eines ko»,»» zurück. DaS SiegeSfest. או איך מאור יום יהי מתוק לעיני בעוד אראה כפי עורבים פגרי גשריך. Wie soll das Tageslicht meinen Augen kchllknn. wenn ich Raben sehe sich an den Leiche» der Adler sä:tigeu. Juda Halevi. Zionidr. 47. Jeder feeul sich seiner Stelle, Biele, dein Breächlcr Trntz. DaS Lied v. d. Glocke. לא מקומו של אדם מכבדו אלא הוא מכבה את מקומו. 6s ist »ich! die Llelluiig, die den Mann; es ist der Mann, der die Stellnug ehrt. Taauil 21. 49. Maj.stLl der Mensch,unatur! dich soll ich beim Haufen Suche»? Bei Wenigen nur käst du von jeher gewohnt. Einzelne Wenige zählen, die übrigen alle find blinde Nieten; ibr leeres Gewühl hüllet die Treffer nur eia. Majesfas populu עשרה רודות מנח ועד אכרהת וכ". Zehn Geichlcchler lebien vor Noad bis Abraham, lebendige Beweise von der Laiigniulh GoueS: denn alle diese erzürnten den Herrn und fuhren dabin, bis Abraham erjchlen und durch sein Berdienst für sie alle einstand. Abot 5 . 3. 49. Neues — hat die Sonne nie gesehen. An d. Freude. 6s gibt nichts neues unter der Sonne. Kohelet. 1, 9. 50. BöseS muß mit Döiem enden. DaS Sieg,-fest. בקדירה שבשלו בה נתבשלו. Za dem Topfe worin sie gekocht haben, wurden sie selbst gekoch». Soialt.d. 51. Zahre lang bildet der Meister und kann sich nimmer genug Dem genialen Geschlecht wird e« im Traume beschert. Die Sonntagskinder. אם קלה היא בעיניך קשה היא לפני הקב"ה. Wo« dir e,u leichte« schelut, gilt bei Gott als ,in Schwierige«. Genes. Radba 63. 52. Don der Erd, Gütern allrtt Ist der Rubm da« Höchste doch; W׳nn der Leib in Staub zerfallen, Lebt der große Name noch. Da« Sieg»«srß. Unterdrückt» Stelle. *) S. Nr. 35.

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