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Ben Chananja · 1865-09-20 · 38 (20.9.1865) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
38 (20.9.1865)
Date
1865-09-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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e?0 Gemeinde, die zum Talmudstudium ״tauglich* waren, zu Rabbineu erziehen wollten? Der Herr P. veröffentliche doch die ersten fünf Paragraphe der erwähnten Statuten, um seine Anschauung zu rechtfertigen! Wir werde» die damalige, höchst lehrreiche Bewegung in Preßburg an einem andern Orte ausführlich schildern. Hier haben wir den Inhalt de? Seminar-EntwurfeS näher zu betrachten. 8. Vorbilder zur Organisirung eines Rabbiner- Seminars. Um eine BildungSanstalt für künftige Rabbknen zweckmäßig zu organisiren, wird man nicht unterlassen dürfen, sich mit den Einrichtungen der vorhandenen Nabbinerschulen vertraut zu machen. DaS älteste Institut dieser Art ist daS 1811״'tuto amvitto rabbinico de! Regno Lombardo Veneto.“ Dasselbe wurde 1829 von den jüdischen Gemeinden deS lombardischvenetianischen Königreichs gegründet, und besteht bis auf den heutigen Tag.'") Den Impuls zur Errichtung desselben gab ein Hofdekret (vom 22. Inner 1820), worin den anzustellenden Rabbinen im lombardo-venetianischcn Königreiche zur unerläßlichen Pflicht gemacht wurde, sich auSzuweisen, daß sie den — damals so genannten — zweijährigen filosofischen Kurs absolvirt haben. Zu diesem Kurse wurden bekanntlich nur absolvirte Gymnasiasten als ordentliche Hörer zugelassen. Der nachmals berühmt gewordene Isaak Salomo Reggio gab bald hierauf eine Flugschrift heraus, in welcher er einer zeitgemäßen Organisation der jüdisch« theologischen Studien und der Errichtung einer zweckmäßig eingerichteten Nabbinerschule eindringlich daS Wort redete. Reggio'S Ausruf verhallte nicht erfolglos. Die jüdischen Ge« meinden zu V e n e d i g, M antua, Padua, Verona, Rovigo erklärten sich bereit, das Institut zu gründen und zu erhalten. Keine Stimme erhob sich dagegen. DaS Institut trat, nachdem die Genehmigung deS Kaisers herabgelangt war, inö Leben. DaS demselben gewidmete Gebäude wurde am 9. November 1829 eingeweiht. Zwei berühmte Theologen, Lcliv della Torre und Samuel David Luzzatto, wirken seit der Entstehung deS Institutes an demselben. Der Studienplan hat im Laufe der Zeit manche Modifikation erlitten. Gegenwärtig umfaßt er, wie mir mein sehr verehrter Freund, Herr Prof. Lelio della Torre, auf meine Anfrage nuterm 1. Mai v. I. mitzutheileu die Gewogenheit hatte, folgende sieben Zweige: 1. Talmudische Wissenschaft Kenntniß deS Talmuds, seiner Kommentare und seiner Me< thodvlogie; 2. Rituelle Theologie: Kenntniß der vor, züglichsteu Ritualisten und Kasuisten. Ein vom Professor (della Torre) verfaßtes, die für die Praris uneutbehrlichsten Materien enthaltendes Handbuch dient zur. Grundlage bei den Prüfungen. 3. Homiletik^ mit praktische» Hebungen verbunden; 4. Hebräische Grammatik; 5. biblische Ereg ese; 6. Dogmatik und Moraltheologie; 7 jüdische Geschichte. Die letzten vier Disziplinen lehrt Luzzatto, und hat er zum Behufe frisier Vorlesungen Hand, '*) Du Statuten sind 1858 bei Diauchi in Padua in zweiter Auflage «schienen (8. 27.) «Litte teilte Auflage erschien 1860. I bücher herausgeben. Die Zöglinge müssen' vor ihrer A»fnähme auSweisen, daß sie daS Obergymnasium abfolp.irt upd sich die näher angegebenen hebräisch-grammatischen, biblische» und talmudischen Kenntnisse augeeignet haben. Der K»rim Institute ist auf zwei Jahre festgesetzt ($. 49.) Doch wird kein Zögling zu einem Rabbinate zngelassen, bevor er sich zwei Jahre hindurch bei einem Rabbiner in einer Hauptgemeinde deö Landes in der Führung deS Rabbinategeüht hat. In der Anordnung und Eintheiluug der Studien ist de» Professoren ein weiter Spielraum gelassen. Ein Honorar- Direktor, welcher jedoch mehr daS Oekonomische deS JnstituleS im Auge behält, vertritt dasselbe der Regierung gegkNÜber. cFoetsetzuofolgt.) fjomtleltfdje Briefe. Don Rabbiuee De. S. H. Sonn«sch/in. קריינא ראינרתא איר,ו ליהוי סרוונקא. - (!8. 'IV<1 83. b. Satth. 82. a.) Die Redekunst ist angewiesen ans alle Bor« tbeite Lee Poesie, auf alle thee Rechte, sie Vemäch, tigt sich verleiben und mtßbeancht fle- (<8oethe.) Erster Brief.!Anregung. — TageduchauSznge. — BeeschiedeneS und Allgemeiner. — Klassischer Boden. — Jupiter iu einer jüdilcheu Predigt.) WaraSdin, 12. September. Du hast Reckt, mein Theurer! die Zeiten sind vor, über, wo unsere Korrespondenz einem Kaleidoskop glich. Woher sollten wir auch die duiiteu Körner interessanter Neuigkeiten nehmen, da wir nicht mehr in fernen Ländern, in großen Städten, unter fremden Leuten wohnen? Außer, dem sitzen wir heute auch sckon beide in Brod und Ehren — wie es die Menschen so heißen. Wir gehören nunmehr j völlig dem ernsten Beruf an, de», wir unS seit Jahren ge, : widmet, und ״zum Werke, daS wir ernst bereiten, geziemt! sich wol ein ernstes Wort." Die Ereignisse des Tage-, die! Thorheiken der Welk sollen wir jetzt von einem andern, als j vom stiideiitisch-iiistigen Standpunkte anS benrtheiien, und! wir thun eS auch. Daß aber diese Gedanken mit ihrer gemeiniglich düstern Färbung jetzt keineswegs für unsere brief, stellerische Feder passen wollen, dafühle ich ebenso richtig e wie du. Wie wäre eö, wenn sich bei unseren Episteln anstatt der ehemaligen Uiigebundenheit eine fortlaufende Zuiammeugehörigkeit geltend machte? Müssen wir eS nun einmal aufgeben. nach gutem Schmetterlingsbrauch von Blume zu Blume zn flattern, so wollen wir eö hiefür den bebrilltea gelehrten Herren gleich thun, und wochenlange Wurzel und Stengel, Blätter und Blüthen der einen Pflanze gründlich untersuchen. Wie wäre eS, wenn wir die . ״jüdische Homiletik*, jenes LieblingSthema unserer einstigen mündlichen DiSputationen, auch znm ersten Gegenstände der hier vvrgeschlagene» einheitlichen Korrespondenz bestimmten? — Ich erinnere mich noch immer mit Vergnügen an unsere hitzigen Wortgefechte, ivie Dn öfters mit einem wohlgezielten Seitenhied Deiner schon damals so nüchternen Realität meine glänzendste» Ideale entwaffnetest. Ich ivriß, ich brauche Dir nur zwei oder drei Stelle» anS meinem Tagebuch hier auözuziehen, welches ich daz», mal mit den Resnilaten unserer Gespräche so sehr zu berelchern Gelegenheit halte, und Du wirst mir sofort, angeregt vom lebhaftesten Interesse, beipflichten, und ebenso 1'ehr -die 38♦

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