Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 36 (6.9.1865)
- Date
- 1865-09-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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63S und Malwooidr« dir Mechilta in großer Geltung ßkht. such» dieser, Widerspruch durch dir Annahme zu verwische», dir Mechilta führ» dir Schriflstellr nur al« Anlehnung an. dem aber mit Recht der Verfasser de» Swag nicht beistimm». Wie nun dir Mechilta nicht beachtet wurdr, wo sie. wir in den gegebenen Beispirlea, auf einer erschwerenden Seite mit dem Talmud kvllidirt, so auch da, wo sir erleichternd ist. So sag» auch R. Samuel b. Ehosut (bei Noich H. Tefillia §. 29) dir Me» chilta sei nicht verlässig, wenn sie (80 17) au» 2. M. 13. S adleitr«: Wer Trflllia oulegt, ist gleich dem. der sich mit der Thora beschäftigt und wer sich mit Thora beschäftigt, braucht keine Tesistin anzulegea.*) Wenn man uun auch zugebeu wollte, daß dir Mechilta nicht verläßlich sei, wo ihr der Talmud widerspricht, so ist die noch schwierigere Frage zu beaolworteo, wie es komme, daß der Talmud sic auch da nicht be» rücksichtigt, wo sie in der Sache mit ihm üdereinstimmt und nur in der Ableitung au» den Schristwortrn abwricht, wobei die natürliche Dru» tnngSweise der Mechilta noch dazu vorzuziehea ist — wie z. B. (Wajalhel) bei Leu 39 ArbeitSverboteu —, oder da, wo mit einem Satz» au» der Mechilta oft eine ganze schleppende Diskussion überflüssig wird, und endlich. wie sich Amaraim die Ansichten und GesrtzeSnormru der Tanaim aoeignen konnten, wa« all:» Weiß fast auf jeder Seite, oft nur durch einen Hinweis dargelegt hat. Wolle man die Authentizität der Mechilta von diesen und ähnlichen Abweichungen abhängig machen, 10 würde sehr wenig Authentische» au» dieser Urquelle übrig bleiben. Weiß will nun aus eine sehr unkritische Weise diese Fragen au» QporlunttaiSrückfichlru umgehen. Er sagt, daß die talmudische Autorität weit weniger Einbuße leibe, wenn man annehme, der Talmud habe die Mechilta gekannt, aber nicht berücksichtigt, al« wenn man sage, er habe von ihr keine K-nntniß gehabt. Zeder dogmatisch Unbefangene, der nur einen Abschnitt in der Mechilta liest und alle Parallelstes!,!, nachschlägt, muß aber zu dem Rciuliaie kommen. daß die babylonisch-talmudischea Schulen die Mechilta nicht gekannt haben, daß aber an ihrer Echlbeit, einige ipäiere Zusätze abgerechnet, nicht zu zweifeln ist. Dt» Ursache, warum die Keuntniß der Mechilta nicht verbreitet war. mag vielleicht darin liegen, weil mau die in ihr dewahrlen alten Halachoth nicht er׳ halten wollte; oder auch deshalb, weil R. Zsmael und seiue Schüler, denen wenigstens die Anlage der Mechilta beigelegt wird, ihre Lehr- Häuser im Sitten von Palästina Hallen (vrgl. Frankels Hod. S. 149 ") und die Schulen im nördlichen Palästina erst später mit ibreu Lehren bekannt wurden, daher auch, wie Frankel bemerkt, die Schüler von R. Zsmael. R. Jonathan und R. Zaschia nicht in der Miichna, Tosefta und Sifra genannt find. Erst später durch Rab und seine Schüler wurden R. Zsmael und ieine Schüler in den babylonischen Schulen bekannt, aber ihre Mechilta doch nicht allgemein verbreitet. Auch bei dru Gao« nim wird die Mechilta wenig genannt und nur durch die lpanischen und nordsranzöfi'chen Eregetea beginnt erst ihre Verbreitung. Besonder» be» rücksichtigie sie MaimonideS, der bei strengem Festhalten an den talmubischen Decifloneo doch ihre Schriftdeutung zuweilen der de» Talmuds vorzieht, wenn sie dem natürlichen Schriftsinnrwehr entspricht"') (vgl. die Siellro bei Weiß Eiul. S. 24). Daß wir die Mechilta nicht mehr io ihrem ganzen Umfange besitzen, ist au» einigen Zitaten bei Maimo» aide« in Sefer Hamizwoth zu enlnrhmeo. Chaju» in Jg. Bikoreth ü hat diese Elellea im Zalkut nachgewiesen, wo sie au» Sifre zatto zitirt werden, womit aber nur erwiesen ist, daß sie dem Verfasser de» Zalkut nur au« dieirr Schrift bekauut war. Wa» der Verfasser S. 47 über di, Tikkuo Sofriw sagt, ist wehe dogmatisch als kritisch, denn mau hat hier nicht die etwa sich ergeben» den Schulgesetze, sondern nur die Wahrheit zu berücksichtigen, und wird *) Höchst interessant ist die weitere Folgerung, die רי״בן au» diesem Satze zieht; da nämlich da« Schwa-Lesen einer Beschäftigung mit der Tdo»a gleich zu stellen ist, so gebraucht auch der da« Schwa liest, keine Trflllni anzulegea, und darin finde ich Trost über dir Ab» trünnigea >R chrsdescheidr von D. M. Rotdrodueg Nr. 649). ") Wir verweisen die gelehrten Mitarbeiter des ״Hamagid», welche soviel über di, QV־n חכמי schrieben, aus Frankel am dezeich» Nttea Orte und auf Edalo, 8. S 49. •") So findet auch W. S. 39, daß sich Maiwon auf die Me» chilta stütze, der gegen den Talmud נחל איתן mit reißendem Bach übersetz«. ' wok Niemand bestreite«! können, daß di» ursprüngliche Leseart die rich» tigr war» die Sofrim aber sie» um Anstoß zu vermeiden, in eine schlech» trre verwandelt hatten. Daß dir Sosrim hierzu von einem »heilige» Geistermächtigt und iaspirirt gewesen wären, wölken wir al» o*pt»tio bctievolentiae orthodoiiao hinnehmeo. Sbeasoweakg können wir W. bei» stimmen, wenn er (S. 81) in den von Krochmal angeführten Stellen dir Leseart תזכיר nicht finden will. und seine Erklärung ist am we» uiastea anwendbar bet der Pesikta c. 43 מברכיי אוחי GTJ1T היו על כל דבר ׳ואם הייתם זהירים בברכות אף אני בא אצלכם ומברך אתכם die hier offenbar die Leseart הזכיר batte. Eine einzige Korrektur de» Taimudterte» hat sich W. S. 7? er» laubt, die uu» aber sehr gewagt scheint. Samuel erklärt nämlich di« M ischna Beza 2.1 wir dem asterding» schwierigen Satze:זכרהו מאהר שבא להשכיחו ffl. korrigier ihn: מחד שביך לשבחך wie sich dieser Satz wirklich bei Samai (ibid) uuv in der Mechilta findet, der aber zur Erklärung der Milchna Nicht dienen kann. Samuel müßte nun diese Beraitba korrupt vor fich gehabt und sich daher derselben fälsch» kich bedient haben. Zur Verbesserung de» Mcchiltaterte» bediente sich W. der Po» rallrlen in den talmudischen und agadiichen Werken, der gedruckten Kommentare und seine» scharfen kritischen Geiste». Er adoplirte daher die Methode vou N. Elia Wilna nicht, durch beliebig,» Einschieben einer Harmonie zwischen dem Talmud und der Mechilta herbeizusühreo, wir falsch dir» sei, hat er S. 77 a schlagend nachaewirsen. Zu seiner richtigen Korrektur בבנםיסי S. 69 verweisen wir noch auf Geiger« Aussatz iu der D. M Zeilschrift 1864 S. 654. Die Korrektur S. 97 מעל ist zwar nach der Parastele im Zalkut richtig, die Stelle an sich aber nicht verständlicher, wenn man sie nicht mit Horioih 12 iu Ver« bindung bringen wist. Unbegreiflich ist e« aber, daß W. S. 40 die aga» dische Deutung der Sielle ״ וינערGott übergab sie jugendlichen und grausamen Engeln" nicht zu erklären gesteht. Werden doch nach Ber. Raba 68 läglich Scharen von Engeln erschaffen, warum soll die Agada nicht auch ihre jugendlichen Engel haben? U-verständlich ist un» aber eine ander, Stelle (Vajißa c. 1), wo dir Mechilta um Eltsa« Wundrrthat zu rrböhen, sagt: da» beste Wasser fast, ab, wenn man Salz bcimischc, während doch die tägliche Erfahrung lehrt, daß schlechte« Quellrnwaffer durch hineingrworfene» Salz trinkbar gemacht wird! Wir haben der B-sprechung dieser vortreffliche״ Arbeit schon so viel Raum in diesen Blättern gegeben , daß wir fle nicht weiter aus׳ dehne» lönutn. um noch auf die vielen guien D>merk»»gen in berseldeu binzuweisen. beionbers da hierin die Auswahl so schwer ist. Unsere Aiiklkciiiiung kounten wir aber nicht besser bezeugen, al» durch da« Wenige, welche» wir. ob n,i> Recht oder Unrecht, gegen den Verfasser auStusprechen uns erlaubt baden. Wir wünschen nur. daß diese» Werk eine solche Derdreiiung erlange, daß der Verfasser ermuntert würde, auf dieselbe Weise auch dl, Tosi'ta zu eviren, wodurch dir Wiener Schule da» quxtrifolium der allen Quellen vervollständigen würde. Wir sehr die Tvfilla eitler Bearbeitung bedarf, wollen wir nur mit einem Bei׳ spiel beweisen. Zowa o. 1 wird die sonst «irgend» erwähnte Notiz mit» geideilt. daß man nach der Zerstörung de» Tempel» zur Erinnerung die Nachtwache de» Veriöhnungsiage» beibehielt. Diese kurze Notiz schließt Mit den Worten אהל היטאין היו; t« sind dies wenige, aber virlsa» gende Worte. Möge unier Wunsch bald in Erfüllung gehen. Sen Chananja's Süße und Bekehrung.*) V. Ueber Bibel- und Talmudfprache. Von Oberrabd. Dr. Zipfer. Zu Nr. 20. dieser geschätztr» Blätter haben wir in Angelegen» heit der zwischen Landau und Sofer bivergireodeu Ansicht, ob man in einem Gel da« Wort Nahar (Strom) al« weibliche« ober männlich,« Hauptwort zu gebrauchen habe, die talmudische Stelle. לשר הורה לעצמה ולשו( חכמים לעצמה (Kol. 137) ,im», di, >000 (.Neu,,«׳ Nr 27) von einem zur Veriheibigung Sofrr« «an, unberufen,0 Auonymu«, N—ck. al« Vorwand zu einer schamlosen Polemik gebraucht wurde, um ״B Cd.- wir der ״Kirchen,ettung* zu idem,fi,irr» und die Mitarbeit« diese« Blatte« al« Genossen Eed. Brunner» zu erklären, und da« alle«, weil wir so keck waren, R. Mol. Sofer einige Zrribümrr nachzuwerse« und unsere Verwunderung darüber anSdrückeu, daß «hm, wie auch •) S. Nr. 33.