Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 35 (30.8.1865)
- Date
- 1865-08-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Studien größtentheilS mit den besten Erfolge fortsetzen kovalen, und sich als gehörig vorgebildet bewiesen baden. Dem entgegen äußerte sich der Herr Oberrabbiuer Steinhardt auS Arad dahin, daß, da die Musterhauptschuleu ihrer Bestimmung nach nur in größeren Gemeinden, die ohnedies zur Errichtung und Erhaltung einer Schule auS eigenen Mitteln fähig sind, errichtet werden, wo^hingegen in mehreren Gemeinden noch gar keine Schulen bestehen, und die dortigen isr. Gemeinden auch nicht in der Lage sind, die zur Errichtung und Erhaltung der Schule nötbigeu Kosten ganz aus eigenen Mitteln zu bestreiten, — seiner Ansicht nach eS der Förderung deS UnterrichtSzweckeS vielmehr entsprechen würde, die für Errichtung der fraglichen zwei Musterschulen nölhigen Kosten der Rubrik zur Unterstützung; dürftiger isr. Gemeinden znzuführen und zugleich diese Unter-! stützung als ein mildes Zwangsmittel derart zu benützen, j daß die betheiligten Gemeiuden genöthigt wären, bei Ver- > Wendung der erhaltenen Unterstützung daS Fehlende zur Erj richtung der Schule auS eigenen Mitteln zu ersehen. Indem > hierbei solche Gegenden vorzüglich zu berücksichtigen wären, i wo der Mangel an Schule» fühlbar ist und kaum — wie eS 1 thatsächlich besteht, hie und da eiu deS Lesens und Schreij benS kundiges Kind angetroffen wird — würde dem Unter- I richtöwcsen ein größerer Dienst erwiesen, alö bei dem Vorhandensein von schon vier Mustcrhauptschulcn — durch die Errichtung noch zwei solcher Anstalten erreicht werden dürfte.! Dieser Ansicht schloßen sich die Herren v. SchoSberj ger, Dr. Kain, Dr. Weiser, Gajringer und Deutsch an und! eS wurde beschlossen, beide Anträge zur Allerhöchsten Ent-! schließung vorzulegen.! Im Falle jedoch Allerhöchsten Ortö die Errichtung der! zwei Musterichulcn anbefohlen werden sollte, wurden als gej eignete Gemeinden hierzu für daö gewesene Preßburger Ge- : biet Preß bürg oder Waag-Neustadl, für daS gewesene Groß-! wardeiucr Gebiet aber, nachdem Arad eine suudirte israeli- ' tische Schule mit vier Elementar- und Ncalklafsen besitzt hauptsächlich Grvßwardein bezeichnet, und dabei auch Mako! als eine größere Gemeinde erwähnt.! Hieraus wurde zum zweite» Anträge ״Erhöhung der; Gehalte der Mustcrhauptschullehrer, respektive deren Bethci-! lignng mit 20°/״ Quartiergeld" geschritten und der gestellte Antrag dcö Herrn StatthaltereiratheS angenommen. > Bei Behandlung dieser Frage wurde von mehreren j Mitgliedern auf den Umstand hingcwirsen, daß bei den Mu-! sterhauptschulcn für deu Unterricht der Religion und hebräij schen Sprache ein eigener Lehrer bestellt ist, wodurch die! eigentlichen Klassenlehrer sich nicht verpflichtet fühlen, diese Lehrgrgrnstänte ihrem Vorträge einzuwrben, wo doch diesel-! den mit alle» Gegenständen innigst zu verbinden und demgemäß durch den Klassenlehrer vorzulragen wären; diese Ab, > sonderuug der Religionslehre wirkt nicht wohlthätig auf die reli«! giöse Biltnng und wäre um so mehr zu beseitigen, als der! Vortrag derselben durch den Klassenlehrer auSsührbar und , die fünfte Lehrkraft aus andere Weise durch Zutheilung an-! derer Geg»!:stände zweckmäßig beschäftigt werden können. j Da ein Zweifel erhoben wurde, ob im allgemeinen derart i befähigte Lehrkräfte in genügender Zahl zu finden sind, ob die | vorhandene» diesen beide» Ansorderungen entsprechen würden,; und ob überhaupt in Anbetracht der für diese Gegenstände j — in Berücksichtigung ihrer Wichtigkeit bestimmten Slun-! denzahl dieauch auSsührbar sei, wurden die Betreffenden angewiesen, ihren Antrag schriftlich zu verfassen, dessen AuSsührdarkeit mit Berücksichtigung der Organisation der Mu-!lerschulrn drtaiUirt zu motiviren und dem Protokolle beim, chlr'eßen. Deu dritten DerathungSgegenstand bildete die Frage, ob die isr. LehrerbildungS-Anstalt iu Pest genüge und ob nicht eine oder mehrere derlei Anstalten und wo, mit wel, chen Musterhauptschuken vereint zu errichten wären? Die Berathung lieferte daS Resultat, daß, da in allen bis jetzt vorgekommenen Fällen bei Besetzung von erledigten Lehrerstellen sich befähigte Kompetenten in genügender Anzahl gemeldet und eS nicht nothwenvig erscheine, bet der größern Zahl befähigter Lehrer mit) Lehramtskandidaten für einen größern Nachwuchs zu sorgen, als den die Präparanden-Anstalt in Pest liefert, dieselbe für jetzt vollkommen genüge, und eS angezeigter sei, die znr Errichtung derlei Anstalten erforderlichen Kosten für andere nothmendigere Zwecke zu verwenden und namentlich wurde hervorgehoben, daß, wie bei den katholischen Lchrerbildungö-Anstalten Stipendien bestehen, derlei Stipendien auch für israelitische Zog, linge der Pester isr. Präparandie, und zwar sechs mit jährlichcn Sechzig (60) Gulden ö. W. zu errichten wären. Nachdem somit die Fragen bezüglich der Musterhanptfchnlen erörtert, wurde als weiterer Gegenstand der Bernthung die Errichtung einer Rabbinatöschule und der dicSbezüglich cingereichte, den Mitgliedern zur Kenntnißnahme schon früher mitgetheilten Organisations-Entwurf bezeichnet. Vor Beginn der Berathung bemerkte der Herr Ober, rabbiner Steinhardt, daß er auf Grund der Reihenfolge, nach welcher die Gegenstände der gegenwärtigen Berathung in dem betreffenden Erlasse deS h. StatthaltereiratheS bezeichnet sind, der Meinung war, daß die Errichtung der RabbinatSschuke iu erster Linie und dann erst bei erübrigten Geldmitteln die übrigen der Berathnug unterzogenen Unter, richtöanstaltcn und Stiftungen zu bewerkstelligen waren, da aber die Reihenfolge der Berathung selbst daS Gegentheil anzudeuten scheine, sei er eö bei dem Umstande, als die Rabb nerschule seines Erachtenö nach in Anbetracht der Nolhwendiqkeit, den übrigen vorzuzichen sei, seinem Gewissen schuldig, diese seine Bemerknng zu machen. Der Herr Präses envikeite hierauf, daß die Berathung von dem Gesichtspunkte auSgegangen sei, daß sämmtliche zu beralhendc Gegenstände die Bedeckung der nöthigen Kosten in dem vorhaiidenen Ueberschuß deö FondeS finden werden, mithin die Bestimmung einer Neihensolge nicht uotliwar, im Falle jedoch nach dem Ergebnis; der Berathung dies als nülhig erscheinen sollte, wird die Frage deö VvrzugeS dem Schluß der Verhandlung vorbebaltru. Nachdem hierdurch sämmtkiche Mitglieder beruhigt wurden, wurde der obenerwähnte Entwurf vorgelesen, und wie folgt berathen: Zu 8- 1 wurde zuerst die Frage gestellt, ob die Errichtung einer Nabbitirrschnle im Allgemeinen nothwenvig, und in Anbetracht der in entgegengesetzter Richtung von einigen Rabbinen gestellten Bitte in religiöser Beziehung zulässig sei? DieS gab den Herren Oberrabbinen Steinhardt, Dr. Mcisel und Hirsch Gelegenheit, die dringende Nothwenkig, keil und daS unerläßliche Bedürfniß einer NadbinatSschuie in anSführli'cheren Reden nachzuweisen, mit deren Behauptung sich sämmtliche Berathungömitglieder ohne mindeste Ein- Wendung einverstanden erklärten. Die genannten Herren Nabbiuen bemerkten im wesentlichen, daß bis nun die NabbinatSkandidaten durch die Rabbinen selbst, die nach einem Jahrhunderte alten UsuS Jünger um sich sammeln und selbe in der NeligionSlehre nnterrichteil, herangebildct werden, der Unterricht bezieht sich gewöhn« lich auf den Talmud, so daß die angehenden Rabbinen entweder die den Seelsorgern jeder Religion höchst nothwendige, wissenschaftliche Bildung entbehren, falls sie sich keinem weiteren Studinm hingebeu, oder in diesem Falle ohne systematische Vorbildung auf Irrwege gerathen, trrthümliche Lehren sich aneignen, und demzufolge der angeführte Um-