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Ben Chananja · 1865-08-23 · 34 (23.8.1865) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
34 (23.8.1865)
Date
1865-08-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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SOI 603 rührt ja von riaer taoailischeu Schul» her. di» ihu au« »inrm schrisl. lichen Tkil» (2. Mos. 21. 19) folg»»!» (Derachot 60, a, B. 6. 85. a), wklchrr T»rt dartbut, daß ärztlich» Hilf» schon voa j«h»r oho» Au» stand augrruftu *tcutbr. Wo« di» obgedachtr Folgerung betriff», war» fl» überflüssig gewesen, d,nn. wie Ramban in s,iu,m □האד OTH richtig bkmerst, ist dir ärztliche Pflege für den Heilkiindigen eine unab» wri«bare Pflicht, vielmehrals רשות. wie zedr Handlung, von welcher dir Rettung de« weuschlicheo Leben« abhäag» (1פיקוח בסע); man wollte aber dem Wahne begegnen, daß der Betrieb der Hrilkunst zu vermeidea sei, einerseit« um der Gefahr zu entgehen, durch Jrrtbnm und Dersehen dem Kranken Tod statt Genesung zu bringen, andererseri« um dem Willen Gotte« entgegenzuorbeieen. Die Toßifta spricht sogar voa behördlich auloriflrtrn Aerzten רופא שריפא ברשות והזיק הרי הואנלה). Fügen wir hinzu. daß, .wenn ״die Hebung der Heilkunde keinem Tanalien zugeschrieben wirdswenn wir jedoch 12ו2יח הרופא sRosch ha.Schana I, 0) nicht zu den Tanoltenzählen wollen)*) sie die Gemara mcbreren ausgezeichneten AmorLern zuschreibt. darunter dem berühmten Samuel, der dem erste» Geschlechte der Amoräcr ange» hörte. Der Talmud strotzt außerdem von ärztlichrn Rezepten, und die« beweist, daß menschliche Heilmittel nicht vrrschmähl waren. Die guten Aerzte wurden von unseren Weisen geachtet, von ihnen zuweilen befragt (Ehukiin 77. a) und deren Herdeizithiing anb,fohle». sToma 84. d.) Roch ein, Bemerkung zum Schluffe. Woher weiß Herr Duschak. daß die Mii'chna Ende Kidduschin bei ihrem verdammeiideii Spruch die Effäcr mrinl? Man hat zwar den Namen dieser Sekte au« dem chat« däilchen Worte -<'0א Arzt herleiten wollen, weil ihre Mitglieder Medizin übten, aber man liar nie behauptet, daß sie sich mit Ausschließung zeter andern Thal,gleit mit der mediz PrariS beschäfiigieu. — So weg. Werfend kounien übrigen« die Rabliinen von Männern nicht sprechen, die sie wegen ihrer strenge» Beobachtung de« Gesetzes, insbesondere der levitischen Reinheit, hochacht,len Ans dm JUufcuni in ־Brunn. Bon Prof. M. Stößel. Im birfigrn Fr-nzens-Museum finden fich einige, da- Judenibum beireffendc Gege1>stänbe, die der derzeitige Kustos derselbe», mein Freund Herr M. Traiche, mir zur genauen Ansichl und Einsicht heraus» gesucht bat und deren B־röffc»>l>chu»g ich sür rr'prießUch halte. Ich brginne mit tem Wichtigsten, weil es in vielfacher Beziihnng inleresfaut ist: es ist dies ein Manuskript des 1ר,םר ונעים von Rabbi David GanS über niaiheinalische Geographie nnL Astronomie nach dem Sy» steine Tycho Brahcs. Das Manuskript ist. wie eine Bemerkung auf der ersten Seite angibt. die Handschrift des BerfafferS selber. Dasselbe kam an einrn gewisse» Mayer I. Turnau aus Trietsch, dessen schöne deutsche Nameiissertigung aus brr erste» Seit» vorhanden ist, der das Manuskript in seiii'M 17. LebrnSjabre zum Studium benützt und mit einigen Er» läuterunge» über vorkommrnde termini tcchnici versehe» Kai. wa« an« ruier Bemerlung am Alisange der 4. Seite hervorgrhl. Später kam e« in de» Besitz eine« gewissen Markus Turnauer, dessen zierlich, late!» Nische Nawen-sertigung ebrnsall« auf der. ersten Seite zu sehen und endlich iw Jahre 1820 au« Franzens Museum in B'ünn. An und sür sich ist ,« schon intereffant, daraus zu ersehen, daß e« im vorigen Jahr» Hunderte zur Zeit, al« das Morgeuroth der Wiffeiischaft drn Juten in Mahren noch wellig ousgegangen, in einem vom Zentrum de« Lande« und vom Zeulruw der Gelehrtenwelt entfernten Winkel, einen Jüngling gegeben, der ohne die nötbigeo Instrumente und Hilfsmittel sich doch eingkhklid mit solch erhabenen Wissenschaften beschäftigt hat. Ich hoff, auch, daß irgend ein Leser diese« Blatte«, der di, Berhältnisse der Fa» wilie Turnauer seuot, manche« über erwähnten Mayer Tnrnau mitz». theileo so srenndlich sein wird. Da« Manuskript selbst bietet, wenn da« Werk auch bereit« in JeSniy 1743 im Druck erschienen ist, doch noch manche« Interesse. Zu. ״st und zunächst muß mau über di» Pünktlichkeit und Genauigkeit stau» neu, mit welcher dir walhewalilche» Figuren im Buche onsgesührt find ') Auch ein 2 הרוסאN)N soll irgendwo genannt sein. (Eanh. SS, a. Red 1 u°b man erkennt hieran«, daß der verfoffer sein» Wissenschaft nicht tl«F theoretisch, sovdern auch praktisch inne Hab», und mit allen geometrischeu Jasteuwentea trefflich uwzugeheu wisse. In dibliogropbischer Dt. ziehuog läßt fich daran« entnehmen, daß der Deefasser schon 1600 asten, fast« schon vor Ende 1601 da« Manuskeipt vostendet haben müsse, da er, wie wir später sehen werden, der Berufung Tvcho Brahe«. nach Prag al« einer Neuigkeit ״wähnt, und von Tycho wie von einem noch Lebenden sprich», dieser aber am 13. Oktober 1601 schon gestorben ist. Die« ist e,n neuer Beweis sür Lieben« in Galrd Seite 11 gegen Zuaz aufgestelltr Ansicht, daß der Dersaffer sein Werl schon lange vor 1612 gcschrirben haben müsse. Da« mir vorliegendr Manuskript muß »ow Lersaffer späier umgearbeire« worden sein. denn ersten« find dir von Lieben ibidem auder Jcsnitzrr Auflage augtführlea Daten in diesem Manuskriptr nicht ,»lhaltc» imd dann fleht man deutlich, daß der Beefaffer auf vielen Seiten zu Zusätzen sich Raum gelassen habe und manchmal sogar den Sah in der Milte abbricht. Da demnach vor« liegende« Manui'pript nur dir erste Ausarbeitung war, so kann fle später vielleicht vom Lersaffer selbst einem Derwäiidlen oder rinrm Schüler zum Geschenkt gemacht und so an den erwähutr» Tornau ge« langt srin. Ich kommr nun zur Anführung der Steste, auf welche ich drN Beweis basirt habe, daß Las Werk schon 1600 — 1601 vollendet gewesen sein nii'iffk. Ich saun mich aber m'chi enthalt,״, dieselbe gänzlich in der Uebersetzuiig hier mitzuiheilen, weil ich überzeugt bin, daß flr auf jeden Leier, wie auf mich selbst, de» erfreulichsten Eindruck machen wird; denn jeder wird daraus ersehen, daß in der Gelehrlenrepublik kein Glaubens« und kein SlandeSnnlrrschied obwalte, daß der streng» gläubige vrihodore Rabbi David Gans mit den christlichen Gelrhrtea seines Wohnort,« . daß der damals besonders vrrachlete und gemiedene Jude mit den adeligen Herrn, und Mil den Füesteu der Wissenschaft in solch i»»meu Vrrhällniffen stehi, daß er gemeinschaftlich mit ihnen arbeitet, an ihre» erhadnien Forschungen sich beiheiligr und von drrra Tbäiigkcit mil tiner Begeisterung Bericht nstaiiel, wie sie nur der rchie Man» drr Wissenschaft sür dieselbe hegen kann. -- Hören wir nun Rabbi David selbst sprechen: ״Beim Schluffe diese« meine« Buche« muß ich »och klioa« Neues erzähle,, -.'12 3 •הרשות אניm Jahre 360 00ס1}שס; hat uns״ glorreicher Herr »Ild Kaiier Rudolf, drr voa Gott mit W:ff.::!chasi und Kcniülliß und besonders mit drr drr Astronomie aiiSgciüttet worden, der auch die Gelehrten achtet, hochschätzt und unter, stützt, de» berübnilen Gelehrieu >,»d Astronomen Namen« Tvcho Brahe aus adeligem Geschlechie in Dänemark zu sich drrusen, ihm di, Burg Beiiairk. j»»f Meilen von der Residrnz Prag »»lsernl, zum Behuse der im Bereinc mit untern Gclrhriei, anzusttllendeu uiigrstörie» Forschnng eiligrrälimr und «inen JahreSgehalt von 3000 Thlr,:. außer Nalurollir, ferung.n sür Küche u»d Keller und außer sonstigr» Geschenken auSge׳ setzt. Hier ark-eikrt der ewähiite Herr Tycho Beahe mit noch zwölf au, der» Gelehrtrn seines Fache« bei den ausgezeichneten, »och nie dagewe« senen ostroiiomlschen Zllstriiiiienlen in vollsommener Muße; den« Kaiser Rudolf ließ ihm hier 13 i» der Reih, soellansende Zimmer einrichten und jede« Zimmer mit den nölhigeu Jnstlumentrn versrhen, um den Laus und den Stand sowol der Planeten, al« auch der First״״» zu bcobachien. Tag sür Tag, mit AiiSnahme der trüben, omwölkeen Tage, beobachiklen und verzeichiitlen sie hier Bewegung und Stand per Spane, sowol hinsichtlich der Breite und Höhe de« Himmel«, al« auch ihre« Abstande« von der Erde; ebenso in jeder Nacht den Laus und de» Stand der Pl-iieikU und Firsterne hinsichtlich d,r Breite und Höbe de» Hin!» mrl« und ihre« Abstand׳« von der Erde. Ich selbst war dreimal, immer zu fünf Tagen dastlbst und habe mit ihnen in der Eiervwattr gear« beitet und dir wahrhaft «underbarr Thätigkeit daselbst angrsrheu. Jeder Stern. Planet oder First,ra Wied hier benannt und sobald er in die Linie de« Meridian« getreten, miltelst dreier Justrumrnt, gemessen und zwei Gelehrt,, welch, bei je rinem dies״ Instrumente sitzen, verzeichn״ allogleich Sluude. Minule und Sekunde, wann j'der Eiern in den Me» ridian gekommen, nach riner neukonstruirlru ausgezeichneten Uhr. Oha» Ukdeltreldmig kann also gesagt werden. daß solch, Pünkllichkei» und Sorgsälii-ktil in der Forschung noch nicht grsehrn und grhört wurde, daß wir hiervon wrdrr von uostku Däl״u vtrnowMkn, noch in irgend

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