Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 34 (23.8.1865)
- Date
- 1865-08-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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595•;.,; -s - ,; , .> humanster Weise auSsprach, und die günstige Erledigung als einen Akt der Gerechtigkeit, den Ungarn schulde, anerkannte. Unser Weg führte unS ferner zu Stefan Gorovö, der sich nicht so freundlich aussprach, <S im Gegentheil bedauerte, daß eS ihm als bekannten liberalem Manne und seinen Gesinnungsgenossen schweren Kampf kosten werde, in unserer Angelegenheit siegreich durchzudriugen, weil die Anklagen gegen unö zu gravirend sind. — Wir huldigen nur dem deutschen Elemente, wir kaufen die bei Militär-Erekutioncn feilgebotenen Gegenstände und habe er sich bei seiner Rückkunft auS Amerika selbst überzeugt, daß die meisten Firme» auf drm Elisabethplatz deutsch lauten, und noch immer nicht magyarisirt sind. Nun, diesem liberalen Manne koniiten wir doch die Antwort nicht schuldig bleiben. — Ich drückte meine Verwunderung darüber auS, daß man die armen ungarischen Juden wie einen Spielball behandelt. AlS FZM. Hapnau in Pest cinrückle, war seine erste That, den Juden 2.400,000 fl. Straskontribution aufzulegen, weil sie eS mit den Rebellen gehalten haben, und der ungarische Ablegat Gorovö will sie nicht emanzipiren, weil manche Kaufleute deutsche Firmen führen. Er vergißt ganz darauf, daß eS eben Haynan war, der in Pest in eigener Person die HandlungSfirmen besichtigte, und wo er eine ungarische fand, sein mächtiges ״herab damit" ertönen ließ. Also die deutsche Firma, die der Kaufmann doch nicht alle Tage ad libitum wechseln kann, ist der Beweis der gegen nnö geführten Jnkriminaiionen; daß aber die ungarische Sprache in unseren Schulen als Unterrichtsspräche eingeführt ist, daß in unserem Gottesbause ungarische Gebete gehalten werden, daß jüdische Jünglinge ihr Blut fürs Vaterland vergossen haben, ist kein Beweis des NarionalgesukleS. — Die ungarischen Inden, schloß ich, setzen ihr Vertrauen auf die mächtige» Schwingen des aufgeklärten Zeitgeistes. Will Ungarn alö zivilisirteS Land in Europa gelten, kann und darf eS die ungerechte AuSschließiiilg in seiner eigenen Mitte nicht dulden, und wir haben noch einen mächligeu Beistand im Himmel, den Hüter Israels, der unS durch tausendjährige Martern und Leiden hindurchgeführt, und unsere Brüter in andern Ländern Europas von der alten Schmach befreit hat. Er wird auch unS beistehen. Wir besuchten schließlich noch den Abgeordneten Virgil Szilügyi, der in einer sehr schönen Rede seine volle Sympathie für unsere gerechte Sache zu erkennen gab. DieS daS Resultat unseres RundgangeS hier; — der Reichstag erfolgte und konnte für unS kein Resultat bringen. Der Reichstag ist abermals vor der Thüre, wir dürfen bei der Wahl unö nicht betbeilige:׳. Was wirb unS dieser so viel versprechende Reichstag bringen? Zwei Mnrfc.*) L Hohes k. k. Landes-Generalkommando! Durch die in A. angeschlossene Entscheidung dcS k. k. Militär-KommuniiätS-MagistrateS in Semlin ddo. 4. b. M. ^*fWiewot der Gegenstand dieser b.idrn Rekurse von nnierm Horrrlponbenten in Semlin fern»« in vre vorigrti Nummer besprochen »Uwe, entsprechen wir dennoch brreuwillig dem von!ehr achtbarer Seite 596; .־, Abth. I. Nr. 885, mittelst welcher ich angewiesen werde, Semlin binnen 8 Tagen zu verlassen, finde ich mich beschwert und ergreife dagegen nachfolgenden ehrfurchtsvollen Rekurs mit der ergebenen Bitte: DaS hohe k. k. Generalkommando geruhe über Ans, Hebung dieser erstbehördlichen Verfügung mir die Bewilligung zum Aufenthalte in Semlin während der Schifffahrt gnädigst zu ertheilen. In meinem wider die polizeiliche Ausweisung an den genannten löblichen Magistrat gerichteten Gesuche habe ich die Ursachen meiner Ankunft nach Semlin und die Gründe, die mich hier zu bleiben veranlaßteu, dargethan und nachge, wiesen, daß ich hier ein erlaubtes Geschäft zu betreiben gesonnen bin, welches mir den gehörigen Unterhalt sichert, daher ich der hiesigen Gemeinde nicht zur Last fallen dürfte. Dem entgegen hat der löbliche Magistrat die polizeiämtliche Verfügung zu bestätigen gefunden, weil ״den fremden Jsrae- Uten sowvl der Aufenthalt, als auch die Niederlassung in der Militärgrenze nicht gestattet ist" und der Magistrat wiederholt beauftragt wurde, die dicSfälligeu Vorschriften genau zu befolgen. DaS hohe k. k. Landeö-Generalkommando dürfte geneigt sein, den juristischen RechtSgrundsätzcn die Anerkennung nicht zu versagen, daß die Gesetze durch Verordnungen nicht derogirt werden können, und daß ein früheres Gesetz durch ein späteres Gesetz behoben wird. Die Anwendung dieser Grundsätze zugegeben, muß man zu dem Schluffe gelangen, daß meinem Aufenthalte in der Grenze kein Hinderniß entgegenstehe. ES ist nicht zu leugnen, daß in frühere» Zeiten strenge darauf gesehen werden mußte, daß keine Israeliten in der Grenze einen längen! Aufenthalt nehmen, wenn auch dieser durch ein ordentliches Geschäft bedingt wäre; eS bestanden eben dahin gehende Gesetze, welchen entsprochen werden mußte. Allein diese Gesetze, — deren Absicht ich nicht zu würdigen, noch auch zu benrtheilen vermag, ob damit günstige Resultate erzielt worden sind, — konnten den Anforderungen der Neuzeit nicht widerstehen, sie sind gewichen jenen neueren Gesetzen, welche bestimmt sind, der Gewcrbefrciheit und dem politischen Leben in der Grenze neuen Aufschwung zu geben; — sie sind gewichen der Gewerbeordnung, mehr noch dem von Sr. Majestät unserm allergnädigsten Monarchen verlieheuen Gemeindegesetze in der Militärgrenze.. Schon in der Gemeindeordung wurde der Grundsatz zur Geltung gebracht, an uns flerid/letrti Verlangen. fern Wortlaut bitftr Aktenstüeke trr Def* sentlichkeu zu übergeben.!!״skr Belgrader Korrespondent iiielbet »n« zu wiedrrdolteii Malrn. daß dir Ausweisung Hirschler» aus Semlin in Belgrad nicht geringe» Ansseken macht, »nb daß man daselbst mit rinrr Art Befriedigung darauf lnnweift. um di« in Nr. 3t d. Bl. Sv. 542 erwäbn«, Antwort de« serbiichrn SrnatS an da»' Zeiiiralkonnlü der Allmnc israölito universell» wenn auch nicht zu rechts,etigen, so doch in kinem mildern?tchtk erscheinen zu laffrn. Un» scheint riese Selbstbrrubigung auf äußerst schwachrn Füßen zu rüden. Denn die Herren in Belgrad würden olme alle» Zweifel in gewaltige Entrüstung gern- Ihen. wenn mau «bnen zumuiben wollte, ihre Legislatur, ihre Adwtnistralion und ihre Nalionalerziebuiig noch dem Master und Bordilde der k. f. Grenze ein»»»ich>rn; r» bleibt umhin jedenfalls chaeakleristisch. daß st, gerade da« Beispiel der Unduldsamkeit gegen dt» Inden nachahmen»würdig finden Uebrigru» berechtigen mich weine in Semlin gemachten Beobachtungen, die Nkberzengung au-zniprecken, daß windesten« dir christliche Bev-lkerung dieser Stadt wirklich weit entfernt »ft. dir di« Juden betreffenden An»nahm«ges«tzr zn billige«. körn.