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Ben Chananja · 1864-08-16 · 33 (16.8.1864) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
33 (16.8.1864)
Date
1864-08-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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583 684 auch Nicht viel Kopfbeechens. Die Jt((i«rabt>iaer — nicht feiten »erd für zwei Aktist Qin« ernannt, was von der Zaht der jüdischen Devöl» ttraag abhiog — hatten für einen spärlichen Gehalt von 4—500 fl. vad sreiew Onarlier, zu welchen Ausgaben die gesammt« Zudenheit des tetreffeodea Kreise« beizusieuern hatte, all, zwei Jahr, den Kreis zu tereisen. um di, Subrabbiner oder di, Msr, Zedek. dea sogenannten Religionsunterricht. die Schächter und dir Armenpflege zu inspizirea und zu revidirru; ferner Syoagogentitel au-zotbeilen. denn Moreuu« find hierland« seltener, als ln unserem Heiwatslande: Eia Bewert, wie das Talwudstudium außerhalb Prags, des alten Kollin« und Ieoikaus gepflegt werde ... Za beachtenswerth dürfte es für den Literarhisto. riker sein, daß in den an 800 RGA. enthaltenden Noda Bihuda keine SO von Belang wilsawmt den au Kallir inKollin gerichteten, au böh» vrisch.rabd. Aulorilbten ergangen find!'.! Wahrhaft betrübend aber ist es, daß kein jüdischer Vater weit und breit hierzulande, sein Kind im Lalmud unterrichte» läßt, denn von ,TotteSwrgru' dazu fehlt der fromme südische Sinn, und zum Rabbiner. da sind die lebendigen Beifpirke zu wenig verlockend. Der böhmische Vater läßt sein Kind Arzt, Zurist, Buchhalter, Kaufmann, Lehrer und Dorfgeher werden, sehr selten auch ein leichtes Handwerk lernen . . . niemals aber Talmud oder schwere« Handwerk — für ersteres, das bloS »Passion" wäre, ist er auch zu arm, fürs andere fehlt ihm die Gelegenheit. Zn nich'S ist er flinker, als im Zufußgehen. wozu die guten nnd sicheren Wege und die nahen anein. ander liegende» Ortschaften ihn verlocken. Za, daS Wandern oder die WanderuugSlust ist hier soweit gediehen, daß sie sich sogar bis zur Aus- Wanderungslust verflieg. so daß kein Sommer vergeht, an dem nicht zahlreiche jüdische Familien von hier nach Amerika gehen, und selbst aus dem Winkel, aus welchem ich wie eine Schnecke meine Fühlhörner von Zeit zu Zeit auSstecke.. nicht weniger als 13 Seelen diesen Tom» mer der allen Jungfrau Europa Valet sagten, »m das junge Amerika endlich Europa überdrüssig machen zu helfen! Doch, wo bin ich hin» geratheu — von den alten Kreisrabbinen in die neue Welt! . . Wenn ich oben sagte, den sogenannten Religionsunterricht, so erklärt sich dies dadurch, daß im Grunde der gesammte Unterricht in Pautch und Bogen in den Händen des jüdischen Lehrers und des . . . NabbinerS sich besindetl und der nicht weniger als 8 volle Stunden des Tages in Anspruch nimmt und nicht selten noch so betrieben wird — den» pro forma müssen die Kinder noch mehrere Stunden wöchentlich auch die christlichen Schulen besuchen. Sie dürsten jedoch fragen, wie die Armen einen 8—gstündigen Unterricht bei der Hierlands herrschenden schmalen und magern Kost, auShalten ... ja, das ist nur dann zu begreifen, wenn mau weiß, daß die gütige Mittler Natur hier Alles kolossal angelegt hat, Pflanzen und Berge, Pferde und Menschen . . . DaS Gute jedoch hat das Uebel, daß die Rabdinen am Unter» richte Theil nehmen müssen — daß die Preßbneg׳״ Schule hier niemalS und jetzt um so weniger Fuß fassen und Wurzel schlagen kann! Daher hat die Orthodorie hier nichts Fanatisches und finden zeitgemäße Reformen nur geringen oder gar keinen Widerstand — so daß eine alte und orthodore Gemeinde, der Sitz des alten Orts, und des greiseu KreiSrabbinerS, Chor und Orgel eingeführt hat. welche die beiden Rabbilltn uud die orthodorrsteu, d. h. die ältesten Gemeindemitglieder ohne alle Skrupel besuchen. Uud wenn ich Ihnen erzähle, daß es hierland« keine Phylakterien im Formate, wie sie der Heiligt zu Szilßü zum Frommen seine» Säckels verkauft, gibt, so werden Sie gewiß noch er. staunter skia, wenn ich Ihnen der Wahrheit gemäß berichte, daß kein Rabbiner, welchen Schlages immer, vielwrniger aber Private, de» Gr. betwaulel (Tallith) um den Kopf gehüllt trägt . . . Dagegen gehört es zum Lurus, an Festtagen iu seidenem Tallith mit vergoldeter Treff« zu erscheinen. Auch herrscht in den orthodorrsteu Synagogen anstäudig« Still,. Man muß aber nicht glauben. daß hier nicht ,diskurirt". oder sich gegenseitig nicht recht gemülhlich eine »Prisegereicht wird. — Bewahre, aber rS geht da« so sachte und leise her, daß man «ine Spione webe» höre» könnte. Hier muß ich für diesmal abbrrchru, denn da kommen fie . . . mit den sonst glatt raflrtea Gesichtern, dir jetzt wir Stoppelfelder ans. sehe, ... nnd ich eile ins Gotteshaus, wo Lade. Detpult, Almemor uud selbst die Thora schwarz umflort ist ... . na» «ich an jener löst. kichet» und unvergleichlichen Elegie, deren jedwrd einzelnes Dort rin diawaotner Dolch ist, an de« da« rothe Herzblut sich so köstlich fleht.. von dem Proseteu-Eyklopen Zrremias... zn erquicken. Photow'eter. — Szegedin, 13. August. Da Herr G. Ausländer wegen überhäufter Geschäfte vom Präfivium zurückgetrete» ist, wurde in der heute abgehalteurn Plenarversammlung Herr Sam. Bamberger mit Akkla. matiou zum Gemeindrpräse« gewählt. Herr Bamberger betonte in der bei dieser Gelegenheit gkhalteueu Ansprache, daß er dir Gemeiudr-Auto» uomie zu wahren wissen wird. Dir Gemeindemitglieder begrüßen mit Vertrauen den ueuerwählteu Präses, der früher schon der geschätzte Leiter der Gemerodr war. Schulwesen. — g. Pest, 5. August. Am 2. d. M. fanden in dem Knaben» Znstilute de« Herrn Leop. Wärmer die ZahreSprüfungen statt. Die Resultate machten auf die anwesenden Gäste einen wahrhaft wohlthuen» dea Eindruck. Sowol da« sprachliche al« sachliche Element de« Unter» richte« findet hier sorgsältige Pflege. Die Zöglinge sprechen ungarisch und deutsch mit gleicher Korrektheit und sie entwickelten im Rechnen eine Fertigkeit, die alle Anerkennung verdient. Besonder« überraschte dir Anwesenden da« in der Bibel und hebräischen Grammatik erreichte Lehrziel. Gewiegte Schulmänner, wie die ReligionSlehrer Zilz uud Deutsch unterließen nicht, dem wacker» ZnstitutSinhaber da« wohl» verdiente Lod auszusprecher:. Pardubitz, 6. August. Der ehrw. Rabbiner Ehrentheil theilt in Nr. 30 de« ״ha׳Maggid" einen, die Abfassung einer brbli« schen Chrestomathie betreffenden Vorschlag mit. Der Redakteur de« ״ha׳Maggid" begleitet diese Motion mit einer langen Nachbemer» kung, in welcher er die Chrestomathie als unzweckmäßig bezeichnet, und sich gegen die Abfassung derselben energisch ausspricht. Ueber den Vorschlag selbst will ich nun kein Unheil abgeben, indem ich dies kompetenien Sachkennern überlasse. Nur einige Aeußerungeu des Herrn Rabbiners Silbermann erlaube ich mir in Kürze zn beleuchten. Wenn Herr S. über die Neligionsbücher den Stab bricht, so beweist er nur, daß er bei all seiner Tüchtigkeit im Hebräischen und im Talmud auf rem Gebiete der Psychologie und Pädagogik ein Fremdling ist, uud daß er den bewährten heilsamen Einfluß des systematischen Religiousunter» richte« auf dir männliche und weibliche Zugend nicht zu würdigen ver» steht. Seine Behauptung, daß die Kenntniß de« biblisch Hebräischen und die Kenntniß der Religion EcneS sei, wird er wol schwerlich zu be» weisen vermögen. Die Rabbiner der vormendelsohn'schen Zeit »ud viele heutige Rabbinen und Talmudisteo in Polen und Ungarn sind bekannt» lich im biblisch Hebräischen sehr schwach; wird Herr Silbermann wol wagen, denselben die Kenntniß der Religion abzusprechen? Herr S. hält die Kenntniß der Bibel und des Hebräischen für ein den Konser, valiSmUS unterstützendes Element. Hat er aber vergessen» daß David Friedläuder, Aron Wolfssohn, Joöl Löwe, Ben Sew ausgezeichnete He« bräer und — Nesolmer waren, während die Koriphäen der Orthodorie «iogestaudroer und bekanntermaßen kaum einen Begriff von der hrbräi» chen Grammatik hatten? Machen wir un« doch keine Illusionen! 6. Altofen, 13. August. Die Prüfungen an unserer Muster. Hauptschule haben wieder den Beweis geliefert, wir treffliche Lehekkäfte au derselben thäiig find, und wir gewissenhaft diese wackrrn Zugend, Priester bemüht find, ihre ebenso wichtige als schwere Aufgabe zu lösen. Da« Projekt, eine neue Talmud«Thora׳Anstal1 zu gründen, hat bisher keinen Anklang gefunden. א״ת Pest, 14. August. Die kön. isr. Präparaodie wurde Heuer is Ganzen von 44 Hörern besucht, wovon 24 auf den ersten, 20 auf den zweiten Jahrgang entfielen. (Zwei wurden Krankheit halber au« de» 1. Jahrgang entlassen.) Bei Gelegenhrit der QualifisailonSprüsung am 24. und 25. Juki, welche ein sehr befriedigende« Resultat «wir«, wurden 4 Kandidaten zn Haupischollehrern befördert, 2 hingegen zur Repetition angewiesen Behuf« einer AusbefferungSprüfnog hatten sich 9 Privatisten gemeldet, wovon ebenfalls 4 Hauptschullehrrrrang erhielten. Am 6. und S. fand die Prüfung an der Hauptschule statt; da« Srgebniß war auch hier, namentlich bezüglich de« Ungarischen, höchst beftiedigrnd. _

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