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Ben Chananja · 1864-08-16 · 33 (16.8.1864) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
33 (16.8.1864)
Date
1864-08-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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577 578 die sie zur Erhaltung ihrer didaktischen und disziplinarischen Wirksamkeit bedarf. Bei den Posten der Gehalte konnten natürlicher Weise die analogen Verhältnisse christlicher Anstalten, bei denen häufig Ordens- und säkularische Geistliche daS Lehrgeschäft versehen, nicht als?Naßstab genommen und mußte vielmehr auf die bekanntlich größeren Bedürfnisse jübischer Haushaltungen Rücksicht genommen werden. Nichtsdestoweniger ist bei allen Posten der bei der Verwaltung׳ öffentlicher Fonbe nothwendig in Anwendung kommende Grundsatz thunlichster Sparsamkeit festgehalten werben. In ehrfurchtsvoller Ergebenheit verharren Einer hoch!, kön. ung. Statthalterei gehorsamste Diener I. Steinhardt, Oberrabb. zu Arad. M. Hirsch, Oberrabb. zu Alt-Ofen. Sam. Löv Brill, RabbinatSassessor zu Pest. Heinrich Moses. Gkborrn }n Varasdiu 1810; gcstorbru bafcllift am 22. Juli 1865. A. E. Der ungarisch-jüdische Lehrerstand hat in dem Verblichenen, dem vorliegende Zeilen gewidmet sind, eine seiner schönsten Zierden verloren. Derselbe gehörte seit seiner frühesten Jugend diesem Ehrenstande an. Nachdem er sich in seiner Vaterstadt theilö durch genossenen Privatunterricht, theilS durch den Besuch öffentlicher Schulen eine tüchtige Elementarbildung angeeignet hatte, wurde er von seinem frühen, Lehrer, Lazar Horowitz. nach Preßburg berufen, um an der daselbst gegründeten Töchterschule als Ge- Hilfe angestellt zu werden. Nach seiner Rückkehr von Preßbürg war er iu dem allgemein geachteten Hause deS Herrn Michael Danneberg in Ludbreg Erzieher, bis er 1832 an die neueröffnete Knabenschule zu Groß-Kanizsa berufen wurde. Treu und redlich wirkte er an der jungen, mit allerlei Schwierigkeiten kämpfenden Anstalt, und als 1839 die Töchterschule gegründet wurde, war e r eS, dem man in Rücksicht auf seinen sanften Charakter und sein mildes Wesen den Unterricht in den Oberklassen übertrug. Hier war er erst ganz an seinem Platze, und sein Verdienst war eö vorzüglich, daß die Töchterschule von Jahr zu Jahr besser gedieb. Sämmtliche jüdische Mädchen und jüngere Frauen in Gr.-Kanizsa sind seine wohlunterrichteten und gebildeten Schülerinnen: in der vorkonkordatlichen Zeit besuchten auch christliche Mädchen seinen Unterricht. Seit dem 25. Mai 1845 lebte MoseS in glücklicher Ehe mit seiner würdigen Gattin, der Frau Charlotte geb. Herz, Tochter deS in weiten Kreisen hochgeachteten Herrn Lehmann Herz, NabbinatS« Assessors in Eisenstadt. MoseS erfreute sich bis einige Wochen vor seinem Hinscheiden einer ununterbrochenen Gesundheit. Zur Linderung eineö ihn in jeder geistigen Thätigkeit störenden KopfleidenS wurden ihm Flußbäder in seiner GeburtSstadt Waraödin empfohlen. Nach dem zweiten Draubade wurde er jedoch bettlägerig. In den letzten acht Tagen seines der Jugenderziehung gewidmeten verdienstvollen Lebens war er der Sprache nicht mehr mächtig; nur die Worte: 33״ Jahrehörte man ihn leise lispeln. Am 22. Juli hauchte er seinen edlen Geist auS. Seine Kollegen eilten zu feinem Begräbnisse herbei. Um ihn trauern seine verwitwete Gattin, drei Söhne und zwei Töchter. *) Sela ältester Eoh» maturirte in Szegedia am 24. Juli, am Begräboißtage seineS VaterS, mit glänzendem Erfolge, ohne von dem Schlagt, der ihn traf, eine Ahnung zu haben. Die Groß-Kaoizsaer Gemeinde wird, wie ich vernehme, für die Hinterbliebenen des sel. MoseS, der der Liebling der ganzen Gemeinde »var, väterlich und mit gewohnter Großherzigkeit sorgen. DaS Andenken MoseS' wirb io Groß-Kaoizsa steteia gesegnetebleiben. üottefponbcn}. AuSlan». BreSlau, 6. August. Die hiesige Universität zählte iu dies,« Semester 309 Studierende aller Fakultäten und Konfessionen. Zu keiuem Verhältnisse zu dieser Ziffer steht dir Anzahl der jüdischen Studirrude», welche 138 beträgt. Sehr erfreulich tritt auch die rege Theilnahme der letzter» an den Studie» hervor, wawol am ehesten daraus ersichtlich ist, daß seit einer Reihe von Jahren die weifleu der von der Hochschule gestellten Preisfragen von jüdischen Bewerbern gelöst werden. So wurden auch in diesem Jahre zweien jüdischen Studirendeo für di« ringe» lieferten Arbeiten Preis, zuerkannt. Die vhilologische Preisaufgabe löste Herr stuck, für. Adolf Borchert von hier, dir filososische Herr stuck, pbil. Heinrich Groß au« Gzeaitz in Ungarn. Bad Emö, 31. Juli: Heute am Vorabende de« s. Ab, wo man selbst in einem Kurorte unwillkürlich ernster gestimmt ist, — und ich besonder« die tiefe ernste Stimmung nicht unterdrücken kann, ob der Erinnerung an meine vorzügliche sel. Frau, die am 9. Ab vor 7 Jahren mir durch den Tod entrissen wurde, wodurch 3170 ־־. .בית מקדשי tbue ich wol am besten, mich in mein Kämmerlein rinzuschließea, um Lurch da« Nirderfchreiden meine« zweiten Berichte« für den »D. Eh." mich etwa« zu zerstreuen und wo möglich etwa« zu erheirern. Wrnn ich auch heute keine ״Diwre Thora" mittheile, dir nach einem bekannten talmutischen Spruche ein Heilmittel gegen Kopfschmerz sein solle» , so will ich doch über die Träger der jüdischen Wiffeuschafi, die Rabbiner nämlich, die sich seit vierzehn Tagen mit mir hier be» finden nnd viel miteinander verkehren, Bericht erstatten. Außer uuserm lieben Freunde, dem hiesigen jüdischen Seelenhirte», Herrn Dr. Hoch» städter,' und wir find jetzt noch folgende Rabbinea hier.anwesend : Dr. Heinemann, früherer Rabbiner in Golhenburg (Schweden); Fürst in Heidelberg; Isidor, Grand-Rabbin von Pari«; Fried« mann in Mannheim und Dr. B u ch h o l z aumärlisch Friedlaud (Preußen). Zu un« und unserem engeren Kreise gesellte sich noch Dr. Bärrofeld, Lehrer am isr. Schullehrersewinar in Berlin und dessen gebildeter Vater au« Nackel (im Großherzogthume Posen), ein wahrer Freund der Hirten Israel«. Ich enthalte mich einer besonder» Charak« lerisirung der Persönlichkeiten uud ihrer Richtung. So viel nur, daß alle mir lieb und werth uud theurr geworden, und daß unser freund« schasiliche« Zusammeuseiu auch nach unserer Trennung, wo sich ,ein Jrg« Ucher sich zn seiner Last und zu seinem Werke" begibt. — noch in mit uachhalleo wird. Ferner, daß keiner von ua« weder der äußersten Rech » teo, noch der äußersten Linken augehört, we«hald wir denn auch in Liede uud Freundichast zusammen verkehren, und über di, verschieden« artigsten Gegenstände ungestört di-kurireu. Diesem Freundschaftsgefühle und dem Bewußtsein eine« gemeinschaftlichen Streben« zum Heile «n» serer Gemeinden o»d Israel«, wurde denn auch Ausdruck gegeben in den verschiedenen Reden uud Toasten bei unseren beiden engen Zusam« menkünften am verflossenen Donnerstage Abend in einem Garten und am Sabbath Mittag beim gemeinschaftlichen Mahle iw Garten dr« Herru Dr« Hoch städter, wo nur noch die vier gebildete» Frau», der Herren, die ihr כננרו *)W auch hier bei sich halten, zugegen waren. Einige der intrreffauteu Toaste und Reden «heile ich hier mit, so wir sie wir noch iw Gedächtnisse geblieben sind. Einer der Rabbi,e n ') Auch ich b,trauere in dem Vollendeten einen mir sehr »erthen uud bei vielen AniLffea bewährten und treuen Freund. H». 33•

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