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Ben Chananja · 1865-08-09 · 32 (9.8.1865) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
32 (9.8.1865)
Date
1865-08-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zum ״Ben EhattKNza" Mr. KI. «w grfchätztrn Blatte zu sichern. muß ich Zhar» noch von dem ,«» -rfi-idlichra Berluste melden, den die mrdizinischr Del.' durch da« Adle׳ brn de« Dr« Elia« Altschul erlitten hat. Derselbe war Dozent für theoretische und prattische Homöopathie an der hiesigen Hochschule, Mitglied vieler in- und ausländischer gelehrter Gesellschaften. Al« mrdizioischer Schriftsteller war er sehr fruchtbar und weithio b,sannt. Den seiner auSgedreiteten tatmutischeo und mitrafchischrn Brlerrnbrit legte er in seinem ״Kol Kore" ein rühmliche« Zeugoiß nieder; diese 1846 erschienene Schrift zielt auf Verbesserung de« bei den Israeliten gebräuchlichen Verfahren« brr Sterbenden ab, und zeugt ebenso sehr von der tiefen Fachkenntniß de« rühmlichen Verfasser«, als auch von seinem gründliche» Verständnisse de« jüdischen Schriftthum« und feiner innigen Pietät für dasselbe. , Dr. Altschul starb am 16. Juli in seinem 68. Lebeosjahee. Seinem Sarge folgte eine zahlreiche Begleitung, worunter die medizinischen Honoratioren unserer Statt reichlich vertreten waren. Den Leichensermon htett ihm Dr. Hübsch. Nehmen Sic endlich noch die Millheilung eine« Vorkommnisse«, daß Alle jene höchlich übrrrascht, dir ,s erfahren: Der ehrwürdige Rapoport hat zu seiner Rrstaurirung Töplitz ausgesucht; da« bat nun an sich wenig Neberraschendc«. aber — um den AiiSdruck einer hier bekannten Größe zu gebrauchen — hören Sie und staunen Sie! Rabbi Samuel Freund ba! eigen« eine Reise nach Töplitz gemacht, um Rapcport zu besuchen! Ein kollegiales Vorgeheo. da« in den Annalen dejetzige- RabbinateS ein wahre« uuicuw bildet. Soll diese Töplitzer Zusammtiikunsl ein Gegengewicht abgeben zur Frankfurter Zusammen« kuufl? Wozu viel darüber liachdeuke»: Der ruropäische Friede hat von dieser Töplitzer Eillrevur wenig zu sürchleu und der Fortschritt de« Judenthum« wenig zu hoffen! Literarische Anzeigen. L. Apulci Mcdaurensls Apologin sive de niagin Uder, ed. Guslavus Kincgcr. Berlin, Weitmann'sche Buchhandlung. 1864 (8. XXVI. 114 S.) Besprochen von St. M. Wir hoffen Verzeihung zu finde» für das Wagniß, ein Werk au« dem Gedirtr der klassischen Literatur in einer Zeilschrisi für jüdische Theologie zur Anzeige gebracht zu haben. Unsere Gründe dafür find freilich bloS persönliche. doch ist unser Glaube a» ihre Berechtigung so fest, daß wir auch ohne weitläufige Rechtfertigung fie einzugestehen wa« gen. Ersten« fasse» wir nämlich den Begriff der Theologie iu viel weiterem Sinne, als ,S jetzt noch allgemein geschieht, indem wir io ihr vor allem die Wissenschaft von der Entwicklung dr« religiöseo Bewußt« seinsehen; sodann halten wir eben dir Zeit, aus der die anzuzeigendr Schrift stammt, die Zeit des sinkenden griechisch-römische» Hrideolhum« für e«ur theologisch höchst bedeutsame lind lehrreiche. Unter den auf un« gekommenen Denkmälern aus dieser Zeit nehmen die Schriften dr« Apuleju« au« Madaura, geboren um dir Mitte der Regierung Hadrian«, eine wichtige Stelle ein und ist die vor un« liegeadr Apologie oder Gchutzrede über die Magie, wenn sie auch zur Charakieeifirung dr« Zeitalter« weniger Material dielet, al« ,die elf Bücher wilesischer Mährchcn", in nicht geringem Maße charakteristisch für dasselbe, und iu sehr hohem Grade für Apukejn« selbst. Wir lerneu io ihr den unfia» nigen Aberglauben, die geistlose Gespensterfurcht jener Zeiten gleichsam au« unmittelbarer Anschauung kennen. Die Veranlassung zor Dertheidigungsredr war folgende: Apuleju« hatte eine reiche Witwr von vor. gerücktem Alter, dir Müller seine- Freundes Pontianus, irr drrea Hause er in einer Krankheit Hrilung und Pflege grsuoden. g,heiratet. Meuscheu, dir ׳Hw um dieser vortheilhastea Heirat willen Feind waren, ver, klagten ihn nun. daß er die Gunst der Witwe durch Zaubrrwittel sich verschafft und auch den Tod de« Sohne« berbeig,führt h-de. Di, Be. weise, dir sie vorbrachlen, »heil» uns ApulejuS «heilweile wörtlich mit. Sit uronru ihn «in«a wohlgrstalteten beredten Filosofeu (S. 6). der Liebesgedichte verfaßt (S. 13) und selbst «iaea Spiegel gebraucht. (S.?0.)*) Sie beschuldigen «ba. bei den Fischcea dringend nach ge, wissen Fischen gefragt (S. 38.); einen Knadeo (S. 53) und r,u W״d (S. 58) bezaubert zu haben-, ferner verwahrt rr iu «iurw Schnupftuch, etw7«. wa« er Niemand tthen lasse (S. 82) uud habe sich von köstl,. chem Holze ,in Püppcheo verfertigen lassen, daß dir Gestalt eine« Skelette« b,fitze (5. 73). Apuleju« beantwortet dir ILcheelicheN Beschul, digungen witzig, gewandt und verständig; zeig« sich oder mcht weniger al- Kind!einer Zeit, der sich in alle Mystcrirn rinweiheu läßt (S. 65), ein eigene« Götterbild besitz», dem er opfert. lS. 73) und da« er nicht an« Gold und Silber, sondern nach dem Rathr Plato« au« Holz machen ließ (S. 73). Dcn Sirg dat dr» «pulej»« nolürlichir M«ascheu« verstand wol davongciragrn. obgleich der Hercngialiben jener Welt e» an ähnlichen Prozeffen gewiß nicht mangeln ließ (vgl. die Deschuldi» gnng de« Apollonin« von Lyano, Fred. GregoriuS, Geschichte de« >öwischen Kaiier« Hadrian und seiner Zeit (S. 250). Wir empfehlen diese Apologie al« angenehme und überaus lehrreiche Lckiüre: der Herr Heeausgcber ha» durch sorgfältige Beleg» und Parallelnellei, für da« Berständniß trrtrlben klnizerinaßen gesorgt; fie lcidet übrigen« nicht an den Mängeln de« Rokokoftylr der fildetveu Laliniläk. ״Kol Dodl*', oder die biblische Dlumenlese. Ein Buch für jeden deulenden und gcbilvelen Menichen, »ft der vollständige Titel eines von Dr. M Deutsch ,n Pilsen heraii-zegebenen und in Lies,» runge» sorlznsctzenden Werke« . dessen 1. Heft über die Sidra Bereschilh uns vorliegt. Der Verfasser ist. wie ander Widmung zu rrsrhen. ei» Schüler deweltbelannleii und allgeseierien De. HllbeSdeimee«. wie decsrlde fich in seiiier Phaniasie überschwenglichrrmaßen ausdrücki. (Vorw. S. III.) Ich erwähne letziereS vorzüglich aus dem Gruude. damit der Leser sich im Vorhinein auf einen kleiiitii Jcrcmia», der wie!ein ״welibekannir« und allgescierleS" Vorbild auf den Trümmer» de« Iizihakl und Bechaje irauernv fitzt! (zitier il-id), gefaßt mache. So beklagt er stck gleich Ansang« über den Maicrialrsm und lrcfiet fich uitr dem קשה ממנלתיו (feil hrißcn קשין!) in folzriidrn Worieu ״dann darf e« auch nicht te» fremden, wenn auf den, Gebiete der Hrrbrischaffnng geistiger... die cuieui den Genuß nicht so lnchlerding« bekommen lassen!" (Vorn1 .׳k), ferner über die ögenllich, Meinung. vulgo Kriiik! Gleich daraus wirsi er >n nur tu Athen, folgende zwei Fragen auf: 1) Mil welchem Rechte crfühnl fick heulziltage eine ״biblische Blttmenles," (im Tiiel nennt er fie ei was »ndeschciden ״die") Anspruch ans Erfolg zu machen? Dir Bibrlzcit ist ja um! 2) Wie. wird drun in jüdischen Schulen die Bibel nichi mehr gelehri? und doch kündigt der Verfasser rin Buch für jeden gebildeten und denkenden Menschen lind nicht blo« für Iiidri, an — daraus rntivirfk der phantaflerrichr Dkrsaffer «in so schaurige« Bild — wir die Kinder i» di» l. Volkeschule gehen müssen. um — da- ״Hep, Hep" zu gewöhnen und wie das Schema und ähnliche ״altmodische" Sachen vergessen werden, und Bibel und hebräische Gebetbücher in den jüdischen Familien da« Bür. gerrecht verloren und der Vaier mit vollem Rrchlr zu Golt rufen kann: בערתי הקדש מן הבית endlich wie fein ״weltbekannter und allgr. frirrier" Lehrer in ״bercblen" Worte» den gesunden-jüdifcheu Geist deweint, seitdem der jüdische Kaufmann fich am Sabdalh und Festlag nicht an dem Jizchaki ergötzet und das jüdische Weib fich nicht nach dem erkuiidigi, warer Bechaje schreibt! schließlich eine Anekdote von Sach« erzählt, rin Bitd, da« einem Zartdeiirrvten Krämpfe zuzieheu rennte — wenn e« in Wirklichkeit und nicht nur iu der Phantasie de» Beesaffee« eristirlr! Nachdem nun der Verfasser audem Delirium gekommrii. fällt ihm ״in der Siunlr drr Gefahr" eia ״einziger" Ausweg eia. und der ist. fein Kind aus« ״Geraihewohl anSzusetzeu. wi, manche Fürsten dr« Allrrikum» — damit r« dir ״guten Hirten" ausnehmea und großzrehru. — also nicht für jeden gedildrteu und deulcudea Menschen!" Zuletzt findet e« noch der Verfasser nöthiz. deu Namen ״Kol Dodi" zu rechiserligeu und lhut dir«, indem rr sehr brschrideu nur der Slimmr feiner ßrciinc, »achgab. bie bereit« die Erirung zweier Brsichürcn und drr SchiilprüfuugSseirr.Grdichlchra veranlagte! und oudrrsrii» nach der 2dt0l»ür»ng«wtlhobr ״seiurl wittdekanatrn und astgeseierlen Lehrer«" die« drr Universalaame aster Düchrr teil So wären wir denn mit der 7 Seiten langen Dorredt zu Ende. Nun wollen Etr mir noch gestatten. Einige« über den eigentlichen Ja- *) Auf tiefe Strllr. dir zur rabbinischeo Anschauung vom Spie, gel tAdoda-Zarah 29, » Trß. Echlagworl eine deachtungSwerlhe Parallele dielet, hat schon Duke« ״B. CH." 5. 2l hiuge- Witieu; die Anschauung war also gewiß keine vrreiazrltt» und es ist dabee zu bedauern, daß drr Herr Herausgeber die Anklage, durch gn«׳ chü'chr und römisch, Quellen näher zu deleuchieu unterließ.

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