Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 32 (9.8.1865)
- Date
- 1865-08-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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565 566 — ward jedoch von Flvffeufahrrrn gesehen, gerettet und frri entlasse». —* Cr ging hierauf dr« Flnffe» entlang und unweit Drntselö zog ibu da» ooffe Clemen» wieder au. — und spülte ihn 01» Leiche an» Land. — Diese wurde von Fischern riogedracht, erkannt und im Stillen ein. gesenkt. Zn der Kleidung befanden sich außer einigem Kupseegeld, Noten im Werth, von 25 fl. vor; am Finger de« Unglücklichen sah man einen Sold, ring, in welchem eine Lme» sich befinde». Der verwaiste Knabe soll bi» zur Heimbesörderung durch edle Menschenfreunde gut versorgt werden. Z. MnnLäcH, 17. Juli. Ein, Versammlung von chaßitäi. scheu Heiligen weilte mehrere Tage hindurch in unseren Mauern. Die Sitzungen fanden «heil» in der Klau» der Chaßidim. theil» unter freiem Himmel Slot». Beschlossen wurde, mit allen Mitteln dem starren Rab, diniSmu« ״itgegenjUlrelen, mehr Einheit in da- System der Rebbe« zu dringen und ein Trutz, und Schutzbündniß zwischen den Nebbe» Po. len» und denördlichen Ungarn» anzubabnen. Zum Vater der Heiligen wurde der durch Feuer-bruust stark heimgesuchle Rebbe au- Pelz ,in» stimmig gewählt, unv al» Zeichen der Anerkennung von sämmtlichen Rebbe« der Handkuß vorgeschlagen. Am Schluffe der Sitzung wurde vom Rebben aus Pelz die nahe bevorstehende Ankunft de« Mrffia« ver» kündet. — Bon hier auzerstreute sich die Masse nach Sziget, Ujhely und in die angrenzenden Badeorte. Die Fahrt de- Pelzer gleicht einem Triumphzuge; in Sziget wurde eine allgemeine Beleuchtung angesagt und sollen dem Heiligen in Oberungaru nach glaubwürdigen Berichte» nahe an 15.000 fl. ö. W. zngeführt worden sein. h• 25. 2t. Ujhely, 23. Zuli. Zu diesem Augenblicke weilen zwölf polnische uiid einige ungarische Rebbein unserer Milte, uw die Zahre-zeU festlich zu begehen. Die Fastrnvredigt hielt in einem Hose vor einem zahlre'.chen Publikum der Heilige Szilßüer. Unter Gelang fauden am Sabbalh feierliche Prozessionen statt, beim Vertheilen der Schirajim wurde allen Aiiweseudeu Vergebung der Sünden verkündet; einem Ehaßid hiesiger Stadt, welcher sich durch seine Energie gegen Aschle« nasim au-zeichnete, wurde die Würde eine-Hau-schamr- Lei dem Rebben Hillel in Sjikßü zuerkannt. <p■ %olc$V(l, im Zuli. Unser Schullofal wurde ans Anord. nung de- Rebbe Hillet auf hie Dauer von 3 Jahren vorläufig in ein Bet-Hamidrasch umgewandelt; die Synagoge ist im vorigen Jahre ganz niedergebraiiiit. Das Vorhandensein eine- SchullokaleS ist nach der Auficht dieses Heiligen die Ursache, daß die Gemeinde biheute ohne Synagoge geblieben. צ• Kascha» , Ans. Angnst. Unter den für den hiesigen Posten eine-Rabbinervorgeschlagenen Kandidaten befindet sich auch der rühm« lichst bekannte De. Zipser, Oberrabbiucr in Rechnitz. Möchte die Gemeinde so glücklich sein, eine solche Kraft zu gewinnen, die mit dem Feuer ihre- Geiste» zugleich auch die chaßidische Umgegend zu pazifi» ziren vermöchte. := Audem nördlichen Ungarn, Auf. August. Ich setze vor. au», daß Sie von den in unserer Gegend in Szene gesetzten chaßidäischen Ostenlolionen i» Keuntniß gesetzt find. Sie würden aber sehr irren, wollten Sie hieran» den Schluß ziehen, daß da- ChaßidLerthum bei un» im Zunehmen begriffen sei. Die» ist durchau» «licht der Fall. Biel» mehr fühlen die Führer der chaßidäischen Masse selbst, daß ihr Anhang seltener zu« al« abnimmt, und daß viele der scheinbaren Anhänger ihrer Gesinnung nach sich nicht mehr zu deo Grundsätzen und zu der Leben-- anschauung de« Chaßidäl«mu« bekennen. Hieran« erklärt sich die Austrruguug der Häuptlinge, dem ChaßidLerwes.s äußerlich einen neuen Aufschwung zu geben. Gefährlich ist dasselbe aber immer noch dem Ge» deihen de« jüdischen Volk-schulwesen-, welche« Opfer sordrr«, zn denen sich die Gemeinden bei ihrem dermaligen Bildungsgrade schwer entschließen. Zn dieser Rücksicht gebt da» Ehaßidäerthum mit der Orth», dort« Hand in Hand. Hier hätte der zu gründende Kulturverein »in weite« Feld für seine THLtigkeitl X. Nenbecfe (Toeout-ler Kam.), im August. Noch bevor der ungarische Reichstag von 18"/«, die Freizügigkeit o»-g,speochru hatte, schon im Jahre 1830. hat die hiesige human» Grundodrigkei» den Juden da« Niederlassung-recht zugestaudeu. Die Zahl der jüdischen Einwohner blieb bi» aus den heutigen Tag so gering, daß wir. nicht in der Lage, für ein eigene» Betlokal zu sorg,». in den benachbart,״ Marktflecken Franyova wandern mußten, n« dem Golke«dlenst» heiz», wohnen. Die hiermit vrrduudenen Nebelständ, brauchen nicht näher de« schrieben zn werden. Wir empfanden di,selben so schmerzlich, baß wir einstimmig den Beschloß faßten, eine Synagoge zu bauen. Da die de« reitwillig gebrachten Opfer der hiesigen Gemeinde nicht hinrrichten, die Kosten zu decken, wurden nach eiugeholter Bewilligung de» k. ung. Statthalter,iratbeS auch anderswo fromme Spenden gesammelt. Dir verschiedenen Eisenbahn- und Dampfschifffahrts-Gesellschaften g,währte, den Sammlern Freikarten, was die Gemeind, mit aufrichtiger Dank« barfeit aleine wesentliche Förderung ihre« heiligen Werke« anerkennt. Zu gleichem Danke verpflichteten uns die edlen Spender in Pest. Sr.» Kaiiizsa, Szegedin. Semliu nnd Groß-Bec-kerek. Di, Sammlnng iß jetzt noch im Zuge, sobald dieselbe abgeschlossen ist, werden wir da'» Derzeichniß der großherzigen Spender bekannt machen. Besonder« aner. kcnnenswerth ist die brüderliche Theilnahme, welch, di, hiesigen chrift. licheu Einwohner für de» Bau unseres Gott,«Hause« an den Tag legen. Den vierten Theil der uns bisher zugekommene.u Beiträge in barem Geld, haben wir von christlichen Spendern erhalten. Wer wird diesem Geiste echter Brüderlichkeit nicht sein, volle Anerkennung zollen? Einen Spender gestatle ich mir vorläufig schon jetzt zu nenn-.n: de» edlen Grafen Zos. v. Bethlen, der mit gewohnter Hochherzigkeit Lurch Flüssigmachung eine« namhaften Quantumvon Daumateeiaiien dem Baue wesentlichen Vorschub geleistet hat. Am 15. Juni hat der Bau begonnen; AnsangS September soll er vollendet sein. In diesem Augenblicke find wir mit demselben bereits über die Mitte vorgeschrit. ten; mit dem Geld, find wir aber schon zu Ende gekommen.' Di» Repräsentanz hofft, die noch fehlende Summe in Wien, Arad und anderen Gemeinden aufzubringen. Dem Vernehmen nach beadsichtigt sie auch, sich in einer Andirn; an dir Gnade Sr. Majestät.um eitle Unter• stützung aus dem ifr. Schulfonde zu wenden. Kiörbzell, 24. Juli. Berichte über' jüdische Kuluirzustände aus einem so bedeutenden Wallfahrtsorte wir Klein-Zell, Eisendurger Komitat, wo vor kaum zwei Dezennien selbst dem ersten Dizegespan de« KcmitateS. weil er evangelischen Glauben» war, der Ankauf eines Hause« nicht gestattet ward, geschwrige trnn tintm Zudrn der Aufenthalt da« selbst gewährt wurde, errege» gewiß da» lebhafteste Jntereffr rine» jeden unsrrrr GlaubriiSgenossen. besondcrwenn selb, Zeuzniß einer rrli« giösen Duldsamkeit und Nächstenliebe sritenS der christlichen Bevölkerung geben, die wahrhaft rrhebrnd und nachahmrnswrrth, in drr Geschichte der ungarischen Judrnihum» leider so ziemlich vereinzelt dasteht. Aldie Freizügigkeit der Juden ausgesprochen wurdr» war der erste Ansirdlrr in dieser Stadt rin Sprößling au» der brkannteo achtbaren Familie Pick, und als im Jäher 1860 der Volkswille zur Geltung gelangt,, wurde Herr Sigmund Pick zum MagistralSrathr. ge» wählt, welche Eheensielle er noch gegenwärtig bekiridrt. Im herrlichste״ Glanze jedoch maaiscstirt, sich die religiöse Duldsamkeit bei Gelege״- heit, al- Herr Jakob Kremsie sei. Andenken«, Schwiegersohn dr» Herr« Sigmund Pick, zur Eedr bestattet ward. Der Drrsiorbene, i« Gr, Ka« nizsa domijllireud, halte dr» Wunsch, aler nach langem Leid,״ sei״ Ende nahe fühlte, an der Seite seiner geliebten Schwiegereltern zu rube», und so ward ihm.auch seiner eminenten Tugenden gemäß al«zirl׳ lichen Ehegatten, treuen Verwandten, seinem Glauben anhänglichen Jude«, mildlhätigen Menschenseennd. dir gebührende letzte menschliche Ehre er« wiesen. Bei dieser Trauerfeirrlichkeit nun boten sich sämmllichr Herr,״ MagisiratSräthe und ZunflvorstLubr a.r, den Sarg mit de״ städtische» Todteusackela umgebend, zu begleiten, zudem waren von dem i» der Umgegend wohnenden christlichen Honoratioren, wir auch der Stadt, Pfarrer anwesend, und folgten zu Fuße bi« zum nächst,״ One de« Lei, chenwageu nach. Herr Dr. Nokonsteiu, Rabbiner zu Elriuamanger, hielt iu Gegenwart einer großen Menschenmenge eine Trauerrede in ungarische» Sprach» im Eterdebause, und am Tradplatze lu Simouyi eine Grabrede in deutscher Sprache. — Milde Spenden an alle Armen, oha« Unterschied de« Glauben« wurde durch Herrn Pick reichlich vertheilt^ wofür drr hochherzig» Spende, dir herzlichsten Segnungen erhielt. —> Di» von der Ferne herbeigreiltru Trauergäst» Ware״ mit Veseiedignot Zeugen der an den Tag gelegten bküderlichea Eintracht der Sesamml» bevölkeeung de« Städtchen» Kleiu.Zell; nur wäre ,» sehr z« wünsche»