Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1865-08-09 · 32 (9.8.1865) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
32 (9.8.1865)
Date
1865-08-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2542917-2543219-2543252--4350-2548316
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

664 66$ tho e!ght to tbo eigtbceth Century. London 1857) diesen Fehler de» richlig». kann ich nicht angeben. da dieselbe mir jetzt unzugänglich ist. V. Zur Geschichte der jüdischen Aerzte im Mittelalter. Die ruf» fischen Ehroaikea zum Jahre 1490 erzählen: Al« der Prinz Johann. Sohn de« mo-lauischen Großfürsten Johann (Ivan) de« HL. an dem Podagra rrkrauktr» da übergab sein Vater die Behandlung de- Patienten einem jüdischen Arzte Lüster (Meister. Maestro) Leon, den nur russisch« Gesandtschaft au« Venedig mitbrachte. Dieser Arzt verbürgte mit seinem Leben, daß er den Prinzen heilen werde. Da aber die Kur nichtSwe» Niger al« glücklich war, und der Krank, nach kurzer Zeit starb, so de, sahl der Großfürst, den Arzt nach vierzigtögiger Einkerkerung öffentlich z» enthaupten." E« wäre iuteressant, au« audrrweitiger Quelle etwa« Nähere« über diesen venetianiichen Arzt zu erfahren. Nach einigen Ebro, ,uken sost Leon Flaschen heißen Wasser« dem Prinzen an die Füsse ge, legt haben. Wird die neue Heilkunde eine solche Heilmethode billigen oder verwerfen? (Forsetzung folgt.) Lorresponden). Ausland. Paris, 1. August. Die letzte Nummer de« ״Uuivers Jsrae« litt" elllhälr folgende Erklärung: ,Der ״Seit Chananja" berichtet in seiner Nummer vom IS. Juli über die Versammlung von Gelehrten und Aposteln der jüdischen Reform, welche, von Dr. Geiger berufen, in Frankfurt sta,!gesunden ho», und sagt: ״״Die Alliance JsraLlite war durch ihren Vizepräsidenten, Herrn König-warter, vertreten."" Wir er, klären, daß da« Zentralkomitü der Alliance Niemanden beauftragt hat, sie bei der Fraulsurter Versammlung zu vertreten. Wenn der ehren« wcrlhe Herr König-warter daselbst gegenwärtig war, und, wie jene« Journal derichlck, an der Diskussion lebhaften Antheil nahm, so lhat er die« blo« al« Privatmann, und keineswegs als Derlretcr der Allianee. Es ist zu be» dauern, daß Herr Königswart,r in Franlsurt nicht dir öffentliche Er» kläriuig wiederholte, welche er »kiilich in Paris abgab. S. Bloch." (ES ist uns lehr unglaublich, daß das Zentralkomitö Herrn Bloch er, mächtig! habe, die vorliegende Erklärung zu veröffentlichen. Dir Worte: ״npütros do In rülorme jtidaYque“ haben offenkundig pole» mischen Eharakler. Das ZentralkomilL kann ober unmöglich die Absicht haben, sich in eine solch, Polemik eiuziilassen. und ebensowenig kann r« ihm in den Sinn kommen, der Franlsurier Versammlung den — nbrigens durchaus nicht rhrenrührigen — Namen einer reformistischen zu gebe», den die Versammlung selbst sich nicht gegeben bat. Red.) N- Paris, 31. Juli. Der als neuhtbräischer Schriftsteller rühmlich bekannte B. Goldberger ist vor Kurzem mit nachstehendem Schreiben überrascht worden: .Paris, 10. Juli 1865. Mein Herr, dir Alliance israülito universelle ha« beschlossen, den Gelehrten, die sich um die jüdische Wiffenschaft verdient gemacht haben, ihre Sorgfalt zuzuwenden. Der Eifer und die Selbstverleugnung, womit Sie Ihre beharrlichen Anstrengungen der jüdischen Literatur gewidmet haben, em, psehlen Sie ganz besonders unserer Aufmerksamkeit. nnd in unserer letzten Sitzung wurden Sie als der Würdigste befunden, die Summe von 200 Fr. zu erhalten, welche io diesem Jahre für den in Rede str» benden Zweck bestimmt wurden. Wir füblen uns glücklich, Ihnen diesen Beweis unserer Sympathie geben zu können, und bitlru Sie, unserer ansgezrichnetsten Hochachtung versichert zu sein. Der Präsident: Adolf Erümieur; der zweite Sekretär: L. Nordmaun." J. Bonbon, 29. Juli. Jo dem von unserm auch hier zu Lande dcrühmtrn EötvöS mit so vielem Geiste und Takte redigirieo Wochenblatt, wird al» erfreuliches Errigniß hervorgehoben, daß zwei Juden in« Unterhaus gewählt wurden. ES werde» aber in der nächsten Session nicht zwei, sondern fechS Juden Mitglirder de« englischen Par» lament« sein, und zwar: B. Lionel v. Rothschild für Londou: Alderwann David Salomen« für Greenvich; B. M. A. v. Rothschild für Hythe; Franc!« Goldsmith für Reading; Friedrich Goldsmith für Hont» ton und B. N. M. ». Rothschild für AyleSbury. Erfreulich war e« wir. au« dem politischen Wochenblatte zu ersehrn, daß man in der Hei. mat bereit« ansäugt, die Emanzipation der Judeu als eine Forderung — nicht der Gerechtigkeit und höhero Politik okkeio — sonder« auch der Nationalökonomie und Industrie zu betrachten. Dieser Gesichtspunkt ist besonder« geeignet, etwaigr Dorurtheilr zum Schweigt« zu bringen. (Frankfurt a. M.» 27. Juli.) Mich dünkt, daß ei« gesunder Luftzug unsere Gemeinde durchweht, daß ,in Helle« Licht für dieselbe anfgeh«; woran« ich da« schließe? Weil die Nachtvögel ängstlich aufzn» flattern beginnen. Sie fühlte« sich so kannibalisch wohl während der Trägheit, in der unser Geweindewesen dahint'chlich; der JodifferentiSmu« auf der einen Seite drängte die Sekten der Orthodorie. Da kamen bi« in dir neueste Zeit die prächtigsten sumpswüchfigen Erscheinungen an'« Tageslicht, die ober zuletzt etwa« verunglückten, wir dir Versuche, eine telegraphische Uhr als Eeud herzurichteu. eine Miujan-Chebra für Trauernde zu stifte» u. dgl. Nach dieser friedlichen inneren Miffioo fängt unsere ״ReligiouSgesellschaft" wieder an, ihre Waffen hervorzu« holen, um den Kampf nach Außen zu «ragen. Iw ״Israeliten" rührt sich ein S.*, der Löwe schüttelt dir Mähnen. Armer Geigeri Wie wird es dir nunmehr ergehen! Also Herr S. grostt, natürlich schon dir Ver» sammlung am 12., gegen deren Verhandlungen er nun tinmal nicht« Anderes sagen kann. ärgert ihn. denn fl« wird von Geiger präflbirt. Noch mehr. Vielleicht ärgern ihn die Vorträge G.'S über Aboth; sie waren nun einmal anziehend selbst für solche, dir altem Wisse» Hutdigten und enthielten gesunde Ansichten im Gewände de« alten Midrasch während Liese Heroen nicht das Geschick haben, die alten GeisteSwaffen zu handhaben und nur Geschmacklosevortragen. Da ist ihm besonder« der diesmalige Schluß der Aboth-Borträge, welche mit dem Sude de« 3. Kapitels ihren Abschluß »ahmen, sehr widerwärtig. ES handelt sich um den Spruch des Elasar EhiSma und G.'S Deutung verdient' vielleicht rin Plätzchen in Ihrem Koldo. (S. die nächste Nummer. Red.) Auch das neueste Hesr der Zeitschrist unsere« Geiger (da« 3. Heft des 3. Jhrg.) gibt Kunde von der GeisteSfrische und der unermüdlichen Thätigkeil desselben. Der erste Band seiner Vorlesungen ist in zweiter Auf» -läge erschienen, der zweite Band bewährt ebenfalls den tiesen Denker und Forscher, wie nicht minder dcn Meister der Daestellung und Grup» pirung historischer Thatsachen. (Wir werden diesen Band nächstens despreche». Red.) Warum tritt man von der ander» Seit, nicht ebenfalls mit einer Geschichte des JudenihumS hervor? Diese Frage wird sogar schon voi: manchen Mitgliedern der NcligionSgesellschast aufgeworfen. Inland. >v. Gran, 31. Juli. Hrrr Rabbiner Strrn an- Lrngykltün Hai am vergangenen Sabbalhr enir Gastprrdigt gehalirn, die allen seinen Zuhörern unvergeßlich bleiben wird. Als Wirkung dieser vom Herzen komme.,den »»d in die Herzen dringenden Predigt kann ich anführrn. daß die kiesige Gemeind« rulschloffen ist. Scheitle zu thnn, »m die Vrelegung des Woche»»,arktes vom Sabbathe auf tlnen andern Tag der Woche zu eewirlen. Mögen diese Schritt, nicht erfolglos bletbeu! י T. A Ujhely, 23. Juli. Zur Feier de« Jahrzeittagr« des sel. ״Redbril" (Mos. Tcilelbaiim) habt» sich in diesem Jahre große Scharen Andächtiger eiligefuiiden. Große Auslegung verursachten hier die an mehreren Häuser» ougeheslrten, gegen Chaßitäer nnd Halborlhodor, gerichieten Bannbullen (הרם)• DiescldkN sind in einem erzeklentea Style abgrfaßl und mit Qnadralbnchstaben aus Pergament gescheiedeo. Zu den hierüber gepflogenen Berathungcn worden die anwesenden 12 fremden Ehaßidäkrhäupiiinge zugrzogcu. 8. Tokay, 17. Juli. Dieser Tage begab sich ,in wohlgeklri» drter Jsraelitr an« B. Gyarmath in Begleitung sein,« achtjährig,« Söhnlrin« zum Heiligru nach Liska. Derselbe war jedoch wir alljährlich zu dieser Zeit seine« bedeutenden Einkommen« und feiner Gesundheit wegen in einem Badeorte, Heuer in Bartfrld. also vom Hanf, abwesend, und mußte daher unser frommer Pilger unverrichteter Sache seine mühevolle Rückreise anteeten, wodurch wir ihn zu sehen da« hohe Glück hatten. Er war über di, vergebens gemacht, angestrengrnde Reis, untröstlich, besuchte de» hiesigen Rabbi und bat denselben beim Fortgehen um (Sr* laudniß, seinen Sohn zurücklaffen zu dürfen. Der rbrw. Herr entließ ihn tröstend und gewährte dessen Bitte. Der Frrmdr ging über dt» Tokayrr Brücke, »ahm seine Tfilin und seinen TaliS. tauchte dieselben fiebrnmal in« Wasser, legte sonach diese an und sprang io dra reißenden Fluß:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.