Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 32 (9.8.1865)
- Date
- 1865-08-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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659 560 Umtrieben nicht abläßt. Die dieser Drohung vorangehende Verwarnung D r iele'S kautet: ״Ich komme nun mit mei« nem harten Schwerte, Marpurgo'ö Entscheidung zu dekräftigen, und ich gebiete strenge dem Lehrer, der ihm wi« Verspricht, und der auf seinem Bauche kriecht, zurückzukehren zu seiner Pflicht." •) Noch schärfer als Briele sprach sich Marpnrgo'S Schwiegervater Josef Piamete, Rabbiner zn Ankona, auS, welcher die sichere Kunde erhalten hatte, daß der Re« former in Görz in jugendlicher Hitze so weit ging, daS ihm vorgezeigte Urtheil Marpnrgo'S zu zerreißen! Nachdem Piamete in abgeschmacktem Style und mit gewaltigen Schimpfwörtern gegen die eingebildeten kabbalistischen Neuerer loSgezogen, ruft er aus: ״Gott weiß eS! wenn die Gelehrten sich nicht beeilen, die von den zügellvseu Genoffen der Zeit gemachten Risse wieder herzustellen, — dann wehe Israel!" Salomo David Malvigo, Rabbiner zu Luco, stimmt diesen VerdammnngSurtheilen bei, und theilt in seinem Gutachten Folgendes mit: ״Als ich in Cinto wohnte, wurde von dem Nabbinate in Venedig ein Rabbiner dahin bestellt, welcher sogleich bei seinem Amtsantritte deu alten Brauch, daS Abendgebet (Arwith) unmittelbar auf daS Mincha folgen zu laffen, alS unerlaubt abstellen wollte. Ich opponirte, und die befragten Gelehrten bestätigten meine Meinung. Auch in meiner gegenwärtigen Gemeinde habe ich manche vor meiner Hiehcrkunst eingeführte Neuerung beseitigt, und den alten Brauch wieder hergestellt." Etwas milder urtheilt in der Phylakterienfrage Jsa k Lampronte, Rabbiner in Ferrara, indem er berichtet, daß in seiner Gemeinde in drei Synagogen die Phylakterieu an Halbfcsttagen nicht angelegt.werde», und daß selbst unter den Besuchern der vierte» Synagoge in dieser Rücksicht keine gleiche PrariS herrsche. Entschiedener verwirft er die Einführung deS spanischen Ritus. Da nach der Kabbala jeder Stamm in Israel sein Fenster im Himmel hat, durch welches seine Gebete emporsteigen; so findet er eS von dem Görzer Neuerer inkonsequent, daß derselbe, in der Phylakteriensrage den Kabbalisten folgend, den regelmäßigen Zug der Gebete in die himmlischen Höhen zu störe» wagt. An diese Rabbiuen schlossen sich noch au: Raphael Salomo ha׳Levi in Finale, Jsak Chajim Kohen in Padua, Jochanan Giron in Florenz, Raphael di Lonsano ebendaselbst, Abraham Scari in Casale, Gabriel Pontremole in Turin, Esriel Joel Pin« karete in Alessandria, Nethanel Ha-Levi in Pe« saro »nd daö Rabbinat in Livorno, indem sie sich ein« stimmig für die Erhaltung deS Bestehenden erklärten.ö) In einer eigenthümlicken Lage befanden sich iu diesem Streite dir dem spanischen Ritus angehöreuden Radbinen. Sie bra« chen über die von ihneu selbst beobachteten Gebräuche den Stab. Sie verwarfen in Görz daS als irreligiös, was sie zum Beispiel in Livorno als gottgefällig betrachteten und übten. Die Erhaltung deS Bestehenden galt ihnen mehr, als die Propaganda für ihren eigenen RituS. Und doch waren sie eingestandener Maßen zu mancher ihrer liturgischen Ei« genthümlichkeiten, namentlich zn der Dispensation von den Phylakterien, auf rein reformatorischem, und zwar kabbalistischreformatorischem Wege gelangt! Die naheliegende Vermuthung, daß eS bei der Bewegung, welche daS reformatorische Drängen der Kabbalisten erzeugte, auch an innern Kämpfen in den Geistern nicht gefehlt habe, wird durch vorliegenden Bericht vollkommen bestätiget. ״Gott ist mein Zeuge", schreibt Piamete, ״daß ich den Görzer Neuerungen nicht auS Ani« mosität gegen die Kabbala entgegenlrete. Ich habe mich selbst mit dieser Wissenschaft beschäftigt, und manche Einsicht in deren Inhalt erlangt; aber ich habe mich deshalb zu keiner Neuerung verleiten lassen, wiewol mir mancher Brauch meiner Gemeinde fremdartig erschien, und meinem Gaumen bitter schmeckte." Trotz dieser warnenden Stimme» kommt eS in Ungarn bis auf den heutigen Tag vor, daß Gemeinden, die sich zum ChaßidäiSmus bekehren, den sefardischen Ritus ein« führen und an Halbfeiertagen keine Phylakterien gebrauchen. Ja, einer der gefeiertsten Chaßidäer der Neuzeit, R. Nachman, versicherte, daß er sich vorzüglich durch den Gebrauch deutscher Gebete zu einer so hohen Stufe kabbalistischer Erkenntniß emporgeschwungen habe.ד) So sehr streifen ChaßidäiSmuS und Reform aneinander! Ä. n m e r k n n g e n. שמש צדקה (ב Recht«,),»achte» von Samson Marpurgo, Be,ledig bei Deridaemin 1743. Ne. 4. Vegl. W. BI. 185 t. Ne. 77. Dem Perfaffer war die italienischtDislnffion »»bekannt. - y Ebendaselbst. Fol- 26 ff. — 5) Ebendaselbst. — “) Ebendaselbst. — T) Ebendaselbst. — «) Ma« gib Slchvth 5. a: ועקר מר. שהועיל לו היו התפלות שרתסלל בלשון אשכנזי שהי׳ רגיל מאוד ליחד לו איור מקום שאין שם ב" א והי׳ מפרש שירתו לסני הש״י בלשון שמדברי׳ בו דהיינו בלשון אשכנז Dasselbe wird auch späte! berichtet uud hinzugefügt: כך שמענו מפיו הקדוש בפירוש ächiller unö öus jüdische Mertfjum. Eine Parallele von H. Zirndorf. (Fortsetzung. *) . 22. Einen Leichenstein ,oikt ich Ihm setzen, wie ״och keinem St6* nige gewordeu — über seiner Asche blühe ein Parodie«! Do» Carlo- V. אין עושין. נפשות לצדיקים מעשיהן הן הן זברוניהם. Man setzt den Frommen keine Denksteine, ihre Thakekt sichern ihr Angedenken. Zerns. Schekalim 6. 23. Stolz will ich den Spanier. Don Carlo« HI, 10. הוצפא אפילו כלפי שמיא מתניא. Dir Keckheit richtet sogar bei», tieben Gott etwa« au«. Sanhrdriu 105. 24. Aber flüchtet au« der Sinne Schranken In die Freiheit der Gedanken. Und die Furcht,r'cheinung ist eatstohea. Und der tw'ge Abgrund wird fich füllen, Nehmt die Tollhru auf iu euren Willen» Und tu steigt von ihrem Wolkentbron. Da« Ideal und da« Leben. ואבקש עברות אהד .יושג רצוני בטירת מעט ותיא מועיל בעילם הזר, ובבא . והוא רצון האלקים־ ועבודתו הוא החירות תאמתי .וההשפלה לו הוא הבבורעל האמת. Ich strebe nach dem Dienste de« Eine», teffeu Wohlgefallen mir wenig Mühe zu erreich,״ ist n»d da« in diesem und ״u künftigen Leben ') E. Ne. 30.