Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1865-08-02 · 31 (2.8.1865) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
31 (2.8.1865)
Date
1865-08-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2542917-2543219-2543251--4336-2548301
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Beilage zum ״Ben Ch-m«nr;a" Nr. JA. DB ® r i e 11 über die am 25. Mai 1865 in Paris abgehaltene Generalversammlung der Alliance israelite universelle. Die Sitzung wird unter dem Präsidium des Herrn Crömicux tun acht Uhr Abends in dem Saale llcrz eröffnet. Die Versammlung ist zahlreich. Man bemerkt unter den Anwesenden die H. H. Albert Cohn, Präsidenteil des Wohlthätigkcitsausschusscs; Ad. Franek, Vize- Präsidenten des Zcntral-Konsistoriums; Gustav llalphcn, Mitglied des Pariser Konsistoriums-, den Grossrabbi neu Isidor-, Dr. Ad. Jonas, Präsidenten des Zweigvereines in Berlin; Daniel Lcwy, Dclegirtcn des Zweigvereines zu St Franzisco; den General Ncssim Semarna von Tunis. Die 11. II. Alcan, Mitglied des Pariser Konsistoriums, Ccrfberr, Präsident des Zcntral-Konsistoriums und der General v. Mylius entschuldigten sieh, das sie der Sitzung nicht beiwohnen konnten. Der Präsident verkündet das Resultat der am 21. Mai zum Behüte der th eil weisen Erneuerung des Zentralaussclmsses vorgenommenen Wahlen. Es wurden gewählt die II. II. Altegri, Bischofsheim, Brääl, Erlaugor, Goldschmidt, Javal, Lcvy-AlvaiAs, Ros'cnfcld und Saint Paul in Paris; Camondo in Konstantinopel; Dr. Elkan Cohn auf St. Francisco; Giuseppe Lcwi in Vorcelli; Maroni in Florenz und Dr. Sarphati in Amsterdam. Hr. Leven, der Sekretär, liest folgenden Bericht Uber die Arbeiten des Zentralaussehusscs: Meine Herren! Die Alliance Israelite Universelle ist in das sechste Jahr ihres Bestandes getreten, und indem ihr Zentralausschuss Ihnen den Jahresbericht Uber seine Arbeiten erstattet, wünscht er sich Glück, Sie von dem wachsenden Gedeihen unseres Werkes unterhalten zu können. Als wir im Rückblicke des vorigen Jahres die verschiedenen Phasen der Geschichte der Alliance Israe- Ute Universelle verfolgten, waren wir so glüklieh, Ihnen zu zeigen, wie dieser Verein sich aus dem kleinen Zirkcl seiner Gründer schnell verbreitete, sich von Jahr zu Jahr entwikelfc, und bereits so gross geworden sei, das er in seiner Organisation Uber die ganze Erde verbreitet ist, seine KomitAs nach allen Seiten hin ausdehnt, in Europa, Afrika, Amerika und Asien wirkt, nach den Vorschriften seiner Statuten allenthalben für die Emanzipation und den sittlichen Fortschritt unserer Glaubensbrüder thätig ist; vereint mit denselben in Europa die Unterdrückung derjcnigei. Gesetze anstrebt, welche dem Grundsätze der bürgerlichen und politischen Gleichheit widersprechen und der religiösen Freiheit entgegengesetzt sind; wie sic ferner, Uber das Geschick der Israeliten in den barbarischen Gegenden besorgt, sie gegen die Verfolgung, die ihnen wegen ihrer Schwachheit unaufhörlich droht, in Schutz zu nehmen sucht; die Unbekanntesten unter ihnen, die an die äussersten Enden der Erde Versprengten, die von dem Stande unserer Zivilisation, ja selbst von unserer Existenz kaum eine Ahnung haben, kennen lernen will; die Aufmerksamkeit der kühnen Erforscher jener Gegenden auf sie richtet.־ im Oriente den. Aufschwung zu einer durch schreckliche Verfolgungen vernichteten Zivilisation herbeifiihrt, Schulen ins Leben rufend, und deren Leitung unterrichteten, ihrem Berufe hingegebenen Männern anvertrauend: und wie er endlich im Occidente, in unserer eigenen Mitte, den Fortschritt der Wissenschaft ermuthiget, indem er auf die Lösung geschichtlicher und statistischer Aufgaben, die das Jndcntlnim interessiren, Preise setzt, und die Veröffentlichung litcrärischcr Arbeiten begünstiget, welche geeignet sind, die Kenntniss der Religion zu verbreiten, damit sic mit Unparteiliehkeit bcurtheilt werde, und ihren Platz in der grossen Bewegung der Ideen unserer Zeit behaupte, welche in der Gcsammtheit ihrer Arbeiten durch die aufgeklärten Menschen aller Länder und aller Kulte unterstüzt wird. Wir trennten uns damals voll des Vertraucns in die Zukunft unseres Vereins, welcher nach Massgabc seiner Entwickelung von Tag zu Tag besser verstanden wird, indem er ueder in seiner Organisation, noch in seinem Ziele etwas Mysteriöses cinschliesst, sondern bei hellem Tage in vollkommener Ucbcrcin- Stimmung der Absichten vorgeht, alles Trennende entfernend, und all diejenigen vereinigend, welche eine gemeinschaftliche Aktion für nützlich halten, zum Schutze der Unterdrückten, zum Siege der religiösen Freiheit, zum Fortschritte der Zivilisation, zur Verbreitung der Aufklärung mit einem Programme in der Hand beizutragen, velchcm man in Rücksicht auf unsere Kräfte nicht den Vorwurf zu grosser Ausdehnung machen kann, an dem jedoch Niemand auch mur ein Wort zu desavouiren braucht, und welches die Mitglieder in unaufhürlieher Anstrengung zusammenhält, ohne der Kraft der Initiative des Einzelnen Abbruch zu tlmn, und ohne die Zentralisation in einem andern Masse, als in dem anzustreben, in welchem sie zu einem gemeinsamen Wirken aller Menschen von guten! Willen nothwendig ist Unsere Hoffnung hat uns nicht getäuscht; unser Verein hat sieh vergrüssert. Die Zunahme der Mitgliederzahl wurde fortgesetzt. Die Beitrittserklärungen kamen uns bald vereinzelt zu, bald kollektiv. Unsere Mitglieder geben in den verschiedensten Formen ihre glühend» Sympathie für unsern Verein zu erkennen: manche ma-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.