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Ben Chananja · 1865-08-02 · 31 (2.8.1865) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
31 (2.8.1865)
Date
1865-08-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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53a 634 NlingSdivergtnz, welche zwischen zwei anerkannten Antorltätrn deS vlerten ZahrhnnbertS über den Begriff der Sektirerei, stattgefuuden hat. Abaje, Oberhaupt der Talmud-Akademie von Pumbaditha von 322 bis 337, fand Sektirerei nur in dem von einander abweichenden Branche zweier RelkgionSbehörden oder Gerichtshöfe, weiche Einem Orte angehören; verschiedene Gebrauche in verschiedenen Orten gelten ihm nicht für Sektirerei. Raba, ebenfalls Schulhanpt zu Pumbaditha von 337 bis 351, hielt auch den ersten Fall nicht für Sektirerei. Ihm erschienen als Sektirer nur die Mit« glieder derselben ReligionSbehörde oder desselben Gerichts« hofeS, wofern ein Theil derselben der einen, der andere Theil aber der andern Observanz huldigt und folgt. Auf welche Weise suchten nun die kabbalistischen Reformer zu Algier diesen alten Streit zu ihren Gunsten anSzubeuten? — Sie raisonnirten, wie folgt: ״Da wir den gemeinschaftlichen Gottesdienst nach unserer Weise in besonderen^Betlokalen abhalten, so sind wir ebensowenig der Sektirerei zu zeihen, als zwei in ihren Anordnungen nicht über« einstiminende ReligionSbehörden oder Gerichtshöfe derselben gezeiht werden können. Wie man diese gewähren läßt, weil sie bei der Abgrenzung ihrer Wirkungskreise nicht in Kollision gerathen, so lasse man auch nnS gewähren, indem auch von unserer Seite kein Konflikt mit den Besuchern der andern Synagogen zu befürchten steht. Will mau nnS aber die für unS ungünstige Meinung Abaje'S cntgegcnhalten, welcher Maimonid * beizuflichten scheint; so begeben wir uns unter den Schutz Na ba'S, für den sich R. Isa k Al faßi und R. Ascher den Iechiel erklärten."') Dieses Raisonnement muß intest in Algier die bcabfichligte Wirkung verfehlt haben; denn die kabbalistische Partei sah sich genöthiget, die Intervention auswärtiger Auto« ritäten in Anspruch zu nehmen, und ein Gutachten von Maß'ud Raphael Alfaßi, Rabbiner zu Tunis, (gest. am 1. Tebeth 5475,—7. Dez. 1714), einzuholen. In dem Anfrageschreibcn an Alfaßi wird unter Anführung verschiedener rabbinischer Autoritäten dem oben erwähnten Rai« sonncment die Bemerkung beigesügt. daß bei abweichenden Gebräuchen, durch welche weder ein biblisches noch ein rabbinischeS Gesetz verletzt wird, von Sektirerei überhaupt nicht die Rede sein könne Alfaßi trat in der Hauptsache auf die Seite der Algierer Kabbalisten; doch wünschte er, daß die anS der Mitte der typischen Gebete zu verweisenden Pisulim am Schlüsse desselben auch fortan rezitirt werden sollen. Am ausführlichsten spricht er sich über die Repetition Her Tefilla anS. ״Wen» die leise Tefilla", sagt er, ״in srü« herer Zeit abgeschafft wurde, so geschah eS nur derjenigen Gemeindeglieder wegen, welche, um ihrem Erwerbe nach;», gehen, die Synagoge verlassen wollten, oder in Rücksicht auf diejenigen, die sich während der Rezitation deS VorbeterS eitlem Geschwätze überließen. Da diese Umstände gegenwärtig - nicht obwalten, ist eS natürlich und löblich, den alten Ge- משחא; דרבוחא (י Anmerkunge» .י•♦*׳י »<א Moß'ud und Rapbarl, Ealamo und Ehajim Alfaßi, giverao 1805. R*» ntirfnBg zvm Orach Ehasi«. -<&>». 112. brauch neuerdings einzuführen. Auch ist eS thöricht, deS Erwerbewegen ans der Synagoge zn eilen, indem Gott dem Menschen seine Nahrung in Anbetracht der Verdienstlichkeit de- Gebetes bescheert, wie denn auch nach des Bemerkung AbudirahamS die Zahl der Benediktionen in der dreimaligen täglichen Tefilla 57, (19.3) beträgt, und dergestalt dem Zahlwerthe deS Wortes San (}ן) Ernährer glrichkommt. — Abgesehen davon ist der Gotteslohn für jede gesprochene Benediktion vom Talmud selbst auf zehn Gulden festgesetzt. Wird nun die Tefilla nur einmal rezitirt, so entsteht an jedem Tage ein Ausfall von 380 Gulden (19.2=38). Wer wäre aber so thöricht, sich solch einen täglichen Verlust gefallen zu lassen? — Endlich sollte ,pan auch die kabbalistische Lehre zu Herzen nehmen, nach welcher durch Abschaffung der in Rede stehenden Repetition sogar die Aukunft deS Messias verzögert wird! — Die Wiederholung der Tefilla hat in der That die außerordentlichsten Wirkungen, ob auch der Talmud dieses Gcheimniß absichtlich verschweigt, und nur den auch dem alltäglichen Verstände zusagenden Grund dafür angibt, daß nämlich durch die Repetitivn deS VorbeterS diejenigen vertreten werden mögen, die selber deö Gebetes unkundig sind." *) (Schluß folg t.) Korrespondenz. Ausland. Id. Mainz, im Juli. Ihre ungarischen Ortbodoren sind Wirt׳ tich ganz sonderbare Känze. Die Bcritrtheiluliz jüdischrr Ketzer reicht nicht uirhr hi», ibrr» Fanatismus zu befriedigen; fie richte».ihr Geschoß sogar auf Schriftsteller. dir sich gar »ich» zur Rrligion Israel« detennen. lind um derc» Nechtglänbigkeit sich die indische Orlhodorie gar nicht zn kümmern ha». So forderte vor Kurze», ein öffentlicher Nr. Ngionslehrer 1״ Pest. Herr S. Koh». ,inen ,.gewissen* Heribelt Nau vor das hicsize chaßidäische Tribunal, um Na»'« biblische Ge« schichte für die Jugend ans de» Inder der Scfarim Chizonim zu setzen. Oder sollte c« len, Hirrn Kohn in Pest ״»dekaniit sein, daß Heribert Na 11, der Verfasser de« Evangeliums der Natur und der Apostelgeschichte der Menschheit kein Jude, solider» ei» Ehrt st ist? Biblisch, Geschicht«» wrike gehören doch überhaupt zi, de» konfeffioneklen Schriften, an denen keine Religion Mangel hat. Welchem jüdischen Lehrer wird r« wol eia» fallen, jütische Jiigendschrislrn zu Gunsten christlicher hintanzusetzrn? Herr Kohn Nagt in seiner oe.'hodorni Erpektoratioie, daß die goldene Zeit der kindlichen Unschuld und de« unverkennbaren Schamgefühl« q» Horizonte der Jugend vorüber sei, wo man selbst mil dem lebhastea Knaben die ganze h. ,Schrift, selbst ohne Ausschluß der Liebtöszearu durchnehmen, und wo man mit der zarten Jugend di« Traktate Ke» thubclh und Nidda lernen konnte, ohne eine frühe Reife dadurch zu verursachen. Wir würden aber undankbar gegen Gatt und seine Leitung sein, wenn wie in diese Klage» einstimmtea׳, wir freuen ua« vielmehr, daß diese ,goldene Zeit* vorüber ist, daß die Jugend nicht mehr in dem Elnwpssiane und der Gedaoseulosigkei» herai.gebildet wird, wo dir Ruthe de« Redde dem aufgeweckten Knaben jede Frag,, di« jener nicht braolwokltN durfte — niederschlug und daher rior Jagend aufrrzoge^ .wurde, die, ohne sittlich reiner zu sein, nur io stupidtr Gläubigsei» ujfp ungewohnter Werkheiligkeit sich auSzeichnete. Ob Herr Kohn durch feig» Unterrichtsmethode ein gleiche« Ziel ansteeb, oder schon rrfti'ft £abr, entgeht dem Fernstehenden. P. Pvft, End, Juli, gewählte Gemeint,reprisrntauz ') Ebendaselbst. Inland Dem vernehmen noch wird für «ine ihrer «a Aufgak, ' i

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