Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 30 (26.7.1865)
- Date
- 1865-07-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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523 624 alt gröflea Qiftt tttgtaematn, J* sogar äit tiorr ä» sehnlich»» Suwwö j»t Erhaltung Wrfrlbrn sich selbbetheiligt und «ach bei nnder» christ^ lichn» Frenndt» Sammlung»» vrraustallet. - Drssenungeachte» »isen» die Ehaßidtm gege» diese Schule, bilegeu dkejenige», die sich Hiera» br» thriligru, mit dtl» Bavür »ud drohe», der»» Häuser avznzündrn. — Heer ». Berg hat versprochen, dahia 1» tbtrfta, daß di« Regierung i» de» zehn Kreise», dir rr beanffichligt und in «eicht» er auf große Echwierigkeite» stößt, Zwang«schulen einrichteu wird, wa« alt bat größt, Heil von dea Besser» anerkannt wird. — Inniger Dank und Gotte« Segen dem edlen Herrn v. Berg, rufen wir ihm zu. An der Spitzt der Opposition steht der Oderrabdinrr Lüpschitz, »in Anhänger der Ehaßidim im Vereine mit dem oben genannten Rebbe Izig Mayer au« Gurra. — Obige« wurde wir in seiner Allgemeinheit auch noch von andern gebildeten Männern bestätigt. — Für heute sei diese« genug. In meinem zweiten Berichte, so Gott will, werde ich dem ״B. CH." noch andere interessante Mitihrilungen machen.') I. Kahn, Oberrabd. in Trier. Itrländ. E. Pest, 18■ Juli. Zn der Buchdruckerei de« Gmerich Darta« Nt« ist soeben erschienen: Kol Ne hi. Worte der Trauer, gesprochen am Sarg« seiner geliebten unvergeßlichen Mutter Fanni Basch. geh. Kohn, von Em. Basch, DezirkSrabbiner in Aposiag. Wenn diese Rede zunächst auch nur für einen engen Krei« von Verwandten und Freunden herauSgrgeben wurde, so verdient sie doch wegen der korrekten, edlen und schönen Sprache und Form auch weiteren Kreisen bekannt zu werden. Herr Basch zeigt durch diese Rede eine homiletische Gewandheil. welche von größer« Gemeinden beachtet zu werden verdient. Dou Rabbiner Zgnaz Back erscheint Depping'« Geschichte der Juden im Mittelalter in ungarischer Uedersetzung. Auch hat derselbe 19 Trauerreden in ungarischer Sprache zum Drucke vorbereitet. E. Debrcezin, 19. Juli. Die hiesige Gemeinde, die eigent׳ lich erst iw Werdrn und Entstehen ist, bat einen sehr empfindlichen Verlust erlitten. Eine« ihrer ersten und hervorragendsten Mitglieder, Herr Michael Stein seid, wurde ihr vorgestern durch den Tod ent« rissen, und sind dessen sterbliche Nederreste heule dem Mutterschoßc der Erde zur ewigen Ruhe übergeben worden. Der Verblichene erreichte ein Alter von 74Zabr,n. und er war wegen seiner GcisteSbilrnng, die unter unfern Glaubensgenossen feines Alters in hiesiger Gegend keine gewöhn« | lichr Erschktuung ist, wir nicht minder wegen seiner unbefleckten und bewährten ReStlichleit und Biederkeit, in weiten Kreisen hochgeachtet. Zn seiner Zugend lag er dem Talmudstudium mit vielem Eifer ob. Seine kausmüuiiil'cht Laufbahn, aus welcher er sich ein sehr bedeutendes Vermögen erwarb, entfremdete ihn zwar diesem Studium; doch bewahrte er sich stetseine Sympathie für die jüd. Wiffenschast und deren Träger. An seinem Leichenbegängnisse detheiligle sich nicht nur die gesammie jüd. Bevölkerung der hiesigen, Samsoner und DerrcSker KemelnLr; auch zahlreiche Christen, darunter die Spitzen de« Adel« und der Kauf« mannSwelt. fchloßen sich dem von der Schuljugend ercffneten wahrhaft imposanten Leicheuzuge an. Oberrabbiner Löw wurde telegraphisch hieher berufen, er hielt im Trauerhausr eine ungarische, auf dem Gotte«» acker eine deuliche Trauerrede. Vor und nach dem Leichenbegängnisse wurden »8 Arm» ohne Unterschied der Religion Spenden vertheelt. Der sel. Steinfrld biüterließ zwei gebildete und astgemein geachtete Söbne und eine wohleezog-ne Tochter, die feit zwei Jahren mit dem in Wien und in Baden p^akiizirrnden tüchtigen med. Dr. Frommer verehelicht ist. welcher sich auch auf dem Gebiete der medizinischen Literatur einen Namen erworben hat. Au« einem Winkel Böhmens, Ende Juli. Ich feilte «tim Schilderungen wol mit den ZnstLndrn der Metropole, jener alten Prags, beginnen, dir mit ihren zahllosen Statuen und Monumenten auf den Fremden den Eindruck de« alltn Meniphi« oder Theben macht. Ja, jene« alte ltaffjsche Prag. in dem die nrurn Prachigebäude zu Ihrem alten riesigen KoNegen sich wie Naseweise ihren ergrauten Meistern gegenüber au«uehm«n, wo aber neben dem Venen Wessen auch da« alt, Talwudische noch gui vertreten ist Und Gewicht nnd Bedeutung hat, und welche« immer noch bat Mtkka stttbsthUt »sitz WißbezittlgN Iüng» linge bildet-, Views! »unwehr nur tvehr gelernt den» gelehrt wird: Weih ein« reicht Quell, für rinr» gesunden Humor! Wir beschriebe ei» solcher di, Gelehrsamkeit, die nun fn bea ölt,» Iudtugaffe» mit feiner Nas, wittert; däbti di» zahllose» Variationen in all»» Namen ans ״U«״, mit denen die Wände ln ihrer Schwärze wie mA Hieroglyphe» bemalt sind, sodann di« hrrdlichen Schalrtschilbtr, dir wie Sphinrr mit ,ine» gewissen Scheu Und Ehrfurcht erfüllen; ferner die goldene Hand» und andere Händli'rungSgaffet«, Wo lw Rückschritt, bH» schlichttu Wan» derer nicht mehr da« Gewand vom Leibe gezerrt wird, damit re sich andere« kaufe! dann da« Hau« Trietsch, wo so viele Hungrig» gespeist werden, und da« sich al« solider denn da« von Schüller u. Komp, bewährt! sodann die 170 Leichensteinr de« alten jüdischen Friedhöfe«, die mitten im Getümmel wie die Helden de« Lronida« bei Termopylä sorglo« der — Ewigkeit entgegrnsehen — dann di, ״eingefallene" Altaeuschul, in der e« jetzt mehr al« sonst alt» neu hergeht; ferner die zahtlosru Synagogen und ״Schul,«", wo förmliche Redewetlrennea abgebalteo werden! Eine wahre ׳ . קנאי* סופרים! da« alte klassische Prag, sage ich, wo jeder vierte Mensch rin Doktor, jeder Dritte ein ossiziöser oder Privatg hrter, ein Redakteur oder Journalist, «in Wahllustiger oder Gewählter . . . ist! Wie aber, werden Sie und Zhr« Leser fragen, kömmt die« in den ״B. CH." und zu den versprochenen Zuständen? Da« ist ja ,in förmlicher Wirrwar, ein wahres Chaos! Aber eben hier will ich gründlich wie ein deutscher Gelehrter ab ovo beginnen — ging ja auch die Welt bekanntlich audem Chaos hervor, warum also nicht auch ״böhmische Zustände", die durchaus nicht dir Welt bedeuten! »Paria c’eat la France“ heißt e« bekanntermaßen. Ob sich da« auf politischem Gebiete nicht von jeder Hauptstadt sagen ließe, insofern« sie das Leven und Streben de« ganzen Lande« in seinen Theilen en groB wiedergibt . . . geht «ns hier nicht« an. aber gewiß ist eS. dadas kulturelle uub lultuelle Leben vorzüglich jüdischer Gemeinden sich in den Troßgcmeinden ihrer Hauptstädte abspiegelt. Man kann daher meines Erachte»- bei der Darstellung von Zuständen entweder analitisch von der Hauptstadt auSgehen. um so den Geist der Landgemeinden ge» schildert zu haben, oder aber siulhetisch, d. i. die Landgemeinden zeichnen, um so daS Bild der Großgemcinde zu gewinnen! Ich will den zweiten Weg, wenn er auch deschlverlicher ist, einichlagcn, um so mehr, al« Prag trotz seine« ObirradbinatrS und seine- Gemeindepräfidium« leine Gemeinde, vielmehr aber rin Komplex von Gemeiilden ist . - . Wenn wir un« jedoch nach einem Standpunkte oder besser nach einem hierland« herrschenden Prinzipr umschauen, um darau« die sichibare» Erscheinungen gründlich und gewisseohast zu beurtheilen ... so finden wir zu uuserm Leidwesen kein andere-, als das »8s laisser aller!״ Da gibt es seinen Kampf und keine Streitfragen, vielmehr geht der Wolf mit dem Lamme, die Orlhodorie mit der Orgel, der Pijut mit der Predigt, dir Schule mit dem Eheder, der Rebbe mit dem Rabbiner und der Doktor mit dem Rebbe Hand in Hand! Denken Sie sich hierzu nun di» Kreisrab« binaie, wahre Sinekuren, dir Niemand zu berühren wagt, weil sie sonst, wie alte Leichen, bei der leisesten Berührung zerfallen könuteo... und St« haben ein vollständige« Bild der jüdisch-kultuellee Zustände der Landgemeinden. Doch dürsten Sie da« eben Gesagte nicht vollkom» men verstehen, nun so will ich mich denn in meinem nächsten Berichte deutlicher au«sprrch,n. Pholomet'er. Dl«s Mähren, 17. Zuli. Abermal« find die kookordatlichtu Paradeprüsuugen mi, den obligaten Gedichichen, Sträußchen, Dücklingrn und Reverenzen, mit den u»o׳rmeidlichen Fragen, ob der Lehrer nicht« gegen dir Gemeinde et vice versa rinzuwrvden, und mi« len usuellen Au«sülluNg»n der gedruckten Rubriken, in den mährisch'jndischen Ge« meinden Vor sich gegangen. Die Herren Dechant« habe» nun wieder ei«: ganze« lange« Zahr von den allteftamentlichen Gchnlen Ruhe. Ob sie nach einem Jahre wieder erscheinen werden, n» sich zn übrrzeuge», daß di, jüdisch« Zugend io der Religion gehörig unterrichtet wert», Und ob sie Rechnen, Geographie. Grammatik, durchtränkt vo« Geiste der Religion gelernt habe? Wer kann dle« Vorhersagen! Di« dirsdezbß» lichen Aeußerungen und Eingaben rnbrn sanft im Schoße der eatschti» benden Anioeiliie». oder haben viellrichr einen Platz im Papierkorbe gefunden. Soll«, da« Religionsrdikt «ine Wahrheit und da« Konkordat ') Und de» ״D. CH." zu neuen innige» Danke verpflichten. Retz.