Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 30 (26.7.1865)
- Date
- 1865-07-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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521 אוי לה לרבנות שמקברת את כעליה. Weh der H»rrschrrwürd»k sie wird da« Grab ihre« Träger». Sdlfur, Jesai. 23«. 21.®nbI0« Iifg» dir Welt vot deinen Blicke». Uod die Schifffahrt selbst erfaßt ffe kau». Doch auf ihrem uoermeßaeu Rücke» Ist für zehn Glückliche nicht Raum. Der Antritt de« Jahrhundert«. הברך מית תאמי; הבר;- אתעשר אל תאמיו^ Sagt man dir, dein Freund sei gestorben, so glaub' ««, sagt inan, er sri reich geworden, glaub' es nicht. Gittin 30, d. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Ausland. Bad EmS, 17. Juni. Seit Donnerstag Abendbefinde ich mich Wieder hier, uw, wie im vorigen Jahre ״Heilung auder hie» figen Quelle" zu schöpfen. Da meine von hier auim vorigen Jahre dem ״B. CH." mitgelheilten Berichte manche» Anklang gefunden haben, so will ich auch jetzt wieder solche zu geben versuchen. Al- Einteilung zu diesen erwähne ich nur, daß ich am Milt.- Woch den 12. d. auch in Frankfurt a. M. in der von Geiger berufenen Versammlung anwesend war. Ich traf mit meinem Freunde und Kolke« gen, dem Rabbiner Goldman» au- Lückenfeld, zwar erst um 7 Uhr am Mittwoch Nachmittag« in dem Versammlungslokale rin, nachdem schon von 4 Uhr an heiß debattirt und am Vormittage in der Kommission ernst über einen vorzulegenden Entwurf verhandelt wurde; überzeugte mich dennoch während der drei Stunden meiner Anwesenheit — die Versammlung dauerte bis 10 Uhr, — daß den edlen Kämpfern für Licht und Fortschritt noch jiigendliche Kraft und frische Begeisterung iiiiiewobnen. Freuligst war ich sogleich der meinem Eintreten überrascht durch den Anblick mehrerer seitdem alt und zum Theile grau ge.vordenen Mitglieder der srüherrn Rabbiner-Versammlungen, dir ich groß- «enlheilseit 1816, der letzten in Breslau, nicht gesehen habe. Es waren diese-: Geiger, Philippson, Herrheimcr, Formstrcher, Goldmann au-Cdurhifftn u. A. Andere Freunde, wie Adler au-Kassel, Hochstädler au- EmS, Kahn au- Mainz. Rothschild au« Alzey. Land-berg au« Darmstadl, Kirchheim. L. Lust an« Frauksnrt drückten mir herzlich die Hand, auch einige ״Pauim Chadaschoih" uahm ich wahr, unter welchen De, Goldschmidt au« Leipzig uud Dr. Wolf au- Gothenburg in Schweden wich am meisten aiisprachen. Mit Ersterrm brachten wir, ich und Gold» mann lieZeil noch bispät in dir Nacht ans unserm Zimmer höchst angenehm zu. Eine sehr begabte und liebenswürdige Persönlichkeit, deren Person» licht Bekanntschaft gemacht zu haben mich innigst freut. Auch unser l. Neubauer war anwesend. — Diese günstigen Eindrücke verscheuchten da« döse Omen, welche« ein Errtgniß aus unserer Hinreise, wodurch unsere Ankunft in Frankfurt um circa drei Stunden verspätet warb, — mir unwillkürlich eingeflößt hat. An der Lokomotive dr« Bahnzuge» nämlich, in welchem wir saßen, wurde ,in Rad verletzt uud dadurch unbeweglich. Der ganze Zug mußte daher rückwärts bizur nächsten Station langsam geleite« werden, um von dort au» uw rin andere« Lokomoliv telrgrafireu zu köuuen. Ist Liese« nicht rin treue» Bild unsrrrr jetzigen und auch jüdisch-religiösen Zustände? Wird dann nicht auch da- Rad der Bewegung und de« Forlscheilte« oklenlhalden ge» hemmt und zum Rückichrittr wieder geblasen? W׳rd der Versammlung, au der ich mich betheiligeu wollte, ein andere» Geschick zn Theii wer» den? ׳Und da wir der Wochruabschuitt de» vrrfioffenen Eabbath noch lebbasirr iw Gedächtoiß war, so glaubt» ich — wie ehedem in Zeiten der Nadbluervrrsamwluogeo — die Bileam« zu schauen, welche von den Dunkelmännern gedungen werden, um un« zu fluchen. Sogar die sprechenden, beleikigeorro und schreienden Esel glaubte ich schon zu ver» »edwen. — Aber dir vielen begeisterten Männer, die iw Hause de« Herrn Horkheimer zu Frankfurt a. M. tagten bi» in di« Nacht biuein uud diese zum Tag, wachteo, verdrängten sogleich bei meinem Ein» treten dies» trüben Gedanken. Mit jugendlicher Frisch» und freudigem Srast, belyrikigt, ich wich, fgut »« geh,» koaak». «, der Debatte. Hob da» schön» Risultat dieser erste», nur vorbereitende« Vresamrnkttn-, über welch» unser 93״. Eh.", wie mir mitgetheil» warb, Zhoe, a»»führ« lich bericht,» wird, flößte mir die Neberzeugong «in, daß ähnlich w,l»e« Dahnzog, auch unsrr fortschreitend,« Destrebea nicht für di» Dauer mehr gehemmt uod unterdrück« werden kann, er vielmehr durch »avrr« letzte, neu» Lokomotive immer weiter uod weiter sicher geleitet werde» wird, zur rndlichra Bereinigung aller Parteien uoter so« und alle» Menschen, so daß der AoSsprnch, mit dem Geiger dir Versammln»- begrüß«,. Friede, Fried» dem Fernen uod dem Nahen, in Srfüllangehen Wied. Nun zu meinen Berichten von hier au«, die ich mit einer Echikderung der jüdtsch-religiöseo Zustände io Ru ssisch-Polen, z» wrla cheo wir ,in gebildeter Kaufmann meiner hiesigen Bekanntschaft an« Lodz — S Stunden von Warschau, — die interessanten Notizen vor« diktirte. Derselbe wünscht sehr deren Veröffentlichung im ״V- Eh." und io andern jüdischen Organen, um hierdurch möglichst eine Umgestaltung zum Bessern zu erwirken Dagrößte und schrecklichste Hebel, der Hemm» schuh jeder Bildung und der gewaltsamen Unterdrückung jede« Unterrich« te«, — ist die große Masse von Cbaßidim in Ruffisch-Polen. Dies, hat in den letzirn zehn Jahren an Zahl und Einfluß noch zugenommen. Nur drei Gemeindru find fast ganz von ihnen verschont, nämlich Eol», Dl oclavek nud Cze noloch ar. Diese haben vernünftige Rabbiner und geregelten Go1ie«die״st. Der Rabbiner der letzter» Gemeind» ist der größte und entschiedenste Gegner der Chaßidim. In allen übrige» G,meinten machen die Chaßidim die bideulend größte Anzahl au«. Durch si, sollen auch die jüdischen Zeit- und Wochenschriften »er« boten seien. E« gibt circa 30 Rabbi«, zu denen da« Volk wallfahre», nud da« von denselben im dümmsten Aber» und Wunderglauben er« halten und auch auSgejogen wied. Den größten Einfluß übt der Rabbi Jzig Meyr in Gurra bei Warschau au-, er ist ei» großer Wua» dermann uud der gewaltige Beherrscher der Chaßidim, zu dem Alle« hinströmt.. Er bereichert sich auch durch sein HaSkama zu dem in War« schau gedruckten Talmud bei Orgrlbraiid, einem Manne der erteemstea ueuern Richtung. Dieses stört aber den fromnitn Wundermann durchau« nicht, da er einen sehr großen Theil de- GewiiiiieS für seine Ha«kama von jenem erhielt. Nach Rebbe Jzig Mayer treib« e« der Rebbe in Pirtrrka» (6 Meile» von Lodz)'am Schlimmsten. Seine Haupihiligkeil richte! fich auf kinderlose Frauen, denen er sogar nach Maßgabe ihre« Dermögeo« und der Größe de« ihm gegedeueu Honorarsicher verspricht, daß fl» bald audem Zustande der Uusruchlbarkeil herau-lreten werden. Sein» rrstc Frage an diese soll daher sein: Wie reich seid ihr, und wir vi»l gebt ihr mir? Im Allgemeinen find die Chaßidim nicht vermögend, dir vielen Handwerker unter ihnen würden der Bildung in den Elementarschulen zugethan sein, schon be«halb, weil sie solche zu ihrem Gewerbe btdürfe» — wenn flr nicht von der größeren Masse abgehaltea würde». Ueber Lodz gab mir wein Berichterstatter folgend, intereffoo«, Daten. Dir jüdisch» Gemeinde zählt circa 12,000 Seelen, worunter 5—600, dt» der deutschen Btldung angehören, viel im Au-land» zu» bringen und auch dre Vermögendsten find. Diese leben mit den Cdaßi» dim in beständigem Kampfe, und gelänge »« jenen, einen geregelter»; besonderu Gotle-dienft in einem gemiethetea Lokale für sich etazurrchte». so unschuldig dieser auch ist, da er ohne Chor und die geringste Ad« Luderung der Gebet» besteht, ja dt» Mizwoth an diu Hanplseiertag«, noch versteigert werden: so ist er den Chaßidim doch rin Dorn i» Auge, und si, verfolgen die Betheiliger an dro,selben auf jedr möglich» Welse. Di« jetzt ist »« ihnen aber nicht gelungen, denselben zo unterdrücken. Durch die unermüdliche Energie dieser Gebildrlrn ist mit Gr« nehmigung der hohro Regierung »ine Schule in« Leben getreten, in welcher vorzüglich dir verwahrlosten Kinder der ärmeren Klasse uoter« richte« uud zu brauchbaren Menschen heraugebildet werden sollen. Sehr verdient wachte sich um diese, sowie überhaupt um dir Förderung d»r Bildung unter den Juden, der Echulrath Herr ». Berg au« Eorlaod, »io wahrhaft humaner, hochgestellter Maun und «in Freund dr« auf, geklärten Judrnthum«. Dieser srhr »dl» Man» hat sich diesrr Schul»