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Ben Chananja · 1865-07-26 · 30 (26.7.1865) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
30 (26.7.1865)
Date
1865-07-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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515 - ־ ־ י; , ■r suchten mehr Wärme vnd Herzlichkeit 1» dsiz Gottesdienst z« bringen."ד) Hierauf reduzirt sich so ziemlich Alle-, vüia ueuester Zeit über kabbalistisch-liturgische Reform berichtet wurde. Wir glauben daher i» diese« Augenblicke, wo liturgische Reformen sich selbst ia der Preßburger Gemeinde, der Dorkämpferin der Orthodorie, Bahn brecheu, uud diese- Beispiel auch die Reformer anderer Gemeinden zur Nachahmung Lufmuytert, uichtS UeberflüffigeS zu thun, indem wir in Folgendem einen neuen Beitrag zur Geschichte der Synagogenreform zu liefern versuchen. In Italien, wo die Kabbala schon im 13. Jahr, hundert Eingang gefunden hatte, wurde deren Studium durch die rücksichtslose Strenge befördert, mit welcher JuliuS M. und dessen Nachfolger gegen die rabbinische Literatur verfuhren. Indem sie alle vorfindlichen Eremplare de- Talmudd-n Flammen überliefern, und die Werke der Kasuisten konsiöziren ließen, trugen nämlich die Päpste nicht wenig dazu bei, daß sich viele jüdische Gelehrte mir ungetheiltem Eifer den kabbalistischen Werken zuwandten, welche merkwürdiger Weise von den VernichtungSmaßregeln nicht getroffen wurden. ״Heutzutage, — schreibt Emannel den Jekuthiel auS Benevento im Jahre 1558, — wo unS daS Theuerste entrissen und vom Feuer verzehrt wird, so daß wir unS mit den Diskussionen Abaje'S und Raba'S nicht befassen könneu, und wo auch die PoSkim, wer weiß auf wie lange unter Schloß und Riegel gelegt sind, — hat unS Gott in seiner Barmherzigkeit diese (die kabbalistischen) Bücher zugesandt, unö zu beleben, und in dieser düstern, umwölkten Zeit zu erleuchten.wären unS auch diese Hilfsmittel entrissen, waö bliebe dann dem Wißbegierigen zu thun übrig? Sollte er etwa, um GotteS Größe und Macht zu erkennen, zum Doccacio oder zur Geschichte der Könige seine Zuflucht nehmen?" ^) — Zu jener Zeit lebte und lehrte zu Zafeth in Obergaliläa der Urheber der kabbalistisch-liturgischen Reformen, R. Jsak Luria Aschkenasi (geboren 1584, gestorben im Juli 1579.) Daß dessen Doktrin in Italien viele Anhänger fand, ist auS der daselbst vorherrschenden kabbalistischen Richtung leicht erklärlich. In Nordafrika, wo schon MaimonideS über daS Unwesen der kabbalistischen Magie zu klagen hatte, und wohin öfter- Reisende auS dem heiligen Laude kamen, mußte den lurianischen Ideen uud Formeln noch leichter Bahn gebrochen werden. Da iudeß auch die Kabbala ihre Gegner hatte, und in Italien manche Nabbinen sogar den Druck kabbalistischer Werke verbieten wollten, so wird unS die Wahrnehmung nicht überraschen, daß hier Kabbalisten und Antikabbalisten hart aneinander gerietheu. Auf eklatante Weise geschah diezuerst im Jahre 1710 in der Gemeinde zu Livorno, welche man ihrer Bedeutsamkeit wegen nicht mit Unrecht da- Amsterdam de- HubenS genannt hat. Gegenstand de- Streitewar die Gehetformel: ״Gedenke unser zum Leben, König, der Gefallen hat am Leben, und verzeichne unS im Dnche de- Lebens, um deinetwillen, lebendiger Gott!" welche Formel oach einem alten Herkommen am Neujahrsuud Versöhnunggtage in die erste Benediktioa der Trsilla eingeschaltet, späterhin aber 51S asch aq dev Vußetageu als Einschiebsel jener Benediktioa beibehalte, wurde. Ueber den Schluß dieser Formel sinh nun die Kasutfan gethriltrr Meinung. Nach Einigen soll die Apostrophe ״lebendiger Gott" nur einmal, nach Andern zweimal (Nydim Cbajitn El Cbaj) rezitirt werden. Dieselbe Meinung-- Verschiedenheit findet sich auch bei den Lehrern der Kabbala. Während nämlich frühere Mystiker, namentlich Josef Gikatilla die letztere Fassung billigten, gab Luria mit Entschiedenheit der erstern den Vorzug. Für jene sprach in Livorno daS Herkommen, an ihr hing di- Majorität der Gemeinde; dieser bedienten sich die hervorragenden Talmudgelehrten, welche Verehrer Luriawaren. Eine Zeitjayg waren diese Parteien so duldsam gegen einauder, daß die Talmudisten, wenn sie als Vorbeter fungirlen, öffentlich ihre kürzere Formel gebrauchen durften,, ohne Widerspruch zu erfahren. Als aber endlich ein Gemeindemitglied die Gemüther gegen die kabbalistische Neuerung, sowie gegen die Kabbala überhaupt uud gegen Luria insbesondere einznnehmeu wußte, wollte die öffentliche Meinung die Talmudisten gezwungen wissen, ihrer separatistischen Formel beim öffentlichen GotteSdienste zu entsagen. Dieser Forderung wollten sich indeß d.ie Talmudisten uicht fügen. Endlich entschloß man sich, die fragliche Formel nicht mehr als Vorbeter-Solo repetiren zu, lassen, wodurch der Gegenstand des Streites umgangen wurde!.. Die Livorneser Talmudisten strebten jedoch nach der Genugthuuug, ihre Meinung mindestens theoretisch gerechtfertigt zu haben. Josef ErgaS, — geb. zu Livoruo 1584, gest. am 3. Sivan 5490— 20. Mai 1730, Freund der Kabbala und Verfasser einiger kabbalistischer Schriften, schrieb daher ein motivirteS Gutachten zn Gunsten der lurianischen Formel. Dieses Gutachten, welches von dem Rabbiner zu Livorno, Samuel di Faß, sehr beifällig ausgenommen wurde, schickte der Verfasser an Benjamin Ha-Lev:i, Rabbiner zu Smyrna, an da- Rabbinatökollegium zu Aleppo, und an Josef Ha-Levi, Rabbiner zu Kahtra, diese Gelehrten um ihr Urtheil ersuchend. Die unS vollständig vorliegende einschlägige Karrespondenz zwischen den Rabbinen dreier Weltcheile ist. um so beachtenSwerther, als in derselben uicht nur über die Autorirät der Geheimlehre und R. Jsak Lurta'S, sondern auch über die in neuerer Zeit so vielfach besprochene. Frage diSkutirt wird, ob und in wiefern einer späteren Zeit da- Recht znkomme, ältere gottesdienstliche Gebräuche zu modifiziren, ober einer Reform zu unterziehen. ErgaS erklärt sich für die Kabbala, und naweatllch für Luria, dessen Schule vom heiligeu Geiste erleuchtet worden sei. Ueber daö Recht zu reformiren, läßt er sich folgendermaßen vernehmen: ״Ich will nun auch jenen weißen Gänsen antworten, welche sagen: ״״Wir gestehen dir, du habest Recht; aber für unS spricht der. alte Brauch, den kein Vorbeter ändern darf."" ״Allein dieser Rede liegt weder Verstand noch Einsicht zu Grunde. Leider gibt eS Viele, welche wesentliche Gebote der Thora verletzeu, uud gleichwo! au dem grundlosesten uud unsinnigsten Gebrauche seflhalten in dem Wahne, daß da- Herkommen wich-

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