Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 29 (19.7.1865)
- Date
- 1865-07-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2542917-2543219-2543249--4320-2548283- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
WeUssAe' WM ״Ben VlMvmmja" Nr. O. Nagh-Knllü, iw Juli. Langsamen Schritt»« nur gebt dir Kultur bei uo« vorwärts; dir Hindrruiff«. dir fir zu übrrwiudr» hat, find kaum zu brschrridrn. Dir iw »origen Jahre rrstanrirte Schal« kann fich noch immrr kriarr gesicherte» Trist,«z rrfrrurn. Petitionen bri dru Drhördru wollra dir Aushebung drr Gabella erzielen, damit dir Echulr au« Mangrl au Hils-qurllru untergehr. Srlbst dir uöthig grwordrnr Erweiterung drr Svoagoge wird oich, unterstützt. Nur wroa es sich um dir Aufnahme rinr« poluischro Ehazan« haodrl», ist mau brrrit, Opfer aus dru Altar dr« Wahne« zu lrgrn. Daß unter wackerer Vorsteher. Hrrr Israel Fisch, srlbst uutrr so ungüiistigr» Umstände» dru Mulh nicht vrrlirr», vrrdirnt dir Anerkennung allrr ge« dildrtra Glauben-geuoffra. y. Körmeud, 10. Juli. Hrrr Joachim Vogel au« K»n-St.« Millü«, drr auf dir hiesige RabbinalSverweser« und Schuldirrklorstrll« fonfurrirt, hat in Folgt rinrr an ihn rrgangriira Einladung in unserrr Synagogr ,in, Probepredig« grhallru, wrlche allgrmeinrn Anslang grfunken ha». Bri scinrm Besuche drr Schult hat fich Hrrr Vogel auch al« tüchligrr Schulmann grzrigt. A Prag, 11. Juli. ׳ Ts grrricht mir zur angkNthmrn Pflicht dir jüugste Korrripontenz von hirr in rtwa« brrichtigrn zu ISnnru; ich sagr zur angrnrhmru Pflicht. druu r« ״füllt jede« Mitglird drr hirfigtn Grmcind,, w,lch,m Stand, dasselbe auch angrhörr, mit Frrudr und wird mir darum zur angenehmen Pflicht brrichtrn zu könnrn, daß dir Wahl de« Hrrro Ernst W'hli zum Präl'r« drr Rrpräsrntaoz frinc problematische sri, dir Wahl ist rinr definitive. und dir Anvahmr drr« srlbrn von Srit, dr« Grwähltro ist grwiß. In Brttrsf drr mit dem rr« wähnten Prager Berichte in Drrührung gkbrachtrn drfiniliven Austestung de« allgemein verehrien Prediger« und Rabbiner« drr Trmprlgrmrinde, Herrn Prof. Dr. Kampf habe ich zu bemerken, daß vou ihm bezüglich einer dereinst zu beziehenden Penfioa weder ein Revers ausgestellt, noch ein solcher vom Tcmpelvorstautr beansprucht wurde, und die« schon deßhalb nicht, weil der Vorstand nicht dlo« ״vorsichtig", sondern auch last» und würdevoll ist; er weiß, wa« er seiner rigenen Würde, der Würde der Gemeinde und der Würde seine« ausgezeichneten Perdiger« schuldig ist. Dir Stellung desselbrn war vor Anerkennung diese« soroiellen Akte« nicht weniger dcfiniliv, allein drr fornielle Alt sollle eben rin ehrende« Zeugniß sein, um dadurch zu beweisen, wie sehr r« der Gemeinde darum zu thun ist, den verdienstvollen und er. probten Seeleuhirten in ihrer Milte zu behalten. Herr Prof. Kämpf hat erst unlängst durch Ablehnung rinr« an ihm ergangenen glänzen» den Rufe« einen Beweis seiner Anhänglichkeit an seine Gemeindr ge» liefert, letztere wollte dafür dem ״Ehre erweisen, dem Ehrr gebührt." Die« die wahre Genest« dr« virlbesprochenrn Desinilivum«. — Wa« den Tempelbau betrifft, so ist dieser durch die Beschlüsse drr jüngst stattgefundenen Grueralversammlung keineswegs iu dir blaue Ferne g,rückt, höchsten« in die grüne hoffuungrvollr, Leon e« ist jetzt mehr denn je dir Hoffnung vorhanden, daß da« Projrkt zur Ausführung kommt, da die Einlaifirung drr gezeichneten Summen rin günstigere« Resultat zeigt, al« Diele anfang« vrrmuthet haben. Da vierzig Prozent bereit« ein» lasfirt sind, so repräseulireu 40 fl. de« rinkasfirtrn Geldes je hundert Gulden, woruach dir Ziffer fich viel günstiger gestaltet, den» e« wird niemand 40 fl. verfall,u kaffen, und jeder gewiß noch 00 fl. dazu zahlen. Daß man übrigen« mit dem Beginn de« Baue« fich nicht überstürzt, ist uur zu loben, und es wird daun da« gemeinnützige Uu» ternehmea um so rascher von stattra gehen. An der vorgestern statt gefundenen Sitzung drr KultoSrepräseotaoz wurde Herr Jurist Ignaz Wien zum weltlichen Schulaufsehrr der Josefstädter Haupt, und Unter» realschulr rrwält, und sieht man demnächst seine Drstültigung vou Seite drr Großgemriude entgegen. Der Antrag ein in Besitz eine« Thrrstea fich beflndende« Badhao« für dir Kuliu-gemeind, auzukanfen. wurde abgelehot. weil dir Gemeinde erst jüngst zur Restauration ein,« weit,» Badehausr« dem jüdischen Privatbesitzer eine artige Summ, brigesteurr». wodurch dasselbe auch mit Comsor» hrrgestellt wurde, und weil dir Teweinde mit dem Plan» uwgrht, eia eigene« Badhao« zu bauen. Sen Chananja's Süße unL Sekehrurrg. III. Da» Urthett der Inquisition.') »Rabbi Moscheh Sofer seligen Andenken« und der Magier Be» Chauauja. HerauSgegeben von Jos. Natouek, Rabbiner in Stuhl«»!« ßeuburg." Die« ist der Titel der io Prag erschienenen Broschüre, welch« mech nicht nur verurtheilt. sondern da« Nrtheil zugleich vollzieht! Hrrr Jos. Natouek ha, dieselbe blo« h,rau-gegeben, und er wag auch zur Bereicherung de« Material« beigetragea haben. Der Hauptverfaffer soll, wie wir au« Prag gemeldet wird, kein anderer sein, al« — Herr ^brrrabbioer Dr. Meise! in Pest! Die Gelehrsamkeit de« Herrn Oberrabbiner«, namentlich deffea talmudische Gelehrsamkeit, imponirt mir aber so gewaltig, daß ich nachstehende Bemerkungen nur al« br» scheidene Zweifel vortrage, deren Lösung von Herrn Dr. M. erwartend. Zuvörderst fällt e« auf, daß Herr Dr. M. oder Herr N. von den dreizehn Jrrthümeru. die im ״B. Eh." bei verschiedenen Gelegenheiten dem Cbatam Sofer nachgewiesen wurden *), nur einen zu rechtfer» tigeu sucht, dir übrigen zwölf dagegen onvertheidigt läßt. Da mir nach S. 36 ״der Bart iu Effigie abgeschnittru" wurde, schweben auch die Bärte de« Versoff,r« und Herau-geder« der vorliegendrn Broschüre in sichtbarer Gefahr! Ja. ich fürchte, sie werden mit dieser Strafe nicht davonkommen, da fie mit dem sel. R. Mose« Sofer nicht so glimpflich verfahren, wie ich. sondern sich unverhohlene Jmprrlinenzen gegen ihn erlauben. Meine Bemerkung, daß R. Mose« die geographische Lage de« Libanon nicht kaunte, ist sicherlich sehr harmlv«. Raschi glaubte ernstlich, daß der Tufrath au» Palästina nach Babylon fließe fSabb. 85, 6). und er wa, wcl noch eine größere Autorität, al- R. Mose« Sofer! Die vorliegende Broschüre bürder aber dem armen R Moses geradezu B löd sin » auf.Rz Mose« sag, wörtlich:כי המרבה והלבנון הוא נבול דרומית לא״י שבין צסון ים סוף לדרום א״י. C» ist klar, wa« er sagen wollte: Die Wüste und der Libanon find Palästina« Eüdgrenzr; fie liegen zwischen dem Norden, de« rotheu Meere« und dem Süden Palästina'«. Dir Apologie Sofer« will nun da« צ£ץ zurück auf den Libanon beziehen.' Wa« fängt sie aber dann mit dem Jam Suf an? Wenn R. Mose« da« sagen wollte, wa« ihu seine zudringliche» Verlheidiger sagen lassen; hätte er wirklich wir ein Verrückter geschrieben! Sine solch, Aeußerung ist aber niemal« au« meiner Feder geflossen. Tin gleicher Unsinn wird dem R. Mose« auch io Betreff der Seen iUjdir Schuhe geschoben. Tr sagt nämlich: drr Ser Genesarelh und der sodomitisch, See find קרוב למצר הדרומי d. 1. nahe zur südlichen Grenze. Der Ausdruck בר מצרא ist selbst den Anfängern im Talmud geläufig; bei Maimonide« laufet derselbe בן המצר.'*) Wa« thut nun dir Apologie mit dieser Stelle? Sie übersetzte: ״Dir beiden Landsern nahe aneinander verfolgen, di, südlich« Richtung, nehmen ihren Lauf nach Süden." Dir dieser Neber« setzung entsprechenden Worte de« Original« laufen: שני ימים קרוב למצר הדרומי! Haben unsere Leser, di« nicht die Preßdurger Jrschib» frequentirt haben, jemal« einen ähnlichen Unsinn gehört? Daß der Ser Georsareth und da« tobte Meer ״nahe aneinander" liegen, ist eine Tntdlckung, aus welche dir Herren Meisrl und Natouek wirklich stolz sein können! Noch pikanter al« Alle« die«, ist aber dir Unverschämtheit, mit welcher sie dem sel. Preßburger Rabbiner, den fl, in fantastischer Weise glorifiziren, ihre eigene Ignoranz aufdringen. R. Mose« sagt nämlich, daß alle Landsern »odtr Meere genannt werden. Ohne Zweifel hat er etwa« vou einem tobten Meere gehört oder gelesen, und sich die« nach seiner Weise zurechtgelegt. Gegen diese« willkürliche» der Wissenschaft und de« Leben gleich verderbliche pilpulistlschr Zurecht« legen, wir überhaupt gegen dir pilpulistischr Methode, deren hervor,«« gendster Repräsentant in ururfier Zeit R. Mose« Sofer war, ist eben die Polemik iw ״B. Eb." öfter« gerichtet. Unsere Apologeten »oste»