Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 29 (19.7.1865)
- Date
- 1865-07-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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507 508 Most« Softk und gleichen Koeysäen zu Theil wurde. Eben deshalb hatte da« Vorgehen der hiesigen Gemeinde peinzipiell, Bedeulsawkeil 3a de« talmudischen Raisonntment schriol Herr F. außer Ach» gelassen zu haben, daß ja dem Bcth Ha-Mideasch eia höherer Grad rou Weihe uad Heiligkeit zugelchriebeu wird, al« der Synagoge. Dagegen ist da« diätetiiche Moiiv de« Herr» F. vollkommen zu billigen. Die ganze Frage schein» wir nicht so sehr eine religionSgeietzlich», al« eine Opportuntkät-bedeutuog zu haben, deren Entscheidung füglich jeder ein» zelneo Gemeinde überlassen werden kann. P. Pest, 10. Zull. Zudem Baron Eötvö« in dem Leitartikel seine« heule erschieoeueu politischen Wochendlalte« die Siluatioa und insonderheit die Bedenken bespricht, welch, in diesem Augenblicke jeuseil« der Leitha selbst von den ftühcrn Gegnern de« Mirilstcrinm« Schmerling geäußert werden, macht er von einem bekaulilen Auftritte der biblischen Geschichte einen so geistreichen Gebrauch, daß ich es an» gezeigt finde, Zhnen die bezügliche Stelle zu übersetzen. Dieselbe lautet : ״IS« gibt, wie e« scheint, Menschen, welche die koiistituiionelle Freiheit als ein solche« Bcfitzthum betrachten, welche« innerhalb der öücr« reichlichen Monarchie nur als Majorat geuoffen werben kann. Bisher besaß Esau da- Recht der Erstgeburt; allen, während er, der wie spät.r Nimrod ei» großer Jäger war vor dem Herrn, hinan-ging, die einzclnen Sätze de- B!'"ge>« aufsvürte und sich bemühte, den §. 13 zu beseitige», kam Zakod in die Hütte seine« DalerS und zog, um deff.n Segen zu erschleichen, Handschuhs an. und obwol jener »och immer zwlifelte: ״dir Hände sind zwar Esau« Hände, aber dir Stimme ist Zakob« Stimme", — ganz dieselbe Anschauung haben Manche von unseren Konservativen. — würde der Segen an-gelprochcn. und Jakob wurde der Herr über alle, und dem E'au blieb nicht« andereübrig, «IS seine Obrigkeit anzuerkeniie»." Die Widerlegung de« Vorurtbeil« gehört nicht hieher. Klingt aber da« Glrickniß nicht wie ein Mitrasch? Daß der Patriarch Jakob vor Nimrod gelebt, ist ein Anachronismus, der bei dem bibelfesten Baron nur als lnzisns cnlnmi betrachtet wer» den kann. II. Pest, im Juli. Am 6. d. M.^wurte i» der hiesigen Ke, meindeschule ״n TrauergcltrStieiist für ten verewigten Dr. Han׳'cr im Beisein vieler Honoratioren und sonstigen Genieindeglicder abgehallen. Da« al« Jntrodukiion zu dieser Zeremonie vom hiesigen zweiten Kantor in lieblich webmütluger Melodie reziliric übliche Gebet, von Chor und Phisharmonika alkomragnirt. maetuc ans olle Zuhörer k»1e» ,,es erichülltruden Eindruck. Hieraus bestieg der Betcran, Herr Oberlehrer Kobn, eine improvisiele schwarz Lrappirie Tribüne ״nd hielt eine der Situation angemeffene Gedenkrede, die nach Jnbalt, Form und Darstellung »ine gelungene genannt zu werden verdient. Auch der wackere Oberlehrer der Mädcheuschule. Herr Nosenberg, widmete in beredten Worten dem Verblichen.« einen svuivaihisckcn Nachruf, indem er ein sehr treffende« Bild von dem Leben und Wirken des Betrauerten eni» warf, testen Verdienste um da« Gedeihen und Aufblühen der hiesigen Gtweindeschulea besonder« hrrvorhedenk. — Pest, 17. Juli. Die WcbllbätigkritS-Sektion der hiesigen israelitischen Kultv-gemeinde bat soeben ihren Jahr,-bericht und den DerwaltungS-AuSwcis de« jüdische» Spitals veröffentlicht. Dir Sektion ha» 1864 nicht weniger als 11,092 st. verausgab,. 3006 Jntiviruett rrhielteu 8389 fl. Dir Sektion hat im Jahre 1864 in 42 ordentlichen Sitzungen über 560 NnlerstützungSgrsuche erledigt, vou welchen kein rinzigr« länger als ach» Tage onerledigt blieb. Außerdem haben die beiden ArmeuvLter. Herr Karl Hirsch und Herr Berubard Kan« jeden Donnerstag im Temeindehause eine Betheiligung der Fremden uad der Ambulanz vorgeoowmen. Au-statiungSbeilräge wurden im Betrage vou 4273 fl. au 41 Bräute vertbellt. Dir Prlvatspende» zu Gunsten der Slkiiou-zwecke betrugen 2544 fl. Außerdem wurden vou Einzelnen Medt. Holz uad Brod gespendet. Die Sektion ließ ferner aniertigeu: Szegedin» Selbllverla, irr Ke)akti«1. 147 üildt, 220 Hosen. 259 Paar Stiefel für arme Schulkaabea; 36 Kleider, 10 Hemden, 18 Paar Strümpfe und 27 Paar Schuht für Mädchen. Die Kosten beliefen sich auf 2536 fl., wozu im Weg« der Kollekte 2369 fl. rinkamen. Gesammelt wurte durch die Herrenr M. Munk, C. L. Postier» H. Brachfeld. Sigm. Brill» Zakob Birnbaum, Fr. Breitner. D. Gan«, S. Herzberg, H.?atzto, H. Popper und H. Schönfelb. In die Gemrinccschule wurde» 698 Grati-schültk aufgenommen. Zahl her gesammten Schnljiigeiid : 1665. Ungefähr die Hälfte der schulfähigen Jugend wird al׳'o nicht in de» Gcmcindtschulen unterrichtet. Da rS i» uiiserem Vairrlande nur koiifeffionelle Volksschulen gibt, so ist dieser Znstand jedenfalls büchst bedauerlich. Vollkommen beseitigt wird derselbe erst dann werden, wenn die hiesige Stadt so gerecht sein wird, auch die jüdische» VolkS'äiiilen aus trr Kommunalfaffe zu unter» stützen. Srbr ausführlich ist der SpitalaiiSwriS. Dir Ausgabe» betrugen 12,36t fl. Behandelt wiieten 641 Patieiire», von denen 844 au« Uugar», die übrige» aus andren Länder!! stammt,». Die Kranken find auch nach ihrem Charakter klassisizirt. 11״b ist cs erwäbnrnswrrth. daß darunter 14 Talmudisten siziiriren! Die V.-rköstigung der Kranken, und de« WartepcrfonalS kostete (11.618 Verpstegt.ige) 3790 fl. Privatspenden: 1560 fl. Auch sind viele Effekten gc'vciitet worden. Der RekonvaleSjcnleiifond bcthetlie 68 Jiikividur» mit »20 fl. Heil der Gemeindc, deren Wohlthun in so großartigem Style geschieht! Sttthlweißenburg, 10. Juli. Der Vorstand der hiesigen itr. KiiltuSgememde har folgendes Schrcibe» a» den Red. LeS ״B. CH." gerichtet: 55—865. Sr. Elirw. des Herr» Oberrabdiner L. Löw zu Szegedin. Ew. Ehrwürde»! Das Schreib.!, des Herrn Zosef Natonek an Ew. Ehrw.. welches Sie in trr letzte״ Nummer Ihres geschätzten BlaiteS veröffeuilichicu, ersülllc tie Gemühter in unserer Geineiiidc mit tiefer Jndignaiio», welche sich uns das höchste Maß steigerte, als wir gestrr» am 9. d. das Paiiirs!.! selbst zu Grfichte dekamen, dessen Bcrsaffer sich ״Nabbincr zu Linlilweißendurg" oeuut. Der Vorstand der hie,. Gemeinte. teeen Radbinertitel Herr Joses Natonel iisulpirt, hat i» seiner heilte abgehalteoe» Sitzung den Beschluß gei'aßl. der iingetheilten u»b all.,ein.ine״ Entrüstung utlserer Gemeinde über dieses für diciclbe nur höchst niiaiigrilehme Ereigniß Ausdruck zu grbcn. Wir nehmen Veranlassung Ew. Ehr»׳, unsere unbcgränzleste Hochachtung und Verch,nng auSzusprcchcn. Dieser rmvörendr Vorfall hätte wicber unsere. Liebe und Anhänglichkeit für Ew. Ehrw. uns zum vollkommenen und klaren Bewustsein gebracht, wenn cS dessen noch bedurft hätte. Ju Rücksicht auf dir Ehre unserer Gemeinde, deren Wahrung unsere heiligste Pflicht ist. erklären wir hiermit, daß Herr Zosef Natoucf nie Sluhlwkißenburgtr Rabbiner war. »nd eine solche Stellung auch jetzt nicht einnimmt. Herr I. Naiv,ick wurde im 61-er Jahre al- Dajan (Rabd.-Verweser) auf die Dauer von 3 Jahren angestellt. Im Dezember v. I. warca diese 3 Jahre zu Ende, und e« wurde auch schon im vorigen Sommer der Konkurs zur Besetzung de« hie». RabbinatSpostenS eröffnet, lieber daß Brrbältniß dr« Herrn Natoaek zur Gemeinde seit dem 1. Dezember v. I. wöge die an ihn damals dirsbrzüglich von Seite de« Vorstandes geeichtete Zuschrift, womit derselbe aus Mitleid mit seiner zahlreichen Familie provisorisch vou Woche zu Woche im Amte belassen wurde. — deutlich» Darstellung geben, nebst einem Au-zuge aueinem später grfaßteo Prot. Beschlüsse der Gem. Vertretung, inhaltlich der möglichst baldigra Besetzung de« hier erledigten Radbin,eposten«. Wir bitten Ew. Ehrw. diesem unfern ergebenen in Zhre« ge» schätzten Blatte Raum zu geben, womit wir die Ehre Hab,« in uowandelbarer Verehrung und Hochachtung zu verharren. Ju der am 10. Jnli abgrhaltenrn Dorstaudfitzung der ifrael. Hauptgrmkiadr zu Slublweißeuburg. Der Präses: Lamnrl greif Itt. L-ipztg. ilommiskioo»--rrluH von Frauf Vn-nrr. Druck von Sigmund Burger in Gzrgrdin. Hierzu ei» Viertelbogen Beilage.