Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 28 (12.7.1865)
- Date
- 1865-07-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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worden. Ich beschränke mich »!so darauf, hier folg,ode Worte auS der Religionslehre deS berühmten Pester OberrabbinerS Köw Schwab anjusühren: 1. ״Das Land, worin ich geboren und erzogen bin, und so viel Gutes empfange und genieße, soll ich als mein wahres und einziges Vaterland auf Erden innigst und treu lieben. Seine Sprache, seine Verfassung, seine Einrichtungen soll ich über Alles hoch׳ und werth, schützen. Seine Zunahme an Flor und Glanz soll meine Freude, soll ein Gegenstand meiner Wünsche und Bestrebungen sein. Seine Wohlfahrt soll ich in allerlei Weise, namentlich durch genaue Befolgung der Gesetze, durch gewissenhafte und unverkürzte Entrichtung der Abgaben, durch thütige Unter, stütznng gemeinnütziger Anstalten, durch redlichen Betrieb eines nützlichen Gewerbes zn befördern suchen. Und wenn eS in Gefahr ist, soll es mich zu jedem Opfer bereit finken, bereit, selbst mein Leben dafür einzusetzen. Hierzu fordert mich auf daS natürliche Gefühl, die Dankbarkelt und das ausdrückliche Wort GvtteS, daS durch den Profeten an die nach Babylon vertriebeucn Israeliten also erging: ״Lasset euch daselbst hüuölich und bürgerlich nieder, . fördert die Wohlfahrt der Stadt, wohin ich euch verwiesen habe, betet für sie zu Gott, nur in ihrem Woble sollt ihr das eure finden."*) 2. Den Vater deö Vaterlandes, den König, zeigt mir die Religion als den Gesalbten deS Herrn, als Stell- Vertreter GotteS ans Erden. Darum soll seine Person mir heilig sein, darum soll ich ihn lieben und verehren, ihmgehorsam , getreu und ergeben bleiben bis in den Tod und für sein Leben und sein Wohl, wie für daS Wohl seines seines HanseS zu Gott beten. ״Habe Ehrfurcht, mein Sohn", — ruft mir die Schrift zu — ״vor Gott und dem König, und laß dich nie mit zweideutigen Menschen ein."**) — Und eben darum soll ich auch jede andere Obrigkeit im Lande, die bestellt ist zur Aufrechthaltung der Ordnung, zur Handhabung der Gerechtigkeit, zur Förderung der öffentlichen Wohlfahrt, achten und ehren, ihren Befehlen, Anordnungen und Einrichtungen pünktlichen Gehorsam beweisen und durch ein stilles und ruhiges Betragen ihr mühevolles Amt ihr erleichtern. Allen Angehörigen des theuern VaterlaudeS, vorzüglich Allen, die mit mir an einem Orte wohnen, soll ich mit besonderem Wohlwollen zngethan sein. Mich gegen sie stelS gefällig und dienstfertig zu zeigen, ihnen — wo ich'ö kann und wo ich'ö darf — zu Gefallen zn leben, überhaupt mit ihnen ein gutes, freundliches Einvernehmen zu unterhalten, muß mir sehr am Herzen liegen. Denn nur im Schatten bürgerlicher Eintracht und gegenseitigen PertrauenS kann deö Vaterlandes Wohl recht gedeihen und blühen. Eingedenk soll ich daher stelS bleiben deS Schriftworteö: ״Meide BöseS, lhne Gutes, suche Frieden und jage ihm nach." ') בנו בתים ושבו זנטעי ננוח ואבלו אח סרין קהו נשים 1' והולידו ורבו שם ואל תמעטי ודרשו אח שלום העיר ן^שר דנליתי אחכם שמה והתפללו בעדה אל ה* כי בשלומה יהיה לבם שלום. .29.5-7 -״״״2 ירא את ה• בני ומלך ועם שונים אל התערב.21.21 .Speuchr (״ סור מרע ועשה טוב בקש שלום ורדפהו..15 .34 Psiim (י 3. Die allrrwichtigfle Pflicht י zögen dke bürgerliche Gesellschaft aber, die mir die Religion auflegt, ist: mich nicht dem Müssiggange, der Faulheit, Trägheit, Bettelei za überlassen, sondern stets fleißig und arbeitsam za sein ia der Augübung eines bestimmten LebenSberufeS. ״Nährst du dich" — sagt die Schrift — ״von deiner Hände Arbeit, heil dir und wohl dir.'"») Und im Talmud heißt eS: ״Wer sich von seiner Hände Werk ernährt, ist dem Frömmling vorzuziehen, der in müßiger, nutzloser Beschaulichkeit seine Tage verlebt." 3) Bei der Wahl eines NahrnngSzweigeS aber soll ich nicht bloS aus meinen Nutzen, sondern auch auf die Genlcinnützigkeit und vor Allem auf die sittliche Beschaffenheit desselben sehen. Und da verdienen den Vorzug vor allen andern die Hervorbringung, die Veredlung, die Verarbeitung der vaterländischen Naturerzcugniffe, über- Haupt jene Beschäftigungsarten, die eine geregelte und anhaltende Thätigkeit erfordern, bei denen keine Zudringlichkeit, kein unwürdiges, dem Betteln gleichkommendes Herumstreifen stattfindet, und deren Erfolg nur von redlichem Fleiße, Geschicklichkeit und dem Segen GotteS abbängt. StetS soll daher mein Wahlspruch bleiben daS heilige Wort: ״Vertrau auf Gott, wirke Nützliches, bleibe im Lande und nähre dich redlich." *) Briefe zur Charakteristik der Zeit und -er Zeitgenossen.*) XI. Holdhcim an Löw. . Sr. Hochwürdcn Herr» Rabbiner Löw in Szrgedio. Franz« n-bad, drn 11. Zuli 1859.. Hochgeehrter Herr Kollege! Ich benütze dir Mußt nurziemlich rittfamrn Badeorte«, wo ich fril Ende v. M. verweile, um Ihnc» dt» in, Innern längst grzellten Dank für Ihr« gütige Zusentung Ihrer Zrilschrisl, i» drr ich Bielemit Jiilrreffe 1111b so manche« auch zu meiner Belrbrung gelesen habe, in Worten anSzutiücke» , und zugleich beifolgende» 5 Thalrr Kassenschein als Abschlagszahlung beizufügen. Sie wollt» mir grfälligst gelrgeiillich sagen, waS ich si'ir ,inen und einen Halden Jahrgang noch etwa nachzuzahlk» habe. Da ich nach beendeter Kur hierselbst noch da« Teptitzer Bad besuche», milhi» diese« Birrleljahr wenig in Berlin sein werde; so bitte ick Sie, von Zuli an die Einsendung Zhrer Zeitschrift vorläufig einzustcllen. Ich werde mir von Berlin aus erlauben, Sie seiner Zcit um die Fortsetzung zu bitten. Ich batte die Absicht. von verwicheneu Oster» ab im Vereine mit befreniideten und gleichgesinnten Männern eine Wochenschrift zu begründen, nnd ich halte bereit« einen Verleger dafür gewonnen. Die ringetretenen, für litrrarische lluiernebmungen so ungünstigen Ereignisse geboten jetoch, di, Angelegenheit auf besser, Zeiten zu vertagen. Sokttea dir FritdenSau-stchlen sich reallsiren und ruhig« Zeiten und Stimmungen wiederkebrr». so hoffe ich meinen Plan zur Ausführung zu bringen. Ich werde dann Gelegenheit »rhmen. mit Ihnen und Ihrem Evrößliag »Beo Ehananja" in nähere Derdindnng zu kemmrn. .Ich hoffe auch dann nicht ׳ מ; הרודפים.u sein, aber auch nicht מן הנרדפים- Die Wahl Le- Dr. Mtiwl zum Rabbiner in Pest ist rin Er« eigniß auf dem Gebiet, de« jütischen Semkiiibetebe»«. welche« mich, wäre ich in tirsem Augenblicke Redakteur einer jütischen Zeitschrift, z, Psalm. 128.2. .יגיע בפיך כי האבל אשריך זטוב לך י) Derach. 8. a. .גדול הנהנה מיגיע כפו יותר מירא שמים ף Psalm. 37 3..בטה בה׳ ועשה טוב שכן ארץ• ורעה אמונה •) S. oben Nr. 7 Lol. 119.