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Ben Chananja · 1865-07-12 · 28 (12.7.1865) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
28 (12.7.1865)
Date
1865-07-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Beilage znm ״Ben Chanamja" Ne. T8. Milche IOensrcherei m KMarch. AIS wir zu Anfänge dieses IahreS den fanatischen Erpektorationen des Belgrader ״Sbetovid" entgegentraten, räumten wir ein, daß die Polemik dieses DlatteS gegen die Juden und den Talmud in einem gewissen Sinne eineu Fortschritt beurkundet. Diese scheinbar paradoxe Behauptnng begründeten wir mit folgenden, durch die Erfahrung vielfach bestätigten Sätzen: ״Auf dem Standpunkte des unduldsamen Herkommens braucht die Ausschließung der Juden weder gerechtfertigt noch überhaupt motivirt zu werden. Sie versteht sich von selbst. Wo hingegen die Morgendämmerung der europäischen Kultur der bisherigen Finsterniß ein Ende macht, tritt auch die Judenfrage mit ihren Ansprüchen und Forderungen hervor. Jetzt erst sehen sich die Vertreter des Herkommens nach Gründen um, welche jene Ansprüche nnd Forderungen zurückweisen sollen. Indem sie dieS thun, erkennen sie selbst an, daß die Judenfrage eristirt, und damit haben sie selbst den ersten Schritt gethan, der unausbleiblich zur endgiltigen Anerkennung der Gerechtigkeit und Noth- Wendigkeit der Iudenemanzipalion führt." Diese Wahrnehmung läßt sich nun in diesem Augenblicke auch in den Donaufütsteilthümern machen. Der kulturelle und politische Aufschwang dieser Länder führte mit andern Zeitfragen auch die Judenfrage in den Vordergrund. Hervorragende StatSmänner und Schriftsteller, die im Besitze europäischer Bildung sind und auf der Höhe der Zeit stehen, haben ihre gewichtige Stimme zu Gunsten der noch immer unter dem Drucke mittrlalterlicher AnSnahmSgesetze stehenden Juden erhoben, und den immer lauter werdenden Ansprüchen dieser letzteren ihre Befürwortung und Nnterstützung angedeihen lassen. Die in anderen Ländern gemachte Erfahrung, nach welcher gerade die edelsten Geister die wärmsten Wortführer der. Judenemanzipation sind, siudet auch in den Donausürstenlhümern ihre Bestätigung. Männer, deren Namen jeder gebildete Romane mit Ehrerbietung nennet, sind offene Gegner des mittelalterlichen JndendruckeS. In der TageSpresse ist eS die von dem allgemein verehrten, im erfolgreichen Dienste der Kultur und Zivilisation ergrauten Balkan t redigirle ״Re« form", welche eö laut verkündet, daß die bürgerliche Gleichstellung der Inden zu den Aufgaben gebürt, deren Lösung den in den Kreis der gebildeteren Nationen eintretenden Ro, manen am Herzen liegen muß. Alle diese Erscheinungen beweisen, daß eS dem Geiste der Erleuchtung, der Duldsamfeit und deS Fortschrittes in den von der Natur so vielfach begünstigten Gegenden der untern Donau nicht an tüchtigen und thätig-n Organen fehlt. Leider findet aber der verblendete, finstere und fanatische Raren haß ebenfalls noch iminer seine Organe. Und wenn auch die heftige und maßlose Leidenschaftlichkeit, mit welcher ein Herr Panteliu Popassu in Bukarest gegen die Inden austritt. dem Unbefangenen den Beweis liefert, daß die Judenemanzipation in den Donaufürstenthümern viele Chancen für sich haben müsse, indem sonst die wilde Wuth ihrer Widersacher geradezu räthselhaft und unerklärlich wäre; so ist eS dennoch unerläßlich, die Auslassungen deS Herrn Panteliu Popassu, in wieferne sie vor daS Forum literärlscher Erörterung gehören, einer kritischen Prüfung zu uv» terzieheo. ״In wieferne sie vor daS Forum literäri» scher Erörterung gehören!" Denn allerdings enthält die vorliegende Broschüre deS Herrn Panteliu Popassu*) Vieles, daS nicht vor jenes Forum, sondern vor daS Forum der Gerichte gehört. Der Racenhaß deS Herrn P. P. ist nämlich so wild und ungezogen, daß derselbe sich nicht scheut, die Juden eine Pestilenz und eine Räuberbande zu neunen, dieselbe als eine verfluchte Sekte zu bezeichnen, und selbst die Judenfrage alS eine verfluchte Frage hinzustellen! — ES ist möglich, daß der leidenschaftliche Judenhaß deS Herrn Panteliu Popassu in dessen persönlichen Verhältnissen seine Wurzel habe; vielleicht hat ein Bukarestcr Jude ihm oder einem seiner Freunde den begehrten Kredit verweigert, waS ihn bewogen haben mag. dem Vorbilde HamanS zu folgen, und allen Juden Rache zu schwören. Aber selbst in diesem für Herrn P. P. — wenn anch nicht moralisch, so doch psychologisch — günstigern Falle, hätte ihn schon die schuldige Rücksicht auf die Ehre der jungen romanischen Literatur von so gemeinen und niedrigen Erpektorationen abhalten sollen. Seine Wuth gegen die Inden kennt aber wirklich keine Grenzen; sie bricht selbst über die jüdischen Aerzte unbarmherzig den Stab! Sollte der Verfasser auch hierin von per» sönlichen Interessen oder Rücksichten geleitet worden sein? Möglich! Aber er ließ sich sogar hinreißen, zu behaupten, daß die Juden in ihren Gebeten und Vorträgen die Völker verfluchen, in deren Mitte sie wohnen!! DieS sind nieder« trächtige Verleumdungen, und der Urheber derselben muß eS sich gefallen lassen, zur Verantwortung gezogen zu werden. DaS in Pest erscheinende romanische Blatt ״Concordia" meldere dieser Tage bereits, daß der Redakteur der ״Trompete" angeklagt worden sei; ein Gleiches ist, wenn wir recht unterrichtet sind, auch in Bezug auf den Verfasser der vorliegenden Broschüre geschehen. Ans die Injurien derselben haben wir daher nur in dem Maße einzugehen, als eS die Widerlegung der Deduktionen deS Herrn P. P. uothwendig erheischt. Großes Gewicht legt derselbe auf seine historische Deduktion, indem er bis auf die Zeit der Eroberung JudäaS durch die Römer zurückgeht, und die kundigeren Leser seiner Schmähschrift mit der Behauptung überrascht, daß der gütige Kaiser TituS nicht umhin konnte, den von Salomo erbaute, Tempel zu zerstören, um die, die römische Jagend verderbende, Lasterhaftigkeit der Juden zu bestrafen. (S. 7.) Er vermißt Sunt Bau nu folositori Ovroii Principatolor Romane? De Panteliu Popassu. (Siiip di, Hcbrä״ d,r ,omanisch,» Fü«si«,lbnmrr iu'lhtich cd,, ni.ln nützlich? Bo» P. IM ‘Bufar»ft 8. 68. Da» «■ V>- far,il ,llchliukkdk ©lau: .Tromp^tU Carpatiloru* betitle sich. die Drolchür, in ibreo Spall,» ad,»drück«».

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