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Ben Chananja · 1865-07-12 · 28 (12.7.1865) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
28 (12.7.1865)
Date
1865-07-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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475 476 wirklich (ttif di, unf,r!,g<u, Partei vorgibt) Uazukömmkichkeikeu bei der Wahl stattgefnodeu haben, nud habe ich allen Grund |u brr Voran«» ftgung, daß brr Herr Bürgermeister die Wahl als gillig erklären werde. Von dem erwähnten Jntimat hat übrigen« da« Wahlteituog«komttü bi« zur Einöde noch keine offizielle Anzeige erhalten. X. Prag, Ende Juni. (Schluß.) Ja die kultoekleu Zustände, wögen di» Herren, denen Alle« und denen Nicht« recht ist, sagen» wa« fl, westen, fir bedürfen gar sehr einer heilenden Hand; in der alten Welt leiden diese Zustände am Alter und wollen regeuerirt sein. in der oeuea Welt diowieder leiden sie an gar zu großer Jugendlichleit! Lasten Sie kch doch einmal au- Prag eia Blättchen Über amerikanische Zustände schreiben. Wir hatten in einer der hiefigrn Synagogen eiueu Kantor mit riuer hübschen Stimme und einem braven Herzen, aber r« fiel dem Manne auch nicht im Traum, ein, auf mehr al« die allerge« wöholichsten Bildung-grade im Hebräischen sowol, wie in andern Fä, chero, Anspruch zu erheben. Diesem Herrn ward nun der alte Kontinent zu enge, er ging vor einem Jahre nach Amerika. Vor einiqen Wochen nun überrascht un« ein große« vielspaltige« jüdische« Ncw-Dorker Jour» nal mit der Nachricht: ,Der Priester de« A. Ch.-Vereine«. der.Rrve» rend De. S. W. hat über Lincoln eine ergreifende Gedächtnißrede ge» ballen!" Und wer meinen Sir ist dieser Priester? unser braver Kantor, der ober hi.rland» gewiß nie an die Priesterschast und an de» ״Neve» rend Dr." dachte, welche sobald seine Person glorifijiren sollten I E« ist also nicht wahr da« alte lateinische ״Coelura non animatn mutant!- und e« muß auf der Uebersahrt »ach Amerika irgendwo eine ״Gottes» hügelstation" geben, wo mal, m einen ״andern Menschen" verwandelt wird, und wo man da« Zeug in sich ausnimmt zu einem ״Priester" und ״Reverend Dr.!" Die Station dürfte fleißig besucht werten, wenn sie nur erst rutdelkt ist; auch wäre sie dir kommodeste Erledigung der bei Ihnen schwebenden Seniinarfroge, gegen ein Seminar zur See hätte gewiß dir ungarische Orthodorie ״ich,« einznwenve«. alle außer» rabbinatslandidallichen Passagiere würden aiiSgeichloffe» und da wäre die Keuschbeil ebenso gilt gewabrt. wie in Preßburg! Au« einem Winkel Böhmens, >m 3»li. Sie verlangen Schil» ternngen bierläudischer Zustände — wie aber wäre mir, der ich selber noch zu sehr Neuling bin, dieschon jetzt möglich? Ja. wie soll r« einem gedoriir» 1111b eingelebten Magvaren, dessen Blut heißer rollt — einem Vollblut-Magyaren, dem das allseitig erregte und bewegte Lebe» seine« geliebten Heimatlandes noch in allen Gliedern steckt, überhaupt gelingen, böhmische« Stillleben, wo da« Klima leibst vom himmlischen Monarchen so gemaßregeit ist, daß e« nie die Grenzen der Mäßigkeit verläßt, und immcr eher zur Kälte, denn zur südlichen Hitze sich ver» steiget! und die Meuschen, wir di« Fische, kalter Blut in den Adern, laue Reden im Munde und alle« Tbun derselben wie von Maschinen au-geht obne eigeniliche« Lebe» — als wären sic in der Tbat vom großen Weltsadrilantin. dessen alle Firma. die Sterne am Firmament — als Maschinen, oder besser, als FabrikSarbeitcr eingesetzt worden, 11m sechs Tage allwöchrnilich sich taklmäßig zu tummeln. b>« Freitag Abends endlich, wo die sicdciizackige Lampe als sogenannte Seelenlichter für tu verstorbenen sechs Wochentage und den iiengeborenen jungen Sabbalh angezüncet wirb» um die automatischen müde» Tag» werker in den seligsten Schlaf — zu leuchten .... zu schildern? Muß er nicht sürchien, Alleschwarz zu sehen ur.d einseitig zu werden? Wahrlich noch nie habe ich dir Worte des Dichter« ״Wer de» Dichter wist verflehen" u. s. w. so tief empsundcn, als hier, da ich die ״böh» imschen Inden" Komperi« . . . der über dieselben — einen Schein jener heißen Sonne, die Gott für die Frommen «usgespart, ausgegoffen — von Angesicht und eigener Anschauung kennen lernte! Ja kennen muß man diese alten Gestalten, d׳:se lebendige» Mumien eiuer verschal» lene» Zeit kennen da« Land, wo die Jugend selbst schon das Gepräge des geplagten Aller« in den Runzeln an Gesicht und Stirne trägt — um zu wissen, was derselbe geleistet ... da er wie der Profet Ezechiel dürre Gebeine und Menschrngerippr mit Blut und Flusch. Sehnen und Nerven angelhau. und ihnen Geist vom Geiste Gotte« eingehaucht! Wa« ,rdoch der Dichter darf, da« ist dem Darsteller vo» Zuständen nicht gestattet, er muß wie ein Geschichtschreiber gewissenhaft sich an die nackte Wirklichkeit halten und wäre sie noch so unerquicklich. Daß die» selben oder bier düster sind — da« wollen diese tinleiiendrn Zeilen gesagt haben. Ob diese Schilderungen al« schwarz m Schwarz auch In» «errssr genug für Sir und Ihre geneigten Leser haben werden, stehe jcdeusall« noch dohi«. daß wir »»« aber bestreben wollen, eine gelernt Kopie der Wirklichkeit zu geben, daveeficherl Sir Jbr ergebener Sv« -VlSni- (Muea-Szombath) Ciseobueger Komitate wird dr« ״$. Ll." von Seite der dortig,» i«raeli«ischrn Kultv«» gemeinde witgethrilt. daß fle geuötbig, war. ibrru Tempel zu renovire» und zu vergrößern, und daß Graf Grjza Szapärp fl, hi,bei i, hochherziger Welse mit Baumaterial,u unentgeltlich unterstützt habe. Dir feierliche Grundsteinlegung wurde von dem genannten Grafen selbst vorgeoommen. Nachdem bei dieser Gelrgenhrit der Rabbiner» Herr Leopold Kaufmann, de» edlen Grafen begrüßt und den dank» baren Gefühlen der Gemrindr Ausdruck gegeben hatte, hielt Graf Szapäry eine Red,, in welcher er unter Anderem sagte, r« sei «iu Akt der Gerechtigkeit, den durch Jahrhundert, verkounlea und gedrückt teo J-raetiten gegenüber ein Derfahreu zu beobachten, welche« fie die vielen erlittenen Unbilden vergessen macke; er freue sich, daß die Schranken zwischen ״Jude" und ״Christ" gefallen seien, daß r« hinfort nur Brüder grb, und dir Religion zwischen den Meuschen keinen Un» terschird mehr bildr. Zugleich forderte er die auf seine Worte ge« spannt lauschenden Israeliten auf. fleh auch ihrerseit« durch rin ent» gegrnsommendt« Benehmen gegen ihr, christlichen Mitbürger dt« Bruderbundes würdig zu rrwrisrn und demzufolge ihre Brndrrpflichteo in guten und schlimmen Tagen treu zu ersülle». Dir Rede wurde von den Anwesenden mit iiiuiger Rührung ausgenommen und dürfte einrn fruchtbar,a Boden gefunden hoben. Die bedrängte jüd. Gemeiiide in der Hauptstadt Lteicrmarks. III. Derzeichniß der Spende». Fortsetzung von Nr. 23 und 25.!Sammlung der Frau Regina Pollak ui KücSsalu: Frau Louise Bock in Käcsfalu Ist., Frau Nannrtte Kran« in Bolmüny 1 fl.. Frau Julie Taußig in St. JstvLn 1 fl.; Sammlung der Herren Baruch Singrr und Lazar Spitzer in Makü 24 fl. 40 kr. (Forts, folgt.) Bemerkungen. An die Herren Rabb. St-n, St—r und Pros. St—l. Ich dankt herzlich. Alle« erscheint in den nächsten Nummern. Herrn G. in A. Die Broschüre ist mir »och nicht zu Gcstchle grkommea. Herrn B. in T—w. Ich dankr. Wird desprochru werden. Inserate. Konkurs. l2-2) An der hiesigrii öff-ntlichcn isr. Kiillnszrmeinde-Schuke find zwei Lthrerstellrn und zwar die Stelle des rrstern. der ein geprüfter Haupt» schnllehier sei» muß. mit einem jährliche» Gehalte von 500 fl- und die Stelle de« zweiten, der auch ein geprüfter Lcherr sein muß, mit einem jährlichen Gehallt von 400 fl. mit dem nächsten Kurse ans drei Probejahre zu besetzen. Hierauf Reflrslikende. die der ungarischen als UntereichlS», der deulschen und hebräischen Sprache mächtig siud, haben ibre Gesuche sammt Zeugnissen bi« 20. Attgnst I I portofrei einzusenbeo au den Anltusvorstlmd Alt-Breie, (Bacfer Kvwitai), im Juli 1865. Konkurs. (2—3) An der hiesigen israelitischen Kultu-gemeiude ist dir Stelle eine« Kantors, der zugleich שוהט ובודק und קורא sein muß. mit einem Jahr.Sgehalte von 400 fl. ö. W.. freier Wohnung, halber שחיטה und sonstigen Nedenemoluoienten. zu besetzen. Mit guten Zeugnissen versehene Bewerber können bi« IS. August l. I. an jedem beliebigen Sabbalh zur Probe erscheinen, dem Acceplirtrn werden die Spesen vergütet. Att'Kaoizsa (Bticser Komiiat). im Juni 1865. Der i(r. Julius-Vor/lanä. Tzegedl», Srlblvrrla, der «tbaitllo. Druck von Sigmund Burger iu Szegedin. Hierzu ei» Bogen Beilage. L ipzig, Lommiflt0u».Vtrlag von Fron) V>,»rr.

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