Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 27 (5.7.1865)
- Date
- 1865-07-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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461 462 jngend der drei öffentlichen Scholen zogen mit Traverfahvea neben dem Leichenwagen her. Außer dem Oberrabbiner haben noch die Herren C. L. Posner und Dr. Lederer warme und herzliche Worte dem edlen Verblichenen nachgerufen. Bereitsind Schritte zur Herausgabe seines Pocträrö und zur Ab- Haltung eines im Tempel stattfinbenden TrauergotteSdiensteS gemacht worden. Und so schließe ich denn diese Skizze mit dem Wunsche: Mögen wir daö Andenken Dr. HauserS stetS in unserm Herzen treu bewahren und auö seinem Vorbilde lernen, der Wiffenschaft, dem Judenthume und dem h. Glauden treu und beständig zu dienen. Ihn aber möge Gott den reichlichsten Lohn seiner Thaten finden lassen. Friede seiner Asche! H. Rosenbcrg, Oberlehrer. Korrespondenz. Inland. §§. TVlen, 29. Juni. Das der Statthalterei unterbreitete neue Gemnudestatul ist von derselben in mehreren wesentlichen Punkten beanstande! worden, so daß dasselbe nach nochmaliger sorgfältiger Re- Vision der Statthalter,! wird unterbreitel werden müssen. W. Wien, 30. Juni. Die Aktien der Preßburger, KoberSdorfcr und MallerSborftr Orthodore» sind bei uns noch immer im Steigen. In Döbling, der Sommerreflbenz de« seit einigen Tagen elwa« nieder, geschlagenen Herzogs von Jerusalem, wird eine jüdische Volksschule nach dem Preßburger Muster und Vorbilve mi» Ostündigem täglichen Unter« richte gegründet werben. Die Mitglieder der Preßburger Resormgemeinde find de« Opserns müde und wird, wie ich höre, in Peeßburg eine Dereinigung ongebahnt. welche der Orlhodorie einen vollständige» Sieg de« reiten sosi. Der hiesige Vorstand wird wegen mancher Punkte der neuen Staiuien angegriffen, mit Unrecht! Sine demokratische Verfassung würde aus der hiesigen Gemeinde ein wahres Ebenbild der Preßburger Ge, meinde machen. Bon der Rührigkeit der Preßburger Orthodorir kann man sich wirklich nicht lercht einen Begriff machen. Und kann sich dieselbe nicht rühmen, in Wir» bedeutende Erfolge errungen zu haben? Unser RabbinatS-Asseffor Spitzer z. B. ist ihre Kreatur. Dieser Herr hat seit seiner Kindheit die hebräische Granimatik als eine ketzerische Wissenschaft betrachtet, und die Sprachenkorruplion ist ihm ein from« me- Werk. Glcichwol ist er Mitglied unseres Rabbinate«. die Preß« burger wollten es einmal. Nun sollen diese Herren alle mit dem Stimm» rechte auSgestaltet werde»? was wird dann aus der hiesigen Gemeinde werden? — T. Szegedin, 2. Juli. Der hiesige Duchdruckcreiinhaber und Buchhändler, Herr Sigmund Burger, der den Sooderabdruck de« Aufrufeder Alliance auf seine eigenen Kosten setzen ließ, erhielt nach» stehende« vom 20. Juni datirteS Schreiben au« Pari«: Mein Herr! Dir erfahren durch Herrn Oberrabbinrr Löw, daß Sir dir Druckkosten de« deutschen Aufrufes zu Gunsten israelitischer Schulen im Oriente und in Afrika selbst zu tragen die Güte hatte». Mit besonderer Befriedigung empfingen wir diese unserem Nnter» nehmen zugewandie großmüthige Theilnahmr, und wollen nicht länger zögern, Ihnen unseru lebhaftesten Dank zuzumittelu. Genehmigen Sir, mein Herr, hiermit dessen treuesten Ausdruck und di» Versicherung unsirer vollsten Werthschätzuug. Sekretär-Adjunkt: Der Peäfidrnt: L. Nordwau«. Ad. C r 6 m i * 0 r. — Pest, 2. Juli. E». Exzellenz der Herr Statthalter Graf PLlffy. hat gestern unsere große Synagoge besucht, und der Predigt de« Herr» Dr«. Wttifel *-»!gewohnt. 6r. Erz,Venz hat sich kowol über di» Predig«. als über den Gesang und dir Ora.׳>bealritung sehr beifällig ausgesprochen. O Dteknamanger, 30. Juni. Dir ungarisch« und deutsche Antrittsrede unsere« Oderradbiner« Rockoosteia, dir die bewährte homi, letischt Gewandtheit desselben bekundet. ist iw Druck, erschienea. Auf deo verewigten Mannheimer wurde auch io uoferer Synagoge eine Drukredr gehalten. Preßborg, iw Juni. Durch di, Freundlichkeit ,in,« o«, kannten ward wir Gelegenheit, in einer Nummer de« in Prag erschet« veodrn ,Abendland" eine Notiz au« Peeßburg zu lesea, in welcher der Kulturstand der hiesigen Gemeinde, der reforwirte Tempel. Prediger Brüll und Andere besprochen werden, und endlich auch mltlkldlg? der Lehrer der isr. Primär.Hauptschule gedacht »ird. Wir überlassen Herrn Prediger Brüll, die Chori'chulr. deren Bt« gründer und Erhalter, deren Führer und Geführte sich selbst: einmal, weil e« weder in unserer Macht steht, gegen oder für sie etwa« zu »hu», uod eben, weil wir zu gerne unserem Berufe al« Lehrer obliegen, und die mit unserem Stande verbundenen Lasten na« zu sehr in Anspruch nehmen, al« daß wir un« einer Sache aonähwr», die mau oir al« Sache auch de« Lehrer« wissen wollte. Der Herr Korrespondent sag! aber von den Lehrern, daß sie der Chorschule als einem Sterbenden schon das 71 הוא האלהים riefe» und sich schon dr« Untergänge« Lee Resoemsachr in Preßborg freuteo. Dagegen einige Worte: Offenbar wollte der Korrespondent Lehrer und Dorstuud in Kooflilt bringen, letzirrn gegen erstere auseeizeo »ob da» Gedeihe» der Schule, das einzig und allein gesördrrt werden kann, wenn die Schule auch ein Asyl des Frieden« ist, hindern;, er würde sonst vor seiner Thüee zurrst gekehrt haben. Sonderbare« Schicksal jüdischer Lehrrrk Wie der Lehrer unfähig ist, wenn ein nichibefäbigte« Kind keine Fort« Ichritle macht, dagegen nur da« Kind sehr geistreich ist, wenn e« durch Schweiß nnd Anstrengung des Lehrers einige Fortschritte gemacht; so «ft der Lehrer in Grmeinben. wo Neue« angestredl wirb, bl, Null, die ohne Ziffer steht, wenn Erfolge erzielt werden» aber die Hauptschuld, wenn aus gar vielen wichtigen Gründen ein Bestredeu ohne augenblickttche» und handgreiflichen Erfolg bleibt. — Wir wissen also nicht, wie wir auf einmal zu der Eher gelangten. als solche genannt zu werden. die gar ein Wort reden dürfen; allein wir wetten, der Herr Korrespondent ist einer au« jener Heiichlergruppe. die öffentlich wüihrn, heimlich wühlen, die nicht wissen, an wem sie ihr Müthchen kühlen sollen, da sie doch auch Beiträge leisten und doch nicht Herren werden können, die sich zu den Gebildeten zählen, denen aber der Bildner rin Gräuel ist, drnrn rS in der Seele weh lhut, den Lehrer nicht wie einen andern — Bediensteten behandeln zu können. — Der Herr Korrespondent hat seine Absicht bei dem Borsiande nicht erreicht, der Lehrer hat für den Korrespondenten nur ein verächtliches Achselzucken. Wer die Stellung und das Berhältniß der hiesigen Gemeinde kennt, Wied die Notiz de« ,Abendland"-Ko1rrspondenlen ans Peeßburg tköricht und böse nennen: die hiesigen Lehrer bauen weder , noch reißen sie nieder, die Primär» schullehrer sind rinzig und allein Schullehrer, die mit der Jugend der Priwärhauptschule di, Choeschule, als da« LokakdethauS besuchen, von derselben nicht belästigt, und der Witz gegen die Lehrer der Schult iß ein übtlangebrachier. der natürlich Len Witzreißrr, dem der Tempel ge« wiß weniger recht ist. al» dem Lehrer, zurücktrifft. H. Burbaum. X. Prag, Ende Juni. Gtgia die vollzogene R,Präs,Ulan» teowahl. welche ich Jbnru Anfang d. meldete, ward, insofern, fi, de» zweitru und dritten Wablsärper betriff«, ein mit 80 Unterschriften vrr. sehener Protest beim Vorstände ringrbracht. wodurch sich die sech« Gewählten dieser beiden Körper veranlaßt sahen, motu proprio da« auf sie gefallene verdächtige Votum abzulehoea. Diese« Intermezzo hatte die erfeeoliche Folge, daß bei der abrewak« vorgenowmeaea Wahl zwei verdienstliche Männer, die mau früher zu beseiligen wußte, mit eklatanter Stimmenmehrheit wieder in die Repräsrotauz berufe» wurden, eine Thatsache. welche dir Umtriebe bei der eestea Wahl »oll« ständig zu illustrirru geeignet ist! Wir verlautete, wollte nun die uo» terlegeo- Partei wieder ihrersrii« den Hochdruck eine« Proteste» grgr» da« neue Ergebniß in Anwendung bringe»; glücklicherweise aber hat da« sehr praktische "אין לרבך סוף p ״אש diesen Agitationen, welch» auf große Crquickllchkeit gewiß keiueu Anspruch h-dea, endlich ein Ziel gesetzt, uod so war dir vollzählig« Repräsentanz im Staude am 25. I. an ihre Konstituiruog zu gehen. Wir bei dem totalen Mangel einer andren geelgoeleu Persönlichkeit za erwarten stand, fiel dl» Vorsitzer« Wahl wieder auf Herrn Ernst Weht», derselbe ift jedoch gegenwärtig abwesend, und so angenehm ihn in seinem Kurorte dieser neue Beweis