Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 26 (28.6.1865)
- Date
- 1865-06-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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m 449 Gaya, im Juui. Za dem Dorf, Weitz in mriorr Nährwoh» vrn zwei isra-litische Familiea. Da FeuerSbrünstr während dieser Saison nicht zu den Ctl«,»btit,a gehören. so wird wol da« verzehrende Ele» ment krinrn konfessionellen Untrrschird mach,o müssen. Wirklich brach im Haus, rin,« Juden F,u,r au«, ohne daß man bi« zur Stund, von drr Ursache dr« Ausbruche« Rechenschaft gebrn kann. Mao weiß bi« zur Stunde nicht. wer da« Feuer angelegt, odrr war ein, Nnvorsich» «Igkeit im Haus, Le« Juden im Spiele. ״Thut nicht«, t,r Jude wird verbrannt-, denn der Jude hat verbrannt. Der Pöbel diese« Dorfe« wollte dem armen Juden die Leden-flamme auSblase», und da für einen verdächtige» Juden alle GiaubenSbrüder einüchen und büßen muffen, so sollte auch der andere Jude verenden. Die zwei Juden wurden aber vom Ort-pfarrer geschützt, in sein Hau« aufgenommen und mit Gefahr de« kigkiit» Leben« gerettet. Die Menge drang in de» Pfarrer, die Iu» den au-zulicsern, Laß der Mordbrenner, deffen Schuld noch immer nicht bewiesen, laniuit seinem GlaubeiiSbruder erwürgt werde. Der Pfarrer leistete Widerstand, und schaffte sich die Wulhentbrannten durch Priester» liche salbung-volle Worte vom Halse. Inzwischen trat die weltliche Be» Hörde im Namen der Gerechtigkeit zu Gunsten der Juden auf. So eia Priester beschämt wirklich ein Dutzend Brunner und ähnliche Fanatiker. — Bo» einer ander» humanen und wohlthuenden Kuiibgebung will ich eben« fallberichte». In Weffeli bei St Ostea starb Sonntag 18. d. M. die Frau de« Herrn Kohn, deren Wohllhätigkeit und Frömmigkeit weit und breit bekannt ist, ich erfüllte die letzte Liebe-Pflicht, dem Ruse folgend, und hielt ihr die Leichenrede. Wie gehoben suhlte sich meine Brust mitten der Tranerszent. als ich den christlichen Ausschuß im Tranergewande den, Sorge folgend, und mit ehrfurcht-voller Haltung dem ganzen Traueralle anwohiiend, bemerkte. Nun ist wirklich dieser Herr Kobn ein lehr ongeskheuer und geachteter Mann, n»d deffen Hingeschiedene Gattin war ein Muster von einem biedern Weibe, aber Boruithcil und Glauben«, haß pflegen darnach nichtzu fragen. In gewissen sanalischen Kreisen hat auch Herr Dr. Zipser einen Brand durch seine Ausstcllnnge» deeliatlinm suler verurtacht. Bei mir, der ich selbst ein Berehrer uieincS einstigen Lehrers N. Moses Soser b>», hat Herr Z. keine Haffc-flanimc erregt, weil der vcrehruiig-wnrdige cl1ati1:1m sofer durch geographische und eregelischc Jrrlhnmrr nichts vcrlore» hat, ebensowenig als Llenaeliem de Lonsano an Bedeutung verlore» hat, weil er בורי mit Hauptstadt wiedergibt. Der Lerikogras ex prutcsso hat weder das Wort 710h!; noch da- Wort ßuvlq ver» standen. Dr. M. Dnschak. II. Arad, 25. Juui. Dieser Tagt hat Seine Wohlgeborcn Herr Mose- Hirschl, Besitzer bcr goldene» Eivd-Veedienstmedaille, Bürger in Wir», an Herr» Sigmund Kohn, Direktor der hiesigen israelitischen Haupt-, Nnterreal» und Mädch-nschule ein beide Theile sehr ehrende« Schreibe» gerichtet. In diesem Schreiben zeigt der edle Menschenfreund an, daß er zu Gunsten der hiesigen NiiterrichtSanstalte» folgende Fundaticneu macht: l) 500 fl. von deren 5°/, Zinsen alljährlich Prämien anzukanse» si»d, die bei der Hauplprüfung an die vorzüglichsten Schülerinneu der hiesigen Mädchenschule verthcilt werden sollen, und L) 500 fl., deren 5°/, Zinsen hiesige dürftige Lehrer, deren Witwen oder Waisen alljährlich genießen sosten. Die hiesige Knabenschule besitzt eine ähnliche, wie unter 1) angeführte Snsinng dieses edlen Herrn bereit« seit dem Jahre 1844. Die Stiftung mib 2) »st »11« desto eher willkommen, indem damit der Grundstein zu dem vor Jaheen schon in Anregung gebrachten. und vom hiefigen Knliu-vorstande im Priuzipe angenommenen Peamlen-Peusion«- soud« gelegt wurde. Möge die Munifizenz diese« edelgesinnten Schul- und Menschensrennde« in der hiesigen opferreichen und in vielen andern Gemeinten Israel« würdige Nachahmung flnden, und möge der Aklzüligc diesem ehrwürdigen Greise ein hohe« und glückliches Mensch,nalter schenken. F. Waag-Steustadtt, 21. Juni. In dem durch den geschätzten ״B. Eh.- veröffentlichte» Berzeichniffr der israelitischen Haupt, schulen de« Pießburger Sludiendistrtkte«, denen von der hohen Statt- Haltern da« B.sugniß zur Bornahmr von Privatprüsnngrn erlheilt wurde, vermißte man mit Recht die Waag-Neustadllcr öffentliche Haupt- und Unlerrealschule, die bekanntlich zu deu bestrenommirteu Unterricht«. angalten unsere« Vaterland«« zäbk». Einig; Lrübgucker glaubte» sogar, hierin ein, Degradation erblicken zu muffen. Dem ist aber durchaus nicht also; vielmehr hat di, hiesig, Schule, wie wir von autheulischer Seite erfahren haben, nach wir vor da« Recht. Privatprüsuogeu vor, zunehme» und bedurfte e« nur einer mündlichen Erwähnung de« Herr» Direktor« bei der hochlöblichen Sludieu-Oberdiriklioo. um dasselbe von der hohe» k. vng. Statthalterei io der «hreudstea Weise bestätigt zu erhalten. L. Tarnopol, Ende Mai. (Durch Zufall verspLtkt.j Am ver« gangenen Wochenfeste wurde die 50jährige Jubelfeier der von de« uo» sterblichen Joses Perl gegründeten Schule gefrier'. Di, Siuzelnheite» dieser Feier haben Sie wol au« den polltischen Blättern erfahren. Für Len, der unsere Zustände kennt, ist es wahrhaft demüthigend und nieder« schlagend, daß die Kultur unter den Juden Galizirn« im Berlause eine« halben Jahrhundertnicht ersreulichere Fortlchrilte gemacht hat, wäh» rrnd der Ehaßidäi-mu« an Dcrbreilung und intrusioer Kraft bedeutend zugenonimtn hat. Mäuner von der Thatkraft und Ovfertvikligkeit Josef Perlgehörten zu allen Zeiten zu den selteneren Erscheinungen. Wenn Sie i» Ungarn der Gründung eines Kuliurverein« so oft da« Wort reden, so ist die Gründung ,ine« solchen Lerein« in Galizien um so dringlicher. Leider regt sich aber auch iu Lemberg, wo der Jmpol« ge» geben werden sollte, der Geist de« Fortschritte« grgenwäriig nicht so kräftig, wie vor 25 Jahren! X. Groß -Kattijfa, 23. Juni. Di, erledigte Dajanstkllr, welche manchen Korresponbeiilen und Redakteuren schlaflose Nächte machte, ist nunmehr besetzt worden. Herr Prediger Lichtschein aut Küruicnd ist der Gewählte, deffen Wahl von unser», Herrn Oberrab» biner warm befürwortet wurde, indem dieser Herrn L. als lüchtigeu More Hora'ah empfahl. Kurze Notizen ans dem Gebiete der Literatur. 20. Lcgarde über die talmlidische Literatur In einer kleine» Schrift, »vclche eine Art Prodromu« bilde«, zur Herausgabe mehrerer ״dem römischen ElemenS untergeschobener Schriften-, und die den Titel führt: Elemeiitiiia, herauSgegebeii von Paul de Legarde (Leipzig!805. 3t S. 8.). sagt dieser «in die mit große״ diplomatischer Treue vollzogene Heran-gabe höchst werthvcller syrischer Handschriften sowie aller griechischer Qnelkenschrifte» sehr verdiente Berliner Professor in einer Anmersunz (S. 13) gelegentlich Folgende«: ״Ben dem Zustände will ich nicht reden, i» dem der Trr: von Talmnd, Targnm und Midrasch sich befindet; ich sehe aber vor Allem noch keine Möglichkeit ob, die Quelle» chron. zu ordnen. Verwendbar für die Wissenschaft wirb die Haggada und Halacha erst sein, tvenn dir Terte ohne rabb. Kommen» tar» keiisch nnd streng a»S den ältesten Handschr. gedruckt und mit sie aste zugleich »nifaffei,den Registern versehen sein werden. Dieser Arbeit müßte freilich eine AuSgadr de« Aruch nolhweiidig voranSzehen, die durchaus auf die leicht zugängliche» und zum Theil sehr guten Manuskripte sich stützte und vor allen Dingen nicht mehr wissen wollte, ol» man eben heule »viffru sann. Sind diese Ausgaben gelöst, daun Wied für dir rä» mische Kaisergeschichle ein Material gewonnen sein, wie ,« so kou« kret nnd persönlich sich nirgend anderSher beschaffen läßt; ein zweite« Ponipeji, da«, wenn auch nicht herzlicher, doch vernehmlicher und ge» sprachiger reden wird, als da« am Vesuv au-gegrabene. Ein Dtleltire» mit diese» Terlen ha« bisher nur dazu geführt, Mißverstäiiduiffe zu ver, breiten. Hier »st noch jungfräulicher Boden, der hunterlfältig tragen wird.- lieber de» Werth solcher Au-gaben bin ich mit Herrn L. riuverstanden, doch glaube ich kaum. Laß die wiffenschastlichen Resultate «ach der Seil« hin sich herau-stellen werden, wie Herr L. sie and,ulet. Frankfurt am Main. 23. Mai. Geiger. 2». Neue Ttudien über dleHexapla. Eine umsichtige bib» Usch, Krilik wird immer mehr zur richiigea Schätzung der alle» an« dem Originale angesertigten Bibelübersetzunge» zurückkehrea, sich ,0, deren Werihe für eine klare Einsicht iu die Geschichte de« Bibelterle« überzeugen, und in diesen da« sicherste Hilt'-miltel finden zur Herst,Nung dr« ursprünglichen Terte«. Leider aber besitzen wir außer der geiech.der 70 keine der später angeserliglen griechischen U-bersetzungen. während die'elbeo durch di« Sprachkenntuiß uud die bestimmte Absicht der Neber-