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Ben Chananja · 1865-06-28 · 26 (28.6.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
26 (28.6.1865)
Date
1865-06-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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44t 446 aflrt römischen Zeitungen toart ffirjliift itmtllH, daß zwei Läden int <5<jffo geschloffen und dir Maaren fonstszirt wurden, weil die Polizei erfuhr, daß sie Zndeo gehkrteo, während chrisiliche Handlungsgehilfen den Namen zur Firma hergegedea hatten. — (Sin feanzösilcher Uhrma» cher mosaischen Glaube»» wurde ia den Ghetto verwiesen, und nur den Anstrengungen de« sranzösifcheu Gesandten gelang e<, daß ihm weiter nicht« geschah. Noch heute dürfen di« Juden nicht an« den öffentlichen Brunnen der Stadt trinken, sie dürfen keine Ländereien besitzen. ja nicht einmal solche bebauen. — Juden können in Rom keine Advokaten, Notare, Aerzte, Siatträihe werten, oder sonst ein öffentlich,« Amt ver» walten. — Eine Jude darf nicht di, höheren wissenschaftlichen Institute ia Rom besuchen oder einen akademischen Grad erlangen. Unter den schlimmsten Strafen, die in der neuesten Zeit noch verstärkt wurden, ist ihm verboten, christliche Dienstboten zu Hallen. Obne rinen Paß darf er sich nicht vor die Mauern der Statt wagen, und kehr« er zurück, so muß er diesen Sichrrheit-brirf in die Hände de« Vikar« der Inquisition wieder abliefern. — Noch ist den Juden untersag«, bei Strafe von 30 .Kronen, mit Christen sich in frenndschastliche Gespräche rinzulassen nr. > hierüber hat einzig und astein die Behörde ohne Verhör zu entlcheidcu. — Welch ein KultUrzustand iw heiligen Rom! — ParkS, 15. Juni. Zwölf christliche Mitglieder de« gesrtz» gebenden Körper« haben ein Amendlmeut gestellt, nach welchem im Jahre 1866 die Stalsbeilräge de« jüdischen Kultus um 3700 Frank« erhöbt werden sosten. Die letzte Nummer der ,Archive«" bringt folgende Notiz au« Amerika: Gin deutscher Jude, Namen« Grün, welcher in der Union«- armer diente. halte am verflossenen VersöhnungStage al« Oberst ,in hitzige« Kavast,riegefecht zu bestehen, ohne daß er sich entschloß, ,inen ihm dargebolene» Trunk zu 101111. Verwundet und in ein Svilal gebracht, stliniiite er, darr neue Glaubensbrüder daselbst fand, da« Nilagebet an. Bei dem siebenmaligen N»fe: ,Der Ewige ist Gott!" kam die Nachricht, der Feind wäre geschlagen. Die Fanfaren erlönten, die Musik ließ ihre Klänge vernehmen, und die anwesenden Soldaten riefen einstimmig: ״Der Ewige ist Gott!" — Dasselbe Blalt bringt einen interessanten Bericht über die Gruiilsteinlegiing zu einer Synagoge in Einciiinalt. Di, Gemeiudc Bene Jcschurun, welche die neue Synagoge baut, gehört zu den größten reformistischen Gemeinden der Union. Ihr Rabbiner ist Dr. Wise, Redaklenr de« ,Israeliten" und der ״Debora." Nach einem eigenihümlichcn amerikanischen Gebrauche wird ans den Aruiidstein Oel und Wein gegossen und Korn gestreut. Herr Mar Mack, Aorstandemitglied dieser Gemeinde sagle bei der Verrichtung dieser Zeremonie: .Der Allmächtige gebe, daß nur Fromme diese« Hau« de« lreien mögen, und daß unser ganz,« Leben sanft, wir da« Oel dahinstieße; daß sich unsere Zahl vermehre, wie das Korn; »ud daß jeder von un« bei zunehmendem Alter immer besser werde, gleich dem Inland. M. Wien, 25. Juni. Die Angabe, daß Herr Dr. Meisel um die hiesige Predigerstelle konkurrirtc, ist, wie ich Sie au« bester Quest, versichern kann, undegründet. Ob von einer Vokaiiou die stiebe war. kann ich nicht sagen. Doch ist c« möglich, daß Ihr Korrespondent davon gehört u»d die Vokalion in eine Konkurrenz verwandelt hat.?. Wien, 25. Juni. Gestern Hallen wir hier eine Gast» oder Prob,predigt in der Lerpoldstädter Synagoge gehört. Der Vorstand gab sie al« Gastpredigt au« und da« Publikum »ahm sir al« Prob,predigt. Herr Dr. Schwarz, Naübiuer ia Köln reiste nämlich hier durch und brachte ein lSaipsehltiiigSschrribeo au den Vertreter Herr» v. König«» warter mit. und dieser setzte die Gastpredigt in Szene. Herr Dr. Schwarz glaubte eine Gastpredigt halten zu können, ohne sich dem Schein einer Bewerbung aussrtzen zu müsse״. Der Vorstand glaubte rinen kouierva» live» Prediger gesund,» zu haben, die hiesigen Orlhotor,« glaubleu eiuen predigenden Konservativen au Mannheimer« Stelle zu erlangen; allein der Glaube aller ist getäuscht worden. Herr Dr. Schwarz hielt eine Prob,predig, und fand hier lrinen Anklang. Die kouieivaiive Grldari» stolralie hat in ihren diploinaiiicheu Kanzelstreich sich verrechnet und di, Oribodoren waren vou Ausang au weitab von ihrem Ziele. Denn was 1» Deutschland al« koni'eivativ gilt, ist in den diesigen Preßbnrger Kreiseu die pirbcrrek.irie Rcscrm. In Köln ist derselbe GoileSdienst wir in Wiru. keinem Menschen fällt e« dort ein, Trauungen aus brt Straße vornehmen zu kaffen und da« konservativ, Element ist in Deutsch, kand überhaupt nicht« andere», al« der Schatten, den da« Licht der fortgeschrittensten Reformer zeigt. Ueber dir Peobrpredigt selbst enthalte ich mich jeder Kritik, nnr da« rinr möchte ich hervorhebrn. daß man tn ihr den Einfluß der protrstantischeu Umgebung merkte. So war z. B. darin die Nedr von dea Brüdern und Schwestern io Gott, wurde die Sündhaftigkeit der Menschen mehr im christlichen, als im jüdischen Sinne betont und r« zeigte sich wieder einmal, daß »ur wenige e« per« stehen, den echten alten jüdischen Geist mit den schönen Formen der Griechen und Römer zu vermählen. Herr De. Schwarz ist rin ganz harmloser, friedseetiger Mann, der nicht« von dem herausforbernden und streitsüchtigen Wesen der Romantiker an sich ha»; ich zweifle auch nicht, daß ihn seine Gemeinde verehrt und seinem Worte mit Aufmerksamkeit lauscht, dir Wiener Kanzel abir hat eine Vergangenheit und eine Ge» genwari, mit denen jeder rechnen muß. der seine Zukunft darauf grün» dea will. — Wien, 25. Juni. Wik hier verlautet, beabfichligi Dr. Löwrnstein au» Lnnderg. der sich dereit» vor neun Jahren, al« e« sich damals um die Besetzung einer Predigerstelle handelte, hier gepredigt hat wieder unter die Bewerber zu treten und Dr. Kayserling, Rabbiner in Endingen in der Schweiz soll sich bereit» gemeldet haben. Dir klein« Schaar der hiesigen Orthodoren setzt ihre Hoffnungen ans den neue» Prediger, wie sir onsang« De. J.llinek trff.iid rntgegenkam; allein kein Mann von Bildung wird je ihren Erwartungen entsprechen, da dir Preßbnrger Schule außerhalb trr rnrcpäische» Kultur steht und am besten thäle, mit dem nächsten DergliügnugSziige »ach Palästina au«» znwaiiker», ohne zmückzilkrheen. Dort auf den Trümmern Jerusalem« ist ihre Heimat, wo sie von de» Anforderungen der europäischen Kultur nicht im geringsten gestört werte». Auch ist dort der rechte Boden für die minerliächtlichln srommen Hebungen (clmos), denen sie sich auch hier hingeben. Pest, 2i. Juin. Der Lchrlörper tcr hiefizrn israelilischen Nornialhaiiptschule richtet beule rin Beileidsschreiben an die Frau Io» f,fa Hansee, geborne Kitzreer. Witwe de« Herrn Dr. Hansrr, Präsr« unserer Schulsekliou. Dies,« prunllose, abrr au Gesühlrn und Gedanken trefflich, Schreiben, geflossen au« der gediegenen Feder unsere« wacker» ungarischen Pädagogen L. M. Bauer, lauiet wortgetreu, wir folgt: Ihrer Wohlgeboren der Fcau Jos.fa Hauser hirr. Hochgeehrte Feau! Gcstailen Sie, daß wir i» Folge de» lranrigen Ereignisse«, wek» che« »ach Golie« »»crsorschlichem Ralhschiuffe diese Woche für »iisere KullnSgeinriude und besoiiter« für die hiesige israelitische Normalhauptschult, sowie nicht minder für Ihre verehrte Familie eilig,lrrteu, den Rcguligrn »iistees Hcezc»« Ausdruck geben. Wir beklage» den Tod Ihre« Gatten, de« Herrn Dk. Josef Hauser, mit einem Gefühl». d»S sich Nut im Herzen der nächsten Ver» wandten ktiiirzugtben pfleg,. Sla1,d»n wir dem Verblich,nen dem Na. lurdande nach auch nicht so nahe, wie Sie und Ihre wacker» Söhne und Töchter, so war doch sein geistiges Leben mit dem uuserigen so innig verbiilidkn, daß der Schmerz über srineu Hintrill für nus wahr«!ich krin geringer genannt werden kau». Wir lönuei, nicht« dazu beiieage», Ihr, Thräaeu über den uuer, setzlichen Verlust zu stillen, weil wir selbst nicht im Stande sind, den uuserigen Einhalt zu lhii»; abrr wen» e« wahr ist, daß Verdienste, Wie sir der theure Berblichene »m da« hiesige Gemeinde« und Schulwesen überhaupt und »io »nsrr, Noemalhauptschulr iusbesoudrr, sich erworben, an« den, Gedächiuissr der Menichea nicht schwinden, so können wir Ihnen den Trost geben, daß Ihr Ga», nur dem physischen Leben nach de» Schauplatz der Erde verlasse», während sein Geist gewiß »och lange unter uu« segensreich forlwirken wird. Indem wir die U.beezeiigung aussprechen, daß Sie. hochveerhrte Fra», dielen einfachen aber li׳semp11»ude»en Ausdruck al« Zeichen nnserer iiili'gsten Tlieiliiahnie an Jlirem Schmerz, genehmigen, und indem wie di, Gnade de« aslmächlige» Valee« eifleben, Ihre Wunde zn Iinder», haben wir di, Ei>re. in »nwaiirelbarer Hochachiung zu verharren Die Lebrer der Peiler i׳r Normalkaiiplschulr.

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