Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 25 (20.6.1865)
- Date
- 1865-06-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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433 434 Pfeile der Verläumdung auf ihn abschießen; untersucht man die Sache aber, fragt man sie. den Mackel anzugebeu, den sie an ihm gefunden, sind sie wie stumm, als könnten sie den Mund nicht öffnen; darum will ich ihn heute, wie ehedem kräftigst unterstützen, noch wird er daS Volk GotteS lehren, fromm zu wandelu, und selbst seine Feinde werden mit ihm Frieden schließen. Nie aber wird eS einer verleumderischcn Zunge gelingen, ihn abzuhalten, auf die Herzen seiner Brüder durch Aaeiferung zur Anbetung Gottes zu wirken, der mit ihm sein und ihn beglücken möge. (1859) Obiger Joel Ungar auS Rechnitz mp. Abraliam Freyer. Raab. 2. Z»»i 1665. Am 23. v. M. wurde Abr. Frryer. einer der tüchtigsten jüdischen Schulmänner Ungarns, zu Grabe getragen. Tr bat seit 1858 bei seinen in hiesiger Statt glücklich verbeiratktrn Töchtern gelebt. Dr. RamS» bürg er, uusrr RabbinatSverweser, hielt die Leichenrede, wobei er die von Reich im letzten Hejle de» Beih-El gelieferte Biografie FreverS benützte. Wenn diele Biografie den srl. Freyer als Gründer der Preß» burger Primärlchule hinstrllt, so stimmt dirnicht genau mit der geschichilicheu Wahrbeil überein. Die Gründung einer ordeuilichen Schule in Preßburg im Jahre 1820 überstieg die Kräfte auch dcS begabtesten, kenntiiißreicksten und eifrigsten Lehrers. Die Gründung jener Schule mar daS Werk der Opposileou gegen de» Rabbiner und den Dorstand. Freyer, welcher zu de» ersten Lehrern der Priuiärfchnle gehörte, wurde 1785 zu Frauenkirchen im Wirselburger Kvmitate geboren. Nachdem er mehrere Zcschibolh frequentirt hatte, ging er 1812 nach Prag, wo er sich mir mannigfaltigen Kenntnissen auSrüstele, die ihn befähigten, in gebtlderen Familien als Hauslehrer zu wirken. Nach seiner Berrhelichuug wurde er auf kurze Zeit Kausman», widmete sich aber seil 1320 ganz dem Lehrstande. Männer, wie Albert Cohn, >M. iS. Ster», keop. Dukes gehören zu seinen Schüler». Besondere Tüchligieit besaß er im Unterrichte des Hebräijchrn. Sein Berusseiser erkaltete niemals. Sei» Lrichenbegänguiß bewies, wie hoch er auch in unserer Gemeindc geachtet wurde. All und Jung begleitete seine sterblichc» Uebcrrestc bi« auf den Gottesacker. Sein Audenkeu wird gesegnet bleiben. Literarische Anzeigen. DaS Quadrat, die Grundlage aller Proportionalität in der Natur und das Quadrat aus der Zahl Si^en die Uridee des Mensch» lichen Körperbaues. Bon Franz Liharzik, Dr. der Medizin und Chirurgie. Augenarzt uud Nrcvuchrur. Ritter und Besitzer mehrerer Or» drn, Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften. Wien, Lerlag von Herz, selb uud Bauer 1865. gr. 4. VIII. 201. (Dazu 57 ״Tafeln derTelra» gramme auS drn Zahlrn 3—26 und der algebraischen Formen für alle magischen Quadrate.") Preis: lü fl. S. W. Ist auch Saul unter den Profelen? Ist auch ״Ben Ch-nanja" unter dell Mathematikern und Phyfikero? So werden diejenigen fragen, welche da« vorliegende merkwürdige, io mehrfacher Rücksicht originelle, prachtvoll auSgestattete Werk our dem Titel nach kenuea. Ein Blick in da« Buch selbst wird sie jedoch sogleich delehreo, daß dasselbe nicht uur mit der Theologie überhaupt, sondern auch mit der jüdisch.theologischen Literatur iusbesondere mannigfache Berührungspunkte dardietr. Der Herr Brs. glaubt entdeckt zu haben, ״daß der ganze mensch» liche Körperbau biio seine kleinsten Theilr sich au« sieben Kardinal» grißeu geometrisch ousbaueu laste", wa« ihn auf die Derwuthung führte, ״da« ganz» WachSthumSgesetz sei rin geometrische« uud die zur Kon» ftruktiou der menschlichen Gestalt erforderlichen sieben Grundzahlen eien geometrische Größen, d. i. Linien (VII.)" Hierauf Bezog nehmend. sagt er in der Einleitung: ״Nach der mosaisch״ Schipfuog-geschichte hat Gott dke Welt in sich« Tagen erschaffen. Erst i, der sechste» Epoche ist nach dem Gesetze de« WachSthuwe« di« Entflehung eine« jeden Individuum« abgeschloffea, und erst von da a> eilen di, jetzt gleichsam fertigen Thrile ihrer stufenwriseu Vergrößert!», und endlichen Vollendung zu. Wir sehen daher bei jedem WachSthuwe da« Wunder der Schöpfung in den gleichen sechs ZeilrLamen sich erneuern." (S. 4.) Hätte der Hr. Drf. die synagogale Liturgie gekannt, würde er hier vielleicht au« dem täglichen Rituale die Worte angeführt haben: ״Gott erneuert in seiner Güte an jedem Tage fortwährend da« Schöpfung«»,rk!" Nachdem der bibelfreundliche Hr. Drf. dem Heramrron phyflo» logisch-typische Bedeutung gegeben, geht er aus die Schöpfung de«Wei« de« über: ״An einer andern Stelle der h. Schrift heiß, e«, Kot« nahm Adam eine Rippe und schuf da« Weib. Nach dem Gesetze, welche« de» Bau dr- Menschen beherrscht, wird die vollkommenste Gestalt de« Wei, des in jedem Alter konstruirt, wenn man von der bezüglichen Länge de« männlichen Brustkorbes eine Einheit seine« Gruudmaße«, welche eben eine mittlere Rippenbreite. oder was dasselbe sagen will, rin« Nippe ist, wegnimmt. Sofort ergibt dasselbe geometrische System au«' mathematischer Nothwendigkeit die rntsprechend abgeänderten Dimension«» Verhältnisse der einzelnen Körpertheile. wie fie dem -weiblichen Wes״ znkommcn, und seine charakteristischen Merkmale bilden/' .(Das.) Die Richtigkeit dieser Konstruktion lassen wir auf sich berühr». Wie aber dieselbe mit der Darstellung der Genesis in Verbindung gebrach« werde, toll, ist uns nicht recht begreiflich. Wenn wir den Herrn Vrf. verstehen, wird nach seiner Anschauung die vollkommenste Gestalt de« Weibe« kon« struirt, wenn man den »m eine Rippe Srniern männlichen Brustkorb zum Maßstabe nimmt. Die Genesis sagt aber, daß da» Weid au« der Rippe Adams gebildet worden sei, ihr ist also die Konstruktion au« dem Reste des Brustkorbes nach Eiilfernung einer Rippe gänzlich fremd. Wie eS schein», hat der Hr. Brs. dir Worte: ״Gott nahm Adam eine Rippe und schuf das Weib", die in dieser Frffung mit seiner Theorie in Einklang gebracht werden können, au« dem Gedächtnisse zitir»; in der Bibel finden sich die zitirien Worte in dieser Fassung nicht. (S. 1 M. 2. 21. 22.) Der Hr. Vrf. hat die h. Schriften de« Volke« Israel« eifrig studirt. und dieses Studium brachte ihm, wie er versichert, ״die freu» digc Ueberraschung, daß auch hier die Grundzahlen de« Gesetze« (vom WachSihumr d«S menschlichen KörperS) in mancherlei allegorischen und symbolische» Formen Vorkommen, und eben weil eS Zahlen find, die keine verschiedene Auslegung zulaffen, nicht übersehen und mißdeutet werten können." ״Eine ähnliche Anschauung hierüber", fährt er fort, ״hatten schon vor mir mehrere Gelehrte, indem fie diesen Zahlen ihre besondere Ausmerksamkeit zuwandten. So besitzen wir eine Symbolik der Stifishütle von Bähr. Dr. Luther und F. Fried,rich. Zn diesen Werken wird nachgrwirsen, daß der Ban der StisiShütte mit ihrer ganzen Einrichtung und ihrem heiligen Geräihe genau dem Baue de« meuschlichkii Körpers nach gebildet wir, daß somit die Wohnung Got«. »e« als Abbild-de- Menschen, welcher al« Ebenbild de« Weltall« und seines Schöpfers diesen gleichsam bildlich darstellte, auf derselbe» Grund» lagen ruhen müsse, wie dieser." (Das.) Wir müssen hier den Hra. Vrf. unterbrechen, um einige Vers,Heu desselben zu berichtigen. Di, Reihe» folge, in welcher er die von ihm genannten Scheif,stellen anführt. deutet darauf hin. d^ß er den Dr. Luther für einen modernen Schriftsteller dies,« Namen« gehalten habe. Wer die bezügliche Literatur krnnt, weiß abrr, daß nicht von einem solchen, sondern vou dem Reformator Luther dir Rede ist. Ferner irrt der Hr. Drf.. «udem er glaubt, daß Bähr den Bau der EliflShülte für ,ine Nachbildung de« menschliche» Kör» per« hält, und hierin mit Luther und Friederech übereinstiwmt. Friedertch und Bähr flehen sich vielmehr al« Wortführer verschiede»» Meinungen grgenüdrr. Letzterer hatte nämlich in seiner 1839 erschie» ueneo Symbolik de« Mosaische» Kultus die Anschauung Luther«, wek» cher den Bsrhof der StisiShütte auf den Leid, da« Heilige aus di« Seele und da« Alleeheiligste aas den Seist bezogen, verworfen, vnd dir SiislShüitr al« Bild der Schöpfung oder dr« Weltall« dargestellt. Dieser Eymbolisirung »rat nu» Frieberich 1841 mit einem gauze» Werke ent-