Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 25 (20.6.1865)
- Date
- 1865-06-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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427 428 unb Will«» ״ob gestärkt von Slnibauir u״b Beharrlichkeit find; Wie s,hr schwill« uuser Busen vor Freude, weich heiße Gefühle de« Danke« regen sich io unseeem Herzen, wenn wir diese heilige Glätte betreten; Wie sehr quill« der Ehrfurcht Thräne von unserm Auge. wenn', wir da gerührt gen Himmel blicken, so fühlt sich doch unser Her» tief ergriffen, so uv« da» wehmülhige Gefühl beschleicht, daß dieser so prächtige Trm» pel, der al» eine gemeinsame Stätte aller Andächtigen zu sein erbaut wurde, der Gegenstand ist, welcher di, Gemeinde in Parteien spaltet, ihre besten Kräfte getheilt und beim Verrichten eine« Gebete« in dem. selben manche« Gewissen im Innern zerschneide«, weil derselben von hochgelehrten uud berühmten Capazitäten, wie ,in Preßburger, Szrrda, helyer, B. Gyarmather u. a. m. Rabbiner von der alten, und mehrerer Rabinen der neuen Zeit, wie ein Dr. Mrisel, Fasst, Dr. Friedländer u. a. m. wegen der nach Ihrrr Ansicht nicht noch jüdisch-rabinischen Gesehen gemäß erricht «en Gitter, verfertiget wurde, prrhorreszirt wurde. Wohl haben manche hochgelehrte der neu Zeit den Gegenstand verthei» digt; so wenig aber ein Brünnlrin mit dem Ocean sich vergleichen kann,* fo wenig vermögen Einzelne da« löblich oder sittlich nennen wa« Jahrhunderte lang fast in aller« jüdischen Gemeinden, weil e« al« un» sittlich erkannt, beseitiget wurde. •) Wäre Ließ Geschmacksache eine« ge» wohnlichen Dinges wir würden sagen, de gustibus non disputandum cat, aber da handelt c« sich um zwei Dinge von wichtiger Bedeutung. 1. Ha« nach jene» ein Tempel mit!solchem Gitter nicht die Heiligkeit ei»,« Gotteshauses די* כ״מ שא״כז נרר לערוה א״מ קרושה -״ Den nur 2. nui das KeuschheitSgesetz eines der so wichtigsten Verbote der h. Thora. daß e« in dieser Beziehung auch im Traktat Iedamet heißt: קדש עצמך במותר לך (siehe ״Ben Ehananja" n. Jahrgang 53S unten); den» haben wir auch nicht mehr vor den Feind von Au» ßen zu zittern, drohen u»S nicht mehr Folterbänke nub Scheiterhansen, find wir von der sanatiiche» Wuth der Kreuzsoldaten und Inquisitoren gesichert: der innere Fund des Menschen aber — Wie die Weisen die Macht der Leilcnschafi liciinen. ihm haben wier noch immer zu fürchten er schleicht uns auch im GotteShause nach, und kann bei der geringstill Lockung die edelsten Neigungen der Seele überwältigen. .Nachdem daher der Präses Herr Alb. Schmiedt bei der jüngsten Gemcindesitzung die herrliche Worte rief: ״Nicht Partelsucht, nicht Eigennutz, sondern F.riede ist die Parole des Vorstände«!“ erlauben wir uns an einen ehrsamen Vorstande diese Adresse zu richten, um denselben zu erinnern, daß da« Gitter die Haupt»DiScoiivenien; ist , welches Brüder von Brü» der, Freunde von Freunde trennt,!a nur dasselbe hat mit seinen lurzeu Stäbe» manchem theilnehmenden Mitgliede der Gemeinde de» Eintritt ') Die Gemeinden. dir überhaupt auf dem Kultur» •-f»» stehen, verrammeln die Frauettabthtilungen ihrer Synagogen ni^-.. Wenn die Loi'onzer Orihodoren dir großen Gemeinden zu Berlin, Frank» sur« am Main. Prag, Wien, Pest, Brünn, als un si t, tich,bez> ichneo, so lau» man die« au« der in der vorliegende» Eingabe hinlänglich do» kumentirten Ignoranz und Roheit leicht erklären. Red. *') Die Unwahrheit dieser freche» Blasphemie muß selbst drr orthodoreste Rabbiner etnsehrn. Red. *") Diesem au« Ialkut und Raschi zu 3 M. 19, 1. angeführten Spruch wird hier eine ganz willkürliche Ausdehnung gegeben. Wenn die Petenten gar so heilige Leute find, bitte ich sie, den 195. Abschnitt im Iore Dea nachzulesen, und sich dir Frag, vorzulegen: Beobachten wir AlleS genau und pünktlich, wahier vorgeschriebeu ist, zum Bei. spiel auch $. 8.? Die Herren werden natürlich antworten: ״Dies, talwudischen Vorschrisleo paffen nicht mehr für unser, europäische Gefit» »uog, ״nd kiese oölbig» uo«. un« io manchen Stücken zu rcformireu. Unser, grauen »etsen ml, Indignation und Abscheu die Forderung de« Talmud« zurück, ״ach welcher sie den Eintritt gewisser Zustände d'rrch ihre Kleidung anküodigen und zur Schau tragen sollen." Ich bitte die Herren, über diese ihre eigen, Antwort reiflich nachzudeukev: hoffentlich werden sie sich dadurch bewogen fühlen, auch in der Gittersrag, nach, zugrden, worüber ja »«Talmud keine Vorschrift zu fiodeoist! um zu beten verrammelt» und weil e« un« sehr unangenehm wäre, daß dir Behörde in diesen Angelegenheiten sich mengen zu wollen, inde» derselbe sich entschließ«, unsere ergebenste Bitte sreuodlichft zu erfülle», und wir können ihr versichern, daß di, Fraueo auch durch ,in alten religiösen Nuancen entsprechender, Gitter ebenso gut den Gottesdienst sehen und beiwohnen können, hingegen wen» man da« Gitter iw jetzt» gen Zustande genau besieht. der Sittlichkeit Nachtheil bringen kan«. Möge daher ein ehrsamer Vorstand geneigt sein, wir Herr Präse« sag» trn, allen die Hand zum Frieden zu reichen und allen möglich zu wachen, dir Andacht daselbst mit ruhigem Gewissen verrichten zu können, daun wird Ibr Werk, welche« Sie ernchlet — nach den Worten de« Profeten — ein Tugentwerk de« Frieden« sein, und diese letzte FriedenSlhat wird Ihren« Streben die Krone de« höchsten Verdienste« aussetzen; knis eoronut Opus; ja Ibr rühmliche« Verdienst wird im frischen und ewigen Angedenken bleiben, wenn auch Zeiten uud Gr» schlechter zu Ihren Vorgängern strigen, und Ihr verdienstvoller Ruhm wird in diesem GotteShause unvergänglich blühen, wie ein gefeierter Dichter spricht: Don dr« Leben« Güter» allen Ist der Ruhm da« höchste »och Wenn der Leid in Staub zerfallen Lebt der große Name noch (Schiller« Ged.) Indem wir nun mit Zuversicht hoffen, daß ein ehrs. Vorstand unsere Bill, zum Gegenstände seiner Beachtung machen wird schließen wir hochachtungsvoll eine« ehrs. Vorstände« ergebenste Diener. (Folgen 28 Unterschriften.)" Sir werden die Feder leicht erkennen. an« welcher diese mit diplomatischer Treue kopirte, klaff,sche Eingabe geflossen ist. Der Vor» stand hat bi« zur Stunde noch nicht geantwortet. M. Olmütz, im Juni. Der hiesige israelitische KultuSvereiu hat seine Staluten veröffeiillicht. Dieselbe״ unlerschkiden sich von ahn» lichen legislativen Arbeite» nur durch die Bestimmung, daß JahreSbei» träge zahlend, Frauen ihr Wahlrecht durch bevollmächtigte Männerüben, und daß nur Personen, die über 60 Jahre alt find, die auf sie gefal» lene Wahl zu einem Gemeiiidtamte ablehnen dürfen. Inserate. Konkurs. (12־) In der TemeSvarer Jsraelilischen KultuSgemeinde ist die Stelle eine« Ehordirigenien, verbunden mit einem JahreSgehatte von 400 fl. ö. W. in Erledigung grkommen. Bewerber wollen Ihre Offerte sammt Zeugnisse dem gefertigten KultuSvorstande bi« spälestenS 16. Juli l. I. portofrei »insrnden. Temesvar, 15. Juni 1855. Samuel Icbnrmsmi, Vorsteher. Im Verlage von W. I. Peifer in Berlin 142 Friedrich«, straßr, zu beziehen durch jede Buchhandlung: SqtY11101 TTAlflTiO'ilYl Sein Leben uud seine Werke. Ein Bei» OcllnU.VI nuiunvun. ,rag zu Len neuesten Reformbtstrebuu. gen iw Juvenlhumk. Von Dr. Immanuel Heinrich Ritter. Preis: 1 Thlr. 10 Sgr. lütter Immanuel Heinrich, SS;,,:! jüdischen Reformgemeindr. Prei« 12 Sgr. T.öhrPPllt P kritische Lese verbesserter Lesearteu und Srklä» JJOUIcvUü J.•) ruogeo zum Talmud. Prei« IS Sgr. Sz-g-di», j Leipzig, Lrlb-vrrla, brr Ardaktioi. L,a»istio1,Vrrla- •01 Frais Druck von Sigmund Burger in Szrgedin. Hierzu ritt halbe« Bogen Beklage.