Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 25 (20.6.1865)
- Date
- 1865-06-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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426 426 war im Schoße de« Vorstande« geschieht. Da«, wa« mau über dt» Ent» Wurf deneuen Statute« hört, ist nicht-weniger als geeignet, dir Ge» wüther für die beabsichtigte, seit Jahren vorbereitete Neuerung einzu» nehmen. Da wir r« endlich — Dank de» rastlosen Bemühungen der Edlen innerhalb und außerhalb Israel« — so weit gebracht haben, daß wir von Außen her keine Beschränkungen mehr erleiden, nun so müssen wir uns selber Beschränkungen auslegen! Da man die herrliche Iosti» tutiou der ״Tolerirteo" und der ״Nichtolerirtrn" aufgegeben hat. ist e« unsere Aufgabe, die Einthelluug in Kasten vorzunehmen. Da man den Zunftgeist endlich aufgibt, ist e« unsere Pflicht, denselben in unserer Mitte zn Ehren zu bringeu. Ja Begleitung dieser und ähnlicher Ge» danken theilte mir rin Freund einen Artikel mit, der vor einigen Wo» chen über da« neue Statut in einem hervorragenden politischen Tage«» blatte, da« einem allgemein verbreiteten Gerüchte zufolge zum Moni» teur unsere« Vorstandes erhoben wurde, erschienen war. Die in diesem Artikel entwickelten, wirklich sehr illiberalen Intentionen unseres Bor» stoildes bezüglich des neuen Statutes motiviren die etwa» heftigen Be« merkungen meines Freundes hinlänglich; eS drängte mich also, diese Bemerkungen niederzuschreiben. Ich selbst aber werde das neue Statut erst dann besprechen, wenn der offizielle Bericht über dasselbe vorliegen wird. Denn der ״Moniteur" ist zwar authentisch; e« sind aber doch schon Fälle dorgekommen, daß darin enthaltene Commnniquös dementirt wurden. Man streckt ja manchmal — sogt ein deutscher Schriftsteller — die Fühlhörner nur darum aus, um sie nach Befund wieder einzuziehen. Man will insbesondere durch die osstziösc Presse mehr hören, als reden. Nach dem, was der Vorstand über sein NcorganisationSwerk gehört hat, wird er wohl daran thun, die Fühlhörner einzuziehen. lil. Altofen, 15. Juni. Die hiesige Chevra Kaddischa hat soeben den Ausweis über ihr Gebaren vom 1. Mai 1865 vrröffenllichl. Ordentliche Ausgaben 552 fl.; außerordeittliche Ausgaben: 8308 fl. InS Spital wurden 08 Kraule ausgenommen. Von diesen wurden 09 geheilt, 10 gebessert, 12 sind gestorben und 7 befinden sich noch in Be« Handlung. Die Vcreinsvorsteher und der VcrcinSarzt, Dr. Ianowitz, legen in der Erfüllung ihrer Obliegenheiten einen rühmlichen frommen Eifer an den Tag. lieber den Prozeß, de» der Verein mit einigen seiner Schuldner führt, werde ich Ihnen wegen des. dabei vorgekommenen lheo» logischen Inlermezzo's nächstens Bericht erstatten, vorausgesetzt, daß unser ehriv. Herr Oberrabbincr sich nicht veranlaßt sehen sollte, über sei» die Laien in Erstaunen setzendes Vorgehen motu proprio befriedigenden Aufschluß zu geben. P. Pest, 16. Juni. Das von Ihnen veröffentlichte Reglement vom Jahre 1832 ist in den Kreisen der hiesigen Gemeinde nicht grle« sen, sondern studirt worden. Es war dasselbe hervorragenden Mitglie« dern, die eine Reihe von Jahren als Vorsteher am grünen Tische saßen, unbekannt geblieben. Manche Herren sollen zu gewissen Zeiten gewisse Ursachen gehabt habe», über dic Eristeoz desselben ein tiefes Schweigen zn beobachten. Der offene Sprcchsal de« ״Pester Lloyd" hat auch in den letzten Wochen manchen pikanten Beitrag zur Kulturgeschichte der Juden gebracht. Ein Wollhändler ״Glück", der aber seinen Wohnort nicht an» gibt, Preist in einem komischen Style die Verdienste R. Hillel«, der sich in seiner bekannten Streitschrift an die Heerdrn (□אל העדרי) gewendet hat. An der Verwandtschaft zwischen der Heerde und der Wolle ist auch gar nicht zu zweifeln. Einer unserer NechtSgelrhrten, Herr Dr. Mannheimer, hat e« nicht für überflüssig gehalten, den Mäklern unserer Gemeinde bekannt geben zu lassen, daß auch er zu den Wählbaren ge» höre. Unser bisheriger Vorsteher, weck. Dr. Grünhnt bat zwar nicht den Sprechsaal de« ״P. L." zu seinem Organe gewählt, doch kounie er nicht dem HrrzeoSdrange widerstehen, sich beim Schluffe de« Skru» tinium« auf eine höchst drastische Weise zu erpekloriren. Der Herr Dr. scheint sich ein psychische« Dometikum ordiuirt zu haben. Die ״Ungarische Presse" wird seit dem 1. d- M. von dem vorlheilhaft hekanulen Sig» wund Brots redigirt. R. Pest, 19. Juni. Der verdienstvolle, treffliche woä. Dr. Josef Hauser wurde heut« zu Grabe getragen. Eine Skizze über sein reden und Wirken folgt nächsten« (Ich bitte darum. Red.) Friede seiner Asches T- Pest. 19. Juni. Der Gewrindeverstand wurde vo« Bür' germeister aufgesordert. im Amte zu bleiben, bi« der Statthaltereirath über die Neuwahl entschieden wird. In der Kornhast« wurde Jako» Kern« Bild enthüllt. Moriz Iettinrk hielt dabei ,in« treffliche Rede. Szegedtn, 13. Juni. Unter den zahlreichen, zum TheU sehr tüchtigen Kantoren, welche sich um die hiesige Stelle bewarben, bat Herr Rafael Mohr, bi-her in Kec-kemöt. sowok durch seine an«, grzn^nrie Begabtheit, al« durch seine gründlichen musikalischen Kenn«, niffe, welche sich auch ans die Lehre vom Generalbaß erstrecken, wie nicht minder durch seinen gewinnenden Dortrag der Rezitatioe und der herkömmlichen synagogalen Gesang-weise den Sieg davon getragen. Herr Mohr wurde bereit« in seinem Amte installirt, und wird er auch den Gesang,inlcrrichi in der Schule ertheilen. Die Vorbereitung zur Gasbeleuchtung unserer Synagoge und Schule ist bereit« im Zuge. Der Herr Oberdirektor Kümmer hat 50 Schreibtheken zur Drrtheiluog an arme Schulkinder gesenter. Die Vertheilung wurde bereit« vorge» nommco. Pacstr (im Därser Kam), 12. Juni. Wir »isüllen nur eine angenehme Pflicht, indem wir unfern gebildeten und wackern Vorsteher, Herrn H. D. Schlesinger, sowie seinen biedern Kollegen im Vor» stände für daumsichtige und edle Wirken und Walten zur Hebung de« Jugendnuterrichte« und des öffentlichen Gottesdienstes hiermit die wolverdiente Anerkennung anssprechcn. Wol zählt unsere Gemeinde nicht mehr als 30 Mitglieder; um so verdienstlicher ist e« aber, daß sie be« müht ist, sich dem Schlendrian und der Verwahrlosung zu entwinden, und in ihren Einrichtungen dem Vorbilde der gebildeteren und fortge» schritte,len größeren Gemeinden im Vaterlande zu folgen. Möge r« dem ehrenwerihen Vorstande mit Herrn H. B. Schlesinger an der Spitzt unter dem Schutze des Allmächtigen eine lange Reihe von Iahrrn ge« gönnt sein, sich der Früchte ihres gemeinnützigen, dir Verherrlichung unseres heiligen Glaubens abzielenden Bestrebnngcn zu rrsrenen, und möge ihr gutes Beispiel auch in anderen kleineren Gemeinden befolgt zu sehe»! Mehrer e Gemeindrglied er. bk. MiSkolcz, 13. Juni. ״Ben Ehanauja" wußte sich letzt« hin auch in den Kreis gebildeter christlicher Leser de» Weg zu bahneo. — Es ist wirklich erhebend und gereicht dem Zudenthunie nur zur Ehre, wen» Fragen, die die lheucrsten Intereffen des Vaterlandes be» treffen, im antiken Gewände nuserer sinnvoll«, Sprüche und Profelen» stellen gehüllt, vor die Seele des Lesers treten und die Gegenwart sohin sich mit dem Nimbus de« ehrwürdigen AltcrlhumS schmückt. Was Wun» der nun, wenn auch »ichijüdische Leser gierig nach einem Organe grri» sen. das auch den Gefühlen ihres Patriotismus in beredter Weise Ausdruck leiht! Die so nahe bevorstehende Neuwahl de« Vorstände« in unserer Gemeinde hält alle Gemüther in Spannung. Daß man an den neue» Vorstand gegründete Hoffnungen auf eine friedenSreichere Zukunft knüpft, al« dir jüngste Vergangenheit war, läßt sich wol denken. — Gebe Gott daß diese Hoffnungen sich verwirklichen! 8. W. Mate-Tzakka, im Juni. Daß sich die Ku'.'ur all» mälig auch in den jüdischen Gemeinden des Szathmarer Komitate« Dahn bricht, ist eine erfreuliche Thalsache, die Ihren Lesern bekannt z» werden verdient. Unsere Gemeinde besitz» eine dreillaffige Volksschule, um deren Gründung sich unser gebildeter, unermüdlich thätiger Rabbi« nee. Herr Eleazar Hirsch Kohn, bleibende Verdlenste erworben ha». Dir sorgfältige Pflege, welche dem hebräischen Unterricht« zngrwrntet wird, gewinnt auch die Gegner der Schuir für den gegenwärtigen planmä« ßigra Unterricht der Jugend. Dir Lehrer erfüllen, vom Rabbiner unter» stützt, mit regem Eifer ihre Pflichten. Daß der Rabbiner der Jugend auch in ungarischer Sprache Vorträge hält, hrbe ich besonder« her« vor. Gott stärke den edlen Rabbi in seinem zeitgemäßen Wirke»! A. LofvNZ, 15. Juni. Die rnragirten Orthodoren der hieflgeu Gemeinde haben an den Vorstand folgrade Eingabe gerichtet: ״Wie sehr auch unser.׳ Gemeinde in der jüngsten Zeit durch de» kühnen Schritt, «in prachtvolle« und mit großem Auswaude erbaute« Gotteshaus, einen Akt beförderten, welcher mancher Grmrind» zom »ach« ahwen-werthen Muster dienen dürste, und der Ihr da« Zeuguiß gebe» muß. daß Sie Männer von Herz und Geist, beseelt von religiösen Eise»