Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 25 (20.6.1865)
- Date
- 1865-06-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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424 423 n0$, bei einer deutsche« «ad modern«» Kethub« der veraltete, für nu< fionl'ose und lächerliche Mantel griff! 3) Indem in Amsterdam nach alter Form au«gtferligl,n שטר הצי זכר war ausgenommen, daß den Brüdern de« Bräutigam« eine bestimmte Summe ringehändigt wurde, um im riöthige» Falle die vorzuaehmeo. was natürlich nicht der Wahrheit gemäß ist. Bisher war mir diese Weise unbelaout und soll fle io Holland allgemein sein. Eine solche Fiktion sollte doch vermieden werden. 4) Dagegen soll in Holland da« Entrichten der Ze, heut von der Mitgift nicht stattflndeo. wenigsten« nicht so allgemein, wie solche« noch in sehr vielen Gegenden und auch in der weinige» streng befolgt wird, selbst von den Unvermögenden, wozu als der strengen religiösen Vorschrift gemäß man sich verpflichtet hält. Sollten etwa die Holländer, die noch dir größten aller Mißbräuche sanktioniren und bei Abstellung auch de« geringsten Minhag skrupulös sind, sich hierbei — nach dem Säße: ,Bei Geldsachen hört all, Gemüthlichleit auf" —auf den Baith-Chadasch sangesübr« im Ture-Zahab zu Zore Dea 331, 31) flößen, dem aber der Tnre-Zahab entschieden entgegenkritt? Ewäre interessant. hierüber von einem Korrespondenten de« ״B. CH." in Holland Aufschluß zu erhalten. Eine Behandlung dieses Gegenstände« selbst, de, halte ich mir für später vor, so Gott will. 6) Die Konfirmation ist im Hannoverischen obligatorisch, nach §. 50 der dort eingefühcten, von: König sanklionirten ״Allgemeinen Synagogcuordnung" vom Jahre 1861. sDiese Synagogeuordnung werde ich in einem späteren Artikel befpre« chen.) Diese kann auch von dem hierzu aulorifirten Lehrer vorgenom» men werden und wohnte ich auch einer solchen in Leer bei. welche der dortige tüchtige Lehrer, Herr Blitz, gut ausführie. Der Landrabbiner, obgleich streng konservativ — sogar in Beziehung auf Kascher.Buttcr »nd Wein — hält sehr streng auf die Bollsübrnng der Konfirmation, obgleich diese ei» Kind der Reform und der neuetl Zeit ist. Ja er ge« het noch weiter. Im §. 58. der erwähnten Sunagogenordnung heißt es: Der Gebrauch, nach welchem Knaben am ersten Sabbalhe nach zu.׳ rückgelegtem 13. Lebensjahre aus der Thora vorlesen, kann beibehaltrn werden. Also »nr ״kann", aber nick« ..muß", wodurch die Neuerung der Koiifiemalio» noch mehr sauktionirt wurde. Die böse Welt dort err klärt diese gestrenge Inkonsequenz von Seiten des Landrabbiners darin, daß demselben von jedem zu kolifirmirenden Kinde, Knaben und Mäd« chen. eine gesetzliche Tarc von 1—4 Thlr. bestimmt ist, die er ebenfalls rrekutorisch einziehen lassen kann, und selbst von den Kindern » die der Lehrer koiifirmiet und denen er den Konfirmalidennnterricht erthcilen muß, so daß der Rabbiner gar nichts hiermit zu schaffen hat; dir armen Lehrer haben aber für die« Alle« nur 1 Thlr. zu ziehen. — Diese Dinge find nicht geeignet, da« Ansehen der Rabbiner zu heben. Uebri» gen« steht der allzemein sehr geachtete Landrabbiner Herr Dr. Mayer in Hannover in dem Rufe der größten llneigennützigkelt und gewiß ist da« oben Gerügte nicht nack seinem Sinne so augeordnet worden. 6) Im Gottesdienste, wenigsten« in Leer — in Emden soll e« auch nicht viel besser fein — herrscht trotz der Synagogenordnung, die über dem A'.memor hängt, die größte Unordnung, wie vor vielen Jahren. Der schreckliche ohrenbetäubende Gesang von Seiten de« BorbeterS, daS überlaute Schreien der Gemeinde, da- Schwatzen 1t. «., da« Alle« ist noch iu seiner, jede Andacht und Erbauung störenden alten Weise vorhanden, ohne daß der Landrabbiner, so sehr er auch die Macht dazu hat. fich nur bemühen soll, diesem abzuhelfen. Diettelch». daß diese wohlgemeinten Rügen hiergegen wirken. in welcher Abfich» allein, und durchaus nicht, um dem sonst sehr begabten und al« Redner ausgezeichneten Dr. Ham» bürg» zu nah, zu treten, ich solche im ״D. CH." veröffrnttichr. I. Kahn. R. BoltkogN- (bei Paris), 13. Juni. In der hiefigen kleinen Synagoge, welche während der Gommersaisoa von der vornehmen jü» bischen Welt besucht wird, hat Herr Albert Cohu am zweiten Tage de« WocheuststkS bei Gelegenheit der Steleogedächtnißseier, den ver» «wigteu Mannheimer ,ine» warmen, beredten Nachruf gewidmet. Da«s,lbr!bat der Troßrabbiner, Herr Isidor, bei Gelegenheit de« im Konfistorialtempel in Pari« adgehalteneo TrauergoltrSdiensteS zum Andenken de« verewigten Ullm a an. Albert Cohn« Vorschlag, eine füdilche gelehrte Gesellschaft zu gründe» und für di: Nnterstützung wissen» schasilich.jüdischer Echrisisteller Sorge zu tragen, ist nicht ohne Ausficht aus Realifiruvg. Inland. R. Wien, 17. Juni. Der Freiherr voa Rothschild hat au« Sn« laß der am 7. Juni in London stattgehaben DermählungSfeier seiue« Sohne« de» israelitische» WoblthätigkeitSanflalteo ia Wie» 7800 fl. gespendet, uud zwar: Dem Taubfluwmen.Jnstitot« 1500 fl; dem Feaueu» verein 1500 fl>; der Kinderbewahraastali 1000 fl.; dem Waiseuvrrri» 1000 fl.; der Armen» und Waiseuanstalt 1000 fl.; dem Dereine zur Unterstützung armer Studenten 500 fl.; dem Vereine für Handwerk«« Zöglinge 500 fl.; dem Therefien-Kreuzervercine 500 fl. Die Hochzeit wurde am 7. io London gefeiert; c« hatten fich zu derselbe» auch da« gesammte diplomatische Korps, der Herzog von Cambridge, Prinz Ed. von Sachsen-Weimar, der Herzog vor-. Chartres, der Graf de Cond- und dir Herzogin von Aumale eingefuudeo. Die verschiedeueu Toaste beim Diner waren von DiSraeli, dem Herzog vou Somerset, d»m Lord Oberrichter und dem Sprecher dr-Unterhauses ausgebracht worden. I» PrzemiSl starb dieser Tage der Rabbiner, dessen Tod vou seiner Ge« mrind« tief betrauert wird. Um ihn zu retten, hatten dir Gemeinde« Mitglieder 1000 fl. für dir Aerzte zusainmeugeschoffrn, welche täglich mittelst Eisenbahn von Lemberg gehvit wurden. F. Wien, 15. Juni. Der Vorstand der hiefigen isrorlitische» KultuSgemeinde hat die JahreSrcchnung für das Jahr 1864 veröffent, licht und den Gemeindtglitdern zugesende«. Aus dem, drr finanzielle» Darstellung vorangehenden kurzen Berichte rrsrhen Sie, daß im neue» Bklhause der Gesangverein ״Eintracht" mitwirkt und drn gesanglichen Theil des Gottesdienste« hebt, und daß die Neligionsschule und die Wohlthätigkeitsanstalten im erfreulichsten Gedeihen begriffen find. Die Wohlthäiigkeit der hiefigen Gemeinde kommt auch den jüdischen Sträf» l'Ngcn zu Gute. Die oroentlicheu Einnahmen de« Jahre« 1864 bezif» fern fich mit 65.695 fl., die ordentlichen Ausgaben mit 64.842 fl. Der Passivsaldo drr Gemeinde beträgt 178.836 fl. An unbegebenen Tempel» Schuldverschreibungen hat die Gemeinde noch 77.160 fl. Dir wohlthä« tigen Stiftungen find namentlich angeführt. Dasselbe gilt von den wohl« thätigen Instituten »nd Vereinen. Vorstände in Landgemeinden sollten den vorliegenden Bericht genau studire». §§. Wien, 16. Juni. Zwei Fragen find e» hauptsächlich, welche gegenwärtig die Aufmerksamkeit unserer Gemeinde in Anspruch nehmen: Die Prediger» und die Reorganisationsfrage. Was die erste betrifft, hat ״Den Chananja" fast Alle« registrirt. waS eben zu regi» striren war. Die Polemik Ihrer zwei Korrespondenten (8m. und 9>) war völlig unnütz, und läßt fich der ganze Thatbestand in Folgendem zusammensafftn. Es war wirklich einmal davon die Rede, Herrn Jellinek in der Leopoldstadt zu belassen und die vakante Stelle in der Stadt einem Rabbiner, und zwar einem konservativen Rabbiner, zu übertrageu. Heute Hingegen ist der Vorstand von seinem früher», Gedanken abge» kommen und ist Willens, Dr. Jellinek auf den Stuhl Mannheimer« zu setzen. Meine individuelle Ansicht — und die sehr zahlreichen Freunde und Verehrer Jellinek« theilen diese Anficht - ist die. daß e« der Wiener Gemeinde viel würdiger gewrseu wäre, ihren klassischen Prr» diger an« der Leopoldstadt in die Stadt zu berufen und dann erst de» Konkurs auf die Leopoldstädter Stelle au-zuschreiben, wenn mau schon dt« vakante Stell« aus dem Weg« de« Konkurse« besetzen will. Heute hört man, daß Jellinek erst dann in die Stadt überfledelt» weou die andere Stelle besetzt ist und dadürfte noch so ziemlich lange dauern, obschon fich bereit« mehrere Ko»kurrenteu gemeldet haben. Man neout mir unter Andere» Hübsch au« Prag, Meisel au« Pest, Platschek au« Brün» und Perle« au« Posen. Wa« die ander», die ReorganisationSfragr betrifft, so läßt fich darüber noch weniger berichten. Selbst iu Wien, wo mau. wie ein Pro« seffor zu sagen pflegt, eine sehr mäßige Freiheit genießt, selbst in Wien, sag« ich, ist die Oeffentlichkeit überall durchgedruugen. Die Sitzungen dr« Parlamente« find öffentlich, der Temeinderath, da« Lande«gericht — Alle« hält öffeatiich» Sitzung«». Rur unser Vorstand will dr« Grifte der Oeffrntlichkeit um keinen Prei« nachgeben. Er läßt zu seine» Br, rathuugen keinen Sterblichen zu. Wer nicht so glücklich ist, Mitglied de« Vorstände« zu sein, der weiß vou all dem, wa« dir Väter der Wiener jüdischen Gemeinde thun und uicht thuo, Nicht«, rein Nicht«. Don dritter, oder noch späterer Hand erfährt mau aber hie und da doch, k