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Ben Chananja · 1865-06-20 · 25 (20.6.1865) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
25 (20.6.1865)
Date
1865-06-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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421 Dösing, in seinem 1859 erschienenen polemischen Schrlftchen Mecholath Ha-Machanajim. Er führt den Beweis, daß die Chuppah unter freiem Himmel aufgestellt werden muffe, anS dem geschriebenen Gesetze, auS dem Schulchan Aruch, auS der Politik, der Physik, der Bewegung der Gestirne, der Astronomie und der Filosofiel Für den Unsinn, der hieraufgetischt wird, ist natürlich dessen Urheber allein verantwortlich; charakteristisch bleibt aber dieser Unsinn auch für die Schule, welcher der Verfasser angehört. Merkwürdiger Weise spricht er seine Mißbilligung darüber auS, daß nach dem neuern TraurituS der Bräutigam der Braut die Hand reicht, um die Zusage der Liebe und Treue zu befestigen. (S. 3.) Offenbar war er über den neuern TraurituS nickt genau unterrichtet. Als Kuriosum verdient jedoch hier angeführt zu werden, daß Dr. W. A. Meisel seine am 13. August 1859 in Pest gehaltene AntrittSreve mit folgenden Worten begann: ״Wer es an sich selbst nicht erfahren hätte, hat als Zeuge eö gewiß schon wahrgenommcn, daß sich die Blässe lagert aus dem Angesichte deS ManneS, der ׳׳or dem Altar Gottes dem Weibe seiner Wahl die Hand reicht zum ewigen Bündnisse." Die jüdische Trauung kennt aber kein Neichen der Hand, noch geschieht sie vor dem Altäre GokteS! Als Resultat unserer Untersuchung werden nun folgende Sätze sestzuhalten sein: 1. In kultivirkeren Ländern und Gegenden ist eö selbst der Orthodorie nicht mehe bekannt, waö in der talmudischen und zum Theil noch iu der m'ltelalterlichen Zeit unter Cbuppah verstanden wurde. Die Ehe wird nach dem unter dem Traubaldachine vollragenen Trauakte als vollständig geschlossen betrachtet. Hierin liegt ein Kullurfortschrilt und eine wesentliche Reform dcö talmudischen EherechtcS. 2. Die Intervention deö RabbineS bei Trauungen hängt mit der Einführung der Ordination der Rabbinen in der zweiten Hälfte deS 14. Jahrhunderts zusammen. Der Impuls von Außen gibt sich nicht nur in dieser Intervention, sondern auch in der Vornahme der Trauung in der Synagoge zu erkennen, wofür auS der ersten Hälfte deS 15. Jahrhunderts die positivsten Zeugnisse vorliegen. 3. Die Orthodorie hat trotz ihrer Anstrengungen keinen stichhaltigen Grund gegen die Vornahme der Trauung in der Synagoge geltend zu machen gewußt. Ihre hierauf de-, züglichen Erörterungen bestätigen nur die auch anderweitig gemachte Wahrnehmung, daß sie gänzlich unfähig ist, eine religionsgesetzliche Frage wissenschaftlich zu beleuchten. 4. Wenn der Widerstand der nordungarischea Nabbinen gegen die Vornahme der Trauung in der Synagoge bisher nicht erfolglos blieb, so liegt der Grund dieser Erscheinung in den dortigen Kulturzuständen. Bei fortschreitender Kultur wird die Opposition der Rabbinen immer schüchterner und kleinlauter werden, und dieselben werden eS endlich für angezeigt Hallen), sich der herrschend gewordenen Sitte auzu. schließen. 422 So rrrsponden). Ausland. f Cassel, 12.3um. Urner verehrter, lehr,sfr,undlicher Land« - rabbiner. De. Adler, hat dieser Tage nachstehende,, Eiatoteaeatwurf versende«: Z. 1. Der Zweck de- (,» gründenden) Verein« besteh» i» brf Unterstütznuz der Witwen und Waisen israelit. Lehrer in Kurheffe». $• 2. Zur Erreichung Liese- Zweckewird zunächst von den Leh, rern ein Verein gebildet. Personen,- welche diesem Stand« «ich« anzr» hören, können dem Vereine rdrnsowol, jedoch nur al- Ehrenmitglieder und Förderer eineguten Zwecke-, beitreten, ohne de-hatd Recht» z» erwarten. §• 3. Der jährliche Beitrag füreinen'Lehrer al- Mitglied de« Vereine« wird auf 2 Thlr. festgesetzt, der al« eine- Ehrenmitgliedes alwtmwuw 1 Thlr. 8• 4. Auch ein für allemal geleistete Beiträge werden aogeoom» men und, wenn fie mehr al- 25 Thlr betragen, dem Derein-foudr überwiesen ss. S 10.) 8 5. 3״ jedem Kreise wird rin Mitglied al« Agent bestellt, welcher die Beiträge zu erheben und an den Kassier abznltefrra hat. 8- 6. Wer dem Vereine beitreten will, hat sich bei dem Agenten zu melden und durch diese Meldunz wird die Mitgliedschaft erlangt. 8. 7. Jeder Agent hat alljährlich da- Berzeichniß der in seinr» Kreis.׳ befindlichen Mitglieder einzuichicke» und auch über da«, was iw Laufe de- ZahreS zur Erreichung de- Verein-zweckein seinem Bezirke geschehen ist, zu berichten. Der Vorstand setzt von dem Hauptinhalte der Berichte sämmtlicher Agenten alle Mitglieder durch einen Jahre-- bericht iu Keniitiiiß. 8 8. Zur Leitung deö Vereines-besteh, ein Vorstand au« 6 Mitgliedern. von lenen 3 au« Cassel und 3 auden übrigen Provinzen gewählt werden. 8- S. Der Vorstand wählt an« seiner Milte einen Vorsitzenden, einen S.krelär und einen Kassier. Alle eiiigehenden Geller werden von dem VereiiiS-Kassler in Empfang genommen, der jährlich Rechnung abzulegen hat. 8- 10. Der Betrag der Unterstützung hängt von den Ergebnissen der Sammlungen und Beiträge ob. 7« sollen vertheilt und '/« dem zu grüttlenlen Fände zugesührt werten. §. 11. Anträge und Wünsche Faun jede« Mitglied bei dem Borstände selbst anbringru oder auch mittelbar durch den Agrnten. De» Vorstände steht die Enlscheidung zu, ob und in wie weit dieselben zu berückfichiigeu sind. 8- 12. Alle Dermächtliiffe werden, wenn keine lrtztwilligr Derfügung entgegen steht, zum Kapitalfondr geschlagen und unter dem Ra« men de- Trstatoiim Hauptbuch« mit sortgrführt. Bei besoudrrn trsta« torischen Destimmungen ober müffru letztere getreulich befolgt werde», sobald fi. dem Zwecke de« Lrrriu«« o'.chl rotgegra sind. Traniiiorische Bestimmung. Dir erste Wabl geschieht unter Leitung de- Laudeabbiner« durch Einsendung schriftlicher Wahlzrtiel durch den KrtiSvoestther. Ja der Folge durch dir Sgrnleo mit Leitung de« Vorstände«, von de» all» Jahre zwei Mitglieder au-scheidea, ober wieder wählbar sind. Trier, 12. Juni. Bei meinem jüagstrll Aufeolhalte iu Leer, Ostseietland. wo ich wriar Schwägerin mit einem Arzt au« Amsterdam traute, halte ich Gelegenheit, Manche« za beobachten, wo« ich in der Kürze d«w .D. El,." millb-i) Die Lantrabbinea erhalten noch al- Trauzebühreu Prozente von der MUtzis». W-- s hr mißliebig iß, zumal diese Abgabe rrekuiorisch eiugrzog.a werden kann, und noch an- Leer Nib,!stände — wie genaue Angabe der Mitgift — dabei vvikom» wen. 2) Von dem Laudrabdintr, Heren De Hamburger i» Emde», wurde mir mit der Aulorisaliou riu gedruckte« Formular einer deutsch»» Kelhuba übeeschickt Obgleich uoa diele Deardeituog der chaldäischr» Krihuba eine ganz freie und moderne ist, kömmt in derselbru dennoch folgender Satz vor: ,Zur Begründung und Befestigung der von beide, Tbeileo eiogrgangeuea Derpstichtuoge» ist der Maatelgriff nach jüdischem Gebrauche in gehöriger Form geleistet wort«».- Als» jetzt

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