Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 24 (14.6.1865)
- Date
- 1865-06-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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409 410 talmudischr Zelebrität berühmte, wir orthodore Daker de» gegenwärtige- Rabbiner» zu Ujbely, ließ den Sarg eine» frommen Talmudgelehrten, Namen« R. Meschnllam Tosk, in die Synagoge tragen und vor die h. Lade stellen, woselbst er die übliche Trauerrede hielt. Dir Antireforw, welche einen solchen Gebrauch als Neuerung mißbilligt, findet hierin sogar Beistand an den einen Karäero, welche denselben gleichfast« al« eine Nachah« mung de» Heidentbum» und Prosanation de» Gotte-Hause» verdammen und um ihre Meinung gegen die der Rabbaniten zu bekräftigen, die Punktalion einer B ibelstelle (Ezech. 43, 7.) ändern zu müssen glauben. (Siehe Geschichte de« Karäertbum« von Dr. Julius Fürst. Abschn. 4, §. 9 und die Anmerkung.) Wir können nicht umhin, hier dem Befremden Ausdruck zu ge» den, das »nS beim Lesen der vom Herrn Oberrabbiner Dr. Zipfer in diesen Blättern Nr. 20- 21 veröffentlichten Analekten überkam, wie der sei. R. MoseS Soser, der doch gewiß niemals unterlassen ha», den jede»- maligen Wochenabschnitt שמ״ות durchzulesen, behaupten konnte, daß die vollständige Partikel p uiemals vor dem Komparativ zu stehen komme, da ihn doch das 13. Kapitel in Levit. vom Gegentheil belehren mußte. Unter zehn Komparativen, die wir daselbst lesen, findet sich eia einziger mit der abbrevirten und neun mit der vollständigen Partikel. Siehe auch Raschi das. zum B. 20. Und wenn wir dieses Befremden auch aus Dr. Zipser auSzudehnen wagen, der seine acht Beweise in verschiedenen Stellen der heil. Schrift aussucht, während er dieselben aufeinander folgend in einem eiuzigen Kapitel des fleißig gelesenen Pentateuch finden kann, so berufeu wir uns auf die am Schluffe seine« vortrefflichen Aufsatzes ausgesprochene Wahrheit. O. Nagy-Körös, 11. Mai. Der in Nr. 23 d. Bl. abgc» druckte Bericht hat in der hleflgeu Gemeinde, welche ihren verdienst» vollen Kantor nach Gebühr schätzt und liebt, allgemeine Indignation!,ervoegerufen. Indem ich die grundlose» Angriffe auf den Kantor zu» rückweise, erlaube ich mir zugleich mitzuihcilen, daß gegenwärtig die Schulkommission aus folgenden Mitgliedern bcstrht: Dr. Steiner, Prä» seS, Moriz Sleiner, Salomon Schreiber, Moriz Deutsch und Marlon Martin Bruck. Letztere zwei Herren find höhcrn OrlS zu weltlichen Schulaufiebern ernannt worden. DaS Wirken dieser Herren sowol, als das der beiden angcstellten Lrbrer berechtiget zu den schönsten Hoffnungen. 0. SjöllöS - Györök, im Juni. Am 26. v. M. hielt der treffliche Stern, BczirkSrabbincr in Lengyel-Tüti am Sarge der Frau Johanna Berger eine ergreifende Leichenrede in deutscher Sprache, bei welcher Gelegenheit er aber auch an die zahlreich anwesenden. der deutschen Sprache unkundigen Ungarn eine ungarische Ansprache hielt, in welcher er mit Rücksicht auf dir Betrauerte von Len Tugenden sprach, die den Menschen zum Menschen machen. Dir Rede machte einen liefen Eindruck nicht nur auf die Gebildeten: ei» Bauer drängte sich am Schluffe derselben hervor und bat um dir Erlauvniß. Len Redner küssen zu dü,,.». uler berühmte Superiiiienoeut SzükäcS hielt am 25. v. M. in Boglür eine Leichenrede, bei welcher sich auch zahlreiche Juden aus der Sowogy einsanden. Dem Redner war dies natürlich nicht bekannt, sonst würde er sich eine Bemerkung erspart haben, die die jüdischen Zu» Hörer verletzen mußte, und leicht unterdrückt werden konnte. ». AuS Mähren, 3. Juni. In der Brünnrr Synagoge sind deutsche Lieder eingeführt worden, der Wink Ihres Korrespondenten halte also unwilttlbaren Erfolg. Ein Nabbinlein in uuserm Lande hat dir Trauerrede aus den sei. Mannheimer verweigert, das Mänalem wünscht von den sreisinaigeu Blättern angegriffen zu werde». um sich bei der Orlhodorir einen Stein ins Bret zu legen. Als Korrespondent de« ״B. CH." glaube ich diesem Wunsche nicht entsprechen zu dürfen. Czkin sin Böhme»), 6. Juni. Am 3. d. wurde zur Trauer der ganze» Bevölkerung unseres Orte« eine der wackersteu und bieder» sten Frauen in d,S Worte« edelster Bedeutung nach längerem Leiden in der vollsten Blüihe ihre« Lebens zur Erde bestattet. Es war die« Frau Johanna Horner. geb. Fürihauer. Gattin dr« tüchtigen und für asieS Edle bestrebten KultuSvorkandeS Herrn Leop. Horner. Sämmtliche Einwohner des Orte« ohne KonfeffionSunterschied umstanden weinend und schluchzend da« enge Bretterhaus, da« eia so junge« und doch au Tugenden so reiche« Leben umschloß. — Der greise KreiSrabbiner M. Pvllak, der au« Stralonitz in Folge der Trauerkunde yerdeigeeilt kam, und weine Wenigkeit hieltewahrhaft erschütternde Leichenrede-, di, ihr vollste« Echo im Herzen all der trauernden Anwesend,» fanden. Möge ihr dir Erde weich sein und der Himmel seine Wonnen, und Seligkeiten bieten! Bak» Rabbiner. Schulwesen. — Stuhlweißenburg, 4. Juni. Der hochwürdige Herr Oberdirektor Festl richtete iw Laufe vorigen Monat« an dir hieflg, Hauptschule dir Aufforderung, ein motivirte« Urthril abzngrbe«, ob die vorgeschriebe ne. oder die von Herrn Schütz verfaßte und vom ״wagyar izr. egylet“ herausgegebene hebräisch, Fibel vorzuzieheo sei. Das Dotuw lautet zu Gunsten der Schütz'schrn Fibel. Historische Anfragen. Don A. H a r k a v y, studiosas in St. Petersburg. I. TbeophaneS aus Byzanz erwähnt in seiner Chronografie eine« Sohne« des ״Gamaliel, de« Lehrers Pauli Apostolimit dem Namen Abibos (אבוב oder חביב) der. soweit mir bekannt ist, in der jüdischen Literatur nicht vorlömmt. Heer find seine Worte: ToVToT TOI *TU TUV Ttfiuqijuv ZuXu^lOV TU itltfitlVU Ürßci 11 ׳Y xuifirj rtri xutu T!יון nt(1tmxida '£111ו1*.(סד,0ון*9י)<; ö/itniaq xui —TtQutov rov n(1WT0tni{,TV(10r ,V xv)fit] xutu Jlniyuftai.n ir tj rufiahql o dt1)a6xu).uq fluvlov tuv äfroJtöi.oii Gvv rtT viü niTuv i’ Ifruiyuv x. t. /.. (Tlieoph. ChroDOg. ed. Bodu. T. I. p. 133.*) Auch manche fromme Christen, die in ihrem Eifer für die Kirche so weit gingen, daß sie unser» Raban Gamaliel Ha-Zakcn von Jo« Hannes und Petrus die Taufe empsaugen ließen, wissen ebenfalls, daß seinem Sohne AbiboS dieses Heil widerfuhr. (S. Wiener Bibl. Real« lcrikon 8. v. Gamaliel. **) Es fragt sich nun. ob die jüdische Geschichte schlechterdings diesen Namen als einen im Dienste der Kirche erdichteten zu betrachten uud somit zu ignorireu hat, wie eS bisher mit unfern Historikern von Fach der Falt war, oder kann sie die Fiktion entfernend, den Namen Abib als historisch ansehen? Diese Frage wird noch schwieriger gemacht durch den Umstand, daß der Talmud eines Sohnes des Gamaliel erwähnt, welcher wahr» scheinlich nicht mit dem nachherigen Haupte des Sinedriou, Simon identisch ist. An einer Stelle wird nämlich erzählt: »Einst wurde der Sohn des Raban Gamaliel krank, da schickte er zwei Gelehrtenschüler zu Rabbi Cbanina den Doffa u. s. w. (Berachoth p. 64, b.)- Gewiß hätte der Talmud nicht verabsäumt, zu sagen, daß dieser Sohn Simoo hieß, wenn von ihm di, Red, gewesen wäre. II. Dir Armenier haben außer ihrer gewöhnlichen Kalrnderberech» nung noch eine sogenannte ״kleine Aera-, die einem Juden Azaria zu» geschrieben wird, wie mau »« au« Brasset ersieht, welcher sich folgender« maßen äußert: Ln outre vn voit daos leurs (des anuöv.) alwaoacb» uue sooondo öre, appelöe: petit comp nt 00 com put d’Azaria, du vom d'un rabbin, qui le premier en a fait l’application, & CO q’uil paruit. Que cet Azaria 80it un Juif, je conclus de ce qae dans les almanachs anuönietis ce aont des uows höbreux de moia , qui formeot le calaudricr L lui attribaö chams. (שמש? viel« *) Ja diesem Jahre <69f 9=r419 ». Chr.) fand mau die Bruch« stücke de« Proseten Zacharias rn einem Flecken «ah» bei Elrutheropoli«, sowie de« Proromartyr« Stepbano« io emem Dorfe bei Prrgamala. woselbst Gamaliel, der Lehrer de« Apostel Paulus und sein Sohn Adiby« begraben sind. **) Wir finden in demselben Buche (de« Heustrato«), daß auch Gamaliel. den Paulus iw Gesetze unlerrichltl Halle, gläubig geworden und sich taufen luf. — — — E« wurden nicht dlo» di« bei»,«-VS» Paulus und Johanne« getauft. sondern auch der Sohn de« Gamaliel, dessen Name Adibo« war. (?bot. cod. 171. p. 199.)