Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 24 (14.6.1865)
- Date
- 1865-06-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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daß still« Kind», tk hatte damals drei, schlicht uud «illfach rrzogrll werden. Welllldies.lbtll nicht tlltschitdkNt» Talent für eine wissen, schastliche CarriLre haben. so sollen sie Handwerker werden. Sr legt « ihr an« Her, ׳ die Kinder in dem Glauben ber Vater zu «rziehen. und würde rr ,« auf« tiefste bedauern, wenn fie von di,sem Glauben abfallen würden. Sr wendet fich dann au die Gemeinde und bittet ste. auf dem Weg», den sie betreten, sortzugeheo. da er sich bereit« al« ersprießlich bewiesen hat. C« sei ihm nicht gegönnt gewesen, alle« da« au«, uud durchzusühren, wa« rr für gut gefunden hätte, aber iw Laufe der Zeit werde e« fich finden. Er bittet di, Gemeinde, fich nach seinem Tode nicht mit einer Kraft zweiten Range« zu begnügen. dir Kanzel habe in Wien eine große Ausgabe. Don da au« soll auch dir politische Re» generation der Juden angebahot werden. Ebenso müsse di, Gemeinde auf eine Kraft ersten Range« bedacht sein, wenn etwa Herr Sulzee mit Tode abgrhen sollte, e« wäre da« ein kaum zu ersetzender Verlust. (Gottlob und Dank lebt er heute noch und versieht sein Amt zum Entzücken aller Zuhörer.) Schließlich empfiehlt er der Gemeinde Einigkeit uud Frieden. Diese werdrn sie stark und groß machen, so daß sie als Mustergemeinde dastehen werde. Nachdem die Cholera nachgelassen hatte — (ju Zeit, als die Epidemie am heftigsten wüthete, mußten die Leichen iu der Stille be» graben werden), — fügte er dem Testamente eine Nachschrift vom Mo, nate Oktober hinzu. Zn derselben spricht rr den Wunsch au«, daß seine Leiche ohne alle« Gepränge zu Grabe getragen werden: keine Leichenrede sofi an seinem Sarge gesprochen werden, hingegen würde es ihn freuen. wenn Einer der Herren Vertreter im Namen seiner Kollegen von ihm sprechen würden, daß er mit Treue und Redlichkeit sein Amt versehen habe. Aus seinem Grabsteine soll nicht mehr gesetzt werden, als Name und Charakter, GeburtS- und Todestag und Jahr und der Vers בשרתי צדק Psalm 40, 10. Bekanntlich schrieb der selige Entschlafene diesen DcrS als Faksimile aus die Lithographie, welche vor einigen Zähren erjchieneu ist. Zch enthalte mich jeder Reflerion, jeder Bemerkung. חבל על דאבדין ולא משתבהין• Es wird diese Frage sehr oft angcwendet. Zch glaube jedoch, cs wird sich zeigen, daß diese Worte in dem gegebenen Falle keine bloße Phrase sind. Mögt .ic Vorsehung darüber wachen, daß jetzt der würdigt Mann gewLhlt werde. Es ist kaum glaublich, welche Hände fich ouflhun, um nach dieser Stelle zu Haschen, Hände, die eS wirklich nicht wertb waren, dem jel. Mannheimer die Schuhriemen ab» zulösen. — Doch schweigen wir darüber. B. Pest, 9. Zuni. Zn diesem Augenblicke haben die gewählten ILO Repräsentanten unserer Gemeinde Aussicht, bestätiget zu werden; vor einigen Tagen wurde, wie ich Sie versichern kann, von einer gewissen Seite gegen die Bestätigung gewaltig agitirt. Man wollte nämlich gegen die gedruckten Wahlzettel geltend machen, daß fie den von geschrirbenen Wahlzettel» redenden Statuten nicht entsprechen; jetzt soll man diese Einwendung aufgrgebeu haben. Manche versichern, mau habe den Präses des WahlleitungSkomitL'S zu Gunsten der Gewählten zu stimmen gewußt. In Wahrheit ist aber eine jüdisch-theologische DiS, kuffion hinter dem Vorgehen versteckt. Einige berühmte jüdische Theo» logen waren nämlich bei aster Anerkennung, welche sie der großen Er« findung Guttenbrrgs zollten, dennoch nichtsweuiger, als geneigt, der» selben in rituellen Dingen gleiche Dignität mit geschriedeoen Buchstaben juzuerkeiinen. R. Mardechai Zas, sprach fich in seinem zuerst 1590 er, schienen«״ Werke Lewusch ha-Techelcth tadelnd über diejenigen Gemeinden aus. welche die Hastara aus gedruckt- Büchern lesen lassen. Sir dürfen sich also nicht wundern, daß mau bei uns einen gedruckten Stimmzettel ebenso unzulässig finden wollte, wie Zafe eine gedruckte Hastara unzu» lässig fand. Später wurde man jedoch aus das aufmerksam gemacht, wa« R. David Ha-Levi im Turr Zahab zum Zore Dea 271., 8. über gedruckte Typen sagt, und man ließ sich herbei, auch dir gedruckten Stimmzettel paffiren zu lassen. Daß R. David an der angeführten Stell, nicht den geringsten Anstand nimmt, dir Bekanntschaft mit der Erfindung Guttenbrrgs io der biblischen Zeit vorauszusetzen, wird den nicht besrenidea. dem bekannt ist, daß derselbe die Zuckerbrode an den Bäumen wachsen läßt. Endlich wurde zu Gunsten der gedruckten Stimm» zettrl geltend gemach», daß bedeutende Autoritäten auch gedruckte For, wulare zu Scheidebriefen zulaffen. klebrigen« ist mau allgemein der Meinung, daß die Bestätigung der Wahl eine transitorische Bestimmung ist. Nach dem Eintritte normaler Zustände wird wol die behördliche Bestätigung der Gemeindkrepräseutanz nicht erforderlich sein. $. Altofen, 6. Zuni. Der hiesige Gemeindevorsteher, Herr M. Stern, ist kein Firstern, sondern ein Waud elstern, bald nimmt er da« Vorfieberamt an, bald weist er e« zurück; bald übt rr die damit verbundenen Funktionru au«, bald gibt er da- Gemeindeflegel, da« Symbol der Vorsteherschast, weiter: er wandelt sich, wie Siegel» thon, und stellt sich dar, wie ein Gewaud." (Job 38, 14.) Mittlerweile wurden viele Stimmen in der Gemeinde laut, daß Herr Karl Goldberger am geeignetesten wäre, an der Spitze unserer Gemeinde zu stehen. Nun ist e« allerdings wahr, daß Herr Goldberger ״ne sehr ausgedehnte Fabrik mit bewährter Umsicht leitet, wovon der größte Theil seiner Zeit in Anspruch genommen wird. NichtSdestowe« Niger hätte es sich der Mühe gelohnt, ihn zu befragen, ob rr wol geneigt wäre, das Vorsteheramt zu übernehmen. Statt aber diesen Weg eiuzuschlagen, fanden sich Leute in unserer Gemeinde, welche die Besorgniß verbreiteten, als ob fich die Freunde der gottesdienstlichen Reform von der Wahl des Herrn Goldberger goldene Berge versprächen. Eine solche Kolportage richtet fich selbst. BemerkcnSwerth bleibt es jedoch immer, daß die Einführung des ChorgesangrS und die Translokation de« AlmemorS auch bei uns in den Kreis des Ausführbaren gehören. Beide Reformen sind in der That nur noch Fragen der Zeit. Nach dem wir vorliegenden gedruckten RechnuiigSauSweise hat die Gemeinde vom 1. November 1865 bis zum 31. Dezember 1862 15.876 Gulden verausgabt, wovon 1721 Gulden der Mustcrhauptschule zngefloffen sind. Dem Bernehmrn nach wird unser rhrw. Herr Oberrabbiner nächsten« eine Trauerrede auf den srl. Mannheimer halten. — Großwardein, 6. Zuni. Als in den vierziger Zähren die Frage der AdelSbcstcucrung an dre Tagesordnung war. sagte Franz Pulsky: Der ungarische Adel hat seine Steuerfreiheit theuer genug bezahlt, er braucht nur aus den Bildungsgrad der Bevölkerung und aus die Beschaffenheit der Straßen zu sehen, um fich davon zu überzeugen. Dasselbe gilt von zahlreichen jüdischen Gemeinden im Vaterlande. Er- Ziehung und Unterricht hat ihnen bisher wenig Auslagen verursacht, und verursacht ihnen zum Theil noch jetzt sehr geringe Auslagen. Dafür fließen aber ans ihrer Mitte beträchtliche Summen in den Säckel der — chaßidäische» Magier! Unsere Gemeinde wurde vor Kurzem mit dem Besuche zweier solcher Heroen beglückt. Die Heiligen von Szikßü und LtSka zogen ״mit fremden Schätzen reich beladen" von dannen. Von einem glaubwürdigen Berichterstatter erfahre ich, daß in Sandte am verfloffknen Wochenseste nicht weniger als sechs Tausend Gulden auf dem Altäre des ChaßidäiSmuS niedergrlrgt wurden. /*• H. 91t- Büfnrhely, tm Zuni. Auch in hiesiger Gemeinde ist eS endlich gelungen, die bisherige Gabellr, welche zur Deckung der Verausgabungen für Rabbiner und sonstige Bedienstete knapp au«, reichte, durch eine allgemcine, und zwar großen Theils Seldstbrsteuerung zu ersetzen. Unsere Schule kann erst jetzt als eine öffentliche Anstalt au» gesehen werden, da e« nun jedem frristeht. sein, schulpflichtigen Kinder in dieselbe zu schicken, ohne erst um das Schulgeld feilschen zu müssen. Los extrcmeB so toiichent. Dieser oft angeführte Satz bewährt fich auch an dem Kontingrnzpunkte der Chaffidäer und Reformer, der, wie Ihr Korrespondent au« Holleschau in Nr. 22 d. Bl. bemerkt, im Nichtrezitireo der Pijjutim zu finden ist. Letztere werden es aber füglich verschmähen, sich wegen dieser Unterlassung auf Erster» zu berufen. da sie hiesür dem gesunden Menschenverstände mehr zusagende Motiv» und Autoritäten von besserem Klang haben. Eine neue Ursache zum Aergerniß bietet der Anlireform da« Aus» bahren der Särge in der Synagoge, wa« in Pari«, Bisenz, und laut eine« vorliegenden Berichtes iu jüngster Zeit in der bochorthodoren Ge, meinde zu Gr.-Topolcsa stattgefunden hat. Schreiber dieser Zeilen war selbst vor etwa dreißig Zähren, al« noch die Reform wenigstens hier zu Laude sehr bebnisam auftrat, Augenzeuge bei einem ähnlichen Falle. Der damalige Rabbiner der letztgenannten Gemeinde, der ebenso al«