Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 24 (14.6.1865)
- Date
- 1865-06-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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405 406 «in»« Erziehung-institute«; Saint׳Paul, vormaliger Baoqnier. Zu au-« wärtigen Mitgliedern wurden gewählt: Ad.Camondo in Konstautinopel; Dr. Elkan Cohn auf Sau Franziska; Jos. Levi in Derrelli; Merooi in Florenz; Sarfalhi in Amsterdam. Der Kaiser Napoleon hat dem vom Großrabbiner Charleville vorgestellteo Konsistorium von Oran die Verficherung gegeben, daß die Juden in Algier in der nächsten Zukunft frauzöstschr Bürger sein werden. Za vielen Shuagogru Frankreich« find bereit« Trauerseierlichkeiteu wegen de« Ableben« Ulwanu'« gehalten worden. Die Würde eine- Großrabbiner« de« Zenlralkoustorium« wird nicht länger al« bi« zum kommenden Oktober oder November unbesetzt bleiben. fArch. Jsr.) 17. Sleveland, im Mai. Wenn ich Ihnen auch nachstehende Notiz verspätet zusende, wird dieselbe hoffentlich von Ihren Lesern den« noch mit Interesse gelesen werden. Wie in allen bedeutenderen Ort« schaslen der Union, wurde auch iu hiesiger Stadt eine Traucrfeier auf den verewigten Prästdenteu Abraham Lincoln abgehaltea, welcher — wa« ich gelegentlich bemerke, — öffentlich geäußert habeo soll, er sei jüdischer Abstammung. Die hiesige Feier fand am 89. Avril statt. Der ungarische UnterflützungSvereiu, über welchen Sie in Nr. 14 d. Dl. berichtet haben» beiheiligte sich an derselben, und war Dan Werl in der Provinz Ohio durch einen ungarischen Juden, Herrn Gustav Breuer, vertreten, welcher 300 englische Meilen zurücklegte, um die BereinSgc» nassen seine« Wohnorte« bei der Liucolnfeier zu repräsenliren. Derselbe machte dem Vereine eine ungarische Fahne zum GesÄeuke; dieselbe wurde nebst einer amerikanischen Fahne dem Vereine von einem unga« risch gekleideten Dereinsmitgliede vorgetragen. Trotz der traurigen Der» anlaffung der Feier, die alle Gedanken und Empfindungen der Anwe« senden auf unfern unvergeßlichen Präfidenten hinlenkte, wurde dennoch die ungarische Fahne, wie ich Sie als Augenzeuge versichern kann, mit vieler Sympathie ausgenommen, wa« die Ungarn mit gerechtem Stolze erfüllte. Die religiöse Polemik schweigt auch in dieser bewegten Zeit nicht; die nordamerikanischen Rabbinen treten den Angriffen auf da« Judentbum mit Geschick und Nachdruck entgegen. O. Arnswalde sNeumark). Ans. Juni. Der hiesige Rtli. gionslehrer Berliner, dem literärischen Publikum vorthcilhaft bekannt durch seine Beiträge in Frankels Mooatschrifl, wie in Steinschneider« ״HamaSkir", hat seine mehrjährigen Studien behufs einer kritisch ge« sichteten, auf die ältesten Manuskripte zurückgehcnden TertauSgabe des Raschi-Kommentar« zum Pentateuch beendet. Deu Lesern de« ״B. CH." braucht man die Wichtigkeit eioer solchen Edition nicht weiter zn erör» lern. Da« nahe bevorstehende Erscheinen dieses Werkes wird nicht ver« fehlen, bei allen Talmudkundigen Aufsehen und Anerkennung zu erregen. Gar mancher vermeintlicher Widerspruch zwischen Rasch! zum Pcuta« leuch und der Parallelstelle im Talmud, die zu dem lustigsten, spitzsin« digflen, haarspaltendsten Pilpul reichen Anlaß bot, wird durch deu Nach« wei« ursprünglich ganz anderlautender Lesearten in sich znsammeu» fallen. Den beabsichtigten kritiscken Ausgaben de- Talmud« von Lcbrecht in Berlin, des Targum« von Jakob Levi in Breslau, de« Midrasch Rabboth von Rabbinowitsch in München schließt sich ergänzend dir durch genaueste Sorgfalt ausgezeichnet, Arbeit dr« H. Berliner an, auf die wir schon im vorhinein den Blick Ihre« Leserkreise« richten wollten. P. Landsberg a. d. Warthe, 2. Juni. Da« verflossene Schtwuolhfest wird noch lange io unserer Erinnerung fortlebrn. Nicht nur die Stätte, die ein guter Mensch betrat, ist eingeweiht, auch der Tag, dir Stunde. in der da« Bild eine« wahrhaft ״guten" Menschen im Goethischen Sinn uns vorgeführt und unserer Seele eingeprägt wurdr, — sie sind geweiht und behalten ihre Weihe io dem Heilig» thume der Erinnerung. Unser Rabbiner, Dr. Klewperer, benützte die Srelengedächtnißfeier» um un« da« Bild Jsak Noah« Manu« heimer« zu zeichnen. T« war fürwahr keine leichte Ausgabe, vor einer Gemeinde, der der Berewizte nur dem Namen nach, nur von fern bekannt war. einer Gemeinde, die an deu nachhaltigen Eeguungeo von M.'s Wirken nicht theiluabm, den Manu hiuzustellen in seiner ganzen Größe — in seiner ganzen Sinsachheit. Der Redner wußtr aber seine Ausgabe zu lösen. Anlnüpseud an den bekannten finnigen Midrasch zu Malrachi 2, 7.: ״Nur wenn der Priester io Wahrheit rioem Engel Gotte« gleicht, nur dann wird da« Volk gern, hören, ja fordern die Lehre auseinem Munde", zeigt» der Redner, wie M. seine groß», Er« folg, nur durch seine ״EngelLholichkeit" errang. Dir er gleich sehr und mit gleich warmen hingebenden Eifer für Thora, Aboda uud Semiluth Chesed wirkte, wir iu jeder Beziehung Lehre und krbeu. Red» und Tha», Mahnung und eigene Handlung bei Mannheimer io harmonische« Einklänge waren, da« war der Inhalt dieser, wie erwähnt» noch laug« iu unserem Gedächtaiß sortlrbendea Grdächtnißrede. Ganz besonder« er» griff — da« sei gerade in diesen Blättern bemerk» — der Hinwri« auf M.'« Derdilustk um dir Abschaffung de« Eideuwro jndaico in Oester« reich. ״Gar oft", so rief der Redner, ״wenn ich Tinen von Tuch mit vielen Formen und Formeln erst voebereitro muß auf die Ableistung eine« Eide«, sckweift mein Blick hinüber nach dem Lande meiner Ge« burt, hinüber zu den dortigen Einrichtungen, und die Frage, sie durch» zuck« mein Herz: ״Wäre nicht endlich auch für Preußen» dem State der Intelligenz. Zeit, seine jüdischen StalSbürger m,t denen OesterreichgltichzustkNen, nicht endlich Zeit, aukzugeben jene« unbegründete und ungerechtfertigte Mißtrauen, da« sich gefährdet wähn«, so der Israelit« schwört bei dem Gotte Himmel- und der Erde, schwört ohne vorau-grgangene kleinliche und peinliche Vorbereitungen. Hinüber, — so sprach der Redner — schweift mein Blick, und I. N. M. segnet u»d preist meine Seele, dem es beschieden war. von seine« Volke« Dulderleib dies« Fessel abzustreifcuk" Daß der Freimuih tiefer Worte iu dem jetzigen Preußen hier anerkannt wurde, bedarf keiner besonbern Hervorhebung. P. Frankfurt a. M.. 9. Mai. Geiger setz» auch in diesem Sommer seine geistreichen sabbathlichen Vorträge über die Sprüche der Väter fort, in denen er ein maggidischeS Talent entwickelt, welchem selbst die alle Schule ihre Besriedigung und Anerkennung nicht versagen kann. Daß er in den heißen NachmitlagSstunden Zuhörer findet, ist da« beste Zeugniß seiner geistigen Anziehungskraft. Dir erste Ablheilung seiner Vorlesungen wird in Amerika ins Englische übersetzt. Die Wiener Schule hat die hebräische Literatur mit zwei vortrrfflicheu Werken be» reicher«. Die von dem gründlichen Talwudkenuer Weiß edirte und kom» menlirte Mechilta wtid alle früheren Ausgaben verdrängen. Die tal« mudische Kritik findet i» Herrn Weiß einen ernsten wiffenschaftliche» Bertr.ter. auf welchen die Wiener Schule mit Recht stolz fern kann. Ein anderes wichtige« Werk ist da« zum ersten Male edirte MaaSrr Esod von Prosta» Duran. Die Herausgeber, Friedländer und Kohn, haben ihren Berus zu einer solchen Arbeit aus die unzweideutigste Weise do« kumenliri. Die orihotore Bibelanstalt hat ihre THLtigkeit mit der Her« auSgabr des FünsbucheS ohne llcbersetzung begonnen. Wer mit dieser betraut werden wird, ist mir nicht bekannt. So viel ist gewiß, daß man noch vor Kurzem einen von orthodorrm Geiste inspirirlen Uebersetzer suchte. Rabbiner Hirsch hat zwar eine Uebersetzuog der Thora mit einem wettläufige» Kommentare druckfertig liegen, die Orthodoren scheinrn jedoch zu dieser Arbeit nicht da« rechte Bertraueu zu haben, indem flr sonst nicht in weiter Ferne suche« würden. wofle in nächster Nähr finden können. Inland. Wien. Am 17. Oktober d. I. gelangen die Zinsen der ״Pre» diger Mannheiwerstiftung" zur Vrriheilung. Anspruch aus dlrse Unter» stützung haben Rabbinen. Prediger und Lehrer io Oesterreich, die dienft» unfähig gewoede» sind ober deren Witwen und Walsen. D»e D»werber müssen «n eruer Gemeinde, dir miadesteu« öl) Mitglteder zählt. wenigsten« zehn Jahre Vas Amt tn würdiger Weis« verwaltet baden. Beamte großer, noionid) rricher Gemeinden stad au«» geschloffen. Die Würdigkeit der deireffeudeu Beamten, sowie dir Dienst» unsähigkett sind nachzuwetjen. Gesuche find längsten« bi« Ende Juli d. I. an dir israelitisch, Gemeindekanzlei in Wien unter der Adresse: ״Kuratorium der Predige« Manuhrimerstiftuog" zu übersende». □ Wir«, 7. 3001. Jo jüngster Zeit wurde rin Testament dr« sei. Herrn Prediger« Mannheimer unter seinem Nachlasse gefuode», welche« derselbe zur Zeit, al« dir Cholera in Wien i« Jahre!830 wüihete, verfaßte. Ich gebe Ihnen hiermit eine Analyse derselbe, i, der Uederzeugung. daß dies, nicht dlo« «in flüchtige« Interesse befrir« Ligen werte. Er wendet sich zunächst au seine Fron und wünsch« r«,