Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 23 (7.6.1865)
- Date
- 1865-06-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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SSI ssr die Versicherung der Gefühle de« Danke« und der Hochachtung engegeu« uebmeu zu «olle». Vorstand dcr israeli». Brüderschaft für Krankenpflege (Derech« Irschara und MaSkil el tot.) Prag. am 26. Mai!865. Dr. Leopold Gitschia, Direktor. Dr. Neustadt!. Kassier. S. DascheueS, Vorsteher. Sottlieb Bondy. derzeit Vorstandsmitglied. David Zapperr. Dr. M- Teller. Vorstandsmitglied. Sr. Gbrw. d,S Herrn Adolf Hübsch, Dr. der Filososse, Prediger der Neusouagoge zu Prag. Die kalligraphische Ausstattung der Adresse ist eine prachtvolle zu neunen. Schulwesen. P. Pest, Gute Mai. Der verdienstvolle Verfasser dr« Beth» Gl, Haupischullebrer Ignaz Reich, bat dieser Tage eine neue Aner, kenuuog seiuegemeinnützigen Wirkens erbalten: der Concordia»Ver» ein bat ibn zum Ghrenmitgliede e-nannt. Diese einem Zugendlehrrr zu Tbeil gewordene Auszeichnung wird wol auch in dro Landgemeinden nicht ohne woblthätige Nachwirkung bleiben. Der Lehrer Wolsgang Weiß, welcher an der Normalhauptschule mit gesegnetem Gefolge wirkt, unterrichtet die Jugend seit zehn Jahren rm korrekten Lesen der Haftara. ohne eine Remuneration dafür zu verlangen: הקב״ה ישלם שכרו! II. Lofonz, im Mai. Ich bin aus einer Reise auch mit den hiestgen Vcrbäliuisseu durch gefällige Miltbeilung bekannt gemacht wor« den, und halte es für angeioeffeu. die Leser des geschätzten ״B- CH." auf solgendr Mittheilung aufmerksam zu machen. DaS Judenlhum ent» wickelt fick aus sich selbst, und mit!einer eigenen Kraft. Und wenn auch von einer gewissen Partei dieser Gntwickinlkg hemmend entgegengearbeitet wird, so ist eS doch immer Tbarjache. daß Guergir und Ausdauer zum Ziele füdeen. Scklagciide Beweise dafür liefert auch die hiesige Ge- } meinte. Dieseelbe zählt ungefähr 100 Familil:!, von welchen die meisten dem j Hondelsstande a,!gehören Vor mehreren Jahren war die Gemeinde noch > in einem kläglichen Zustande, und der Pancigelst. der indessen noch nicht ganz bewältigt ist, hat die geistige und mateeielle Kraft derselben furch« terlich uulerwüdlt. Die Gemeinde hatte demnach das Aussehen uud die Färbung aller jener oberungarischen Gemeinde», wo die Fakel des gemäßigten Fortschrittes noch gar nicht leuchtet und der JndifferentiSmuS die Gemüther noch lmmer u! Fesseln hält. Hierzu kommt noch die schlechte Berwaltuug. dre wie ein Alp aus der Gemeinde lastete, so daß bei vielen Geldausgaben mcht nur nichts WeieiitlicheS erzielt wurde, sonder» auch kcni eiuziges Institut zum Gnlstebe» und Gedeihen kommen konnte. Wie ganz anders drlcht jetzt das Morgenrolh einer gedeihlichen Gnlwickluug hervor, uud wie wohlldätig wirken die kräftigen Mittel, womit a» dem Aufbau eine-nützlichen Gemeindeleben« gearbeitet wird. Kaum nach eiliem zweijährigen eifrigen Streben wurde ein herrliche« Gotteshaus vollendet uud dem Dienste de« Herrn übergeben. Gleichzeitig mii diesem heiligen Zwecke wurde auch zur Gründung einer Volksschule geschritten und mit gutem und redlichem Willen auch in« Leben geruftii. 120 Kinder beiderlei Geschlechtes genießen nun einen dem Gerste der Zeit angemesseuen Unterricht. Statt der Knechtung und Verkrüppelung der Jugend durch rrnen geisttödtenden. vom frühen Mor» gen bizum spätea Abend dauerndeu Unterricht. ist. wir ich höre, die Zeit auf da« gehörige Ausmaß zurückgesührt und durch die Acquifltiou tüchtiger zeitgemäßer Lehrkräfte, an deren Spitze der sachkundige und erfahrene Hauptschullehrer S. Hofmaou. früher in H- M. Dülürhely, al« Dirigent steht, kann mau der jungen Anstalt nur eia gulrSProguostikou stellen. Wie ich vernahm, ist die Schule von der k. ung. Statt» hallerri saoltionirt. bewegt sich daher aus gefetzlichrw Boden und ist» also bestreb,, jeder störenden Givwirkuog von Außen kräftig zu begegnen. Ich war so frei, dir Schule zu besuchen, erhielt von den Lehrern eine reundli che Ausnahme, bemerkte aber zu meinem nicht geringen Staunen, daß di» Knaben bedeckten Haupte« fitzen. Gebietet diese« nnsere Reli« gion? G« wäre zu wünscheu, wenn mehrere Fachmänner fich hierüber vernehmen ließen. Auch ״Ben Chananja" sollte so freundlich sein, nähere Auskunft über diesen der Sanität schnurstracks zuwideelaufeudea Gegenstand zu gebe».*) Sonst herrscht schon jetzt iu der Schule ein thätiger Geist. Und dies,« Alle« ist, wir ich wir sagen ließ, einem Manoe von Takt uud Bildung zu verdanken. G« ist die« Herr A. Schmidl. Präses der hiesigen Kullu-gemeinde und erste« Mitglied der Schulkommiffion. An seiner Seite steht der humane Dr. Schenk und uoch andere Herren von gleicher Gesinnung und Guergie. Möge ihr Streben eia gesegnete« Replik gegenüber den Aeußerungen meine« Kolltgen, te« Herrn Oberraddiner« Dr. Kahu, mein Gutachten an das Koblenzer Zuchtpolizei-Gericht betreffend. Da ich gegenwärtig durch die jährlichen J11fpektion«reiien im Rabbinatsbezirke allzusehr beschäftigt bin. beschränke ich mich im rubrizirten Betreff nur noch auf einige unterwegs abgefaßte Notizen, welche hoffentlich meinem Herrn Kollegen nicht minder, als einem sachverständigen Lesepublikum dieser theologischen Zeitschrift genügen dürften. 1) Daß ich — so ungerne ich c« auch that — in der Ginleituug zu meinem nachträglich veröffentlichteu Gutachten auch Ihre« schriftlichen kurzgefaßteu Gutachtens erwähnte, dazu zwang mich gleichsam der Schlußpassus zu Nr. 1 Ihres Gutachten«, lautend: ״welcher Usus, (daß man die Synogogeu-Mobilieu am Neu» jahrS- und VersöhnungSsestc mit weißen Decken behängt) das Reinwerden von Sünden uud die Versöhiiung durch Buße und Siuuesänberuug dem Israeliten vkrsinnlichcil soll, und seine Begruildu ng in Bidel und Talmud hat." Lieber Herr Kollege! Meine bisherige» Schriften dürften vielleicht den Beweis liefern, daß ich in der Bibel, dem Talmud nnd den rab» biiiischen Codicidns auch ein wenig bewandert bin — . aber mau wird in denselbrn vergebens nach einem solchen UsuS suchen! Darauf kommt es nuu zunächst an. Den» . wenn wir als Rabbiner von irgend einer Seite um ein Gulachieu angegangen werden, müssen wir dasselbe noth« wendig auf irgend eine kobicielle Stelle aus den erwähnten Quellen basiren. Giuc individuelle Ansicht oder ciu bloßer BolkSgebrauch. der nicht als solcher mindestens in den rabbinischcn Ritualvorschristen vorkommt, kann und darf dabei »ichl maßgebend sein. הפך בה, דבולא “2! (Mischna Aboth V.) 2) Gest die spätesten Glossatoeei, (מ״א וט״ן) teS Ritiialkvder (א״ך־ו) erwähnen mit 'Rücksicht auf die bloS bagadischr Stelle im Talmud Jeruschalmi eines solchen Gebrauchs, jedoch nur für die leibl iche Bekleidung der Synagoge,tbesucher au deu genannten Buß. festen; keineswegs aber für die Bedeckung der Synagogen-Mobiliev, wovon in jener Hagada gar leiue Rede ist. Gin noch späterer Gloffator (I1־“D) fügt daun hinzu, daß jener Gebrauch — die Leicheugewäuder au Bußsesten zu trage». — uns theilS an deu Tod eriuueru und theil« als Sinnbild der Reinigung unserer Person vom Schmutze der Sünde gklteu soll, waS sich offenbar wiederum nur aus die leibliche Kleidung, aber nicht aus die Mobilieubedeckung bezieheu kann. Wie nun. wenn die Anhänger der moderne« Richtung selber dieseo Usu« (au deu hohen Bußfesteu in weißeu Leichengewäuderu iu die Synagoge zu er» scheioeu) gar nicht beachten, waren sie dann berechtigt, aus Grund eioeS uoch brdeutuug-loseren, weder biblich uoch talmudisch, noch rabbiuisch begründeten BolkSgebrauch»- ein» Deounkialion zu erheben, worauf beim Zuchtpolizeigericht eine uahmhafte Gesäugnißstrafe deantrogt ') S. den Hirtenbrief in Nr. 13 d. Bl. nnd di« Vorlesung io der Biographie Chorio'S. 73—9!. Red. Fortsetzung io der ßtilagc. Siege* in, | Leipzig, Leldlverlag der »tdakllo». Lowmislious-Verlavo» Franz Wag,er- Druck von Sigmund Burger in Szegrdin. Hierzu ein Viertel Bogen Beilage.