Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 23 (7.6.1865)
- Date
- 1865-06-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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389 390 G. Altofe» , int Mai. Dir hiesige Ehevra Kaddischa ha» btt der siattgesundeuen Restauratio» die Herren J(arl Goldberger, tflia« Neymaier. Sam. Ehrlich und Moriz Finaly zu Oder«. di» Herren Jak. Deutsch, Philipp Spatz, Morij Brrilarr uod Morij Mritnrr zu Unter Vorstehern gewählt. Ihr Berichlerftalter io Nr. 20 d. Bl. hat sich allerlei Jrrlhümer zu Schulden kommen lassen. Nicht im Lesevereiu wird hebräische Grammatik vorgeirageo; e« find einige Talmudjünger» dir sich ju diesem Studium jusauimeufinden, was sicherlich nur gelobt zu werden verdient. Zenta, 2. Juni. Unser allgemein geachteter Gemrindrvor« liehet, Herr A. Braun» übergab am erfte» Tage der eben abgetan« frnen Pfiiigstseiertagr eine Gesktzrollr seiner Gemeinte. Dabei hatten wir Gelegenheit, den in Paks als Rabbinars-Affeffor sungirenden Herrn S. Klein zu hören. Derselbe wußte durch gehaltvolle Worte diesem Akte eine imposaute Weihe j» geben und wachte ׳'eine Zuhörer begierig, seine Rede im Gotleshause zu vernehmeu. Wir halten Gelegenheit, a» beiden Festtagen ihn zu hören und welche» Eindruck derselbe auf uns machte, zeigt der Erfolg, daß unsere Gemeinde mit Stimmeneinhelligkeit am zweiten Festtage beschlossen hat, dem!,Iben unsere seit Jahre» erledigte RabdinatSstelle zu verleihen. Mit Begeisterung verfügte sich Jung und Alt z» dkmseldc» und mit gerührten Worten nahm derselbe dir Stelle an. Es ist dieses Ereigniß für uns von um so größerer Bedeutung, als es bekanntlich in unserer Gemeinde an Zwiespalt nicht fehlte, im jetzigen Momente aber eine brüderliche Eintracht herrscht. Ad. Bauer. »׳. Nafly-KöröS, Ende Mai. Der allzugroße Eifer mancher Vorsteher, Las Kultuspersonal möglichst schnell vollständig besetzt zu sehen, hat, wie anderswo, so auch bei »11S empsindliche Nachtheile nach sich gezogen. Nachdem unser früherer braver Kantor Nosenseld nach Szabadla abging, wünschten die ciusichligerrn Gemeindeglieder. daß die Kantorstelle unbesetzt bleibe, bis die Gemeinde ihre Schulde» abgetragen hat. Der Gemeiudevorsteher war aber ungeduldig, oder sonst was. Er schrieb einen KoiiknrS ans und bestimmte 400 st. JahreSgchalt. Später ging er noch weiter, indem er während eines Pester Marktes, als zahl« reiche Mitglieder abwesend waren, einen Kantor mit 500 fl. anstellte, ohne daß dieser an eiiieur Sabbathe einen Probevortrag gehalten hätte. Gegenwärtig möchte» wir de» Kantor gerne tos werden, und den Kan« lordieust provisorisch von einem Schochet versehe» lassen. Allein auch dies will nicht gelingen, wiewol sich schon 20 Individuen gemeldet ha« den. weil man es von gewisser Seite versteht, dieselbeit von ihrem Vorhaben abzubringen. Vielleicht gelingt es diese» Zeilen, unsere Gemeinde von dem Alp. der sie drückt, zu befreien! Vom Plattensee, 2. Jnni. Wie es meinem Namen ge« ziemt, bin ich ein stilles Wasser. bleibe gerne in meinem Belte und sehr nun der Zeit entgegen, wo dir Badelustigen und Badebedürstigeu mir ihren schuldigen Besuch abstatten werden. Ein übermäßiger Austritt der ״Mur uud Dran", zu Füßen ״eine unbekannte Größe", getragen auf Nr. 20 der Spalten eines niedrrösterreichischrn jüdischen Wochen» blatte« riß mich ans meiuer harmlose» Ruhe und veranlaßt mich, meinen liebe» Kanizsaern eine Neronnaissance-Visite zu machen — nicht nur fie zu waschen, den« dazu kommen sie selbst zu mir; — sondern um zu frage»: Mi scxccho loisch? Wie kommt Mur und Drau dazu, sich als Verfechter oder Sittenrichter Kanisza's aufzuwerfen? Auch ich bin dieser Gemeinde nicht angehörig, habe aber in meiner Eigenschaft die beste Gr« legenheit gehabt, mit dem größten Theilr derselben genau bekannt zu werden und manche Mängel sah ich entblößt vor mir; dennoch muß Jeder bekennen, daß sich im ANgemeinen nur Gnte« und Schön,« von ihnen sagen läßt. An ihrer Spitze stehen würdige, kluge und berechneud» Männer genug, dir das Gemeindeinl,reffe zu wahren und der«» Au«, gaben zu bemessen verstehen. Wen« einer ihrer Beamten mehr al» je bevorzugt wird, so verdient er rS gewiß; werden Andere etwa dabei verkürzt? Meine lieben Nachbarströmr können das wol nicht sagen. Auch uui den Dajsu wird man sich ohne fremde Beihilfe zu ratbeu wissen und ihn bezahlen können, oder meint x. daß mau die von den Legaten dieser Stelle zufließendra Summen anstatt bei Seite zu leger», vielleicht gar in. die .Drau" haue werfen sollen? .Die gezückten Waffen tue Wahrbeit und Recht schrillen in dir Scheid, zurückgekehrt!" Ja wohk. Nw solche Ritter, dir da« Visse ,» heben sich scheuen, die in Maske und Dunk,»bei« h,rumschleichen und in galligen .Strömungen" sich ergießen, schein! man sich nicht zu kümmern, kur» ^giaer" im «er« gleich mit .Allen" bleib« ,io« Nu«, und wo .Alle" liebe». kann Rull — Haffen. .Mur und Drau" siaon» ferner, daß mau in der Außenwelt von deu trefflichen Reden de« WaraSdiner Rabbiners nicht« grhörk. Es ist diegewiß au« einer Folg« von Bescheideoheit. weiche, einem so bei. ligen Amte geziemend, deffeu Träger aiehr Eher macht, al« jede Reklame. Darum halte Jeder sich au dir alte LebenSregel .nur vor der rigrur« Thür zu kehren, kesestück,. die so oft sich wiederholen. hören auf dem Leser rin .Schmaus" zu sein und gehöre» »n das Fach der .Smuau«." X. Prag, Ans. Juni. Di, Neuwahlen für di, au-geieetene Hälfte unserer KuliuSrepräsentanz sind vorüber. Da« Ergrbniß war, «re e« erwartet und nicht erwartet wurde. Sie wissen ja, daß bei derartigen Akten die Erwartungen der Parteien oft diametral rntgegeiigesrtzt sind, und was der rinen recht ist, da« ist der andern nicht genehm; da gibt es Siege und Niederlagen zu registriren, die ihre Dosis an Jubel und Mißmutd zu Wege bringen, geläuschir Hoffnungen und genährte Sehn« sucht, umflochten und uwranket von tausend kleinen und kleinlichen, ge, lungeneit und mißliiiigtiien Manöver«, dasind ja immer und übrralk die obligaten Vignetten zu dem Bilde einer ״Wahl." Dies, abrr find nur von lokalem Interesse und auch da geben sie, namentlich bei diesen lange» Sommertagen höchstens eine kurze Woche den Gesprächsstoff für die Nnlerhallung ab. Wichtiger als diese Plänkeleieir und Gchwenkongeu ist dir Frage, ob da- Resnitat der Wahl neue Resultate im Rathr der Nepräsentanz »ach sich ziehen wird? ob dir »,»gewühHeii Elemente auch einen neuen Geist am grüne» Tische im jüdischen Rathhause und mittelbar im kiillnellen Leben der Prager Gemeinde wachrusrn wrrdea? Ans diese Frage wird die Zeit aniworten; im Ganzen berechtigt uns die Namcnliste der Gewählten zu der Hoffnung, daß es — nicht schlim« nur wird, als es war! Mit BesrieLigiing begrüßen wir die Wiederwahl der Herren Ernst Wrhli, v. Porthrim, Dr. Titschin und Kvpprlmann Sitten. Unter den Neugewählten ist die Intelligenz gebührend vertreten. — Ueberraschuiiz und Bebauer» hat rS hervorge. rille», daß Herr Prof. Wessely nicht aus der Wahlueue hervorge« gange» ist. er wäre der Mann gewesen, Herrn Ernst Wehl! aus dem Präsitnilciistuhlr zu ersetze», er hat di, nöthige Sach, und Fachkenntoiß und kennt auch die Prager Zustände genau. Warum ward er nicht ge« wählt? Die Dignelteu! Die Vignetten.'!- Die vereinigte» Brüderschaften für Keankeiipflege ״Derech Jeschara" und ״MaSlil rl dol" haben dem hiesigen Prediger Herrn Dr. Ad. Hübsch nachstehende Adresse übermittelt: ״Ew. Ebrwürden! Mil der Vereinigung der Krankriipstrgebrüderschasik» ״Derrch Jeschara" und ״MaSkil et dol" wurde rin wichtiger Schritt zu einer gedeihlichen Enlwicklung Le- Dereiu-wesenS in drr Prager israelitischen KultuSgemeind, angebahnt, die, sowie sie erst nach Jahr,» ihren Höh,»Punkt zu erreichen berufen sein dürfte, da« an, 14. März v. I. stattgehabte ״Vereinignng«fest" als ihren Aus« gaiigSpunkt bezeichnet. Euer Ehrwürde» haben aber durch Anordnung der Syna» gogeuseirr.. durch dir Ansprache, welche Sir au die Versammlung ge« richtet, der neurn Arra dir geistliche und geistige Weihe erlheilt. Si, haben das Bild einer Zeit entrollt, wo Israel in seiner bürgerlichen Verstoß,nheil, in dem Sinne für« Wvhllhun und in dem Bestreben, dem leibenden Bruder zu helfen, seine geistige und leibliche Erquickung gesunden. Sir haben die Dedrängniffe in unserer Gemeiodc. welche dem Entstehe» der beide» Brüderschaften drn erstell Anstoß gegeben, mit so kräsiize» Zügen den Zuhörern vorgesührt, daß sie, Len frommen Blick der Vergangenheit zugewentet, au« ihm Anregung und Aufmunterung für Gegenwart und Zukunft schöpsrn mußten. In danlbarrr Erinnerung an jene so erhebrnte Feier, hat der große Ausschuß drr vereinigten Brüderschaften deu Direktor beauf« »rag», bei der am 14. b. M. — der ersten nach jenem Feste — abgr» Haltenei, weneralversauimluog ein D-nke«votum für Ihr« so au<« gezeichnete Leistung zu beantragen, welche« auch mit Einstimmigkeit angruemmen wurde. . Indem drr gefertigte Vorstand mit großer Srnuglbuuug diese» Beschluß hiermit stinrr Erledigung zusührt. bitte, er auch seinerseii«