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Ben Chananja · 1865-06-07 · 23 (7.6.1865) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
23 (7.6.1865)
Date
1865-06-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zs!M ״Wen EhsNanzn" Nr. 88, wurde? haben sich unser» Reformer — und mitunter wir selbst — vo» jekier nicht über weit andere, sogar talmudisch begründe!» Bräuche') hinweggesetzt? אמת ומשפט שלום שפטו בשעדיבט (Sech. 8.) 3) Daß unsere Schristgelehrten im Talmud selbst die Kanzel (kesp. מימת), worauf der jüdische König im Erlaßjahk» au« seiner h. Schriftrolle (משנה תורה) dem Volke vorgtlesen hatte, als keinen geheiligten Gegenstand erklärten» zeugt von deren monotheistischer weiser Gesinnung: leblose Dinge aus Holz und Stein. Gold und Sil. der 1c. nicht geradezu als heilig zu betrachten, was am Gabe nur zu u »jüdischen Sitten führen kann. Deshalb darf auch (nach Mlschna Tr. Megilla III) im Nothfalle sogar ein ganzes Synagogengebäude (“"ב) — nicht bloS die Bet.- und Predigtpulte — veräußert werten, ui» a»S deren Erlös die heiligen Schriften onzuschaffe» und daraus das lebendige und belebende Wort Gottes zu vernehmen; und wir sollten die Predigtkanzel, »voraus nie die Gcsetzcolle (J־l“D) zu liege» kommt, als heilig erklären? (sie!) Die Predigt — und würde sie auch frei» stehend oder an einem gewöhtilichea ״Ständer" gehalten — ist aller» dings heuizulage ein wichtiger und für Manche sogar der wichtigste Bestandthcil unsereöffentlichen Gottesdienstes; keineswegs aber ist dies der Pult, an welchem der Prediger steb«. sür'S Gotteshaus! 3) למדו היטב ,דרשו משפט ו*׳tf. 1.) 4) ״Aber die Kanzel zu Ko b l euz wurde ja zu einer D em o n» str a ti o n gegen den dortigen Prediger mißbraucht!" werden Sie fragen. Darüber — Herr Kollege — wurde mir vom doiligen Zuchlpolizei» geeicht gar keine Frage gestellt und kein Gutachten abgesordert, weSbalb ich auch meine Meinung hierüber nicht zu äußern hatte. Dir erwähnte SlalSbchötde Halle bekannilich die Angabe des dortigen KnltuSvorstan» des: ״als wollte derselbe am zweiicn Festtage — über dessen »ichtbid. lischer Begründung schon srüherhi» von derselben Kanzel aus gar zu viel dem gemeinen Publikum milgetheiit wurde — minelst der in Rede stehenden Bedeckung die Glaubensgemeinde zur Trauer und Buß, wegen teS vorangegangene» HerauSfallenS der heil. Gesetzrolle aus der Lade, mahnen" als eine subjeklive Nnfichl adoplirt. Wie ich mich am Schluffe meines Gutachtens hierüber und über alle etwaige Demonstrationen au heiliger Ställe geäußert habe, ist bekannt nnd bedarf darum keiner weitern Erörterung! מילא בסלע ,שתיקא בתרין. 5) Daß übrigens nach den von der andern Seite vorangegan» genen Demonstrationen auf dem Friedhöfe und in der Syna» goge, und mehr noch nach dem Inhalte teS Plaidoyer — welches in Gemäßheit der sonderbaren preußischen Gesetzgebung über d»e Hand» hadung des jüdischen Kultus. weder dem Judentbume überhaupt, noch unserem Stande insbesondere zur Ehre gereichte — von einer Beleidigung des B. 3. nicht wol dir Rede sein konnte; darüber werde ich Sir weriher Herr Kollege! wenn sie unfern Kurplatz aus Dankbarkeit für die Genesung, dir Sie im vorigen Jahre hier gesunden, wieder besu» chen, lo Gott will, mündlich aufklären. ודי להכימא ברמיוא In gewohnter Freundschaft und kollegialischrr Hochachtung zeichnet sich Uochstttdter, BezirkSrabbiner zu Bad Ems. St. Goarshausen. 11. Mai 1865. •) Z. B. daß man am DersöhnungStagr (י״כ) und am Trauer» feste (ת״ב) unbeschuht in der Synagoge erscheinen 101! jc.jc. Wie nun, wenn ein ortbosorer Borstand oder Rabbiner in solchem Betreff «ine ״EntweibungSllage" bei einer daraus eingehenden StatSbehörte anhängig machte, würde man sich daun auch in einem Gurachte» an»' diesen alt« hergebrachten Usus beruseu? Doch e« käme» noch ganz andere Zn» konsequrozeu schon früher vor. dir ich aber lwegen חילול השט) verschweige! •״) ,Lernet gründlich und predigt richtig!" (Verdeutschung vom Setzer.) LiterSrische Anzeigen. De Pentateacho Samaritano, Dissertatio inauguralia anctore Samuel Kobn. Leipzig 1865. Kreyflng 8, 68. Besprochen von K. in F. (Schluß.*) Dies» grirchisch.samaritauischr Nebersetzung — di« nicht z, ver» wechseln ist mit dem Samarilikon, wovon Bruchstücke von Origeue« in der Herapla gegeben sind, die eine Nebersetzung der samaritanischea Version sind — ballen dir alerandrinischea jüdischen Vertreter zur Er» leichterung ihrer griechischen Uebersetzung mitbenutzt, aus welcher sie natürlich die tendentiöseu kultnellen Amplisikationen ausgeschiedea, aber denn doch irrtbümlich so manche Divergenzen beibehalten, die ganz und gar gegen die habituellen jüdischen Gesetz, verstoßen. Auf dies, Weis» hätten sich gleichsam in ihre Nebersetzung samaritanische Lesearteo e«n» geschmuggelt, was um so auffallender sei, da sie doch sonst richtige ha» lachische und selbst agadtsche Elemente in ihrer Nebersetzung verflöchte« hätten. Einen wichtigen Beweis •für seine Hypothese will der Verfasser in Geurs. 25, 2 sind,». Frankel vermuthet, daß dieser Zusatz audem Samaritikon zu den Alerantrinern übergegangen sei, oder daß diese« Glossem von einem frommen Leser herrührr, der daran Anstoß gesunde« haben mochte, daß Jakob die Götzenbilder nur verborgen und nicht ver» nichtet habr. Diese plausible Ansicht scheint der Verfasser so wenig zu würdigen, daß er sie nicht einmal erwähn»; dagegen sindet er eS br» fremdend/ daß die Samaritaner in ihrem Terte diesen Zusatz nicht baden. wozu sie um so eher sich hätten verleiteo lassen sollen, weil ihnen von den Juden der Vorwurf gemacht wurde, daß sie Len Berg Garizim nur wegen der in ihm vergrabenen Götzen für heilig hielten. sJerus. Ab. Sar. 22.) Da nun aber — sagt der Verfasser — ihr Tert de« PenlalkuchS bereit« abgeschlossen und verbreitet war. als dieser Verdacht auftauchte, so hätten sie diesen Zusatz nicht mehr io den Tert einwebeo können, was aber in der samarilanisch-grikchischen Uebersetzung gesche» hen» aus der dieses Glossem in die alerandrinische Version übergegaogea sei. Wir können dies, nicht einmal neue Ansicht nur als eine Hypo« ibese, der alle geschichtlich.׳ Grundlage fehlt, gelten lassen, womit aber auch nicht einmal alle Schwierigkeiten beseitigt sind. Wir wollen nur die eine so lief eingreifende Frage hervorheben, warum die Alerandrioer die letzte» Kapitel des ErcduS so mangelhaft und konfus übersetzt ha» ten? Sollten etwa die samaritanisch-griechischeu Vertreter hier auf ein» mal ihre Vorliebe für Erweiterung und das Forlspinneu des Terte« verlassen und absichtlich die allerdings so überflüssigen und abLnderndeo Wiederholungen vom Baue der StistShütte") abgekürzt und den Tert verstümmelt haben, und die Alerandrioer hätten ohne den samaritani» scheu und jüdischen Tert zu vergleichen. den samari«anisch»griechifcheu Vertretern aachgeschrieben? Wir verkennen nicht die Schwierigkeit, solche Fragen zu lösen, so man die ursprüngliche Integrität unsere« Terte« au» nehmen zu müssen glaubt; aber immerhin hätte darauf hiogrdeutrt wer» den müssen. besonders in einer so gründlichen Dissertation dir dem Verfasser und dem Institut, das ihn inspirirt, alle Ehre mach«. Literarischer Saldo (כלבו), xxxvi. Zu meinem Bedauern war e« mir bl« jetzt nicht gegönnt, der freundlichen Aufforderung de« Herrn Dr. M. Wiener in Nr. 11 de« ״B. CH." v. I. uachzukommen. ') S. Nr. 21. ") Eine kehr gründliche und gediegene Arbeit zur Lösung dieser 2!:eu Frage besitzen wir in dem Werke: ״Der biblische Berich» über dir StistShütte" von Dr. Popper (Leipzig 1862). aus welche« wir die Leser uw i'o noihwendiger aufmerksam machen müssen, La dasselbe noch nicht so allgemein gewürdigt wurde, wie l« zu sein verdient.

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